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Heizkosten sparen: Geringer Aufwand, große Wirkung

Wie lassen sich Heizkosten am effektivsten senken? Die Antwort scheint klar: Heizkosten sparen Sie am besten, indem Sie Ihre alte Heizanlage durch eine neue ersetzen. Dabei wird immer häufiger ein Wechsel auf eine neue Heizungstechnologie wie die Wärmepumpe oder die ergänzende Nutzung von Solarthermie in Betracht gezogen. Was viele nicht wissen: Schon durch kleine Änderungen der täglichen Gewohnheiten und durch Maßnahmen, die lediglich einen geringen und einmaligen Aufwand erfordern, können Sie auch mit Ihrer bestehenden Heizungsanlage Einsparungen im zweistelligen Prozentbereich erzielen.

Heizkosten sparen: Münzen

Inhaltsverzeichnis

  1. Wo können Optimierungen ansetzen?
  2. Die 8 wertvollsten Tipps zum Heizkosten sparen
  3. Wenn Sie noch mehr Heizkosten sparen wollen

Deshalb empfehlen wir Ihnen, die Spartipps aus diesem Artikel auszuprobieren. Einige unserer Vorschläge kosten Sie gar nichts, andere nur wenige Euro – doch etwas haben alle unsere Tipps zum Sparen von Heizkosten gemeinsam: Die Mühe lohnt sich finanziell und Sie tun obendrein etwas für die Umwelt.

Wo können Optimierungen ansetzen?

In Deutschland sind Öl- und Gasheizungen besonders verbreitet. Doch wie funktionieren sie eigentlich? Diese herkömmlichen Systeme gewinnen Wärmeenergie durch Verbrennung der fossilen Energieträger. Dieser Umwandlungsprozess findet im Heizkessel oder Brenner statt. Über einen Wärmetauscher wird das Heizungswasser auf Temperatur gebracht. Umwälzpumpen sorgen dafür, dass das Wasser durch die Rohrleitungen und die daran angeschlossenen Heizkörper zirkuliert. Das gleiche Prinzip gilt im Übrigen auch für Fußboden- und Flächenheizungen.

Für nahezu alle diese Systemkomponenten gibt es Maßnahmen zum Heizkosten sparen. Doch für beträchtliche Einsparungen bei vergleichsweise geringem Aufwand müssen Sie nicht immer direkt an der „Hardware“ ansetzen, wie die allgemeine Liste der Optimierungspotenziale zeigt:

  • effizientere Verteilung des Wassers im Heizkreislauf
  • geringere Verluste beim Umwandeln von Energie
  • Verbesserung des Wärmeaustauschs mit der Raumluft
  • Senkung des Wärmebedarfs im Wohnraum

Zugegeben, das klingt etwas abstrakt, doch hinter den Positionen stehen ganz simple Maßnahmen, die Sie in den meisten Fällen selbst umsetzen können. Eine Ausnahme stellt die Optimierung des Wirkungsgrades des Brenners dar. Eine Reinigung hilft zwar, doch einen wirklich großen Schritt nach vorne bringt nur der Einbau eines neuen Brenners. Wird das erhitzte Heizungswasser nicht ausreichend gut auf alle Heizkörper verteilt, leidet der Wärmeaustausch darunter. Der Brenner muss mehr arbeiten, in der Wohnung kommt aber weniger Wärme an. Auch die Pumpen selbst, die für den Wasserstrom verantwortlich sind, sollten regelmäßig überprüft werden.

Nun aber zu den Optimierungen, die Sie selbst vornehmen können, um Heizkosten zu sparen: Damit sich die Wärme im Raum optimal verteilt, muss die Luft ungehindert zirkulieren können. Die Wärmestrahlung sollte zudem nach innen gerichtet werden, um Verluste an die kalte Außenluft zu vermeiden. Die kostengünstigste, aber zugleich herausforderndste Möglichkeit: Senken Sie den Wärmebedarf Ihrer Wohnung. Dabei geht es darum, die Raumtemperatur besser an die eigenen Bedürfnisse anzupassen. So muss es nicht in allen Räumen gleich warm sein und es ist auch nicht nötig, dass zu allen Tages- und Nachtzeiten die gleiche Temperatur herrscht.

