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Preisentwicklung beim Heizöl: ein Blick in die Zukunft

Heizöl steht für zuverlässige Wärmeversorgung und eine ausgereifte Heiztechnik. Die große Unbekannte ist allerdings die Preisentwicklung von Heizöl. Geopolitische, wirtschaftliche, steuergesetzliche und ökologische Entwicklungen führen dazu, dass die Preisentwicklung beim Heizöl schwankt. Diese Schwankungen führen dazu, dass Sie die Höhe Ihrer Heizöl-Rechnung nur schwer vorhersehen können. In unserem Ratgeber geben wir einen Überblick über die derzeitige Situation auf dem Heizöl-Markt, gehen auf aktuelle und zukünftige Trends ein und erklären, wie sich der Ölpreis zusammensetzt. Kurz: Wir setzen uns mit der Preisentwicklung von Heizöl auseinander.

Entwicklung Heizölpreis: Heizölabbau

Inhaltsverzeichnis

  1. Gründe, die für das Heizen mit Heizöl sprechen
  2. Wie ist die derzeitige Preisentwicklung beim Heizöl?
  3. Wodurch wird die Preisentwicklung beim Heizöl beeinflusst?
  4. Wie wird sich der Heizölpreis in Zukunft entwickeln?

Gründe, die für das Heizen mit Heizöl sprechen

Heizöl ist und bleibt aller Voraussicht nach noch einige Zeit einer der wichtigsten Energieträger zur Wärmeerzeugung im deutschen Markt. Im Jahr 2015 wurden rund 28% der mehr als 40 Millionen Haushalte hierzulande mit Heizöl versorgt1. Dass sich Heizöl nach wie vor großer Beliebtheit erfreut, hat seine Gründe – der brennbare Energieträger steht seit jeher für eine hohe Zuverlässigkeit, eine ausgereifte Technik und eine sichere Wärmeversorgung.

Auch die Umweltbilanz von Heizöl wird immer besser: Durch hocheffiziente Brennwertkessel und die Verwendung schwefelfreien Heizöls sowie die vielfältigen Kombinationsmöglichkeiten mit erneuerbaren Energien steigt die Umweltfreundlichkeit. Die zunehmende Effizienz des Verbrennungsprozesses schont nicht nur die Umwelt, sondern auch Ihren Geldbeutel – denn je weniger Heizöl sie verfeuern, desto geringer fällt die jährliche Rechnung für die Öl-Lieferung aus.

Wie ist die derzeitige Preisentwicklung beim Heizöl?

Anfang April 2018 wurde die für Europa wichtigste Rohölsorte „Brent“ auf den Märkten für einen Heizölpreis von knapp 70 US-Dollar pro Barrel gehandelt2, was rund 62 Euro entspricht. Das bestätigt den seit 2016 anhaltenden leicht ansteigenden Trend, liegt aber noch weit unter den Spitzenpreisenum die Jahre 2012 und 2013 herum. Damals sorgte die weltweite Verknappung der Öl-Fördermengen dazu, dass die Preise auf deutlich mehr als 100 US-Dollar pro Barrel anstiegen. Dieser Trend wurde durch den Fracking-Boom in den USA schließlich gestoppt, was zu einem Preisverfall auf teilweise unter 30 US-Dollar pro Barrel im Jahr 2016 führte.

Die Preisentwicklung für Heizöl an den weltweiten Märkten schlägt sich natürlich auch auf die Endpreise nieder, die Sie als Verbraucher für die Lieferung von Heizöl zahlen. Anfang April 2018 bezahlten Endverbraucher einen Preis von rund 64 Euro für 100 Liter Heizöl bei einer Liefermenge von 3.000 Litern.

Wie tief Sie in die Tasche greifen müssen, um den heimischen Heizöl-Tank aufzufüllen, hängt jedoch auch von Ihrem Wohnort ab. Regionale Unterschiede durch unterschiedliche Transportwege und Versorger-Strukturen sorgen dafür, dass Kunden im Süden Deutschlands bis zu zwei Euro mehr pro Liter zahlen als der Durchschnitt, während sich Kunden im Norden über eine Ersparnis von bis zu zwei Euro pro Liter freuen dürfen.

Um genau zu verstehen, was die Entwicklung des Heizölpreises beeinflusst und ob eine Prognose der zukünftigen Entwicklung möglich ist, geben wir im Folgenden einen Überblick über die wichtigsten Einflussfaktoren.

Wodurch wird die Preisentwicklung beim Heizöl beeinflusst?

Der Heizölpreis setzt sich aus vier Bestandteilen zusammen:

  • Der Produktpreis: Der Produktpreis ist der Preis, den der Händler für das Heizöl zahlt.

  • Die Energiesteuer: Was früher die Mineralölsteuer war, ist heute die Energiesteuer. Die Energiesteuer wird auf fossile Energieträger wie Mineralöle, Erdgas, Flüssiggas oder Kohle erhoben. Die gesetzliche Energiesteuer für leichtes Heizöl lag im Anfang 2018 zum Beispiel bei 6,14 Cent pro Liter.

