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Welche Fördermittel gibt es für die Heizung?

Rund die Hälfte des Endenergieverbrauchs in Deutschland entfällt auf den Wärmebedarf. Etwa die Hälfte davon geht auf die Deckung des Raumwärmebedarfs in Gebäuden zurück. Diese Statistiken zeigen, wie wichtig das Thema Heizen und Energieverbrauch ist. Kein Wunder, dass der Gesetzgeber vor dem Hintergrund der Klimaerwärmung durch finanzielle Förderung versucht, die Effizienz von Heizungsanlagen und den Einsatz von erneuerbaren Energien zu steigern. Wir geben einen Überblick über die verschiedenen Fördermittel und wie Sie diese beantragen.

Inhaltsverzeichnis

  1. Wer hilft bei der Finanzierung?
  2. Förderauskunft: Fördermöglichkeiten schnell online prüfen
  3. Fördersätze des BAFA im Überblick & Rechenbeispiel
  4. Heizungsförderung für eine Wärmepumpe
  5. Fördermittel für moderne Hybridheizungen
  6. Heizungsförderung für Solarthermie
  7. Wie beantrage ich Fördermittel für die Heizung bei KfW oder BAFA?
Fördermittel für die Heizung: Person schreibt am Schreibtisch

Je effizienter eine Heizung arbeitet, desto weniger fossile Brennstoffe verbraucht sie und desto weniger klimaschädliches CO2 gibt sie in die Atmosphäre ab. Aus diesem Grund fördert der Staat den Austausch alter Heizungen. Eine weitere Maßnahme auf dem Weg zu mehr Umweltschutz ist die Förderung erneuerbarer Energien. Ob Solarkollektoren auf dem Dach, effiziente Luft-/Wasser-Wärmepumpen oder Photovoltaikanlagen zur nachhaltigen Stromerzeugung: Regenerative Energien sind heute technisch ausgereift und durchaus wirtschaftlich.

Vor allem private Haushalte sind bei Fragen rund um das Thema Fördermittel für die Heizung häufig überfordert. Denn: Die Vielzahl an Förderprogrammen ist zunächst unübersichtlich. Damit Sie nicht den Durchblick verlieren, gehen wir in unserem Ratgeber auf die wichtigsten Förderprogramme ein und erklären Ihnen, welche Sie beim Einbau einer neuen Heizung oder bei einer Sanierung nutzen können.

Wer hilft bei der Finanzierung?

Wenn es um Fördermittel für die Heizung in Deutschland geht, werden immer wieder die Programme zweier Institutionen genannt:

  • Bundesamt für Wirtschaft und Ausfuhrkontrolle (BAFA) und
  • Kreditanstalt für Wiederaufbau (KfW)

Beide Institutionen bieten staatliche Förderprogramme für verschiedenste Bauvorhaben an und stellen unter anderem im Bereich der Heizungstechnik günstige Kredite und Zuschüsse für Modernisierungsmaßnahmen zur Verfügung. Ist eine Heizung mit regenerativer Energie geplant, ist meist der Zuschuss des BAFA, welches zuletzt einige Maßnahmen der KfW übernommen hat, interessant.

Planen Sie, ein KfW-Effizienzhaus zu bauen beziehungsweise durch Sanierung zu erreichen, können Sie von der KfW-Bank entweder günstige Kredite mit Tilgungszuschüssen oder einen direkten Investitionszuschuss beantragen. Besonders interessant: Die beiden Förderungen sind kombinierbar.

Förderauskunft: Fördermöglichkeiten schnell online prüfen

Um einen schnellen Überblick zu bekommen, welche Förderprogramme für Sie in Frage kommen, können Sie unsere praktische Förderauskunft nutzen. Geben Sie einfach in ein paar wenigen Klicks an, um welche Heizart und welche Gebäudeart es sich handelt. Schon sehen Sie die konkreten Möglichkeiten und wie viel Sie darüber sparen.

Wann sollte ich über ein neues Heizsystem oder eine Modernisierung nachdenken?

Fördermittel für die Heizung unterscheiden sich grundsätzlich zwischen solchen für Neubauten und für Bestandsbauten. Bei einem Neubau stellt der Gesetzgeber strengere Anforderungen an die Effizienz der eingesetzten Heizungsanlage und schreibt die Einbindung regenerativer Energieformen vor.

Um auch Besitzer von bestehenden Gebäuden zu einer Heizungsmodernisierung zu bewegen, hat der Gesetzgeber besonders attraktive Anreizprogramme zur Finanzierung ins Leben gerufen. Wenn eine Heizung defekt ist, ist eine neue Heizungsanlage häufig unumgänglich. Doch auch wenn der alte Heizkessel noch zuverlässig seine Pflicht erfüllt, ist der Austausch in vielen Fällen wirtschaftlich und ökologisch sinnvoll: Spätestens nach 20 Jahren ist meist ein neuer empfehlenswert.

