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Preisentwicklung beim Heizöl: ein Blick in die Zukunft

Heizöl steht für zuverlässige Wärmeversorgung und eine ausgereifte Heiztechnik. Die große Unbekannte ist allerdings die Preisentwicklung von Heizöl. Geopolitische, wirtschaftliche, steuergesetzliche und ökologische Entwicklungen führen dazu, dass die Preisentwicklung beim Heizöl schwankt. Diese Schwankungen führen dazu, dass Sie die Höhe Ihrer Heizölrechnung nur schwer vorhersehen können. In unserem Ratgeber geben wir einen Überblick über die derzeitige Situation auf dem Heizölmarkt, gehen auf aktuelle und zukünftige Trends ein und erklären, wie sich der Ölpreis zusammensetzt. Kurz: Wir setzen uns mit der Preisentwicklung von Heizöl auseinander.

Inhaltsverzeichnis

  1. Wie ist die derzeitige Preisentwicklung beim Heizöl?
  2. Wodurch wird die Preisentwicklung beim Heizöl beeinflusst?
  3. Wie wird sich der Heizölpreis in Zukunft entwickeln?
  4. Gründe, die für das Heizen mit Heizöl sprechen

Wie ist die derzeitige Preisentwicklung beim Heizöl?

Mitte 2021 wurde die für Europa wichtigste Rohölsorte „Brent“ auf den Märkten für einen Heizölpreis von knapp 69 US-Dollar pro Barrel gehandelt1, was rund 58 Euro entspricht. Das bestätigt den seit 2016 anhaltenden leicht ansteigenden Trend, liegt aber noch weit unter den Spitzenpreisen  der Jahre 2012 und 2013. 

Damals sorgte die weltweite Verknappung der Öl-Fördermengen dazu, dass die Heizölpreise auf deutlich mehr als 100 US-Dollar pro Barrel anstiegen. Dieser Trend wurde durch den Fracking-Boom in den USA schließlich gestoppt, was zu einem Preisverfall auf teilweise unter 30 US-Dollar pro Barrel im Jahr 2016 führte.

Preisentwicklung Heizöl: Heizölpreisentwicklung Grafik
Die Preisentwicklung von Heizöl unterliegt starken Schwankungen, wie aus der Grafik zu entnehmen ist.

Die Preisentwicklung für Heizöl an den weltweiten Märkten schlägt sich natürlich auch auf die Endpreise nieder, die Sie als Verbraucher für die Lieferung von Heizöl zahlen. Mitte 2021 bezahlten Endverbraucher einen Preis von rund 70 Euro für 100 Liter Heizöl bei einer Liefermenge von 3.000 Litern.

Wie tief Sie in die Tasche greifen müssen, um den heimischen Heizöl-Tank aufzufüllen, hängt jedoch auch von Ihrem Wohnort ab. Regionale Unterschiede durch unterschiedliche Transportwege und Versorger-Strukturen sorgen dafür, dass Kunden im Süden Deutschlands bis zu zwei Euro mehr pro Liter zahlen als der Durchschnitt, während sich Kunden im Norden über eine Ersparnis von bis zu zwei Euro pro Liter freuen dürfen.

Um zu verstehen, welche Faktoren die Entwicklung des Heizölpreises beeinflussen und ob eine Prognose der zukünftigen Entwicklung möglich ist, erfahren Sie im folgenden Überblick.

Wodurch wird die Preisentwicklung beim Heizöl beeinflusst?

Der Heizölpreis setzt sich aus vier Faktoren zusammen:

  • Der Produktpreis: Der Produktpreis ist der Preis, den der Händler für das Heizöl zahlt.

  • Die Energiesteuer: Was früher die Mineralölsteuer war, ist heute die Energiesteuer. Die Energiesteuer wird auf fossile Energieträger wie Mineralöle, Erdgas, Flüssiggas oder Kohle erhoben. Die gesetzliche Energiesteuer für schwefelarmes leichtes Heizöl lag im Jahr 2020 bei 6,13 Cent pro Liter.

  • Der Deckungsbeitrag: Der Deckungsbeitrag beinhaltet unter anderem die Kosten für die Lagerhaltung, die gesetzliche Bevorratung, anfallende Verwaltungsaufgaben, den Transport, den Vertrieb, die Beimischung von Additiven und die Gewinnmarge.

  • Die Mehrwertsteuer: Wie für die meisten Produkte, zahlt der Endverbraucher auch für Heizöl Mehrwertsteuer in Höhe von derzeit 19% des Netto-Preises.

Steuern

Während die Mehrwertsteuer und die Energiesteuer durch den Gesetzgeber vorgegeben sind und daher keinen starken Schwankungen unterliegen, kann der Produktpreis im Jahresverlauf stark fluktuieren. Da Rohöl an der Börse gehandelt und damit spekuliert wird, wird die aktuelle Entwicklung des Heizölpreises von Nachrichten aus aller Welt sowie von politischen Entscheidungen stark beeinflusst. Eine politische Krise im Nahen Osten oder eine Naturkatastrophe wie ein Hurrikan kann beispielsweise zu kurzfristigen und heftigen Preisänderungen an den internationalen Handelsbörsen führen und damit auch den Preis für deutsche Endverbraucher wesentlich beeinflussen.

