Sie möchten Ihre Heizung modernisieren und fragen sich, welche Optionen Sie haben? Die Möglichkeiten einer Heizungsmodernisierung sind grundsätzlich vielfältig und reichen von der Anschaffung eines Brennwertgeräts oder dem Umstieg auf erneuerbare Energien bis hin zu kleineren Anlagenoptimierungen. In einigen Fällen ist die Modernisierung sogar gesetzlich vorgeschrieben. In diesem Fachartikel gehen wir detailliert auf alle Optionen ein und geben Hinweise zu gesetzlichen Vorschriften sowie Förderungen.
Heizungsmodernisierung: Möglichkeiten und Pflichten

Die Mehrheit der Deutschen heizt noch mit fossilen Energieträgern
Das durchschnittliche Alter einer Heizung hierzulande liegt bei knapp 19 Jahren1 – das ergab eine repräsentative Umfrage des Bundesverbands für Energie- und Wasserwirtschaft (BDEW). Die Studie „Wie heizt Deutschland 2023?“ zeigt auch, dass Gas und Öl mit einem Anteil von rund 55% beziehungsweise 19% aller Wohnungen nach wie vor die dominanten Energieträger sind. Diese Zahlen verdeutlichen, dass es trotz aller umweltpolitischen Bemühungen um einen klimaschonenden Gebäudebestand noch ein großes Modernisierungspotenzial gibt.

Gründe für eine Heizungsmodernisierung
In Deutschland verbrauchen private Haushalte mehr als zwei Drittel ihrer gesamten Endenergie fürs Heizen – und das in erster Linie mit fossilen Brennstoffen.2 Diese Zahl verdeutlicht, dass es trotz aller umweltpolitischen Bemühungen noch ein großes Modernisierungspotenzial gibt.
CO2-Einsparung durch Heizungsmodernisierung
Wer zum Beispiel von einer Ölheizung auf eine Wärmepumpe umsteigt, reduziert den CO₂-Ausstoß für eine 70-m²-Wohnung von rund 2,7 auf 0,9 Tonnen pro Jahr.3
Neben den finanziellen Vorteilen und der geringeren Umweltbelastung spricht auch der Komfort einer modernen Heizungsanlage für eine Sanierung. Ein gutes Beispiel hierfür ist die Investition in moderne Thermostatventile, die Sie gegebenenfalls sogar in ein Smarthome-System integrieren können. Diese Ventile lassen sich bequem per Smartphone steuern. Dadurch können Sie die Heizleistung perfekt an Ihren Bedarf anpassen.
Zu guter Letzt ist es auch die Zuverlässigkeit, die viele Heizungsbesitzer zu einer Modernisierung bewegt. Denn ähnlich wie bei einem Auto nimmt die Störanfälligkeit bei einer Heizung im Alter stetig zu. Wenn im tiefsten Winter die alte Heizung plötzlich den Geist aufgibt und die Wohnung kalt bleibt, ist guter Rat teuer. Wer frühzeitig in eine Modernisierung investiert, kann sich auch bei Minustemperaturen auf seine Heizung verlassen.
In 3 Schritten zur neuen Heizung
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Vermittlung zum Heizungsbauer
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Gibt es einen Modernisierungszwang?
Eine der einfachsten und wirkungsvollsten Möglichkeiten zur Modernisierung der eigenen Heizungsanlage ist der Austausch des alten Heizwertkessels gegen ein modernes Brennwertgerät. Öl- und Gasheizungen mit Brennwerttechnik stellen heute im Bereich der fossilen Energieträger den Stand der Technik dar und sollen daher veraltete Heizkessel nach und nach ablösen.
Um den Austausch der Heizung sicherzustellen, hat der Gesetzgeber im Gebäudeenergiegesetz (GEG) – wie auch in der ehemals gültigen Energieeinsparverordnung (EnEV) – diverse Vorschriften zur Nachrüstung definiert. So heißt es in § 72 des GEG (früher § 10 der EnEV) beispielsweise, dass vor dem 1. Januar 1991 eingebaute oder aufgestellte Heizkessel nicht mehr betrieben werden dürfen. Wenn Sie Ihren Kessel nach dem 1. Januar 1991 in Betrieb genommen haben, dürfen Sie diesen nach Ablauf von 30 Jahren nicht mehr nutzen.4
Sie können auch dann eine Förderung über die Bundesförderung für effiziente Gebäude (BEG) beantragen, wenn Ihre Heizung der Austauschpflicht unterliegt – sofern Sie auf ein klimafreundliches System umsteigen.
