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Welche Fördermittel gibt es für die Heizung?

Rund die Hälfte des Endenergieverbrauchs in Deutschland entfällt auf den Wärmebedarf1. Etwa die Hälfte davon geht auf die Deckung des Raumwärmebedarfs in Gebäuden zurück. Diese Statistiken zeigen, wie wichtig das Thema Heizen und Energieverbrauch ist. Kein Wunder, dass der Gesetzgeber vor dem Hintergrund der Klimaerwärmung durch finanzielle Förderung versucht, die Effizienz von Heizungsanlagen und den Einsatz von erneuerbaren Energien zu steigern. Wir geben einen Überblick über die verschiedenen Fördermittel und wie Sie diese beantragen.

Inhaltsverzeichnis

  1. Wer hilft bei der Finanzierung?
  2. Förderauskunft: Förderungen schnell online prüfen
  3. Einzelmaßnahmen in Bestandsgebäuden: Fördersätze im Überblick & Rechenbeispiel
  4. Förderung für eine Wärmepumpe
  5. Fördermittel für moderne Hybridheizungen
  6. Förderung für Solarthermie
  7. Fördermittel für eine Biomasse-Heizung
  8. Effizienzhaus: BEG-Fördermittel im Teilprogramm Wohngebäude
  9. Wie beantrage ich Fördermittel für die Heizung bei der KfW oder dem BAFA?
Fördermittel für die Heizung: Person schreibt am Schreibtisch

Je effizienter eine Heizung arbeitet, desto weniger fossile Brennstoffe verbraucht sie und desto weniger klimaschädliches CO2 gibt sie in die Atmosphäre ab. Aus diesem Grund fördert der Staat den Austausch alter Heizungen. Eine weitere Maßnahme auf dem Weg zu mehr Umweltschutz ist die Förderung erneuerbarer Energien. Systeme, die hierauf zurückgreifen, verfügen mittlerweile über eine ausgereifte Technik und arbeiten durchaus wirtschaftlich – sei es eine effiziente Luft/Wasser-Wärmepumpe oder Solarthermie.

Insbesondere private Haushalte stehen beim Thema Fördermittel für die Heizung zumeist vor vielen Fragen. Um die Sache zu erleichtern, hat die Bundesregierung zu Beginn des Jahres 2021 sämtliche Förderungen für Energieeffizienz in Gebäuden und das Heizen mit erneuerbaren Energien in der Bundesförderung für effiziente Gebäude (BEG) zusammengefasst. Die BEG-Förderung umfasst die drei Teilbereiche BEG Einzelmaßnahmen, BEG Wohngebäude und BEG Nichtwohngebäude.

Trotz dieser Vereinheitlichung ist die Vielzahl an Förderungen von Heizungen zunächst unübersichtlich. Damit Sie nicht den Durchblick verlieren, gehen wir in unserem Ratgeber auf die wichtigsten Fördermittel ein und erklären Ihnen, welche Sie beim Einbau einer neuen Heizung oder bei einer Sanierung nutzen können.

Die Säulen der BEG-Förderung
Die Fördermittel für die Heizung sind in verschiedene Kategorien eingeteilt und können beim BAFA oder der KfW beantragt werden.

Wer hilft bei der Finanzierung?

Wenn es um BEG-Fördermittel für die Heizung in Deutschland geht, werden immer wieder die Programme zweier Institutionen genannt:

  • Bundesamt für Wirtschaft und Ausfuhrkontrolle (BAFA) und
  • Kreditanstalt für Wiederaufbau (KfW)

Die KfW und das BAFA teilen sich die Aufgaben bei der Umsetzung der BEG-Förderung. Für den Bereich der Heizung sind besonders die Fördermittel aus dem Paket BEG Einzelmaßnahmen relevant. Hier vergibt das BAFA seit Beginn 2021 Investitionszuschüsse, während die KfW im Bereich der Heiztechnik günstige Kredite mit Tilgungszuschuss zur Verfügung stellt. Die Säule „Einzelmaßnahmen“ ist die richtige für Sie, wenn Sie Ihre bestehende Heizung austauschen oder einen weiteren Wärmeerzeuger nachrüsten.

