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Hydraulischer Abgleich – Heizung effizient optimieren

Die Optimierung der Heizung mittels hydraulischem Abgleich ist eine vergleichsweise einfache Möglichkeit, um langfristig Heizkosten zu sparen und den ökologischen Fußabdruck der Anlage zu verbessern. Hier erfahren Sie alles Wichtige rund um den hydraulischen Abgleich, wie viel er kostet und worauf es dabei ankommt.

Hydraulischer Abgleich: Zwei Heizungsinstallateure im Heizungskeller

Inhaltsverzeichnis

  1. Was ist ein hydraulischer Abgleich überhaupt?
  2. Warum macht man einen hydraulischen Abgleich?
  3. Vorher/Nachher: Wärmeverteilung im Haus
  4. Überblick Vorteile des hydraulischen Abgleichs: Weniger Heizkosten, besser für die Umwelt
  5. Hydraulischer Abgleich der Heizung: Kosten und Amortisierung
  6. So kann eine hydraulische Einregulierung einer Heizung ablaufen
  7. FAQ Hydraulischer Abgleich

Was ist ein hydraulischer Abgleich überhaupt?

Heizexperten raten Verbrauchern häufig zur sogenannten „hydraulischen Einregulierung“, eine andere Bezeichnung für den hydraulischen Abgleich. Umgangssprachlich wird diese Maßnahme auch „Heizungsoptimierung“ genannt.

Grundsätzlich handelt es sich bei einem hydraulischen Abgleich um eine Form der Leistungsberechnung bei Heizungen. Die daraus folgenden Maßnahmen sorgen dafür, dass alle Heizkörper in einem Heizsystem gleichmäßig mit Warmwasser gespeist werden. Auf diese Weise soll verhindert werden, dass einzelne Räume überhitzt werden und andere zu wenig Heizwärme erhalten. Kurz gesagt: Mit einem hydraulischen Abgleich für Ihre Heizung erreichen Sie eine optimale Wärmeversorgung für alle Räume.

Im Rahmen des hydraulischen Abgleichs werden Raumgrößen, Wandflächen und Fensterflächen berechnet. Darüber hinaus wird berücksichtigt, wie weit die Heizkörper von der Heizungspumpe entfernt liegen. Anschließend passt der Heizungsinstallateur die Ventile, Wassermenge, Temperatur und Pumpenleistung an die Gegebenheiten an und reguliert somit die Heizung. Das Ergebnis ist eine konstante Heizleistung über alle Räume hinweg. 

Warum macht man einen hydraulischen Abgleich?

Das Problem: Nicht regulierte Heizsysteme haben in der Praxis meist den Nachteil, dass die Pumpe für das erwärmte Heizungswasser die nächstgelegenen Heizkörper überversorgt. Verantwortlich dafür ist das physikalische Prinzip, dass sich Wasser immer den Weg des geringsten Widerstands sucht.

Das hat zur Folge, dass die näher an der Pumpe liegenden Räume im Übermaß beheizt werden und für die Erwärmung der weiter entfernt liegenden Räume mehr Energie aufgewendet wird. Da die Bewohner in überhitzten Räumen oft das Fenster öffnen, schaltet sich bei kaltem Wetter das Thermostat ein und regelt nach. Dadurch entsteht ein ungünstiger Kreislauf, denn nun werden die nächstgelegenen Räume durch die unregulierte Heizungsanlage wieder überhitzt. Die Folge: Sie heizen Ihre Zimmer ineffizient verbrauchen zu viel Brennstoff und sorgen für unnötigen Ausstoß an Schadstoffen.

Vorher/Nachher: Wärmeverteilung im Haus

Die beiden Grafiken zeigen, wie sich die Wärme unterschiedlich in den Räumen verteilt: Einmal ohne eine hydraulische Einregulierung gemacht zu haben und einmal mit.

Überblick Vorteile des hydraulischen Abgleichs: Weniger Heizkosten, besser für die Umwelt

Neben der langfristigen Kosteneinsparung bringt der hydraulische Abgleich der Heizung auch zusätzlichen Wohn- und Lebenskomfort. Durch eine Heizungsoptimierung können nämlich meist auch störende Strömungsgeräusche in den Heizungsleitungen verringert oder ganz vermieden werden.