Ausnahmen bestätigen wie immer die Regel: Die Modernisierungspflicht gilt nicht für Niedertemperatur-Heizkessel oder Brennwertkessel sowie für Anlagen, deren Nennleistung weniger als 4 kW oder mehr als 400 kW beträgt.
Ein Beispiel für die Modernisierungspflicht
Der Eigentümer eines Gebäudes hat seinen Kessel am 1. Januar 1996 aufgestellt und in Betrieb genommen.
Dieser Kessel durfte noch bis zum Ende des Jahres 2025 betrieben werden.
Der Eigentümer musste ihn spätestens zum 1. Januar 2026 abschalten – beziehungsweise gegen ein modernes Brennwertgerät oder eine andere Heizart wie eine Wärmepumpe austauschen lassen.
Seit dem Jahr 2024 dürfen Sie in Neubauten in Deutschland keine reinen Ölheizungen mehr als alleinstehenden Wärmeerzeuger installieren. Für Bestandsgebäude gelten je nach Gemeindegröße Übergangsfristen bis Mitte 2026 oder Mitte 2028. Hybridanlagen aus Öl-Brennwertgerät plus erneuerbare Energien wie Solarthermie oder Wärmepumpe bleiben dabei weiterhin möglich. Da die Wärmepumpe allerdings auch ohne die Unterstützung fossiler Brennstoffe die Wärmeversorgung sicherstellt, ist diese Option nur in Ausnahmefällen sinnvoll. Bereits installierte Ölheizungen dürfen Sie seit 2024 weiter benutzen, wenn sie die Frist für den Austausch noch nicht erreicht haben.
Gilt die Modernisierungspflicht auch bei einem Hauskauf?
Wenn Sie einen Hauskauf planen und sich bezüglich der Modernisierungspflicht unsicher sind, lohnt sich ein Blick auf Absatz 1 und 2 des § 73 des GEG (ehemals Absatz 4 des § 72 der EnEV). Hier heißt es:
„(1) Bei einem Wohngebäude mit nicht mehr als zwei Wohnungen, von denen der Eigentümer eine Wohnung am 1. Februar 2002 selbst bewohnt hat, sind die Pflichten nach § 69 Absatz 2 und § 72 Absatz 1 und 2 erst im Falle eines Eigentümerwechsels nach dem 1. Februar 2002 von dem neuen Eigentümer zu erfüllen.“ (§ 73 Absatz 1 GEG)
„(2) Die Frist zur Pflichterfüllung beträgt zwei Jahre ab dem ersten Eigentumsübergang nach dem 1. Februar 2002.“ (§ 73 Absatz 2 GEG)
Wenn diese Regelung auf Sie zutrifft, haben Sie nach dem Eigentümerwechsel noch zwei Jahre Zeit, um der Modernisierungspflicht nachzukommen.
Möglichkeiten bei einer Heizungsmodernisierung
Sie können Energiekosten und Umweltbelastungen durch ganz unterschiedliche Maßnahmen reduzieren:
Im Wesentlichen zielen die meisten Optionen darauf ab, entweder den Wärmebedarf des Gebäudes durch eine bessere Gebäudedämmung zu senken.
Oder die Effizienz und Umweltfreundlichkeit der Heizung durch Investitionen in die Anlagentechnik zu verbessern.
Darüber hinaus können Sie auch durch Ihr Heizverhalten wertvolle Energie sparen, beispielsweise indem Sie die Soll-Temperatur in den eigenen vier Wänden etwas senken.

In diesem Beitrag konzentrieren wir uns auf Maßnahmen zur Modernisierung der Anlagentechnik. Dabei haben Sie je nach gewünschter Investitionshöhe unterschiedliche Möglichkeiten: Zum Beispiel
einfache regelungstechnische Änderungen,
den Austausch besonders energieintensiver Komponenten,
die Modernisierung des Kessels
oder gar den Wechsel des Energieträgers.
Ein Brennwertkessel spart Geld
Wenn Sie noch ein altes Gerät ohne Brennwerttechnik betreiben, ist der Austausch des Kessels die einfachste Maßnahme zur Heizungsmodernisierung. Ein Brennwertkessel zeichnet sich im Gegensatz zu einem veralteten Kessel dadurch aus, dass er die im Abgas enthaltene Energie zu einem größeren Teil verarbeitet und somit einen besseren Wirkungsgrad aufweist.
