Welche Fördermittel gibt es für die Heizung?

Rund die Hälfte des Endenergieverbrauchs in Deutschland entfällt auf den Wärmebedarf. Etwa die Hälfte davon geht auf die Deckung des Raumwärmebedarfs in Gebäuden zurück. Diese Statistiken zeigen, wie wichtig das Thema Heizen und Energieverbrauch ist. Kein Wunder, dass der Gesetzgeber vor dem Hintergrund der Klimaerwärmung durch finanzielle Förderung versucht, die Effizienz von Heizungsanlagen und den Einsatz von erneuerbaren Energien zu steigern. Wir geben einen Überblick über die verschiedenen Fördermittel und wie Sie diese beantragen.

Fördermittel für die Heizung: Person schreibt am Schreibtisch

Inhaltsverzeichnis

  1. Wann sollte ich über ein neues Heizsystem oder eine Modernisierung nachdenken?
  2. Fördermittel für konventionelle Gas- und Ölheizungen
  3. Förderprogramme zur Einbindung Erneuerbarer Energien
  4. Wie finde ich mich bei der Vielzahl an Förderprogrammen zurecht?

Je effizienter eine Heizung arbeitet, desto weniger fossile Brennstoffe verbraucht sie und desto weniger klimaschädliches CO2 gibt sie in die Atmosphäre ab1. Aus diesem Grund fördert der Staat den Austausch alter Heizungen. Eine weitere Maßnahme auf dem Weg zu mehr Umweltschutz ist die Förderung erneuerbarer Energien. Ob Solarkollektoren auf dem Dach, effiziente Wärmepumpen mit Erdsonde oder Photovoltaikanlagen zur nachhaltigen Stromerzeugung: Regenerative Energien sind heute technisch ausgereift und durchaus wirtschaftlich.

Vor allem private Haushalte sind bei Fragen rund um das Thema Fördermittel für die Heizung häufig überfordert. Denn: Die Vielzahl an Förderprogrammen ist zunächst unübersichtlich. Damit Sie nicht den Durchblick verlieren, gehen wir in unserem Ratgeber auf die wichtigsten Förderprogramme ein und erklären Ihnen, welche Sie beim Einbau einer neuen Heizung oder bei einer Sanierung nutzen können.

Wann sollte ich über ein neues Heizsystem oder eine Modernisierung nachdenken?

Fördermittel für die Heizung unterscheiden sich grundsätzlich zwischen solchen für Neubauten und für Bestandsbauten. Bei einem Neubau stellt der Gesetzgeber strenge Anforderungen an die Effizienz der eingesetzten Heizungsanlage und schreibt die Einbindung regenerativer Energieformen vor. Um auch Besitzer von bestehenden Gebäuden zu einer Heizungsmodernisierung zu bewegen, hat der Gesetzgeber Anreizprogramme zur Finanzierung ins Leben gerufen.

Wenn eine Heizung defekt ist, ist eine neue Heizungsanlage häufig unumgänglich. Doch auch wenn der alte Heizkessel noch zuverlässig seine Pflicht erfüllt, ist der Austausch in vielen Fällen wirtschaftlich und ökologisch sinnvoll: Spätestens nach 20 Jahren ist meist ein neuer empfehlenswert. Ältere Heizkessel sind oft so ineffizient, dass sich die Investition in eine moderne Anlage meist schon innerhalb weniger Jahre rechnet – vor allem, wenn Sie staatliche Fördergelder beantragen.

Wer hilft bei der Finanzierung?

Wenn es um Fördermittel für die Heizung in Deutschland geht, werden immer wieder die Programme zweier Institutionen genannt:

  • Kreditanstalt für Wiederaufbau (KfW) und
  • Bundesamt für Wirtschaft und Ausfuhrkontrolle (BAFA)

Beide Institutionen bieten staatliche Förderprogramme für verschiedenste Bauvorhaben an und stellen unter anderem im Bereich der Heizungstechnik günstige Kredite und Zuschüsse für Modernisierungsmaßnahmen zur Verfügung. Ist eine Sanierung der Heizung mit regenerativer Energie geplant, ist meist der Zuschuss der BAFA interessant. Planen Sie als Hausbesitzer den Austausch der Öl- oder Gaskessel oder sogar eine komplette Sanierung des Hauses, können Sie von der KfW-Bank entweder günstige Kredite mit Tilgungszuschüssen oder einen direkten Investitionszuschuss beantragen.

