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Warmwasserspeicher für die Heizung: Kosten, Installation, Modelle

Sie öffnen die Duscharmatur mit einem Handgriff, stellen sie auf eine angenehme Temperatur ein und schon nach kurzer Zeit strömt Warmwasser aus dem Duschkopf. Was für die meisten von uns völlig normal und selbstverständlich ist, haben wir meist dem Warmwasserspeicher zu verdanken. Dieser ist heute fester Bestandteil vieler Heizsysteme. Er ist dafür zuständig, zu jeder Tages- und Nachtzeit warmes Brauchwarmwasser bereitzustellen.

Inhaltsverzeichnis

  1. Aufbau und Funktion eines Warmwasserspeichers für die Heizung
  2. Verschiedene technische Ausführungen von Warmwasserspeichern
  3. Auslegung und Installation
  4. Die Kosten für einen Warmwasserspeicher
  5. Tipps und Hinweise zur Nutzung

Aufbau und Funktion eines Warmwasserspeichers für die Heizung

In unserem Ratgeber erklären wir nicht nur die grundsätzliche Funktionsweise und den Aufbau eines Warmwasserspeichers für die Heizung, sondern gehen auch auf die unterschiedlichen technischen Ausführungen und deren Vor- und Nachteile ein. Darüber hinaus erfahren Sie mehr über die Installation und die Kosten eines Warmwasserspeichers für die Heizung.

Das Herzstück eines jeden klassischen Heizsystems ist der Heizkessel. Dieser ist mit einem Brenner ausgestattet, welcher den Energieträger – dabei kann es sich beispielsweise um Gas oder Öl handeln – zur Erzeugung von Wärme verbrennt. Üblicherweise ist der Heizkessel dafür zuständig, sowohl Wärme für die Raumheizung als auch für die Warmwasserbereitung bereitzustellen. Alternativ zum klassischen Gas- oder Ölheizkessel kann auch zum Beispiel eine Wärmepumpe als Wärmeerzeuger zum Einsatz kommen.

Da Heizwasser und hygienisches Trinkwasser aber nicht miteinander vermischt werden dürfen, basiert das Heizungssystem auf zwei verschiedenen Wasserkreisen: einem Kreis für das Brauchwarmwasser und einem Kreis für das Heizwasser.

Der Warmwasserspeicher einer Heizung bildet die Schnittstelle zwischen beiden Kreisen: Er beinhaltet einen Wärmeübertrager, durch den heißes Heizungswasser fließt. Dadurch erwärmt er den Speicherinhalt. Heizungs- und Brauchwarmwasser kommen bei diesem Vorgang nicht miteinander in Berührung.

Im Warmwasserspeicher der Heizung sammelt sich das heiße Vorlaufwasser oben und wird von dort zu den einzelnen Zapfstellen geleitet. Dazu gehören neben den sanitären Einrichtungen wie der Dusche, der Badewanne und dem Waschbecken auch die Küche und weitere Anschlusspunkte im Gebäude.

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Verschiedene technische Ausführungen von Warmwasserspeichern

Je nach baulichen Gegebenheiten, Energieträger des Wärmeerzeugers und Nutzungsprofil im Gebäude gibt es verschiedene technische Ausführungen des Warmwasserspeichers. Welches Modell sich für Ihre individuelle Situation am besten eignet, kann ein Fachmann zuverlässig und schnell beurteilen. Die wichtigsten Speichermodelle stellen wir im Folgenden kurz vor.

Der klassische Warmwasserspeicher in einer zentralen Heizungsanlage

Die meisten Warmwasserspeicher kommen in einer zentralen Heizungsanlage zum Einsatz und sind daher direkt mit dem Heizkessel verbunden. Der Speicher hält das Brauchwasser zu jedem Zeitpunkt auf der gewünschten Temperatur und stellt dadurch sicher, dass an den Zapfstellen stets warmes Wasser zum Duschen oder Baden zur Verfügung steht. Sobald die Temperatur im Brauchwasserspeicher abfällt, springt der Heizkessel automatisch an und stellt über den Wärmeübertrager neue Wärmeenergie zur Verfügung.

Bei der Auslegung von Warmwasserspeichern in zentralen Heizungsanlagen ist vor allem die Menge des Wasserbedarfs zu berücksichtigen. Dabei gilt als Faustformel, dass jede Person pro Tag rund 30 bis 50 Liter Warmwasser verbraucht. Bei einem dreiköpfigen Privathaushalt ist dementsprechend ein Fassungsvermögen von etwa 90 bis 150 Litern erforderlich. Der Fachmann folgt bei der Bestimmung des Speichervolumens grundsätzlich der Norm DIN 4708.

Schichtenspeicher als energieeffiziente Alternative zum Pufferspeicher

  • In einem herkömmlichen Pufferspeicher herrscht in der Regel überall die gleiche Temperatur.

  • Durch die ständige Nachführung von Wasser auf der unteren Seite kommt es zu Verwirbelungen, die einen Temperaturausgleich im Speicher bewirken.

  • Das Wasser in einem Schichtenspeicher ist, anders als in einem Pufferspeicher, schichtweise angeordnet und hat oben eine deutlich höhere Temperatur als unten.

