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Heizen mit Wärmepumpe oder Gas: Was ist die bessere Wahl?

Zwei Heizungsarten stehen heutzutage besonders im Fokus: Die moderne Wärmepumpe und die klassische Gasheizung. Während die Gasheizung günstig in der Anschaffung, dafür aber von fossilen Brennstoffen abhängig ist, hat sich die Wärmepumpe als umweltfreundliche, unabhängige und moderne Alternative etabliert. In diesem Fachartikel gehen wir ausführlich auf die Verbreitung beider Heizungsarten ein, stellen Unterschiede und Gemeinsamkeiten heraus und erläutern, für welchen Haushalt sich welche Heizungsart besonders gut eignet.

Inhaltsverzeichnis

  1. Die Wärmepumpe auf dem Vormarsch
  2. Wärmepumpe vs. Gas: Unterschiede und Gemeinsamkeiten
  3. Welche Heizungsart eignet sich für welchen Haushalt?
  4. Fördermöglichkeiten für Wärmepumpe oder Gas
  5. Die Kombination aus Wärmepumpe und Gasheizung
Wärmepumpe oder Gas: CHA Monoblock

Die Wärmepumpe auf dem Vormarsch

Im Zuge der politischen Bemühungen um eine umweltfreundlichere Energiebilanz werden die Anforderungen an die Energieeffizienz in Gebäuden immer weiter verschärft. Bis 2040 sollen durch diese und weitere Maßnahmen die Treibhausgase im Vergleich zum Referenzjahr 1990 um 88% gesenkt werden. Das Ziel für 2045 ist die Treibhausgasneutralität.1

Im Fokus der energetischen Bemühungen stehen vor allem Heizsysteme in Gebäuden. So schreibt das Gebäudeenergiegesetz (GEG) beispielsweise vor, dass der Wärmebedarf bei neu errichteten Häusern zum Teil mit erneuerbaren Energien gedeckt werden muss. Eine dieser sehr umweltfreundlichen Technologien ist die Wärmepumpe. Sie nutzt die Wärmeenergie aus der Umwelt und erwärmt diese auf ein im Gebäude nutzbares Temperaturniveau.So schreibt das GEG – wie zuvor das EEWärmeG – beispielsweise vor, dass der Wärmebedarf bei neu errichteten Häusern zum Teil mit erneuerbaren Energien gedeckt werden muss. Zu diesen umweltfreundlichen Technologien gehört unter anderem die Wärmepumpe, die Wärmeenergie aus der Umwelt nutzt und diese auf ein im Gebäude nutzbares Temperaturniveau erwärmt.

Den hohen Stellenwert von Wärmepumpen bestätigen auch die Daten des Statistischen Bundesamtes. Während im Jahr 2000 nicht einmal 1% der neuen Wohngebäude in Deutschland eine Wärmepumpe hatten, waren es 2021 bereits mehr als 50%.2 Diese Zahlen verdeutlichen, dass die Wärmepumpe einen festen Platz in der Heiztechnik hat und rasant immer beliebter wird.

Wärmepumpe oder Gas: Wärmepumpe in Wohngebäuden Grafik
Bei der Frage Wärmepumpe oder Gas tendiert mittlerweile die Mehrheit zur Wärmepumpe. Im Jahr 2021 betrug der Anteil der Wärmepumpen bei Neubauten ganze 50,6%, wo sich 20 Jahre zuvor nur 1,06% der Bauherren für eine entschieden.

Im Neubau ist die Wärmepumpe die beliebteste Heizungsart und damit vor der Gasheizung. Gleichzeitig ist der Gebäudebestand immer noch sehr stark von den klassischen Heizungsarten wie der Gas- oder der Ölheizung geprägt. Etwa 48% aller deutschen Haushalte heizten 2017 mit Gas als Energieträger.