Die Investition in einen modernen Brennwertkessel amortisiert sich in der Regel innerhalb weniger Jahre und ist umweltfreundlicher als der Gebrauch von alten Heizkesseln. Zudem profitieren Sie mit einem neuen Brennwertkessel von mehr Sicherheit, Zuverlässigkeit und Komfort.
Eine Wärmepumpe senkt die Heizkosten und hilft der Umwelt
Eine Wärmepumpe ist eine technische Anlage, die Wärmeenergie aus der Umwelt nutzbar macht.
Dabei kommen als Energiequellen sowohl die Außenluft als auch das Erdreich und das Grundwasser infrage.
Aufgrund der emissionsarmen Funktionsweise fördert der Staat die Anschaffung einer Wärmepumpe.
Welche Wärmequelle sich für Ihr Gebäude eignet, lesen Sie in dem Artikel „Heizsystem Wärmepumpe: Effizient, umweltfreundlich und zukunftssicher heizen“.
Eine Wärmepumpe funktioniert nach einem Kreislaufprozess mit vier einfachen Schritten:
Eine Wärmepumpe ist in der Lage, ein Vielfaches des aufgenommenen Stroms als Wärme bereitzustellen. Zur Beurteilung der Effizienz wird dabei der Coefficient of Performance (COP) herangezogen. Ein COP von 4,5 bedeutet, dass das 4,5-fache des eingesetzten Stroms als Wärme zur Verfügung gestellt wird. Wie bei anderen Heizarten gehört eine regelmäßige Wartung der Wärmepumpe dazu, damit sie langfristig zuverlässig und effizient läuft.
Wärmepumpen funktionieren am besten, wenn Ihre Immobilie gut gedämmt ist. Vor der Installation einer Wärmepumpe empfehlen wir daher, eine Heizlastberechnung von einem Fachbetrieb durchführen zu lassen. Dabei ermittelt der Installateur, welche Heizleistung erforderlich ist, um Ihre Räume auf die gewünschte Temperatur zu bringen. Sollte die Heizleistung in manchen Räumen nicht genügen, können Sie einzelne Heizkörper austauschen. Eine aufwendige Sanierung ist für den effizienten Betrieb der Wärmepumpe meist nicht notwendig. Bei alten Gebäuden kann eine Sanierung aber generell sinnvoll sein, um Heizkosten zu sparen.

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Kombinationsmöglichkeiten mit erneuerbaren Energien
Öl- und Gasheizungen können Sie auch mit erneuerbaren Energiequellen kombinieren. Bei dieser Art der Heizungsmodernisierung hat sich besonders die Solarthermieanlage bewährt. Dabei installiert der Fachmann Solarkollektoren auf dem Gebäudedach. Das in den Kollektoren zirkulierende Wasser wird durch die solare Strahlung erwärmt.
Das warme Wasser wird in einem Warmwasserspeicher gespeichert. Dort steht die Wärme dann auf Abruf bereit. An bewölkten Wintertagen können Sie die Brennwertheizung bei Bedarf als Heizungsunterstützung zuschalten, um Lastspitzen zuverlässig abzudecken.
Hybridanlagen: Die Kombination zweier Heizungsarten
Wer nicht ganz auf fossile Brennstoffe verzichten kann oder möchte, kann sich für eine Hybridanlage entscheiden. Bei einer Hybridanlage handelt es sich um die Kombination zweier Heizungsarten – üblicherweise wird dabei ein konventionelles System wie eine Öl- oder Gasheizung mit einem erneuerbaren Energieträger wie einer Wärmepumpe, Solarthermie oder Photovoltaik kombiniert. Zu beachten ist, dass bei einer Hybridheizung nur die erneuerbaren Energieträger förderfähig sind.
Bei der Kombination von Gas- oder Ölheizung mit einer Wärmepumpe übernimmt die Wärmepumpe in der Regel allein die Wärmeversorgung. In Ausnahmefällen, beispielsweise zur Entlastung bei langanhaltenden sehr niedrigen Temperaturen oder bei einer Störung oder einem Defekt des Heizsystems, können Sie die Gasheizung zuschalten. Die Kombination ist allerdings in den meisten Fällen nicht nötig, da die Wärmepumpe in der Regel ganzjährig zuverlässig heizt und mit einem Elektroheizstab als Zusatzreserve bestens ausgestattet ist.