Das alles bringt Sie natürlich nur weiter, wenn Sie die Theorie in die Praxis umsetzen können. Im folgenden Abschnitt haben wir für Sie konkrete Handlungstipps aufgelistet, mit denen Sie Heizkosten sparen können.

Die 8 wertvollsten Tipps zum Heizkosten sparen

Was wir gleich zu Beginn – zugegeben mit etwas Stolz – sagen können: Das Potenzial aller unserer Tipps ist sehr groß. Welche positive Wirkung die einzelnen Optimierungsmöglichkeiten konkret entfalten kann, lässt sich allerdings nicht beziffern. Dazu hängt die Wirksamkeit zu stark ab von Ihren täglichen Gewohnheiten und Vorlieben genauso wie vom technischen Stand von Gebäude und Heizungsanlage. Hier ist also Ihr kaufmännisches Geschick gefragt, denn beginnen sollten Sie mit der Maßnahme, die das beste Verhältnis von Kosten und Nutzen verspricht.

Die richtigen Temperaturen pro Raum

Mit jedem Grad, um das Sie die Temperatur in den Wohnräumen absenken, können Sie zirka 6% Energie sparen! Natürlich sollten Sie nicht zulasten Ihres Wohlbefindens weniger heizen. Es empfiehlt sich jedoch, sich an den empfohlenen Temperaturen zu orientieren. Diese lauten:

  • Wohnzimmer, Küche und Bad: 20 bis 22°C
  • Schlafzimmer: 17 bis 19°C
  • nur gelegentlich genutzte Räume: 17 bis 19°C

Denken Sie daran, dass bei dauerhaften Raumtemperaturen von unter 16°C das Schimmelrisiko stark zunimmt. Halten Sie deshalb die Türen zwischen Räumen mit einem Temperaturgefälle geschlossen und lüften Sie kältere Räume besonders häufig.

 

Praxistipp

  • Am fünfstufigen Thermostat entspricht die Stufe drei normalerweise einer Raumtemperatur von 20 °C. Das Thermostat verfügt über einen Temperaturfühler, der die eingestellte Wunschtemperatur mit der Raumtemperatur abgleicht. Der Thermostatkopf steuert den Durchfluss selbstständig, damit der Raum immer dieselbe Temperatur behält.

  • Vermeiden Sie es daher am besten, reflexartig die Heizung auf Stufe fünf aufzudrehen, um nach Feierabend das Wohnzimmer auf Temperatur zu bringen. Stellen Sie stattdessen einmalig Ihre Zieltemperatur ein, das Thermostat übernimmt den Rest.

Zeitgesteuertes Heizen

Nun haben Sie Ihre individuelle Wunschtemperatur am Heizkörper eingestellt. Doch benötigen Sie diese Temperatur jeden Tag und zu jeder Tages- und Nachtzeit? Gerade bei Berufstätigen darf es während der Abwesenheit ruhig ein bisschen kühler in der Wohnung sein, während abends oder für ein gemütliches Wochenende zuhause ganztägig Wohlfühltemperatur herrschen kann.

Nach diesem Prinzip arbeitet die Nachtabsenkung, die den meisten Hauseigentümern bekannt sein dürfte. Diese Funktion der Heizanlage reduziert in den Nachtstunden die Heizleistung so weit wie möglich, ohne dass die Temperatur unter das gewünschte Minimum fällt. Bei Heizungen mit einer modernen digitalen Steuerung können Sie ähnliche Einstellungen separat auch für den Tagesablauf und individuell für jeden Wochentag vornehmen – oft sogar per Smartphone-App. Um dies einstellen zu können, benötigen Sie allerdings Zugang zur Heizungsanlage. Während das in einem Ein- oder Zweiparteienhaus kein Problem darstellt, ist es für Mieter in einem Mehrfamilienhaus schon schwieriger.