Auf den Plätzen zwei und drei der meistgenutzten Heizungsarten liegen mit der Ölheizung und der Fernwärmeheizung ebenfalls konventionelle Heizungsarten. Da die Erneuerung der Gebäudestruktur naturgemäß nur sehr langsam vorangeht, ändert sich auch die Beheizungsstruktur im Altbau nur schleppend zugunsten von erneuerbaren Energien.

Wärmepumpe vs. Gas: Unterschiede und Gemeinsamkeiten

Wärmepumpen und Gasheizungen basieren technisch auf grundlegend verschiedenen Prinzipien. Während die Gasheizung durch die Verbrennung eines fossilen Energieträgers Wärme erzeugt, nutzt die Wärmepumpe elektrischen Strom zur Anhebung des Temperaturniveaus von frei verfügbarer Umweltwärme. Im Folgenden erläutern wir kurz das Funktionsprinzip der beiden Technologien.

Die Gasheizung: Klassische Verbrennungsheizung mit höheren CO-Emissionen

Gas-Brennwertgeräte basieren auf der Verbrennung von Erdgas, Flüssiggas oder Biogas und arbeiten zuverlässig. In der Brennkammer der Heizung verbrennt das Gas und die dabei frei werdende Wärme wird auf den Heizungskreislauf des Hauses übertragen.

Die entstehenden Abgase kühlen Brennwertheizungen so weit ab, dass auch die Kondensationswärme genutzt wird. Moderne Gasheizungen haben dadurch einen besseren Wirkungsgrad als alte Geräte. Dennoch ist die Energiebilanz schlechter als bei erneuerbaren Energien wie der Wärmepumpe. Gleichzeitig sind sie allerdings von einem fossilen Energieträger und damit von den Preisentwicklungen dieses Trägers abhängig.

Insgesamt ist die Gasheizung zwar zuverlässig und günstig in der Anschaffung, aufgrund ihrer vergleichsweise schlechten Klimabilanz und der Nutzung eines fossilen Brennstoffes allerdings kein zukunftsträchtiges System. In besonders alten und schlecht gedämmten Gebäuden, die auf den Einsatz der Gasheizung angewiesen sind, besteht die Möglichkeit, ein anderes erneuerbares Heizsystem zu ergänzen. Dadurch können Energiekosten in den Übergangsmonaten und an milden Wintertagen gespart werden. Eine solche Hybridheizung lohnt sich allerdings nur in Sonderfällen, die von einem Fachmann im Einzelfall beurteilt werden müssen.

Vor- und Nachteile der Gasheizung im Überblick

Pro

  • Platzsparend: Die Gasheizung ist kompakt. Bei Erdgas ist zudem kein Tank erforderlich.

  • Kostengünstige Anschaffung: Gasheizungen sind günstig in der Anschaffung. Die Investition liegt bei etwa 4.000 bis 6.500 Euro für das Gerät.

  • Zuverlässig: Gasheizungen sind zuverlässig und haben vor allem in Notfallsituationen Relevanz. Sie verzeihen insgesamt mehr Ungenauigkeiten bei der Planung.

  • Effizient: Gasheizungen mit Brennwerttechnik sind effizienter als alte Gasheizungen, da sie fast den kompletten Energiegehalt des Brennstoffs in Wärme umwandeln.

Contra

  • Gasleitung erforderlich: Voraussetzung für die Nutzung einer Erdgasheizung ist das Verlegen einer Gasleitung ins Gebäude oder ein Flüssiggastank.

  • Nicht klimaneutral: Gasheizungen basieren auf der Verbrennung fossiler Energieträger und verursachen dadurch klimaschädliche CO₂-Emissionen.

  • Preisschwankungen: Der Markt für fossile Energieträger wie Gas oder Öl ist starken Schwankungen unterworfen. Die Betriebskosten für eine Gasheizung können daher nicht präzise vorhergesagt werden.