Fördermittel für konventionelle Gas- und Ölheizungen

Der Austausch alter Gas- und Ölheizwertkessel gehört zu den effektivsten und einfachsten Möglichkeiten, den Energieverbrauch im Eigenheim spürbar zu senken. Für Bestandsbauten fördert die KfW daher den Austausch alter Heizkessel durch moderne Brennwerttechnik mit günstigen Krediten oder Investitions-Zuschüssen.

Ein Finanzierungs-Beispiel

  • Sie entscheiden sich für eine Kombination aus günstigem Kredit mit Tilgungszuschuss.
  • Hausbesitzer erhalten von der KfW ein Darlehen mit einem niedrigen Zinssatz und einer Zinsbindung von zehn Jahren.
  • Darüber hinaus können Sie einen Tilgungszuschuss von 7,5% bis zu einem Betrag von 3.750 Euro pro Wohneinheit in Anspruch nehmen.
  • Wenn Sie den Investitionszuschuss beantragen möchten, ist sogar eine einmalige Fördersumme von bis zu 10% der Investitionskosten möglich.
  • Die Obergrenze pro Wohneinheit liegt hier bei 5.000 Euro.

Wenn Sie nicht nur den Heizkessel tauschen, sondern auch die übrige Anlagentechnik optimieren, greift Ihnen die KfW noch weiter unter die Arme: Bei dieser Variante sind sogar bis zu 12,5% Tilgungszuschuss in der Kreditvariante oder ein einmaliger Zuschuss in Höhe von 15% (maximal 7.500 Euro pro Wohneinheit) möglich. Die Förderprogramme der KfW für die Heizungsmodernisierung laufen unter den Kennziffern 430 und 152.

Übrigens: Neben dem Kesseltausch fördert die KfW auch viele weitere Sanierungsmaßnahmen wie die Erneuerung der Türen und Fenster oder den Einbau einer Wärmedämmung oder einer Lüftungsanlage. Eine Übersicht zu den Förderprogrammen der KfW finden Sie in diesem Artikel.

Gibt es Voraussetzungen, um die Fördermittel für die Heizung abzurufen?

Die Beantragung staatlicher Fördermittel für die Heizung ist an gewisse Voraussetzungen geknüpft. So schreibt der Gesetzgeber beispielsweise vor, dass ein Sachverständiger einen hydraulischen Abgleich bei der Heizungsanlage vornehmen muss. Aus technischer Sicht ist darauf zu achten, dass die Heizungsanlage überhaupt für den Brennwertbetrieb geeignet ist und Vorlauftemperaturen von nicht mehr als 60°C im Gebäude eine ausreichende Deckung des Wärmebedarfs ermöglichen.

Wie beantrage ich Fördermittel für die Heizung bei der KfW?

Sie können KfW-Fördermittel online über das Portal der Kreditanstalt für Wiederaufbau (KfW)beantragen. Wichtig ist, dass ein Energieberater die geplante Heizungsmodernisierung bereits geprüft hat und der Antrag auf Fördermittel vor Beginn der Arbeiten erfolgt.

Wie teuer ist der Austausch des alten Heizkessels?

Die Kosten für den Ersatz des alten Heizkessels durch eine moderne Brennwerttechnik oder eine Wärmepumpe hängen von den Rahmenbedingungen im Gebäude (zum Beispiel vom Wärmebedarf) sowie von der Art des Brennstoffs ab. Ein Angebot eines Fachhandwerkers schafft hier Klarheit.  

Förderprogramme zur Einbindung Erneuerbarer Energien

Erneuerbare Energieformen wie Wärmepumpen, Holzheizungen und Solaranlagen machen es möglich, ganz auf fossile Brennstoffe zu verzichten. Diese Maßnahmen schonen auf längere Sicht nicht nur den eigenen Geldbeutel, sondern auch die Umwelt.

