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Heizkörperthermostat wechseln: Elektronisches Thermostat einsetzen

Sie wollen die Heizkosten mit geringem Aufwand senken oder Ihren Wohnkomfort steigern? Indem Sie zu einem programmierbaren oder gar vernetzten Heizkörperthermostat wechseln, können Sie beide Ziele gleichzeitig erreichen. Warum? Elektronische Thermostate erlauben eine flexible und individuelle Regelung der Temperatur.

Heizkörperthermostat wechseln: Heizungsbauer repariert Heizung

Inhaltsverzeichnis

  1. Wie arbeitet ein Heizkörperthermostat?
  2. Heizkörperthermostat wechseln: Wozu?
  3. Probleme nach dem Wechsel

Egal ob Sie tagsüber immer zu den gleichen Zeiten abwesend sind oder Ihr Tagesablauf wenig planbar ist, mit dem passenden Heizkörperthermostat können Sie Ihre Heizung individuell einstellen. Je nach Bedarf lassen sich Temperaturprofile für jeden Wochentag anlegen.

Praxistipp: High-Tech-Thermostate

  • Mit der High-Tech-Alternative der vernetzten Thermostate können Sie zum Beispiel mit Ihrem Smartphone sogar Änderungen aus der Ferne vornehmen.
  • Während eines Wochenendtrips senken Sie zum Beispiel die Raumtemperatur ab.
  • Und erhöhen sie rechtzeitig von unterwegs wieder, um in eine perfekt temperierte Wohnung zurückzukehren.

Neue elektronische Thermostate einzusetzen bringt also viele Vorteile. Doch auch wer mit seinen Standard-Thermostaten zufrieden ist und diese nur austauscht, weil sie nicht mehr funktionstüchtig sind, findet in diesem Beitrag nützliche Tipps und eine Schritt-für-Schritt-Anleitung für den Heizkörperthermoastat-Wechsel.

Wie arbeitet ein Heizkörperthermostat?

Bevor wir uns dem Wechsel des Heizkörperthermostats zuwenden: Gehen wir einen Schritt zurück. Wie funktioniert eigentlich ein Heizkörperthermostat? Die Einstellung des Thermostats bestimmt, wie viel warmes Heizwasser durch die Heizkörper strömt. Um einen kalten Raum auf die Wohlfühltemperatur der Bewohner aufzuheizen, muss die Durchflussmenge höher sein als zur Aufrechterhaltung der bestehenden Temperatur.

Standard-Thermostat

Zu diesem Zweck befindet sich im Inneren des Standard-Thermostats eine Flüssigkeit, deren Volumen sich bei unterschiedlichen Temperaturen ändert. Sie dehnt sich bei einem Temperaturanstieg aus und zieht sich zusammen, wenn es kälter wird. Dadurch wird ein Übertragungsstift betätigt, der wiederum das Thermostatventil des Heizkörpers öffnet oder schließt. Durch Drehen des Griffs bestimmen Sie die maximale Öffnung des Thermostatventils und damit die Durchflussmenge.

Mit diesen einfachen Bedienungstipps holen Sie aus einfachen Thermostaten das Beste heraus.

Praxistipps für manuelle Thermostate

  • Stufe 3 entspricht einer Raumtemperatur von rund 20°C.
  • Der Abstand zwischen zwei Stufen beträgt etwa 4°C.
  • Ist die Wunschtemperatur einmal erreicht, hält das Thermostat selbstständig diese Temperatur, ohne dass Sie die Einstellung ändern müssen.

Elektronisches Thermostat

Elektronische Thermostate steuern das Thermostatventil ebenfalls über einen Stift. Sie verfügen aber über einen elektrischen Temperaturfühler, dessen Signale ein Motor an das Thermostatventil überträgt. Ihre Einstellungen nehmen Sie am Gerät selbst über Bedienelemente und Display vor, oder über eine zentrale Steuereinheit. Die nötige Energie dafür liefern Batterien oder der Effekt des sogenannten Energy Harvesting, der kleine Mengen elektrischer Energie durch Raumtemperatur erzeugen kann.

Das abgebildete Funktionsschema gilt für alle üblichen Heizkörperthermostate und Ventile, egal ob manuell oder elektrisch betrieben:

Heizkörperthermostat wechseln: Wozu?

Heizkörper halten gut und gerne 30 Jahre und länger. Das sieht man daran, dass Heizkörper in der ursprünglichen Gliederbauweise auch heute noch in vielen Gebäuden stehen. Einzelne Komponenten der Heizkörper wie das Thermostat können dagegen bereits deutlich früher ihren Zenit überschritten haben.

Es kann sich auch unabhängig von der Funktionstüchtigkeit lohnen, ein Heizkörperthermostat zu wechseln. Zum Beispiel um ein programmierbares Thermostat zu nutzen, dass die Raumtemperatur im Tagesverlauf selbstständig an Ihre Bedürfnisse anpasst. Oder sogar vernetzte Thermostate, die sich aus der Ferne vom mobilen Endgerät aus einstellen lassen. Dabei handelt es sich keineswegs um Spielerei: Die beträchtlichen Einsparpotenziale durch bedarfsgerechtes Heizen stehen außer Frage.

Weitere wertvolle Tipps können Sie in unserem Beitrag über das Heizkosten sparen nachlesen. Es gibt also mehrere gute Gründe dafür, das Heizkörperthermostat zu wechseln.

Welches Thermostat ist das richtige?

Bevor Sie sich für den Kauf des neuen Thermostats entscheiden, sollten Sie sich überlegen, was Sie von Ihrem neuen Heizkörperthermostat erwarten. Wollen Sie lediglich ein defektes Thermostat ersetzen, mit dessen Funktion Sie vorher zufrieden waren, dann fällt die Wahl leicht: Sie können sich wieder für ein einfaches Modell entscheiden. Doch der Markt gibt heute auch viele Heizkörperthermostate mit erweiterten, sehr praktischen Funktionen her.

