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Wohnraumlüftung: Vorteile, Kosten, Fördergelder

Sie wünschen sich hygienische, gesunde Frischluft in Ihren Räumen? Das fühlt sich nicht nur gut an, sondern bringt auch gesundheitliche Vorteile mit sich. Die praktischste Möglichkeit ist eine automatische, kontrollierte Wohnraumlüftung. Durch dieses Gerät sparen Sie sich den Aufwand des Fensterlüftens und erreichen einen regelmäßigeren Luftaustausch. Hier lesen Sie, welche Vorteile eine Lüftungsanlage im Haus hat, welche Unterschiede es gibt, und mit welchen Kosten Sie rechnen sollten.

Inhaltsverzeichnis

  1. Was sind die Vor- und Nachteile einer Lüftungsanlage?
  2. Wie funktionieren zentrale und dezentrale Lüftungsanlagen?
  3. Welche Lösung ist die Beste bei Neubau oder Sanierung?
  4. Die Kosten einer Lüftungsanlage für Ihr Haus
  5. 6 Gründe, sich eine Wohnraumlüftung zu kaufen
  6. Steuern Sie Ihre Lüftung per Smartphone
  7. Steht mir für eine Wohnraumlüftung Förderung vom Staat zu?
  8. Muss ich meine Lüftung warten lassen?
Wohnraumlüftung: WOL CWL 2

Was sind die Vor- und Nachteile einer Lüftungsanlage?

Ob es Ihnen um einen optimalen Schutz vor Pollen, Viren, Feinstaub oder anderen Luftverunreinigungen geht, oder weil Sie Gerüche, verbrauchte Luft und Feuchtigkeit effizient abtransportieren wollen – eine kontrollierte Wohnraumlüftung bietet viele Vorteile.

Vor- und Nachteile einer Lüftungsanlage fürs Haus

Pro

  • Sie beugt Schimmel durch kontinuierlichen Luftwechsel vor. So schützt sie die Bausubstanz und Ihre Gesundheit.

  • Sie reguliert die Luftfeuchtigkeit – überschüssige Feuchtigkeit wird abtransportiert, zu trockene Heizungsluft wird ausgeglichen.

  • Gut für Ihr tägliches Wohlbefinden: CO2-Gehalt der Luft wird konstant niedrig gehalten. Dadurch schlafen Sie besser, können sich besser konzentrieren und haben mehr Energie.

  • Sie reduziert schlechte Gerüche zuverlässig. 

  • Es befinden sich weniger Viren, Pollen, Feinstaub und Ausdünstungen von Möbeln, Baumaterialien etc. in der Atemluft.

  • Sie haben geringere Heizkosten, da es keine Wärmeverluste durch häufige Fensterlüftung gibt.

  • Keine offenen Fenster bedeutet: Weniger Lärm und trotzdem frische Luft.

Contra

  • Es fallen Anschaffungskosten an.

  • Je nach Situation gibt es eventuell Einschränkungen, was die Systemauswahl angeht. Mehr dazu im nächsten Kapitel zu zentralen und dezentralen Lüftungen.

  • Sie haben einen leicht erhöhten Stromverbrauch. Diesen kompensieren jedoch die reduzierten Heizkosten.

  • Das Lüftungssystem muss regelmäßig gewartet und gereinigt werden.

Wie funktionieren zentrale und dezentrale Lüftungsanlagen?

Grundsätzlich gibt es zwei verschiedene Arten von Lüftungsanlagen: zentrale und dezentrale. Zentrale Lüftungen versorgen mit einem zentralen Gerät das gesamte Gebäude mit frischer Luft. Luftkanäle in Decke, Fußboden oder Wänden verbinden die unterschiedlichen Räume mit diesem Gerät.