Eine gute Alternative für Mieter – vor allem für solche mit einem eher unregelmäßigen Tagesablauf – stellen programmierbare Thermostate dar. Hier nehmen Sie die Einstellungen für jeden Heizkörper einzeln vor. Noch flexibler und komfortabler geht es mit vernetzten Thermostaten, die Sie sogar von unterwegs über das Smartphone justieren können oder mit einem kompletten Smarthome System.

Luft ist in der Heizung unerwünscht

Wenn Luft in die Heizrohre gelangt ist, verteilt sich das Heizwasser schlechter im Heizkörper und es steht nur ein Teil seiner Oberfläche für den Wärmeaustausch zur Verfügung. Die Heizung läuft dann auf Hochtouren, im Wohnraum kommt aber nur wenig von der aufwendig erzeugten Wärme an. Hilfreiche Infos zu den Hintergründen und eine detaillierte Anleitung, wie Sie Ihre Heizkörper entlüften, finden Sie in unserem Beitrag über das Entlüften der Heizkörper. Betrachtet man den geringen Aufwand und den großen Effekt dieser Maßnahme, ist sicher: Entlüften lohnt sich!

Wartung hält die Heizung in Bestform

Dieser Tipp setzt direkt am Brenner an und wird Sie vermutlich etwas Geld kosten. Die Heizung sollte optimal eingestellt und gereinigt sein, damit der Brenner die im Brennstoff gebundene Energie möglichst verlustfrei in Wärme umwandeln kann. Diese Reinigung sollten Sie einmal im Jahr vom Heizungsbauer durchführen lassen. Ein Service, der sich lohnt, denn Sie können so bis zu 5% Ihrer Heizkosten sparen.

Tauschen Sie Ihre veraltete Umwälzpumpe, sparen Sie zwar keinen Brennstoff, dafür aber Strom. Dafür können Sie sogar beim zuständigen Bundesamt einen Zuschuss beantragen.

Geben Sie dem Heizkörper die richtige Bühne

Wichtigstes Indiz: Ihre Heizkörper sollten in jedem Raum gut sichtbar und nicht versteckt sein. Nur so können sie den Raum richtig heizen. Möbel, Gardinen und andere Gegenstände behindern die Zirkulation der Luft im Wohnraum, die für eine gleichmäßige Temperaturverteilung unbedingt nötig ist. Vorhänge vor Heizungen sollten daher nicht bodenlang sein, sondern auf Höhe der Oberkante des Heizkörpers enden. Halten Sie, soweit möglich, einen Mindestabstand von 30 Zentimetern zwischen Möbeln und Heizkörpern ein.

Richtig lüften gehört dazu

Regelmäßiges Lüften ist wichtig. Denn hier wird verbrauchte, feuchte Luft durch frische, trockene Luft ausgetauscht und dadurch Schimmel vermieden. Dabei sollten Sie aber möglichst wenig der kostbaren Wärme im Wohnraum verlieren. Vor allem im Winter heißt es deshalb: Sorgen Sie für Durchzug, indem Sie gegenüberliegende Fenster gleichzeitig komplett öffnen (Stoßlüften). Schon nach wenigen Minuten können Sie die Fenster wieder schließen: Der Luftaustausch ist nun abgeschlossen und Sie haben erfolgreich verhindert, dass die Wände auskühlen. Für die Heizung ist es nun ein Leichtes, die frische Luft aufzuheizen. Wie Sie trotz Lüften Heizkosten sparen können, erfahren Sie in unserem Artikel „Richtig Lüften im Winter".

