In Deutschland waren 2025 rund 14,8 Millionen Gasfeuerungsanlagen in Betrieb.¹ Gas zählt damit zu den meistgenutzten Energieträgern zum Heizen. Aus diesem Grund ist die Entwicklung der Gaspreise für Verbraucher relevant. Denn der Preis für Gas hat direkten Einfluss auf Ihre Heizkosten. In diesem Beitrag erfahren Sie alles Wichtige rund um die Gaspreisentwicklung in Deutschland.
Die Entwicklung der Gaspreise: Sind steigende Kosten zu erwarten?

So haben sich die Gaspreise in den letzten Jahren entwickelt
Wer die Entwicklung beim Gaspreis verfolgt, sah über viele Jahre ein stabiles Preisniveau. Von 2015 bis 2021 bewegte sich der Preis für Erdgas weitgehend zwischen rund 6 und 7 Cent pro Kilowattstunde. Somit ließen sich die Brennstoffkosten für Gas damals einfacher kalkulieren als bei Heizöl, dessen Preis schon vor der Krise stärker schwankte. 2022 änderte sich das schlagartig: Im Zuge der Energiekrise stieg der Erdgaspreis auf rund 16,7 Cent pro Kilowattstunde. Danach gab er wieder nach und lag 2025 bei rund 11 Cent pro Kilowattstunde, also weiterhin deutlich über dem Niveau vor der Krise.

Wann steigt oder sinkt der Gaspreis?
Angebot und Nachfrage bestimmen den Preis für Gas genauso wie die Preise für Konsumgüter oder andere Energieträger. Steigt die Nachfrage und das Angebot bleibt gleich, kommt es automatisch zu Preiserhöhungen. Sinkt die Nachfrage bei gleich hohem Angebot, werden die Preise sinken.
Neben diesem marktwirtschaftlichen Prinzip spielen im Hintergrund weitere Faktoren eine wichtige Rolle. So entwickelte sich der Gaspreis häufig analog zu den Preisen auf dem Energiemarkt. Lange Zeit war der Gaspreis zudem an den Ölpreis gekoppelt. Diese Ölpreisbindung wurde jedoch ab etwa 2010 schrittweise aufgehoben. Stieg der Preis für das Barrel Öl, wurde damals auch das Erdgas teurer.
Trotz der Aufhebung der Ölpreisbindung ließ sich in der Praxis lange noch eine gewisse Abhängigkeit des Gaspreises vom Ölpreis feststellen. Das hat damit zu tun, dass die Nachfrage nach Gas als alternativem Energieträger steigt, wenn das Öl teurer wird.
Eine große Rolle spielt außerdem die Speicherung: Gashändler füllen die Speicher in der Regel im Sommer, wenn die Nachfrage niedrig ist, und greifen im Winter darauf zurück. Seit 2022 gelten dafür gesetzliche Mindestfüllstände, die die Versorgungssicherheit erhöhen sollen.
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Erdgas oder Flüssiggas?
Flüssiggas ist ein Nebenprodukt der Erdöl- und Erdgasförderung. Es besteht aus Propan oder Butan beziehungsweise aus einem Gemisch dieser beiden Kohlenwasserstoffe.
Bei einem Überdruck von rund 7 bar wird dieses Gas flüssig und benötigt dadurch weniger Volumen. Auf diese Weise lässt es sich einfach in Flüssiggastanks füllen, lagern und transportieren.
Neben einem höheren Brennwert hat Flüssiggas den Vorteil, dass es flexibler eingesetzt werden kann.
Flüssiggas-Heizungen kommen zum Einsatz, wenn in Ihrer Umgebung kein Gasnetz vorhanden ist.
Nachteilig sind der höhere Gaspreis sowie der nötige Platz für einen Tank.
Moderne Heizungsanlagen können Sie sowohl mit Flüssiggas als auch mit Erdgas betreiben.
Prognose und Entwicklung beim Gaspreis
Nach dem Krisenhoch 2022 haben sich die Gaspreise wieder beruhigt, liegen aber weiterhin über dem Niveau vor der Energiekrise. Im Januar 2026 zahlte ein Durchschnittshaushalt rund 11 Cent pro Kilowattstunde.2 Kurzfristig bleibt der Preis schwankungsanfällig, etwa durch geopolitische Krisen. Langfristig sprechen mehrere Entwicklungen eher für steigende Kosten:
CO2-Bepreisung: Der CO2-Preis verteuert fossiles Erdgas Jahr für Jahr und macht 2026 bereits rund 10% des Gaspreises aus.3
Abhängigkeit von Lieferländern: Deutschland importiert die überwiegende Menge seines Gases. Daher hängt die Entwicklung des Gaspreises von der Förderung in den Lieferländern ab. Handelskonflikte mit und Sanktionen gegen Gaslieferanten können zum Beispiel zu steigenden Gaspreisen führen.