Zentrale Lüftungsanlagen sind komplexer als dezentrale, da sie mehrere Räume gemeinsam und aufeinander abgestimmt mit Luft versorgen. Das Herzstück der Lüftungsanlage bilden immer zwei Ventilatoren. Das Gerät befindet sich meist in einem Keller- oder Hauswirtschaftsraum. Die Hersteller bedenken dabei das Platzproblem und gestalten die Geräte in der Regel möglichst kompakt. In verschiedenen Räumen werden Zu- beziehungsweise Abluftventile installiert:

  • Über ein Luftverteilsystem strömt die frische Luft in die Zulufträume (zum Beispiel Wohnzimmer, Schlafzimmer, Kinderzimmer).
  • Aus den Ablufträumen (zum Beispiel Küche, Bad und WC) wird verbrauchte und feuchte Luft abgesaugt und nach Draußen transportiert. Durch den dabei entstehenden Unterdruck strömt frische Luft aus den Zulufträumen nach. Dadurch wird das gesamte Haus gleichmäßig mit frischer Luft versorgt.

Mittels optionaler Sensoren kann die optimale Raumluft bedarfsgerecht erzeugt werden. Somit läuft die Lüftungsanlage immer im optimalen Betriebszustand.

Wohnraumlüftung: Unterschied zentrale vs. dezentrale Wohnraumlüftung Grafik
Die Grafik vergleicht die Funktionsweisen von zentralen und dezentralen Wohnraumlüftungen. Der Luftaustausch einer dezentralen Wohnraumlüftung erfolgt über kleine, unabhängige Einzelteile.

Dezentrale Lüftungsanlagen sind kleine und unabhängige Einzelgeräte, welche der Installateur direkt in die Außenwand setzt. Die Luftkanäle einer zentralen Anlage entfallen bei dieser Lösung. Das Grundprinzip ist bei beiden Varianten jedoch gleich: Luft wird mechanisch aus dem Gebäude hinaus beziehungsweise ins Gebäude hineintransportiert.

Nutzen Sie Wärmerückgewinnung und integrierte Filter

Moderne Wohnraumlüftungen arbeiten mit Wärmerückgewinnung.Sie nutzen die Energie der verbrauchten Luft, um die einströmende Außenluft im Winter und im Sommer zu temperieren. Eine Lüftungsanlage mit Wärmetauscher gewinnt bis zu 99% der Wärme zurück, die durch die Fensterlüftung verloren wäre.

Integrierte Filter reinigen die Luft von Bakterien, Viren, Pollen und Feinstaub. Auch schädliche flüchtige organische Verbindungen (VOC) reduziert eine Wohnraumlüftung effektiv. Diese Stoffe entweichen aus alltäglichen Gebrauchsgegenständen oder Baumaterialien in die Raumluft. Damit die Anlage einwandfrei funktioniert, müssen Sie die Filter regelmäßig tauschen. Das können Sie selber machen oder einfach im Rahmen eines Wartungsvertrages einem Fachhandwerker überlassen.

SHK-Profis (Handwerker für Sanitär, Heizung, Klima) – umgangssprachlich auch Heizungsbauer genannt – sind die richtigen Ansprechpartner für das Thema Wohnraumlüftung. In unserer Installateur-Suche finden Sie zahlreiche Betriebe direkt in Ihrer Umgebung.

Heizungsbauer finden

Welches Lüftungsgerät für Ihr Zuhause in Frage kommt, erfahren Sie am schnellsten im persönlichen Gespräch mit einem Fachmann.

Welche Lösung ist die Beste bei Neubau oder Sanierung?

Eine zentrale Wohnraumlüftung ist relativ einfach zu installieren und wird am häufigsten im Neubau eingesetzt. Sie muss exakt geplant werden, um später einen reibungslosen und hygienischen Betrieb zu gewährleisten. Besonders wichtig: Die gesamte Anlage muss einfach gewartet werden können. Ein zentrales Lüftungssystem gilt als Stand der Technik, da hier die Durchlüftung des Hauses noch etwas besser ist als bei dezentralen Geräten. Wenn Sie die Möglichkeit haben, sollten Sie daher idealerweise eine zentrale Lüftung wählen.