  • Nicht zukunftsfähig: In Anbetracht der Klimakrise und weiteren Entwicklungen sowie Geschehnissen in der Welt, hat die konventionelle Gasheizung langfristig ausgedient. Dennoch gibt es immer mehr Gasheizungen, die H2-Ready sind, was die Gasheizung zumindest etwas ökologischer macht.

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Die Wärmepumpe: Heizsystem der Zukunft

Die Wärmepumpe nutzt einen einfachen Verdichtungsprozess, um Wärme von einem geringen auf ein höheres, im Heizkreislauf nutzbares Temperaturniveau zu heben. Dieses Prinzip entspricht dem umgekehrten Kreisprozess eines Kühlschranks: Statt Wärme von innen nach außen zu transportieren, nimmt die Wärmepumpe außen Energie auf und „schaufelt“ diese nach innen.

Als Wärmequelle kommen – je nach baulichen Gegebenheiten und Umweltbedingungen – verschiedene Alternativen infrage. So können Bauherren beispielsweise die Wärme des Erdreichs, des Grundwassers oder die Wärme in der Luft nutzen.

Die aus der Umwelt, zum Beispiel durch die Luft, aufgenommene Wärme wird zur Verdampfung des in der Wärmepumpe zirkulierenden Kältemittels genutzt. Das Kältemittel wird dann in gasförmiger Form von einem elektrisch angetriebenen Kompressor verdichtet und dadurch weiter erhitzt.

Im Verflüssiger gibt das Kältemittel die Wärme an den Heizkreislauf ab. Das Kältemittel verflüssigt sich dabei wieder und der Vorgang beginnt nach der Entspannung erneut.

Wärmepumpe oder Gas: Funktionsweise Wärmepumpe Energieumwandlung Grafik
Durch den Kreislauf aus verdampfen, verdichten, verflüssigen und entspannen kann eine Wärmepumpe zirka die fünffache Menge an Wärmeenergie aus dem eingesetzten Strom gewinnen.

Im Vergleich zu einer Gasheizung arbeitet die Wärmepumpe auf einem niedrigeren Temperaturniveau. Das heißt, die Vorlauftemperatur des Heizsystems ist bei Wärmepumpen geringer als bei konventionellen Heizungen. Bei sehr alten Gebäuden mit einem hohen Energiebedarf sollten Sie deshalb insbesondere die Qualität bestehender Heizkörper und die Dämmung prüfen lassen.

In den meisten Fällen ist aber keine Komplettsanierung nötig, um auch im Altbau mit einer Wärmepumpe über das ganze Jahr hinweg effizient und zuverlässig zu heizen.

Vor- und Nachteile der Wärmepumpe im Überblick

Pro

  • Platzsparend: Die Wärmepumpe ist etwas größer als eine Gasheizung, der Platzbedarf hält sich aber in Grenzen. Luftwärmepumpen sind besonders flexibel.

  • Geringe Heizkosten: Die Heizkosten – also die Kosten für den elektrischen Antrieb des Kompressors – fallen gering aus.

  • Planungssicherheit: Wärmepumpen sind unabhängig von fossilen Energieträgern und unterliegen dadurch nicht deren Preisschwankungen.

  • Umweltfreundlich: Wärmepumpen verbrennen keine fossilen Energieträger. Stammt der nötige Strom aus der heimischen PV-Anlage oder nutzen Sie Ökostrom, heizen Sie CO2-neutral.

  • Wartungsarm: Die Wärmepumpe arbeitet zuverlässig und überzeugt durch geringen Wartungsaufwand.

  • Staatliche Förderungen: Der Einbau einer Wärmepumpe wird vom Staat finanziell gefördert.

Contra

  • Anschaffungskosten: Im Vergleich zu einer Gasheizung sind Wärmepumpen teurer. Durch die staatliche Förderung können Sie diese Kosten allerdings reduzieren.

  • Stromverbrauch: Da die Wärmepumpe elektrisch angetrieben wird, sind die Betriebskosten vom aktuellen Strompreis abhängig – außer Sie nutzen Ihren eigenen Photovoltaikstrom. Der Stromverbrauch der Wärmepumpe hält sich allerdings in Grenzen.