 

Hier sind die Vor- und Nachteile des hydraulischen Abgleichs zusammengefasst:

Pro

  • Erhöhen der Energieeffizienz der Heizungsanlage
  • Steigerung des Wohnkomforts
  • Senkung der Energiekosten
  • Verbesserung der Ökobilanz des Heizsystems
  • Amortisation des hydraulischen Abgleichs schon nach wenigen Jahren möglich

Contra

  • Kosten für den Experten (sehr unterschiedlich - meist zwischen 650 und 1.250 Euro)

Hydraulischer Abgleich der Heizung: Kosten und Amortisierung

Da ein hydraulischer Abgleich von vielen verschiedenen Faktoren abhängt wie der Raumgröße, der Art der Heizungsanlage sowie dem Umfang und der Länge der Rohrleitungen, können die Kosten für diese Optimierung nicht pauschal angegeben werden. So spielt es zum Beispiel für die Kosten des Abgleichs auch eine Rolle, wie die Räumlichkeiten gedämmt sind, ob schon Thermostate vorhanden sind und wie groß die Heizungsanlage ist.

Durchschnittlich belaufen sich die Kosten auf 650 bis 1.250 Euro für den hydraulischen Abgleich im Einfamilienhaus1. Doch dabei handelt es sich lediglich um Richtwerte. Im Endeffekt kommt es natürlich immer darauf an, welche einzelnen Maßnahmen erforderlich sind. Um eine faire und transparente Kosteneinschätzung zu erhalten, sollten Sie sich zuvor einen Kostenvoranschlag von verschiedenen Heizungsfachbetrieben geben lassen.

Ein Rechenbeispiel zur Amortisation:

  • Es gilt der Leitsatz, dass Sie pro Quadratmeter zirka zwei Euro durch einen hydraulischen Abgleich einsparen können.
  • Leben Sie also zum Beispiel auf 100 Quadratmetern, sparen Sie um die 200 Euro pro Jahr an Heizkosten.
  • Haben Sie nun für den hydraulischen Abgleich rund 1.000 Euro bezahlt, profitieren Sie finanziell ab dem fünften Jahr von der Optimierung.
  • Innerhalb dieses Zeitraums hat sich die hydraulische Einregulierung amortisiert.

So kann eine hydraulische Einregulierung einer Heizung ablaufen

Damit ein hydraulischer Abgleich durchgeführt werden kann, benötigen die Heizkörper entweder Thermostatventile mit Verstellmöglichkeit oder Rücklaufverschraubungen. Eine Nachrüstung mit Thermostatventilen ist in der Regel sehr einfach möglich.

Die Vereinigung der deutschen Zentralheizungswirtschaft e.V. hat für den hydraulischen Abgleich bei Heizungen eine Fachregel aufgestellt2. Daraus lassen sich folgende Arbeitsschritte ableiten:

1. Die Fachkräfte berechnen die Heizlast der Heizkörper in den jeweiligen Räumen und leiten daraus die notwendige Vorlauftemperatur ab. 

2.  Anschließend wird die maximal erforderliche Wassermenge für jeden einzelnen Heizkörper berechnet.

3. Durch die Schätzung oder Berechnung von möglichen Druckverlusten im gesamten Rohrnetz kann die erforderliche Leistung der Heizungspumpe bestimmt werden.

4. Im Anschluss werden die benötigten Thermostatventile beziehungsweise Rücklaufverschraubungen anhand der Soll-Durchfluss- und Druckkennwerte ausgewählt.

5. Nun wird die Leistung der Umwälzpumpe optimiert und anhand der Förderhöhe und des benötigten Volumenstroms ausgerichtet.

6. Im nächsten Schritt erfolgt die Regelung der Heizung in Bezug auf Steilheit und Parallelverschiebung auf der Basis der ermittelten optimalen Vorlauftemperatur.

7. Zum Schluss werden alle Parameter eingestellt und die ermittelten Werte dokumentiert.

Bei der Arbeit werden Fachbetriebe heute von modernen Messinstrumenten und entsprechender Software unterstützt.

Fördermöglichkeiten und Zuschüsse für den hydraulischen Abgleich

Haus- und Wohnungsbesitzer können unterschiedliche Förderungen oder Zuschüsse für den hydraulischen Abgleich nutzen.

  • KfW: Die Kreditanstalt für Wiederaufbau gewährt im Rahmen der energieeffizienten Sanierung unterschiedliche Zuschüsse. Das Formular für die Einzelmaßnahme finden Sie hier.
  • Städte und Gemeinden: In Städten wie München oder Düsseldorf können Verbraucher Zuschüsse zur Durchführung eines hydraulischen Abgleichs beantragen. Fragen Sie am besten in der Verwaltung Ihrer Gemeinde nach.
  • Stadtwerke: Viele Stadtwerke in Deutschland beteiligen sich an der Heizungsoptimierung. Wenn Sie Ihre Energie von einem Stadtwerk beziehen, können Sie dort direkt nachfragen, ob ein Zuschuss möglich ist.
  • BAFA: Das Bundesamt für Wirtschaft und Ausfuhrkontrolle fördert Privatpersonen und Unternehmen bei der Durchführung eines hydraulischen Abgleichs. Meist erfolgt die Förderung im Zusammenhang mit der Erneuerung einer Heizungsanlage mit modernen Umwälzpumpen. Die Fördergelder können direkt beim Amt beantragt werden. Hierfür ist eine Registrierung nötig.