Dezentrale Lüftungsanlagen können ohne großen Bauaufwand auch nachträglich in Ihrem Haus installiert werden. Daher sind sie auch für Besitzer von Bestandsgebäuden gut geeignet. Die Installation dieses Systems ist weniger aufwändig.

Die Kosten einer Lüftungsanlage für Ihr Haus

Die Kosten einer Lüftungsanlage hängen entscheidend von Zweck und Größe der Anlage ab: Ein einzelnes dezentrales Lüftungsgerät für den Keller, in dem Sie nur Feuchtigkeit abtransportieren wollen, ist natürlich günstiger als eine zentrale Lüftungsanlage für Ihr gesamtes Haus. Sie können bei einem durchschnittlichen Einfamilienhaus zum Beispiel mit Materialkosten von zirka 5.000 bis 8.000 Euro rechnen. Hinzu kommen Arbeitskosten für die Monteure von rund 4.000 bis 7.000 Euro.

Bei der Wohnraumlüftung ist es in vielen Fällen relativ einfach, Eigenleistung einzubringen und dadurch die Arbeitskosten erheblich zu senken. Es lässt sich keine pauschale Aussage darüber treffen, ob ein dezentrales oder zentrales System günstiger ist. In der Regel kosten diese Varianten bei gleicher Leistung ungefähr gleich viel. Es gibt zwar auch sehr günstige dezentrale Lösungen, bei diesen lässt die Wirkung jedoch entsprechend zu wünschen übrig.

6 Gründe, sich eine Wohnraumlüftung zu kaufen

  1. Zuverlässig und automatisch

    Wussten Sie, dass Sie einen Tag lang alle zwei Stunden für fünf Minuten durchlüften müssten, um denselben Frischlufteffekt zu erzielen, wie mit einer kontrollierten Wohnraumlüftung? Das ist für die meisten Personen nicht machbar. Ein Lüftungsgerät lüftet zuverlässig zu jeder Zeit – und Sie sparen sich den manuellen Aufwand.

  2. Erholsamer Schlaf

    Vor allem nachts sinkt der Sauerstoffgehalt der Raumluft rapide und der CO2-Gehalt steigt. Kein Mensch möchte jedes Mal mitten in der Nacht aufstehen und im gesamten Haus stoßlüften. Eine Wohnraumlüftung versorgt Sie auch nachts mit wertvollem Sauerstoff – damit Sie einen erholsamen Schlaf bekommen.

  3. Saubere Atemluft

    Natürlich können Sie auch mit einer kontrollierten Lüftungsanlage die Fenster öffnen und manuell lüften. Trotzdem haben Sie, solange die Wohnraumlüftung läuft, immer pollenfreie Frischluft. Feuchtigkeit und Schadstoffe aus der Raumluft werden weiterhin zuverlässig abgeführt.

  4. Energie sparen

    Gerade im Winter können Sie Heizkosten sparen.Durch ein System mit Wärmerückgewinnung gelangt weniger Kälte nach Innen als durch das normale Fensterlüften.

  5. Keine trockene Heizungsluft

    Für Nutzer, die sich um die Luftfeuchtigkeit Sorgen machen, gibt es Lüftungsgeräte mit Feuchterückgewinnung. Diese Modelle gewinnen neben der Wärme auch einen Teil der Luftfeuchte aus der Abluft zurück und die Raumluft trocknet weniger aus. Das ist vor allem im Winter eine Wohltat für die Schleimhäute.

  6. Schutz vor Lärm und Schmutz

    Wohnen Sie an einer Straße oder einem anderen lauten oder luftverschmutzen Ort? Wohnraumlüftungen sind schallgedämpft und laufen sehr leise. Ein Lüftungsgerätschützt Sie also vor Lärm und Schmutz und verringert sogar Staub.

Steuern Sie Ihre Lüftung per Smartphone

Folgender Tipp gilt vor allem für diejenigen, die neu bauen oder Ihre Haustechnik rundum modernisieren: Bei der Auswahl eines Anlagenherstellers sollten Sie darauf achten, dass dieser ein möglichst breites Angebot an Lüftungsanlagen, Wärmeerzeugern und -speichern hat. Vor allem, wenn Sie sich gleichzeitig eine zentrale Lüftungsanlage und eine neue Heizung anschaffen, bietet das einige Vorteile.