  • Der Deckungsbeitrag: Der Deckungsbeitrag beinhaltet unter anderem die Kosten für die Lagerhaltung, die gesetzliche Bevorratung, anfallende Verwaltungsaufgaben, den Transport, den Vertrieb, die Beimischung von Additiven und die Gewinnmarge.

  • Die Mehrwertsteuer: Wie für die meisten Produkte, zahlt der Endverbraucher auch für Heizöl Mehrwertsteuer in Höhe von derzeit 19% des Netto-Preises.

Steuern

Während die Mehrwertsteuer und die Energiesteuer durch den Gesetzgeber vorgegeben sind und daher keinen starken Schwankungen unterliegen, kann der Produktpreis im Jahresverlauf stark fluktuieren. Da Rohöl an der Börse gehandelt und damit spekuliert wird, wird die aktuelle Entwicklung des Heizölpreises von Nachrichten aus aller Welt sowie von politischen Entscheidungen stark beeinflusst. Eine politische Krise im Nahen Osten oder eine Naturkatastrophe wie ein Hurrikan kann beispielsweise zu kurzfristigen und heftigen Preisänderungen an den internationalen Handelsbörsen führen und damit auch den Preis für deutsche Endverbraucher wesentlich beeinflussen.

Angebot und Nachfrage

Wie bei jedem Rohstoff haben natürlich auch Angebot und Nachfrage eine Auswirkung auf die Heizölkosten. Wenn der weltweite Lagerbestand an Rohöl zurückgeht und das Angebot dadurch sinkt, erhöht sich in der Regel der Preis. Wenn hingegen die Fördermengen durch politische Entscheidungen erhöht werden, steigt das Angebot an verfügbarem Rohöl und die Preise sinken.

Wechselkurs zwischen Euro und Dollar

Der zweitgrößte Faktor bei der Preisentwicklung des Heizöls ist der Wechselkurs zwischen Euro und Dollar. Da weltweit alle Einkäufe für Öl in US-Dollar bezahlt werden, spielt das Umtauschverhältnis zwischen Euro und Dollar eine große Rolle bei der Preisbildung. Wichtig ist: Je stärker der Euro ist, desto günstiger wird das Heizöl für den Endverbraucher in Deutschland. Seit 2017 hat der Euro dem Dollar gegenüber an Wert gewonnen, was den Preis für Heizöl aus deutscher Sicht positiv beeinflusst hat.

Transport- und Logistikkosten

Zu guter Letzt sind es auch die Transport- und Logistikkosten, die Einfluss auf die Preisentwicklung beim Heizöl haben. So sind die Lieferkosten bei kleineren Bestellmengen anteilig größer als bei großen Mengen. Als Endverbraucher können Sie daher sparen, wenn Sie sich mit Nachbarn oder Freunden zusammenschließen und größere Mengen an Heizöl ordern. Gleichzeitig wird empfohlen, die Preisentwicklung für Heizöl im Auge zu behalten und den Öltank zu einem besonders günstigen Zeitpunkt auffüllen zu lassen. Möchten Sie mehr Tipps zum Thema, empfehlen wir Ihnen unseren Artikel „Heizölkosten senken“. 

Übrigens: Mit unserer Installateur-Suche auf Dein Heizungsbauer können Sie einen kompetenten Heizungsbauer in Ihrer Umgebung finden. Dieser berät Sie nicht nur in Hinblick auf die technischen Vorteile einer Ölheizung, sondern gibt Ihnen auch Tipps und Tricks rund um die Preisentwicklung beim Heizöl.

Wie wird sich der Heizölpreis in Zukunft entwickeln?

Aufgrund der Vielzahl an schwer vorhersehbaren Einflussfaktoren ist eine Prognose für die Entwicklung beim Heizölpreis sehr schwierig. Experten versuchen dennoch, die aktuelle politische und ökonomische Lage heranzuziehen und eine Prognose abzugeben. Für das Jahr 2018 geben diese Ölpreisprognosen ein gemischtes Bild ab. Analysten und Marktbeobachter gehen aber davon aus, dass sich der Ölpreis im Durchschnitt bei etwas weniger als 60 US-Dollar pro 100 Liter bewegen wird. Diese Prognose entspricht einer leichten Abwertung des Preises für Rohöl.

 

1 Bundesverband der Deutschen Heizungsindustrie: Broschüre „Modern Heizen mit Öl“

2 Esyoil: Ölpreis aktuell

Andreas Wurm

Über den Autor

Andreas Wurm absolvierte seinen Bachelor of Science in Maschinenbau an der RWTH Aachen University und schloss einen Master in Energietechnik (Spezialisierung Erneuerbare Energien) an derselben Universität an. Nach seinem Studium war er von 2014 bis 2016 Projektingenieur in der Branche Heizungs- und Klimatechnik.

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