Steigende Netzentgelte: Die Gebühren für das Gasnetz steigen, weil immer weniger Gaskunden die festen Netzkosten tragen. Das treibt den Verbraucherpreis zusätzlich.4
Eine Entlastung gibt es ebenfalls: Zum 1. Januar 2026 ist die Gasspeicherumlage entfallen, die seit 2022 Teil des Gaspreises war. Ob Verbraucher davon profitieren, hängt jedoch von der Region ab, da gleichzeitig die Netzentgelte steigen.5
Welche Faktoren bestimmen den Gaspreis?
Einkaufspreis: Ein großer Anteil des Gaspreises wird durch den Preis bestimmt, den Anbieter für die Gasbeschaffung bezahlen müssen.
Gewinnmarge für den Gasanbieter: Abhängig vom Gewinnstreben der Energieanbieter können die Kosten für Gas steigen.
Netzentgelt: Für die Nutzung von Gasleitungen müssen Anbieter an die Betreiber der Gasnetze Gebühren, das sogenannte Netzentgelt, bezahlen.
Messung: Meist Teil des Netzentgeltes. Um den Gasverbrauch der einzelnen Verbrauchsstellen korrekt zu erheben, sind eine entsprechende Infrastruktur und Verwaltung nötig. Die Kosten dafür machen nur einen kleinen Teil des Gaspreises aus.
Kosten für Vertrieb/Verkauf: Investiert ein Anbieter viel Geld in Marketing und Verwaltung, kann sich das auf den Gaspreis auswirken.
Steuern: Einen nicht unbeträchtlichen Anteil am Gaspreis haben Steuern (zum Beispiel CO2-Steuer, Erdgassteuer, Umsatzsteuer).
Konzessionen: Da die Gasleitungen auf öffentlichem Grund liegen und den Kommunen gehören, müssen die Anbieter eine Konzessionsabgabe an Kommunen oder Städte bezahlen.
Tipp: Der Grundversorger ist oft nicht der günstigste Anbieter für Gas in Ihrer Region. Nutzen Sie einen Gaspreisvergleich, um das günstigste Angebot zu finden!
Was Verbraucher bei steigenden Gaspreisen tun können
Steigende Gaspreise können die Haushaltskasse deutlich belasten. Um zu prüfen, ob Ihr aktueller Gaspreis günstig ist, sollten Sie zunächst Gaspreise bei verschiedenen Anbietern vergleichen. Finden Sie deutlich günstigere Tarife, lohnt sich ein Wechsel eigentlich immer.
In einem zweiten Schritt können Sie Ihr Heizsystem prüfen. So senken modernere Gas-Brennwertthermen den Gasverbrauch deutlich. Darüber hinaus kann eine energetische Sanierung ebenfalls für einen geringeren Bedarf an Gas für die Heizungsanlage sorgen. Zu diesem Zweck lohnt sich die Beauftragung eines Energieberaters.
Langfristig kann sich darüber hinaus Solarthermie oder eine Wärmepumpe als sinnvoller Ersatz der Gasheizung anbieten. Die regenerativen Energieträger leisten einen wichtigen Beitrag für den Umweltschutz und machen Sie darüber hinaus unabhängig von der Gaspreisentwicklung. Mehr zum Thema lesen Sie in unserem Artikel „Neue Heizung, aber welche?“.
Alternativ können Sie über den Einsatz einer Gas-Hybridheizung nachdenken. Dabei kombinieren Sie ein Gasgerät mit einer nachhaltigen Heizform wie der Wärmepumpe.
Tipp: Bei steigenden Gaspreisen Anbieter wechseln
Wenn Ihr Gasanbieter die Preise erhöht und diese Erhöhung ankündigt, können Sie von Ihrem Sonderkündigungsrecht Gebrauch machen.
Eine solche Ankündigung erfolgt in der Regel schriftlich. In diesem Schreiben steht das genaue Datum der künftigen Preisanhebung.
Nach Erhalt des Schreibens können Sie den Vertrag zum Zeitpunkt der Preiserhöhung kündigen. Die genaue Frist nennt Ihr Anbieter im Ankündigungsschreiben.
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M.A. Phil R.
Phil R. hat mehrere Jahre in der Marketing-Abteilung eines Unternehmens für Heiz- und Kamintechnik gearbeitet. Dort hat er tiefe Einblicke in die Technik und Branche bekommen und gelernt, komplexe Heizungsthemen für Laien verständlich aufzubereiten.

