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Heizkörperthermostat einstellen: So geht's richtig!

Wenn es draußen kalt ist, wandert unsere Hand automatisch zum Heizkörperthermostat. Der Drehknopf an der Seite der Heizung sorgt dafür, dass es zumindest in den eigenen vier Wänden bald wieder wohlig warm wird. Bei falscher Bedienung kann es allerdings passieren, dass Sie Ihr Geld im wahrsten Sinne des Wortes "verheizen". Deshalb möchten wir Ihnen in diesem Ratgeber zeigen, wie man das Heizkörperthermostat richtig einstellt – damit es warm wird und Sie Ihren Geldbeutel schonen!

Inhaltsverzeichnis

  1. Was ist eigentlich ein Heizkörperthermostat?
  2. Heizkörperthermostat einstellen: Welche Zahl entspricht welcher Temperatur?
  3. Wie exakt arbeitet das Heizkörperthermostat?
  4. Worauf Sie beim Einstellen des Heizkörperthermostats achten sollten
  5. Heizkörperthermostat kaputt?

Was ist eigentlich ein Heizkörperthermostat?

Mechanische Heizkörperthermostate

Zunächst einmal: Es gibt digitale und mechanische Heizkörperthermostate, auch Thermostatkopf genannt. Ein mechanisches Heizkörperthermostat ist der weiße, geriffelte Drehknopf an der Seite Ihrer Heizung. Er besteht im Wesentlichen aus drei Teilen: Dem sichtbaren weißen Gehäuse; einem Temperaturfühler, der das Innere des Gehäuses ausfüllt und einem Übertragungsstift, der vom Thermostat bis zum Ventil der Heizung reicht.

Der Drehknopf funktioniert so: Dreht man ihn zu, drückt der Stift stärker auf das dahinterliegende Heizungsventil, wodurch die Ventilöffnung verkleinert wird. Die Folge: Es kann weniger Wasser durch die Heizung fließen und der Raum wird nicht mehr wärmer.

Egal wie hoch Sie Ihre Heizung stellen, Ihr Heizkörper heizt sowieso nicht immer einfach stur weiter: Dafür gibt es den integrierten Temperaturfühler. Er misst die Temperatur des Raums und vergleicht sie mit der aktuellen Heizleistung der Heizung. Besteht eine Diskrepanz, fährt er die Leistung entsprechend herauf oder herunter.

Digitale Heizkörperthermostate

Immer mehr an Beliebtheit gewinnen digitale Heizkörperthermostate. Sie ermöglichen eine noch exaktere Anpassung der gewünschten Raumlufttemperatur, wodurch sie für eine besonders energieeffiziente und kostensparende Beheizung sorgen. Außerdem lassen sie sich aus der Ferne per Smartphone oder Tablet bedienen. Der Vorteil: Sie können bereits auf dem Weg nach Hause Ihre Heizung vorwärmen lassen, sodass die Temperatur perfekt ist, wenn Sie zuhause ankommen.

Intelligente Einzelraumregelung

Manche Smarthome-Anbieter haben eine intelligente Heizungssteuerung im Angebot, die direkt mit dem Wärmeerzeuger kommuniziert, wenn die Heizkörper in der Wohnung heruntergedreht werden. Dann heizt der Heizkessel auch weniger und spart so Energie. 

Heizkörperthermostat einstellen: Welche Zahl entspricht welcher Temperatur?

Der Rand des Heizkörperthermostats ist mit Zahlen von eins bis fünf versehen, wobei sich zwischen jeder Zahl noch einmal drei Striche befinden. Was die wenigsten wissen: Die Zahlen stehen für relativ genaue Temperaturangaben.

  • Sternchen-Symbol: ca. 5°C, Frostschutz

  • Stufe 1: ca. 12°C

  • Stufe 2: ca. 16°C

  • Stufe 3: ca. 20°C

  • Stufe 4: ca. 24°C

  • Stufe 5: ca. 28°C

Die erwähnten Striche zwischen diesen Stufen stehen für die Zwischentemperaturen: Jeder Strich entspricht einem Grad.

Wie exakt arbeitet das Heizkörperthermostat?

Auch wenn Sie Ihr Heizkörperthermostat auf 20°C einstellen, kann die tatsächliche Temperatur leicht abweichen. Das hängt normalerweise mit der Position des Heizkörpers und eventuell daraus resultierender Stauwärme zusammen. Wird der Heizkörper beispielsweise durch einen Vorhang oder ein Sofa verdeckt, dann staut sich dahinter die Wärme. Der Temperaturfühler des Thermostats meldet der Heizung, dass sie herunterfahren soll, obwohl die reguläre Raumlufttemperatur noch zu niedrig ist. Auch zwischen Heizkörper und Fensterbank staut sich leicht Wärme.

Diese Problematik ist der Grund, warum auf den Rändern der Thermostate keine Temperaturangaben gemacht werden. In der Konsequenz heißt das: Abhängig vom Raum und der Position des Heizkörpers darin werden gegebenenfalls unterschiedliche Einstellungen nötig sein, obwohl immer die gleiche Temperatur gewünscht wird.

Umgehen lässt sich das Problem übrigens durch sogenannte Fernfühler. Dank eines verlängerten Fühlers messen sie die Temperatur in der Raummitte und umgehen so den lokalen Wärmestau. Viele digitale Heizkörperthermostate verfügen bereits über diese Funktion.