  • Dann können Sie Ihre kontrollierte Wohnraumlüftung und Ihre Heizung mit nur einer gemeinsamen Regelung steuern. Das heißt, per App oder Amazon Alexa können Sie beispielsweise Ihre Lüftung einstellen, die Heizung steuern oder Ihre Solarerträge einsehen.
  • Wenn Sie sich für ein Gesamtsystem von einem Hersteller entscheiden, hat dies darüber hinaus den Vorteil: Sie vermeiden Effizienzverluste durch Kompatibilitätsprobleme zwischen Geräten unterschiedlicher Hersteller. Denn die verschiedenen Haustechnik-Komponenten sind aufeinander abgestimmt.
  • Zudem tun Sie sich bei der Wartung leichter: SHK-Fachhandwerker sind häufig auf einen Hersteller spezialisiert. Dieser kann sich dann gleichzeitig um alle Geräte kümmern.
  • Legen Sie sich zur selben Zeit eine umweltfreundliche Heizung und eine Lüftungsanlage für Ihr Haus zu, können Sie übrigens finanzielle Unterstützung vom Staat erhalten. Mehr dazu im folgenden Kapitel.
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Ein weiterer Tipp: Es gibt sogar Kompaktgeräte auf dem Markt, die Heizung und Wohnraumlüftung kombinieren. Das macht das Ganze noch platzsparender und unkomplizierter. Wenn so etwas für Sie in Frage kommt, recherchieren Sie beziehungsweise fragen Sie den Installateur nach einer sogenannten „Haustechnikzentrale“.

Steht mir für eine Wohnraumlüftung Förderung vom Staat zu?

Sowohl zentrale als auch dezentrale Lüftungsanlagen sind im Prinzip förderfähig. Am interessantesten ist die BAFA-Förderung im Rahmen des Marktanreizprogrammes. Hier erhalten Sie für das Gesamtpaket Wohnraumlüftung plus Wärmepumpen-Heizung bis zu 45% Förderung vom Staat. Die Voraussetzung ist, dass die Wärmepumpe förderfähig ist – das heißt, die Mindest-Effizienzwerte erreicht. Lesen Sie hier mehr zur Förderung für Wärmepumpen.

Fragen zur Förderung beantwortet Ihnen zum Beispiel Ihr Installateur. Einige Hersteller bieten auch einen Förderservice an, der Sie berät und bei der Beantragung unterstützt. Oder prüfen Sie selbst, wie viel Geld Ihnen an Ihrem Standort zusteht. Die Suche nach den richtigen Förderprogrammen kann sehr zeitintensiv sein und viele unsortierte Ergebnisse liefern. Wir helfen Ihnen dabei mit unserer praktischen Förderauskunft.

Muss ich meine Lüftung warten lassen?

Sie wollen dauerhaft pollen- und schadstofffreie, sowie hygienisch einwandfreie Frischluft? Dann sollten Sie Ihre Lüftung alle sechs bis zwölf Monate von einem Profi überprüfen lassen. Mit einem Servicevertrag kostet Sie das zwischen 40 und 90 Euro pro Jahr. Bei einer zentralen Wohnraumlüftung kommen noch einmal um die 400 bis 800 Euro Inspektionskosten alle fünf bis acht Jahre hinzu.

Alles in allem bietet eine kontrollierte Wohnraumlüftung einige Vorteile gegenüber dem konventionellen Fensterlüften. Sie müssen sich im Endeffekt keinerlei Gedanken mehr über abgestandene Raumluft, Schadstoffe, Schimmel oder ähnliches machen. Und Sie erhalten ohne Ausnahme zu jeder Tages- und Nachtzeit genügend sauerstoffreiche Luft.

Heizungsbauer finden

Finden Sie hier einen Betrieb, um die neue Lüftungsanlage für Ihr Haus zu planen und zu installieren.

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