Egal für welche Art der Heizungsmodernisierung Sie sich entscheiden: Grundsätzlich ist es empfehlenswert, die Modernisierungsmaßnahme in die Sommerzeit zu legen. Denn außerhalb der Heizperiode benötigen Sie die Heizung lediglich für die Warmwasserbereitung, weshalb ein kurzzeitiger Ausfall verkraftbar ist.
Der Austausch eines Kessels oder die Investition in eine Hybridanlage sind besonders effektive, aber auch kostenintensive Modernisierungsmaßnahmen. Neben dem Austausch des Kessels oder dem Umstieg auf erneuerbare Energien gibt es auch günstigere Möglichkeiten, die etwas bewirken. Dazu gehören unter anderem:
Weitere Tipps, mit denen Sie tagtäglich Energiekosten sparen können, finden Sie in unserem Artikel „Wie heizt man richtig? Tipps und Tricks für den Alltag“.
Welche Art der Heizungsmodernisierung ist für mich geeignet?
Ob Kesselaustausch, erneuerbare Energien oder ein paar kleinere Optimierungen an der bestehenden Anlage – welche Art der Heizungsmodernisierung sich für Ihren individuellen Fall eignet, hängt von verschiedenen Faktoren ab. Dabei spielen nicht nur das Baujahr des Gebäudes und das Alter der Heizung, sondern auch der Wärmebedarf, der Dämmstandard und Ihre persönliche Vorliebe eine Rolle.
Als Faustregel lässt sich jedoch sagen, dass ein Heizgerät ab 15 Jahren als technisch veraltet und ineffizient gilt. Ab diesem Zeitpunkt bietet sich also in den meisten Fällen ein Heizungstausch an. Wir empfehlen, eine Heizungsmodernisierung immer mit einem erfahrenen Experten zu planen. Dieser berät Sie zu einer optimalen Modernisierung, die auf Ihr Heizungssystem abgestimmt ist und kann die Kosten für die Maßnahme präzise bestimmen.
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Installation der Heizung
Förderungen & Finanzierung einer Heizungsmodernisierung
Je nachdem, welche Maßnahme Sie planen, können Sie unter Umständen Investitionskosten sparen. Insbesondere beim Umstieg auf ein umweltfreundliches Heizsystem wie die Wärmepumpe können Sie von attraktiven Förderprogrammen profitieren.
Da sich die Förderbedingungen oft ändern, haben wir diese für Sie in unserem Artikel zu den Fördermitteln für die Heizung zusammengefasst. Den Antrag auf Förderung müssen Sie vor Beginn der Maßnahme gemeinsam mit einem Energieberater stellen.
Wann ist eine Heizungsmodernisierung sinnvoll?
Ob eine Heizungsmodernisierung wirtschaftlich und technisch sinnvoll ist, hängt immer vom Einzelfall ab. Eine Modernisierung ist grundsätzlich zu empfehlen, wenn die Maßnahmen auch zu einer merklichen Senkung der Energiekosten beitragen oder den Komfort beziehungsweise die Zuverlässigkeit der Heizanlage erhöhen. Da sehr viele Heizungen veraltet sind, dürfte sich das in den meisten Fällen auf jeden Fall lohnen.
Sollte in einem Gebäude ohnehin eine größere Sanierungsmaßnahme wie die Erneuerung der kompletten Heizungsanlage geplant sein, ist die Teil-Modernisierung einzelner Komponenten nicht ratsam. Beispielsweise macht ein hydraulischer Abgleich keinen Sinn, wenn Sie vorhaben, den Heizkessel bald austauschen zu lassen. Dann ist ohnehin ein erneuter Abgleich erforderlich.
Die Vor- und Nachteile einer Heizungsmodernisierung im Überblick
Pro
Senkung der Energiekosten
Entlastung der Umwelt
mehr Komfort und Behaglichkeit im Gebäude
hohe Zuverlässigkeit
staatliche Förderung möglich
Werterhalt oder sogar Wertsteigerung der Immobilie
Contra
hohe Investitionssumme (je nach Art der Maßnahme)
teilweise komplexe Anlagentechnik