Ist die Heizungsanlage bereits seit 30 Jahren im Einsatz, besteht in der Regel sogar eine Austauschpflicht. Ältere Heizkessel sind oft so ineffizient, dass sich die Investition in eine moderne Anlage dabei meist schon innerhalb weniger Jahre rechnet – vor allem, wenn Sie staatliche Fördergelder beantragen.

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Um diese alten, ineffizienten Heizungen aus dem Verkehr zu ziehen, gibt es für den Heizungstausch besonders hohe Fördersummen. Aber auch im Neubau erhalten Sie Zuschüsse für besonders umweltfreundliche Heiztechnologien. Einen Überblick über alle Fördersummen finden Sie in Folgendem.

Fördersätze des BAFA im Überblick & Rechenbeispiel

In folgender Tabelle sehen Sie alle aktuellen Fördersätze des BAFA übersichtlich aufgelistet. Es wird nicht nur nach Heizsystem unterschieden, sondern auch danach, ob die neue Heizung in ein Bestandsgebäude oder Neubau eingebaut werden soll. Zusätzlich erhalten Sie in den meisten Fällen einen höheren Zuschuss, wenn Sie eine alte Ölheizung austauschen.2

 
Bestand Fördersatz
Bestand Fördersatz inkl. Austauschprämie Ölheizung
Neubau Fördersatz
Wärmepumpe
35%
45%
35%
Solarthermie
30%
 
30%
EE-Hybrid
35%
45%
35%
Gas-Hybrid
30%
40%
 
Gas-Hybrid renewable ready
20%
 
 
Biomasse
35%
45%
35%

Förderfähige Kosten

  • Selbstverständlich gehört der Wärmeerzeuger zu den förderfähigen Kosten.
  • Darüber hinaus werden auch sogenannte Umfeldmaßnahmen gefördert, die im Zuge des Heizungstauschs die energetische Sanierung noch effizienter machen.
  • Dazu zählen beispielsweise Installation, Deinstallation, Verrohrung, ein hydraulischer Abgleich, das Heizungsverteilsystem (zum Beispiel Fußbodenheizung) oder etwa der Speicher.
  • Das führt dazu, dass Sie sich einen erheblichen Anteil Ihrer Investition fördern lassen können.

Ein Beispiel für die Berechnung der Fördersumme

Sie entscheiden sich für eine neue Wärmepumpe im Tausch für Ihre alte Ölheizung. Wie die obere Tabelle zeigt, sieht das Marktanreizprogramm des BAFA hierfür Zuschüsse von ganzen 45% vor. Die maximalen förderfähigen Kosten sind beim Marktanreizprogramm des BAFA immer auf 50.000 Euro je Wohneinheit beschränkt. Das bedeutet, dass Sie bis zu 22.500 Euro (45% von 50.000 Euro) Fördergelder erhalten können.

Ein Rechenbeispiel

  • Kauf einer neuen Luft/Wasser-Wärmepumpe und Zubehör für 13.000 Euro

    Installationskosten von 2.500 Euro

     Entsorgung der alten Öltanks zu 500 Euro

    Das ergibt eine exemplarische Gesamtinvestition von 16.000 Euro.

    Abzüglich der 45% BAFA-Förderung des Staates, belaufen sich die Kosten für Sie auf 8.800 Euro.

Heizungsförderung für eine Wärmepumpe

Zu den am besten geförderten Wärmeerzeugern gehört zum Beispiel die Wärmepumpe. Diese Heizart ist in der Lage, das in der Umgebungsluft, im Grundwasser oder Erdboden frei verfügbare Temperaturniveau mithilfe eines elektrischen Kompressors so umzuwandeln, dass die Heizungsanlage die Energie nutzen kann. Durch diese Vorgehensweise können Sie Ihren Wärmebedarf ohne fossile Brennstoffe decken.

Wichtig für die Umweltfreundlichkeit ist auch, woher der Strom kommt, den die Wärmepumpe benötigt: Wenn Sie auf regenerativ erzeugte Elektrizität setzen (beispielsweise von einer hauseigenen Photovoltaikanlage), heizen Sie komplett klimaneutral. Kommt der Strom hingegen aus konventionellen Kraftwerken, ist er mit der Verbrennung fossiler Brennstoffe verbunden. Da jedoch der Anteil des Stroms aus Sonne, Wind und Wasser im öffentlichen Stromnetz zunimmt, wird auch öffentlicher Strom immer ökologischer.

Wie Sie in der Tabelle oben sehen, erhalten Sie für eine Wärmepumpe prinzipiell einen Fördersatz von 35%. Das gilt sowohl im Neubau als auch im Bestandsgebäude. Kommt die neue Wärmepumpe als Ersatz für eine alte Ölheizung zum Einsatz, sind es dank der zusätzlichen Öl-Austauschprämie sogar 45%.