  • Genehmigung: Je nach Wärmepumpenart ist eventuell – etwa für die Tiefenbohrung – eine Genehmigung erforderlich. Für die Luftwärmepumpe benötigen Sie keine.

Welche Heizungsart eignet sich für welchen Haushalt?

Die Frage, ob Wärmepumpe oder Gas am geeignetsten ist, stellt sich für viele Bauherren im Zuge der Planungen. Auch in Bestandsbauten sollten Sie den Wechsel des Energieträgers in Erwägung ziehen.

Dank der Zukunftsfähigkeit, niedrigen laufenden Kosten und der guten Umweltbilanz von Wärmepumpen lohnt es sich, zunächst die Immobilie auf die Kompatibilität mit diesem Heizsystem zu prüfen. Häufig genügt die Wärmepumpe als Einzellösung, um das Haus ganzjährig zu heizen. Ist ein zusätzliches Heizsystem zum Beispiel als Notfallreserve erwünscht oder wird benötigt, so kann eine Kombination aus einem konventionellen Heizsystem und erneuerbaren Energien als Hybridlösung durchaus sinnvoll sein.

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Bei besonders alten Gasheizungen ist ein Austausch generell zu empfehlen. Alte Gasheizungen sind nicht nur ineffizienter als moderne, sondern können im Ernstfall auch ausfallen. Im Zuge der Umrüstung bietet sich meist der Umstieg auf eine Wärmepumpe an.

In jedem Fall ist die Nutzung einer Wärmepumpe im Neubau von Vorteil. Aufgrund der hohen energetischen Anforderungen ist die Kompatibilität mit einer solchen Heizung garantiert. Das Beste: Während sich die Wärmepumpe schon recht schnell dank der niedrigen Betriebskosten und staatlichen Förderung amortisiert, leisten Sie auch etwas Gutes für die Umwelt. Noch effizienter und auf lange Sicht kostensparender ist die Wärmepumpe durch die zusätzliche Installation einer Photovoltaikanlage.

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Fördermöglichkeiten für Wärmepumpe oder Gas

Für den Einbau einer umweltfreundlichen Wärmepumpe erhalten Sie vom Staat in der Regel eine attraktive Förderung. Informationen zu allen aktuellen Regelungen rund um diese Förderung erhalten Sie in unserem Ratgeber zur Förderung der Wärmepumpe.

Gasheizungen werden vom Staat hingegen nicht mehr gefördert.

Die Kombination aus Wärmepumpe und Gasheizung

Für den seltenen Fall, dass die Wärmepumpe bei sehr alten Gebäuden als alleiniges Heizsystem nicht genügt, können Sie sie wahlweise mit einer Gasheizung kombinieren. Diese stellt an besonders kalten Tagen schnell sehr hohe Temperaturen bereit. Die Gasheizung ist also besonders im Sonderfall relevant, währenddessen die Wärmepumpe die Grundlast trägt.

Wenn Sie Interesse an einer weiterführenden Beratung rund um das Thema Wärmepumpe oder Gas haben, kann Sie ein Heizungsbauer aus Ihrer Umgebung optimal beraten, welches Heizsystem sich bei Ihrem Haus am besten eignet.

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1 BMWK: Deutsche Klimaschutzpolitik

2 Statista: Anteil der Wärmepumpen im Neubau in Deutschland in den Jahren 2000 bis 2021

Platzhalter Autorenbild

Andreas Wurm,
M.Sc.

Über den Autor

Andreas Wurm absolvierte seinen Bachelor of Science in Maschinenbau an der RWTH Aachen University und schloss einen Master in Energietechnik (Spezialisierung Erneuerbare Energien) an derselben Universität an. Nach seinem Studium war er von 2014 bis 2016 Projektingenieur in der Branche Heizungs- und Klimatechnik.

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