Praxistipp Gewindemaß

  • Grundsätzlich lassen sich alle Arten von Heizkörperthermostaten an allen Heizungen betreiben.
  • Vor dem Kauf sollten Sie aber eines der bisher verwendeten Thermostate näher betrachten.
  • Denn über die Jahre wurden viele verschiedene Gewindeanschlüsse für Heizkörperthermostate eingesetzt.
  • Auch wenn sich das Gewindemaß M30 x 1,5 weitgehend etabliert hat, kann es passieren, dass Sie einen Adapter benötigen.
  • Informieren Sie sich daher unbedingt darüber, ob und welche Adapter im Lieferumfang des Thermostats enthalten sind.

Worauf es noch zu achten gilt

Programmierbare Thermostate kosten etwas mehr als die herkömmlichen Pendants zum Drehen. Vor allem wenn Sie ein aufwendigeres System zur Integration in Ihr Smarthome suchen, müssen Sie mehr Geld in die Hand nehmen. Achten Sie vor allem in diesem Fall darauf, ein Produkt eines etablierten Herstellers zu verwenden und sich vom Fachmann beraten zu lassen, denn: Nur so erhalten Sie langfristig Ersatzteile und Sie gehen sicher, dass das Produkt mit Ihrer vorhandenen Haustechnik harmoniert.

Heizkörperthermostate mit umfangreicher Ausstattung wie Fensterkontakten schlagen schnell mit deutlich höheren Preisen zu Buche. Dafür erkennen diese aber auch, dass Sie die Fenster zum Lüften geöffnet haben und drosseln dementsprechend die Heizleistung. Lassen Sie sich bei komplexeren Systemen von einem Heizungsbauer beraten. So oder so, durch den Zugewinn an Steuerungsmöglichkeiten und Komfort amortisiert sich die Investition in kurzer Zeit.

Praxistipp

  • Viele programmierbare Heizkörperthermostate betätigen das Ventil automatisch im wöchentlichen Rhythmus.
  • Dadurch beugen Sie vor, dass es sich durch Stillstand mit der Zeit festsetzt.

Heizkörperthermostat wechseln: Schritt für Schritt

Das Wichtigste vorneweg: Anders als beim Entlüften der Heizkörper kann beim Wechseln des Heizkörperthermostats kein Heizwasser austreten. Denn das Thermostat ist von außen auf das Ventil aufgeschraubt. Es wird also selbst nicht von Heizwasser durchflossen.

Auch als Mieter dürfen Sie die Heizkörperthermostate selbst austauschen. Die alten Thermostate sollten Sie aber aufbewahren, denn sie sind Eigentum des Vermieters.

Außer etwas handwerklichem Geschick benötigen Sie lediglich eine Rohrzange für die folgenden Schritte. Rechnen Sie mit zirka fünf Minuten für den Wechsel des ersten Heizkörperthermostats. Schon das zweite werden Sie ganz einfach in einem Bruchteil der Zeit auswechseln. Jetzt können Sie loslegen und folgende Schritte durchführen:

  1. Drehen Sie das montierte Thermostat auf die höchste Stufe. Dadurch verschwindet der Übertragungsstift im Gehäuse und es lässt sich leichter abnehmen.

  2. Lösen Sie nun den Schraubring, der das Thermostat auf dem Thermostatventil fixiert. Nutzen Sie dazu die Rohrzange und drehen Sie gegen den Uhrzeigersinn. Wenden Sie aber nicht zu viel Kraft an.

  3. Nehmen Sie den Thermostatkopf mit der Hand ab.

  4. Prüfen Sie bei dieser Gelegenheit, ob sich der Stift in der Mitte des Heizkörperventils bewegen lässt. Ein verkalkter oder verklemmter Stift ist eine häufige Ursache dafür, dass der Heizkörper nicht die eingestellte Temperatur erreicht.

  5. Drehen Sie das neue Heizkörperthermostat auf die höchste Stufe und schrauben Sie es im Uhrzeigersinn auf. Für die letzten Umdrehungen können Sie vorsichtig die Rohrzange einsetzen.

  6. Bei vernetzten Thermostaten gilt es noch, die Funkverbindung herzustellen, bevor Sie Ihre individuellen Einstellungen vornehmen können.

Probleme nach dem Wechsel

Der Wechsel des Heizkörperthermostats gestaltet sich in der Regel völlig unkompliziert, weil es nicht besonders fest sitzt und kein Wasser austreten kann. Den Heizkörper können Sie nach dem Thermostat-Wechsel sofort weiterbetreiben, ohne vorher die Heizung zu entlüften. Haben Sie das Thermostat erfolgreich gewechselt, aber der Heizkörper arbeitet nicht wie er soll, liegt ein Problem mit dem Thermostatventil nahe.

Zur Erkennung solcher Probleme dient Schritt 4 der Anleitung. Denn wenn das Ventil verklemmt oder verkalkt ist, dann hilft oft nur dessen Austausch. Hier sollten Sie allerdings einen Heizungsbauer beauftragen. Mithilfe unserer Postleitzahl-Suche können Sie in Ihrer Umgebung einen Installateur suchen und um Hilfe bitten.

Andreas Wurm

Über den Autor
Andreas Wurm absolvierte seinen Bachelor of Science in Maschinenbau an der RWTH Aachen University und schloss einen Master in Energietechnik (Spezialisierung Erneuerbare Energien) an derselben Universität an. Nach seinem Studium war er von 2014 bis 2016 Projektingenieur in der Branche Heizungs- und Klimatechnik.

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