Fördermittel für moderne Hybridheizungen

Auch der Wechsel von der alten Heizung auf eine neue Hybridheizung wird vom BAFA ordentlich gefördert. Bis zu 40% Zuschuss auf die Heizsystem-Komponenten können Sie hierbei abrufen. Dazu zählen unter anderem eine Wärmepumpe oder Solarthermie in Kombination mit Gas-Brennwerttechnik, ein Pufferspeicher und alle anderen notwendigen Teile für das Gesamtsystem wie die Verrohrung.

Haben Sie ein Gasgerät, das weiterhin gut funktioniert, können Sie dies zum Beispiel mit Solarthermie zu einer Gas-Hybridheizung ausbauen. Ähnliches gilt auch umgekehrt, wenn Sie bereits Solarthermie haben und ein neues Gas-Brennwertgerät einbauen möchten. Für das Nachgerüstete (im ersten Beispiel Solarthermie, im zweiten das Gasgerät) erhalten Sie dann einen Investitionszuschuss von bis zu 30%.

Es besteht die Möglichkeit, über „Renewable Ready“ die Anschaffung auf zwei Jahre zu „strecken“:

  • Sie installieren vorerst nur den anschlussfertigen Gas-Wärmeerzeuger samt Pufferspeicher.
  • Und später rüsten Sie eine Wärmepumpe oder Solarthermie nach.

Hierfür gibt es seitens des BAFA 20% Förderzuschuss auf das Gesamtsystem.

Neben einem Hybridsystem inklusive Gas gibt es eine noch umweltfreundlichere Variante: Und zwar eine Erneuerbare-Energien-Hybridheizung (EE-Hybrid). Dieses System besteht nur aus regenerativen Wärmeerzeugern wie einer Wärmepumpe in Kombination mit Solarthermie. Hierfür erhalten Sie entweder 35 oder 45% Förderung. 

Heizungsförderung für Solarthermie

Legen Sie sich eine neue Solarthermieanlage zu, erhalten Sie dafür im Neubau und Bestand 30% Zuschüsse. Eine extra Prämie für den Austausch einer Ölheizung gibt es in diesem Fall nicht vom BAFA.

Wenden Sie Solarthermie jedoch in Kombination mit anderen Erneuerbaren Energien wie einer Wärmepumpe an (EE-Hybrid), erhalten Sie höhere Fördersätze. Und zwar 35% – beziehungsweise gegebenenfalls 45% inklusive Austauschprämie.

Fördermittel für eine Biomasse-Heizung

Biomasse-Heizungen basieren auf der Verbrennung eines nachwachsenden Rohstoffs und zählen daher zu den regenerativen Technologien. Das BAFA honoriert die Investition in dieses Heizsystem entsprechend ebenfalls mit einem Fördersatz bis zu 45%.

Unser Tipp: Auf der Homepage des Bundesamtes für Wirtschaft und Ausfuhrkontrolle finden Sie weitere, detaillierte und umfangreiche Informationen rund um Fördermittel für die Heizung. Hier können Sie auch bei Bedarf eine Energieberatung in Anspruch nehmen.

Gibt es Voraussetzungen, um die Fördermittel für die Heizung abzurufen?

  • Die Beantragung staatlicher Fördermittel für die Heizung ist an gewisse Voraussetzungen geknüpft.

    So schreibt der Gesetzgeber beispielsweise vor, dass ein Sachverständiger einen hydraulischen Abgleich bei der Heizungsanlage vornehmen muss.

    Aus technischer Sicht ist darauf zu achten, dass die Heizungsanlage die geforderten Mindestanforderungen (zum Beispiel Effizienzwerte) erfüllt.

    Beim Kesseltausch wird vorausgesetzt, dass die Heizung zum Zeitpunkt der Antragstellung bereits vor mehr als zwei Jahren in Betrieb genommen wurde.

    Außerdem darf keine Austauschpflicht gemäß EnEV §10 bestehen (in der Regel wenn die Heizung älter als 30 Jahre ist).

Wie beantrage ich Fördermittel für die Heizung bei KfW oder BAFA?

Sie können KfW-Fördermittel online über das Portal der Kreditanstalt für Wiederaufbau (KfW) beantragen. Wichtig ist, dass ein Energieberater die geplante Heizungsmodernisierung bereits geprüft hat und der Antrag auf Fördermittel vor Beginn der Arbeiten erfolgt.

Der elektronische Antrag auf Förderung von Maßnahmen zur Nutzung erneuerbarer Energien im Wärmemarkt des BAFA kann schnell zusammen mit Ihrem Heizungsbauer oder von Ihnen alleine ausgefüllt werden. Dabei sollten Sie bereits über ein Angebot Ihres Fachhandwerkers verfügen.

Heizungsbauer finden

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1 BAFA: Förderübersicht: Heizen mit erneuerbaren Energien 2020

Andreas Wurm

Über den Autor

Andreas Wurm absolvierte seinen Bachelor of Science in Maschinenbau an der RWTH Aachen University und schloss einen Master in Energietechnik (Spezialisierung Erneuerbare Energien) an derselben Universität an. Nach seinem Studium war er von 2014 bis 2016 Projektingenieur in der Branche Heizungs- und Klimatechnik.

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