Planen Sie statt kleineren Einzelmaßnahmen, ein Effizienzhaus zu bauen beziehungsweise durch Sanierung zu erreichen, können Sie ab Mitte 2021 von dem BEG-Programm Wohngebäude profitieren. Denn dafür erhalten Sie von der KfW entweder günstige Kredite mit Tilgungszuschüssen oder einen direkten Investitionszuschuss. In einigen Jahren soll das BAFA den direkten Investitionszuschuss übernehmen.

Besonders interessant: Heizen Sie Ihr Effizienzhaus überwiegend mit erneuerbaren Energien, steigt das Kreditvolumen an und die Fördermittel erhöhen sich um einen EE-Bonus.

Förderauskunft: Förderungen schnell online prüfen

Um einen schnellen Überblick zu bekommen, welche Förderprogramme für Sie infrage kommen, können Sie unsere praktische Förderauskunft nutzen. Geben Sie einfach in ein paar wenigen Klicks an, um welche Heizart und welche Gebäudeart es sich handelt. Schon sehen Sie die konkreten Möglichkeiten und wie viel Sie darüber sparen.

Wann sollte ich über ein neues Heizsystem oder eine Modernisierung nachdenken?

Um Besitzer von bestehenden Gebäuden zu einer Heizungsmodernisierung zu bewegen, hat der Gesetzgeber besonders attraktive Anreizprogramme zur Finanzierung ins Leben gerufen. Wenn eine Heizung defekt ist, ist ein neues Heizgerät häufig unumgänglich. Doch auch wenn der alte Heizkessel noch zuverlässig seine Pflicht erfüllt, ist der Austausch in vielen Fällen wirtschaftlich und ökologisch sinnvoll: Spätestens nach 20 Jahren ist meist ein neuer empfehlenswert.

Ist die Heizungsanlage bereits seit 30 Jahren im Einsatz, besteht in der Regel sogar eine Austauschpflicht. Ältere Heizkessel sind oft so ineffizient, dass sich die Investition in eine moderne Anlage dabei meist schon innerhalb weniger Jahre rechnet – vor allem, wenn Sie staatliche Fördergelder beantragen.

Um diese alten, ineffizienten Heizungen aus dem Verkehr zu ziehen, gibt es für den Heizungstausch besonders hohe Förderungen. Aber auch im Neubau erhalten Sie Zuschüsse für besonders umweltfreundliche Heiztechnologien.

Einzelmaßnahmen in Bestandsgebäuden: Fördersätze im Überblick & Rechenbeispiel

In folgender Tabelle sehen Sie alle aktuellen BEG-Fördersätze im Teilprogramm Einzelmaßnahmen übersichtlich aufgelistet. Diese hängen von der Art des neuen Heizsystems ab. Zusätzlich erhalten Sie in den meisten Fällen einen höheren Zuschuss, wenn Sie eine alte Ölheizung austauschen.

BEG-Fördersätze für neue Heizsysteme

Heizart
Fördersatz
Inkl. Austauschprämie Ölheizung
Wärmepumpe
35%
45%
Solarthermie
30%
-
EE-Hybrid
35%
45%
Gas-Hybrid
30%
40%
Gas-Hybrid Renewable Ready
20%
-
Biomasse
35%
45%
Innovative Heiztechnik*
35%
45%

*Anteil erneuerbarer Energien zur Wärmeerzeugung mindestens 80%

Diese Einzelmaßnahmen werden nur in Bestandsgebäuden gefördert. Im Neubau können Sie daher nicht mehr ausschließlich die Heizung fördern lassen. Auf den Neubau gehen wir weiter unten im Kapitel „BEG-Fördermittel im Teilprogramm Wohngebäude“ näher ein.

Bonus für individuellen Sanierungsfahrplan (iSFP)

Zu allen Heizungs-Fördermitteln gewährt der Gesetzgeber einen Aufschlag von 5 Prozentpunkten, wenn zuvor ein BAFA-gelisteter Energieberater einen individuellen Sanierungsfahrplan (iSFP) aufgestellt hat.

Der Sanierungsfahrplan listet alle Effizienzmaßnahmen auf, die für Ihr Haus sinnvoll sind. Sie müssen nicht alle Vorschläge umsetzen, doch wenn die neue Heizung im iSFP steht, dann gibt es 5 Prozentpunkte Förderung obendrauf. Von den Kosten für den iSFP erhalten Sie zudem 80% vom Staat hinzu.