Noch attraktiver werden regenerative Energiequellen, wenn der Staat dem Bauherrn unter die Arme greift: Neben der KfW fördert auch das Bundesamt für Wirtschaft und Ausfuhrkontrolle (BAFA) die Investition in Erneuerbare Energien und stellt beispielsweise für Solarthermie-Anlagen, Wärmepumpen und Biomasseheizungen Fördergelder zur Verfügung.

Die Förderprogramme des BAFA im Überblick:

Fördermittel für Solarthermie-Anlagen

Wenn Sie Solarkollektoren auf dem Dach Ihres Hauses installieren, um die Strahlung der Sonne zur Warmwasserbereitung zu nutzen, dürfen Sie sich über Fördergelder freuen. Pro Quadratmeter installierter Kollektorfläche stellt das BAFA 50 Euro Fördergeld zur Verfügung, wobei der Gesamtbetrag auf 2.000 Euro gedeckelt ist. Wenn die Solarthermie-Anlage nicht nur den Brauchwarmwasserbedarf deckt, sondern auch die Heizung unterstützt, steigt die Basis-Förderung auf 140 Euro pro Quadratmeter. Der Maximalbetrag liegt hier bei 5.600 Euro.

Neben diesen Mitteln sieht das Fördermodell Anreize für folgende Maßnahmen vor:

  • gleichzeitige Investition in einen modernen Brennwertkessel: Bonus in Höhe von 500 Euro
  • gleichzeitige Optimierung der Heizungsanlage: Bonus in Höhe von 10% der Kosten, bis maximal 50% der Basisförderung
  • Installation der Solarthermie-Anlage in einem Gebäude, das durch die Sanierung zum KfW-Effizienzhaus 55 wird: Bonus in Höhe von 50% der Basisförderung

Wie bei den KfW-Förderprogrammen gibt es auch bei den BAFA-Modellen technische Voraussetzungen. So wird Solar nur dann gefördert, wenn die Kollektorfläche über ein ausreichendes Puffer- oder Speichervolumen verfügt. Je nach Anlage sind dies 40 bis 50 Liter pro m² Kollektor. Dadurch kann die kostenlose und umweltfreundliche Solarwärme über viele Stunden oder sogar Tage gespeichert werden. Lesen Sie hier mehr zum Thema BAFA Förderung für Ihre Heizung.

Fördermittel für die Installation einer Wärmepumpe

Wärmepumpen sind in der Lage, das in der Umgebungsluft) oder im Erdboden frei verfügbare Temperaturniveau mithilfe eines elektrischen Kompressors so umzuwandeln, dass die Heizungsanlage die Energie in der nutzen kann. Durch diese Vorgehensweise können Sie einen Großteil Ihres Wärmebedarfs ohne fossile Brennstoffe decken.

Entscheidend für die Umweltfreundlichkeit ist jedoch, woher der Strom kommt, den die Wärmepumpe benötigt: Wenn Sie auf regenerativ erzeugte Elektrizität setzen (beispielsweise von einer hauseigenen Photovoltaik-Anlage), heizen Sie komplett klimaneutral. Wenn der Strom hingegen aus konventionellen Kraftwerken kommt, ist er mit der Verbrennung fossiler Brennstoffe verbunden. Da jedoch im öffentlichen Stromnetz der Anteil des Stroms aus Sonne, Wind und Wasser zunimmt, wird auch öffentlicher Strom insgesamt ökologischer.