Angebot und Nachfrage

Wie bei jedem Rohstoff haben natürlich auch Angebot und Nachfrage eine Auswirkung auf die Heizölkosten. Wenn der weltweite Lagerbestand an Rohöl zurückgeht und das Angebot dadurch sinkt, erhöht sich der Heizölpreis. Wenn hingegen die Fördermengen durch politische Entscheidungen erhöht werden, steigt das Angebot an verfügbarem Rohöl und die Preise sinken.

Wechselkurs zwischen Euro und Dollar

Der zweitgrößte Faktor bei der Preisentwicklung des Heizöls ist der Wechselkurs zwischen Euro und Dollar. Da weltweit alle Einkäufe für Öl in US-Dollar bezahlt werden, spielt das Umtauschverhältnis zwischen Euro und Dollar eine große Rolle bei der Preisbildung von Heizöl. Wichtig ist: Je stärker der Euro ist, desto günstiger wird das Heizöl für den Endverbraucher in Deutschland. Seit 2017 hat der Euro dem Dollar gegenüber an Wert gewonnen, was den Heizölpreis aus deutscher Sicht positiv beeinflusst hat.

Transport- und Logistikkosten

Zu guter Letzt sind es auch die Transport- und Logistikkosten wichtige Faktoren, die Einfluss auf die Preisentwicklung beim Heizöl haben. So sind die Lieferkosten bei kleineren Bestellmengen anteilig größer als bei großen Mengen. Als Endverbraucher können Sie daher sparen, wenn Sie sich mit Nachbarn oder Freunden zusammenschließen und größere Mengen an Heizöl ordern. Gleichzeitig wird empfohlen, die Preisentwicklung für Heizöl im Auge zu behalten und den Öltank zu einem besonders günstigen Zeitpunkt auffüllen zu lassen. Möchten Sie mehr Tipps zum Thema, empfehlen wir Ihnen unseren Artikel „Heizölkosten senken“. 

Übrigens: Mit unserer Installateur-Suche auf Dein Heizungsbauer können Sie einen kompetenten Heizungsbauer in Ihrer Umgebung finden. Dieser berät Sie nicht nur in Hinblick auf die technischen Vorteile einer Ölheizung, sondern gibt Ihnen auch Tipps und Tricks rund um die Preisentwicklung beim Heizöl.

Wie wird sich der Heizölpreis in Zukunft entwickeln?

Aufgrund der Vielzahl an schwer vorhersehbaren Einflussfaktoren ist eine Prognose für die Entwicklung beim Heizölpreis sehr schwierig. Experten versuchen dennoch, die aktuelle politische und ökonomische Lage heranzuziehen und eine Prognose abzugeben. 

Im Januar 2021 wurde die CO2-Steuer eingeführt, die dafür sorgt, dass Besitzer einer Ölheizung höhere Kosten haben. Die Steuer richtet sich nach dem ausgestoßenen Kohlenstoffdioxid und beträgt aktuell 25 Euro pro Tonne CO2. Bei einem Jahresverbrauch von 3000 Liter Heizöl zahlen Sie jährlich 200 Euro mehr. Bis 2025 soll die CO2-Steuer auf 55 Euro pro Tonne CO2 erhöht werden. Demnach sollen Verbraucher bis zu 400 Euro mehr für das Heizen mit Heizöl zahlen. 

Gründe, die für das Heizen mit Heizöl sprechen

Heizöl ist und bleibt aller Voraussicht nach noch einige Zeit einer der wichtigsten Energieträger zur Wärmeerzeugung im deutschen Markt. Im Jahr 2019 befanden sich rund 4,8 Millionen Ölheizungen in Deutschland im Betrieb2. Dass sich Heizöl nach wie vor großer Beliebtheit erfreut, hat seine Gründe – der brennbare Energieträger steht seit jeher für eine hohe Zuverlässigkeit, eine ausgereifte Technik und eine sichere Wärmeversorgung.

Auch die Umweltbilanz von Heizöl wird immer besser: Durch hocheffiziente Brennwertkessel und die Verwendung schwefelfreien Heizöls sowie die vielfältigen Kombinationsmöglichkeiten mit erneuerbaren Energien steigt die Umweltfreundlichkeit. Die zunehmende Effizienz des Verbrennungsprozesses schont nicht nur die Umwelt, sondern auch Ihren Geldbeutel – je weniger Heizöl sie verbrennen, desto geringer fällt die jährliche Rechnung für die Öllieferung aus.

 

1 Esyoil: Ölpreis aktuell 

2 Statista: Anzahl der Ölheizungen in Deutschland in den Jahren 2010 bis 2019

 

Andreas Wurm,
M.Sc.

Über den Autor

Andreas Wurm absolvierte seinen Bachelor of Science in Maschinenbau an der RWTH Aachen University und schloss einen Master in Energietechnik (Spezialisierung Erneuerbare Energien) an derselben Universität an. Nach seinem Studium war er von 2014 bis 2016 Projektingenieur in der Branche Heizungs- und Klimatechnik.

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