Die Wärme in der Wohnung halten

Das Zauberwort heißt hier: Dämmung. Sie können sie an vielen Stellen einsetzen. In Altbauten beginnen Sie am besten bei den Heizkörpernischen sowie bei den Türen und Fenstern. Die Nischen sind ein echter Effizienzkiller, denn das Mauerwerk ist hier dünner als an anderen Stellen. Somit entsteht eine Wärmebrücke, die für hohe Verluste sorgt. Es ist zwar aufwendig, aber die beste Möglichkeit zur Verbesserung sind hier Sanierungsarbeiten. Dabei können Sie die Nische zumauern oder mit Dämmstoff verschließen. Soll die Dämmung des gesamten Hauses verbessert werden, können Sie sich diese Arbeiten in der Wohnung sparen. Die Außenmauern des Hauses werden dann von außen mit einer zusätzlichen Dämmschicht versehen. Versuchen Sie nicht, mit Isolierfolien selbst von innen zu dämmen, denn wenn Sie dabei Fehler machen, kann es schnell zur Schimmelbildung kommen.

Türen und Fenster können Sie recht einfach mit neuen selbstklebenden Dichtbändern und Zugluftstoppern ausstatten. Diese erhalten Sie im Baumarkt und sogar in manchen Drogerien und Supermärkten. Das nachträgliche Dämmen der Rollladenkästen ist schon aufwendiger. Hierfür werden spezielle Formteile in den Rollladenkästen eingesetzt.

Bürstendichtungen an Rollladenspalt und Gurtdurchführung schließen die letzten Lücken. Die gute Nachricht: Setzen Sie diese Tipps um, am besten mit Unterstützung durch einen Experten, können Sie bis zu 30% Heizkosten sparen.

Heizungsrohre dämmen

Dass hier viel Wärme verloren geht, ist offensichtlich: Ungedämmte Heizungsrohre, die durch den kalten Keller verlaufen, geben wertvolle Wärmeenergie an die Umgebungsluft ab. Lassen Sie einen Fachexperten die Rohre dämmen. Als Mieter können Sie den Eigentümer auf solch einen Missstand hinweisen. Isolierte Rohre sind heute nämlich gesetzlich vorgeschrieben. Der Vermieter muss also nachbessern. Und Sie profitieren, indem Sie bis zu 8% der Heizkosten sparen.

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Wenn Sie noch mehr Heizkosten sparen wollen

Haben Sie die für Sie erfolgversprechendsten Tipps umgesetzt, sollten Sie sich die Zeit nehmen, ihre Wirksamkeit zu überprüfen. Dann können Sie sich überlegen, ob Sie damit erst einmal zufrieden sind oder noch mehr Heizkosten sparen wollen. Früher oder später wird kein Weg an der Erneuerung des Brenners oder einem Umstieg auf eine neue Heiztechnologie vorbeiführen – in zwei Dritteln der deutschen Haushalte hat die Heizung eine Lebensdauer von 20 Jahren bereits überschritten1.

Wer sich nach 20 Jahren Pause wieder mit Heizungen beschäftigt, dem fällt der Überblick schwer, denn am Markt hat sich viel getan. Auf dem Weg zur optimalen Heizung hilft Ihnen dieses Tool, sich erst einmal zu orientieren. Anschließend können Sie Kontakt zu einem Heizungsbauer aus Ihrer Gegend aufnehmen, um sich detailliert beraten zu lassen.

Auch wenn es am Ende auf eine neue Heizungsanlage hinausläuft: Die Umsetzung unserer Tipps war nicht vergebens, denn gerade die Optimierungen im Wohnraum bleiben bestehen und helfen, das Optimum aus der neuen Anlage herauszuholen.

Heizungsbauer finden

Postleitzahl eingeben – Heizungsbauer auswählen und kontaktieren – Heizung wird eingebaut, gewartet oder repariert. Finden Sie jetzt einen Fachbetrieb in Ihrer Nähe!

 

1 Wirtschaftswoche: Welche Heizung sich lohnt

Andreas Wurm

Über den Autor

Andreas Wurm absolvierte seinen Bachelor of Science in Maschinenbau an der RWTH Aachen University und schloss einen Master in Energietechnik (Spezialisierung Erneuerbare Energien) an derselben Universität an. Nach seinem Studium war er von 2014 bis 2016 Projektingenieur in der Branche Heizungs- und Klimatechnik.

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