BAFA Fördergelder, um die hocheffiziente Heiztechnologie der Wärmepumpen zu fördern

  • 40 Euro pro Kilowatt Nenn-Wärmeleistung bei einer Luft-Wasser-Wärmepumpe (mindestens 1.300 Euro)
  • 100 Euro pro Kilowatt Nenn-Wärmeleistung bei Sole-Wasser-Wärmepumpen und Wasser-Wasser-Wärmepumpen oder bei Gas-Wärmepumpen (mindestens 4.000 Euro)

Verschiedene Maßnahmen werden vom BAFA sogar mit einer Zusatzförderung belohnt:

  • gleichzeitige Installation einer neuen Solaranlage: Bonus in Höhe von 500 Euro
  • gleichzeitige Investition in ein Lastmanagement mit Pufferspeicher zur Optimierung der Anlage: Bonus in Höhe von 500 Euro
  • Optimierung der alten Heizungsanlage: Bonus in Höhe von 10% der Kosten (bis zu 50% der Basisförderung)
  • Montage der Wärmepumpe in einem Gebäude, das durch Sanierungsmaßnahmen zum KfW-Effizienzhaus 55 geworden ist: Bonus in Höhe von 50% der Basisförderung

Die Fördermittel für die Wärmepumpen-Heizung fallen übrigens noch höher aus, wenn es sich um eine sehr effiziente Wärmepumpen-Anlage im Altbau handelt. Hier stellt das BAFA sogar einen Zuschlag von 50% zur üblichen Fördersumme zur Verfügung. Dies erreichen Sie in der Regel allerdings nur mit sehr effizienten Wärmpumpen in Kombination mit einer Fußbodenheizung.

Übrigens: Wärmepumpen, die ausschließlich der Warmwasserbereitung dienen und nicht mit Ihrer Heizung verbunden sind, sind nicht förderfähig. Auch Luft-Luft-Wärmepumpen werden vom BAFA nicht mit Förderungen belohnt.

Tipp

  • Auf der Homepage des Bundesamtes für Wirtschaft und Ausfuhrkontrolle finden Sie umfangreiche Informationen rund um Fördermittel für die Heizung.
  • Hier können Sie sich auch Antragsformulare herunterladen und bei Bedarf eine Energieberatung in Anspruch nehmen.

Fördermittel für eine Holzheizung

Holzheizungen basieren auf der Verbrennung eines nachwachsenden Rohstoffs und zählen daher zu den regenerativen Technologien. Das BAFA honoriert die Investition in dieses Heizsystem entsprechend mit attraktiven Fördermitteln.

Technologie Fördersumme
Pelletofen oder Pelletkessel (5 bis 100 Kilowatt)
80 Euro pro Kilowatt
Hackschnitzelanlage
3.500 Euro
Scheitholz-Heizung
2.000 Euro
Bonus: Gleichzeitige Installation einer Solaranlage oder Einbindung in ein Nahwärmenetz
500 Euro
Bonus: Optimierung der alten Heizungsanlage
500 Euro
Einsatz der Holzheizung im KfW-Effizienzhaus 55
500 Euro

Genau wie bei den anderen Heizungsarten gibt es auch bei der Holzheizung technische Anforderungen. Wie diese genau aussehen, erfahren Sie auf der Homepage des BAFA.

Wie finde ich mich bei der Vielzahl an Förderprogrammen zurecht?

Zugegeben, die Anzahl an Förderprogrammen der unterschiedlichen Institutionen erfordert ein gewisses technisches Verständnis und eine intensive Recherche. Die Hersteller von Wärmeerzeugern unterstützen ihre Kunden hier auf Wunsch.

Wenn Sie bei der Suche nach einem geeigneten Förderprogramm schließlich fündig geworden sind und erfolgreich einen Antrag auf Fördermittel für die Heizung gestellt haben, steht dem Bauvorhaben nichts mehr im Weg. In unserer Postleitzahlsuche können Sie im Handumdrehen Ihren persönlichen Fachmann für die Heizung finden und ihn mit der Installation beauftragen.

Tipp

  • Bei den meisten Förderprogrammen gilt der Grundsatz: Erst Förderantrag stellen und dann Auftrag an den Fachhandwerker erteilen.

1 Umweltbundesamt: Energieverbrauch für fossile und erneuerbare Wärme

Andreas Wurm

Über den Autor
Andreas Wurm absolvierte seinen Bachelor of Science in Maschinenbau an der RWTH Aachen University und schloss einen Master in Energietechnik (Spezialisierung Erneuerbare Energien) an derselben Universität an. Nach seinem Studium war er von 2014 bis 2016 Projektingenieur in der Branche Heizungs- und Klimatechnik.

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