Worauf Sie beim Einstellen des Heizkörperthermostats achten sollten

Höher ist nicht gleich schneller

Der vielleicht beliebteste Fehler beim Einstellen des Heizkörperthermostats: Den Regler gleich maximal hoch stellen, damit es schneller warm wird. Angenommen, Sie möchten Ihre Wohnung auf circa 20°C heizen, was der Stufe 3 auf dem Thermostat entspricht. Weil Ihnen besonders kalt ist, drehen Sie den Knopf ganz auf, nach dem Motto "viel hilft viel". Aber das stimmt in diesem Fall nicht. Sie erreichen Ihre Zieltemperatur von circa 20°C genauso schnell, wenn Sie den Knopf nur auf Stufe 3 stellen. Wenn Sie stattdessen auf Stufe 5 stellen, heizt der Heizkörper nach Erreichen der eigentlich gewünschten Zieltemperatur weiter bis auf ca. 28°C. Das Ergebnis: Es wird zu heiß, Sie fühlen sich unwohl und verschwenden Heizenergie.

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Sollten Sie überhaupt herunterregeln?

Aufgrund des im Heizkörperthermostat verbauten Temperaturfühlers ist das eine absolut berechtigte Frage. Denn ist die gewünschte Zieltemperatur erreicht, zum Beispiel 20°C, drosselt die Heizung die Wärmeerzeugung und heizt nur noch falls nötig nach. Das heißt, Sie verschwenden keine Energie, wenn Sie das Heizkörperthermostat dauerhaft auf der gewünschten Zieltemperatur eingestellt lassen.

Es gibt aber Ausnahmen beziehungsweise Einschränkungen. Ist die Raumtemperatur hoch, die Außentemperatur sehr niedrig und die Wärmedämmung schlecht, so entweicht aufgrund des Gefälles überdurchschnittlich viel Wärme nach außen. Hier kann ein Herunterregeln sinnvoll sein, um Energie zu sparen. Bei guter Dämmung lohnt es sich dagegen, das Thermostat konstant eingestellt zu lassen.

Ein zweiter Punkt: Nachts bevorzugen die meisten Menschen eine niedrigere Raumtemperatur als tagsüber – und tatsächlich begünstigt ein kühleres Raumklima auch die Qualität unseres Schlafs. Ist am Zentralregler Ihres Heizkessels eine Nachtabsenkung eingestellt, müssen Sie nichts weiter tun: Unabhängig von der Einstellung des Heizkörperthermostats regelt Ihre Heizung die Temperatur nachts herunter. Ist das nicht der Fall, sollten Sie die Temperatur händisch vor dem Schlafengehen am Heizkörper herabschalten.

Wie heizen Sie richtig bei Abwesenheit tagsüber?

Hält sich niemand in den beheizten Räumen auf, zum Beispiel weil Sie tagsüber arbeiten, ist es ebenfalls sinnvoll, die Heizung herunterzudrehen. Achtung: Ganz abschalten sollten Sie die Heizung aber nicht. Tun Sie es doch, muss am Abend bei Ihrer Rückkehr ein größerer Energieaufwand betrieben werden, als wenn Sie tagsüber auf etwas niedrigerer Stufe weitergeheizt hätten.

Und was ist bei längerer Abwesenheit?

"Nun", wird vielleicht der eine oder andere sagen, "muss die Heizung aber wirklich ganz heruntergedreht werden!" Weshalb viele Heizungsbesitzer während ihres Urlaubs auf das Frostschutzsymbol herunterregeln –zugefrorene oder geplatzte Leitungen zumindest möchte niemand riskieren.

Ideal ist das dennoch nicht. Erstens: Die Frostschutzeinstellung verhindert zwar ein zu starkes Abkühlen der Räume – die Rohrleitungen in unbeheizten Räumen können aber trotzdem einfrieren. Um das zu verhindern, sollten Sie zumindest einen Heizkörper am Ende des jeweiligen Heizstrangs auf mindestens 18°C (Stellung 2-3) belassen. Und stellen Sie bitte nicht die Heizungspumpe oder gar die gesamte Heizung ab.

Zweitens: Stellen Sie Ihre Heizung auf das Frostschutzsymbol, gewährleistet das lediglich eine Temperatur von 5°C – das ist so niedrig, dass es bei längerer Abwesenheit und entsprechenden Außenbedingungen zu Schimmelbildung in den Räumen kommen kann. Um das zu verhindern, empfiehlt das Umweltbundesamt eine Grundtemperatur von 15°C bei längerer Abwesenheit.

Unterschiedliche Temperaturen für unterschiedliche Räume

Noch einen wichtigen Punkt gilt es zu beachten, um das Heizkörperthermostat richtig einzustellen und um langfristig Geld zu sparen: Nicht jeder Raum im Haus oder in der Wohnung benötigt dieselbe Temperatur. Die folgende Aufstellung verrät Ihnen die Idealtemperaturen:

  • Wohnzimmer: 20-22°C

  • Arbeits- und Kinderzimmer: 20-22°C

  • Küche: 18-20°C

  • Bad: 24-26°C

  • Schlafzimmer: 16-18°C

Heizkörperthermostat kaputt?

Heizkörperthermostate sind Verschleißteile: Schließlich werden sie viele Hundert Mal pro Jahr auf- und zugedreht. Sollten Sie feststellen, dass Ihr Heizkörper dauerhaft warm bleibt oder gar nicht mehr warm wird, müssen Sie eventuell Ihr Heizkörperthermostate austauschen. Helfen können Ihnen hier die Experten von dein-heizungsbauer.de. Über unsere Plattform finden Sie schnell kompetente Heizungsinstallateure in Ihrer Umgebung.

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