Förderfähige Kosten

  • Selbstverständlich gehört der Wärmeerzeuger zu den förderfähigen Kosten.
  • Darüber hinaus gibt es auch Förderungen für sogenannte Umfeldmaßnahmen, die im Zuge des Heizungstauschs die energetische Sanierung noch effizienter machen.
  • Dazu zählen beispielsweise Installation, Deinstallation, Verrohrung, ein hydraulischer Abgleich, das Heizungsverteilsystem (zum Beispiel Fußbodenheizung) oder etwa der Speicher.
  • Das führt dazu, dass Sie sich einen erheblichen Anteil Ihrer Investition fördern lassen können.

Ein Beispiel für die Berechnung der Fördersumme

Sie entscheiden sich für eine neue Wärmepumpe im Tausch für Ihre alte Ölheizung. Wie die obere Tabelle zeigt, sieht die BEG-Förderung hierfür Zuschüsse von ganzen 45% vor. Die maximalen förderfähigen Kosten sind immer auf 60.000 Euro je Wohneinheit beschränkt. Das bedeutet, dass Sie bis zu 27.000 Euro (45% von 60.000 Euro) Fördergelder erhalten können.

Ein Rechenbeispiel

  • Kauf einer neuen Luft/Wasser-Wärmepumpe und Zubehör für 13.000 Euro

  • Installationskosten von 2.500 Euro

  • Entsorgung der alten Öltanks zu 500 Euro

  • Das ergibt eine exemplarische Gesamtinvestition von 16.000 Euro.

  • Abzüglich der 45% BEG-Förderung des Staates, belaufen sich die Kosten für Sie auf 8.800 Euro.

Förderung für eine Wärmepumpe

Zu den am besten geförderten Wärmeerzeugern gehört zum Beispiel die Wärmepumpe. Diese Heizart ist in der Lage, das in der Umgebungsluft, im Grundwasser oder Erdboden frei verfügbare Temperaturniveau mithilfe eines elektrischen Kompressors so umzuwandeln, dass die Heizungsanlage die Energie nutzen kann. Durch diese Vorgehensweise können Sie Ihren Wärmebedarf ohne fossile Brennstoffe decken.

Wichtig für die Umweltfreundlichkeit ist auch, woher der Strom kommt, den die Wärmepumpe benötigt: Wenn Sie auf regenerativ erzeugte Elektrizität setzen (beispielsweise von einer hauseigenen Photovoltaikanlage), heizen Sie komplett klimaneutral. Kommt der Strom hingegen aus konventionellen Kraftwerken, ist er mit der Verbrennung fossiler Brennstoffe verbunden. Da jedoch der Anteil des Stroms aus Sonne, Wind und Wasser im öffentlichen Stromnetz zunimmt, wird auch öffentlicher Strom immer ökologischer.

Wie Sie in der Tabelle oben sehen, erhalten Sie für eine Wärmepumpe prinzipiell eine Förderung von 35%. Kommt die neue Wärmepumpe als Ersatz für eine alte Ölheizung zum Einsatz, sind es dank der zusätzlichen Öl-Austauschprämie sogar 45%.

Fördermittel für moderne Hybridheizungen

Auch der Wechsel von der alten Heizung auf eine neue Hybridheizung wird vom BAFA ordentlich gefördert. Dazu zählen unter anderem eine Wärmepumpe oder Solarthermie in Kombination mit Gas-Brennwerttechnik, ein Pufferspeicher. Wie bei den anderen Heizarten können auch hier alle notwendigen Teile für die gesamte Anlage wie die Verrohrung angerechnet werden. Auch die Arbeitskosten sind förderfähig. Bis zu 40% können Sie für eine neue Hybridheizung abrufen.

Haben Sie ein Gasgerät, das weiterhin gut funktioniert, können Sie dies zum Beispiel mit Solarthermie zu einer Gas-Hybridheizung ausbauen. Ähnliches gilt auch umgekehrt, wenn Sie bereits Solarthermie haben und ein neues Gas-Brennwertgerät einbauen möchten. Für das Nachgerüstete (im ersten Beispiel Solarthermie, im zweiten das Gasgerät) erhalten Sie dann einen Investitionszuschuss von bis zu 30%.