  • Der Vorteil des Schichtenspeichers liegt darin, dass oben auch dann noch heißes Wasser entnommen werden kann, wenn der Speicher fast schon "leer" ist.

  • Während ein herkömmlicher Speicher ständig die Temperatur halten muss und dadurch auch vergleichsweise hohe Verluste aufweist, arbeitet ein Speicher mit Temperaturschichtung besonders effizient.

Dem Vorteil der höheren Energieeffizienz steht jedoch ein höherer konstruktiver Aufwand entgegen. Ein typischer Anwendungsfall für einen Schichtenspeicher ist die Kombination einer konventionellen Ölheizung oder Gasheizung mit einer Solarthermieanlage.

Der elektrische Kleinspeicher für den gelegentlichen Bedarf

Kleinspeicher dienen häufig dazu, einen geringen Bedarf an Brauchwarmwasser direkt am Verbrauchsgerät zu decken. Sie können kleine Speicher beispielsweise direkt unter der Spüle oder in der Nähe der Dusche anbringen lassen, um an den Zapfstellen stets heißes Wasser auf Abruf verfügbar zu haben. Häufig beträgt das Speichervolumen dieser Kleinspeicher nur 5 bis 15 Liter. Die Betriebsweise ist meist elektrisch. Ähnlich wie bei einem Wasserkocher hält ein Tauchsieder das Wasser kontinuierlich auf Temperatur.

Solarspeicher für die umweltfreundliche Erzeugung von Warmwasser

Beim Duschen oder Baden richten wir uns in der Regel nicht danach, ob gerade die Sonne scheint und warmes Wasser aus der Solarthermieanlage zur Verfügung steht. Aus diesem Grund werden Solarkollektoren mit einem Speicher gekoppelt, der die erzeugte Wärmeenergie speichert und auf Abruf für die Warmwasserbereitung zur Verfügung stellt.

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In der Regel sind Solarspeicher mit zwei Wärmeübertragern ausgestattet: Ein Wärmeübertrager erlaubt die Einspeisung von solar erzeugter Wärme, der andere von konventionell erzeugter Wärme des Heizkessels. Auf diese Weise ist sichergestellt, dass auch an bewölkten Wintertagen immer ausreichend Wärme zur Verfügung steht. Lesen Sie hier mehr zur Solarthermie im Winter.

Auslegung und Installation

Einen Warmwasserspeicher für die Heizung sollte der Fachmann auslegen und installieren. Im ersten Schritt beginnt ein qualifizierter Heizungsbauer damit, den Warmwasserbedarf zu bestimmen und das Fassungsvermögen des Speichers entsprechend auszulegen. Sie sollten berücksichtigen, dass Sie in den eigenen vier Wänden ausreichend Platz zum Aufstellen des Speichers benötigen.

Bei der Auswahl eines passenden Warmwasserspeichers für die Heizung sind nicht nur die technischen Anforderungen, sondern auch die Qualitäts- und Sicherheitsstandards der verschiedenen Hersteller zu berücksichtigen. Grundsätzlich ist es empfehlenswert, sich für ein erfahrenes und bekanntes Unternehmen mit hohen Qualitätsstandards zu entscheiden.

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Bei der Installation selbst ist auf viele verschiedene Aspekte wie den korrekten Anschluss an die Leitung, die Montage der Wärmeübertrager, den Schutz vor Legionellen und den Frostschutz zu achten. Aus diesem Grund ist diese Arbeit unbedingt einem Profi zu überlassen. Einen qualifizierten Fachbetrieb in Ihrer Nähe finden Sie ganz schnell über unsere Heizungsbauer-Suche.

Die Kosten für einen Warmwasserspeicher

Die Kosten für die Anschaffung und Installation eines Warmwasserspeichers für die Heizung hängen von verschiedenen Faktoren ab – wie dem verwendeten Energieträger, dem Fassungsvermögen, dem Hersteller, dem Material und dem Modell.

Bei einem Vier-Personen-Haushalt liegen die Kosten für einen Speicher mit einem Fassungsvermögen von 200 Litern bei rund 800 bis 1.000 Euro für einen emaillierten Speicher und bei rund 1.500 bis 2.000 Euro für ein Modell aus Edelstahl.

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Tipps und Hinweise zur Nutzung

  • Grundsätzlich gelten Warmwasserspeicher als vergleichsweise wartungsarm und erfordern während des Betriebs keine zeit- und kostenintensiven Maßnahmen. Dennoch empfehlen wir, den Speicher im Zuge der regelmäßigen Wartung des Wärmeerzeugers dem prüfenden Blick eines Fachmanns auszusetzen.
  • Gegebenenfalls empfiehlt sich auch eine Entkalkung, um die Lebensdauer zu verlängern.
  • Außerdem sollten Sie im Betrieb berücksichtigen, dass die Temperatur des Speichers die Bildung von Legionellen  verhindert. Dazu ist ein Temperaturniveau von rund 60°C erforderlich.

Andreas Wurm

Über den Autor

Andreas Wurm absolvierte seinen Bachelor of Science in Maschinenbau an der RWTH Aachen University und schloss einen Master in Energietechnik (Spezialisierung Erneuerbare Energien) an derselben Universität an. Nach seinem Studium war er von 2014 bis 2016 Projektingenieur in der Branche Heizungs- und Klimatechnik.

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