FAQ Hydraulischer Abgleich

Ist der hydraulische Abgleich auch bei Fußbodenheizungen möglich?

Auch bei Fußbodenheizungen lässt sich ein hydraulischer Abgleich durchführen. Verbraucher sollten allerdings von zusätzlichem Arbeitsaufwand und etwas höheren Kosten im Vergleich zu Heizkörpern ausgehen.

Sind moderne Heizungen nicht automatisch hydraulisch abgeglichen?

Experten schätzen, dass mehr als 80 % aller Heizungen in deutschen Wohngebäuden nicht hydraulisch abgeglichen sind. Auch bei neuen Heizsystemen erfolgt ein hydraulischer Abgleich nicht automatisch. Empfehlenswert ist es aber gerade auch bei neuen Anlagen, eine solche Optimierung durchzuführen, um noch früher mit dem Energie- und Kostensparen zu beginnen.

Lohnt sich ein hydraulischer Abgleich auch für Heizungen in Wohnungen?

Grundsätzlich ist ein hydraulischer Abgleich für jede Größe einer Heizung geeignet und nicht nur für große Gebäude relevant. Auftraggeber sollten dabei immer berücksichtigen, dass mit der Heizungsoptimierung nicht nur Kosteneinsparungen erzielt werden, sondern auch der Wohnkomfort erhöht wird.

Wer kann bei mir einen hydraulischen Abgleich an der Heizung durchführen?

Heizungsfachbetriebe verfügen in der Regel über die nötigen Instrumente und Methoden, um bei Ihnen einen hydraulischen Abgleich durchzuführen. Kompetente Experten in Ihrer Region finden Sie über unsere Heizungsbauer-Suche.

Kann ich einen hydraulischen Abgleich auch selbst erledigen?

Der hydraulische Abgleich sollte unbedingt von Fachpersonal erledigt werden, da für eine fehlerfreie Durchführung ein hohes Know-how Voraussetzung ist. Der Unterschied beginnt schon bei der Ausrüstung. Je größer die Gebäude sind, desto höher wird außerdem die Komplexität der Maßnahmen und Berechnungen. 

Empfehlenswert ist es deshalb immer, für den hydraulischen Abgleich der Heizung einen Fachbetrieb zu kontaktieren, der dann auch die notwendigen Optimierungen professionell durchführen kann.

Ist ein hydraulischer Abgleich bei Brennwertkesseln sinnvoll?

Auch der Betrieb von modernen Brennwertkesseln kann durch einen hydraulischen Abgleich verbessert werden. Dies gilt insbesondere für die Optimierung der Rücklauftemperatur, die dadurch so gering wie möglich wird und somit die Effizienz der Anlage steigert.

Wann kann die Heizung durch hydraulischen Abgleich optimiert werden?

Die Heizung muss für einen hydraulischen Abgleich nicht zwingend ausgeschaltet werden. Ebenso ist es nicht immer erforderlich, das Heizungswasser abzulassen. Somit ist die Durchführung der Maßnahme auch nicht an eine bestimmte Jahreszeit gebunden. Vielmehr spielt es für die korrekte Berechnung eine Rolle, ob bereits Thermostate oder entsprechende Ventile vorhanden sind oder ob mit Montageschleusen gearbeitet werden muss. Empfehlenswert ist es immer, einen Fachbetrieb vor Ort zu suchen, der auf der Basis der bestehenden Anlage einen Kostenvoranschlag zum hydraulischen Abgleich machen kann.

Fazit zur Heizungsoptimierung

Der hydraulische Abgleich ist eine unterschätzte Methode, um die Effizienz und den ökologischen Betrieb der Heizungsanlage nachhaltig zu verbessern. Empfehlenswert ist es immer, dafür einen Fachbetrieb zu beauftragen. Die Kosten für die Maßnahme haben sich in der Regel nach rund fünf bis 8 Jahren amortisiert1 und werden in vielen Fällen gefördert.

 

Verbraucherzentrale: Heizung optimieren: So sparen Sie mit den wichtigsten Einstellungen

VdZ e.V.: Fachregel Optimierung von Heizungsanlagen im Bestand

3 co2online: Hydraulischer Abgleich – Kosten und Sparpotenzial

Phil R.

Über den Autor
Phil R. hat mehrere Jahre in der Marketing-Abteilung eines Unternehmens für Heiz- und Kamintechnik gearbeitet. Dort hat er tiefe Einblicke in die Technik und Branche bekommen und gelernt, komplexe Heizungsthemen für Laien verständlich aufzubereiten.

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