Es besteht die Möglichkeit, über „Renewable Ready“ die Anschaffung auf zwei Jahre zu „strecken“:

  • Sie installieren vorerst nur den anschlussfertigen Gas-Wärmeerzeuger samt Pufferspeicher.
  • Und später rüsten Sie eine Wärmepumpe oder Solarthermie nach.

Hierfür gibt es seitens des BAFA 20% Förderzuschuss auf das Gesamtsystem.

Förderung für Solarthermie

Legen Sie sich eine neue Solarthermieanlage zu, erhalten Sie dafür im Neubau und Bestand 30% Zuschüsse. Eine extra Prämie für den Austausch einer Ölheizung gibt es in diesem Fall nicht.

Wenden Sie Solarthermie jedoch in Kombination mit anderen erneuerbaren Energien wie einer Wärmepumpe an (EE-Hybrid), erhalten Sie höhere Fördersätze. Und zwar 35% – beziehungsweise gegebenenfalls 45% inklusive Austauschprämie.

Fördermittel für eine Biomasse-Heizung

Biomasse-Heizungen basieren auf der Verbrennung eines nachwachsenden Rohstoffs und zählen daher zu den regenerativen Technologien. Die BEG-Förderung honoriert die Investition in dieses Heizsystem entsprechend ebenfalls mit einem Fördersatz bis zu 45%.

Unser Tipp: Auf der Homepage des BAFA finden Sie weitere, detaillierte und umfangreiche Informationen rund um Fördermittel für die Heizung. Hier können Sie auch bei Bedarf eine Energieberatung in Anspruch nehmen.

Gibt es Voraussetzungen, um die Fördermittel für die Heizung abzurufen?

  • Die Beantragung staatlicher Fördermittel für die Heizung ist an gewisse Voraussetzungen geknüpft.

  • So schreibt der Gesetzgeber beispielsweise vor, dass ein Sachverständiger einen hydraulischen Abgleich bei der Heizungsanlage vornehmen muss.

  • Aus technischer Sicht ist darauf zu achten, dass die Heizungsanlage die geforderten Mindestanforderungen (zum Beispiel Effizienzwerte) erfüllt.

Effizienzhaus: BEG-Fördermittel im Teilprogramm Wohngebäude

Neben den Fördermitteln für die Heizung im BEG-Teilprogramm Einzelmaßnahmen besteht für Sie auch die Möglichkeit, das BEG-Teilprogramm Wohngebäude zu nutzen. Diese Variante ist besonders für Bauherren attraktiv: Sie umfasst nicht nur den Gebäudebestand (wie es beim BEG-Teilprogramm Einzelmaßnahmen der Fall ist), sondern auch den Neubau.

Innerhalb der BEG-Förderung Wohngebäude gibt es keine direkten Fördermittel für bestimmte Heizungen, da dieses Teilprogramm Bauherren unterstützt beim Neubau eines Effizienzhauses oder Sanierer, die ihr altes Haus in ein Effizienzhaus umbauen wollen. Wenn dabei ebenfalls eine neue Heiztechnik zum Einsatz kommt, die mindestens 55% erneuerbare Energien nutzt, erhält der Antragsteller einen EE-Bonus. Dieser beträgt 5 Prozentpunkte in der Sanierung und 2,5 Prozentpunkte im Neubau.

Wie beantrage ich Fördermittel für die Heizung bei der KfW oder dem BAFA?

KfW-Kredite können Sie über Ihre Hausbank beantragen. Wichtig ist, dass ein Energieberater die geplante Heizungsmodernisierung bereits geprüft hat und der Antrag auf Fördermittel vor Beginn der Arbeiten erfolgt.

Den elektronischen Antrag für BEG-Fördermittel für Ihre neue Heizung beim BAFA können Sie schnell zusammen mit Ihrem Heizungsbauer oder allein ausfüllen. Auch ein Förderservice kann das für Sie übernehmen oder Sie unterstützen. Dabei benötigen Sie bereits ein Angebot Ihres Fachhandwerkers. Denn auf dieser Summe basiert die Fördersumme, die Sie erhalten werden.

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1 Umweltbundesamt: Energieverbrauch für fossile und erneuerbare Wärme

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