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Kostengünstig heizen mit Öl: Heizölkosten senken

Die Brennstoffpreise sind eines der entscheidenden Kriterien für die Wirtschaftlichkeit einer Heizungsanlage. Denn über die Lebensdauer geben Sie in der Regel weit mehr für den Brennstoff aus als für die Beschaffung der Heizung selbst. Das Zusammenspiel aus Verbrauch und Preis gilt es zu optimieren, damit Sie langfristig günstig mit Öl heizen können. Natürlich haben Sie Einfluss auf den Verbrauch, doch auch durch ein geschicktes Verhalten bei der Heizölbestellung können Sie die Heizölkosten senken. Wie Sie am besten vorgehen, um Ihre Heizölkosten zu minimieren, darum geht es in diesem Beitrag.

Heizölkosten senken und Energie sparen

Inhaltsverzeichnis

  1. Moderne Ölheizungen sind hocheffizient
  2. So bestellen Sie Heizöl am günstigsten
  3. Zu hohe Heizölkosten vermeiden durch effizientes Heizen
  4. Wir empfehlen im Überblick

Fast ein Viertel der deutschen Häuser und Wohnungen werden mit Öl beheizt. Nimmt man Gas hinzu, hängen mehr als der Hälfte der Haushalte von fossilen Energieträgern ab. Ihre weite Verbreitung haben die beiden Brennstoffe unter anderem der vergleichsweise hohen Energiedichte zu verdanken.

Der Gedanke an die Abhängigkeit vom Brennstoff hat für viele etwas Besorgniserregendes, insbesondere vor dem Hintergrund, dass der Endabnehmer keinen Einfluss auf die Preise und damit auf die Heizölkosten hat. Trotz allem hat die Ölheizung nach wie vor ihre Daseinsberechtigung. Zeitgemäße Ölbrennwertheizungen arbeiten hocheffizient und nutzen den Brennstoff sogar nahezu verlustfrei aus. Nicht immer ist eine Umstellung auf Gas oder regenerative Technologien möglich.

Moderne Ölheizungen sind hocheffizient

Bei Ölheizungen lassen sich drei verschiedene Evolutionsstufen unterscheiden. Ältere Standard- und etwas modernere Niedertemperaturheizkessel nutzen lediglich den Heizwert des Öls. Bei dieser konventionellen Technik werden die Abgase aus der Verbrennung ohne weitere Behandlung abgeleitet. Durch die aktuellen Heizkessel mit Brennwerttechnik hat man jedoch einen Weg gefunden, zusätzliche Energie aus dem Verbrennungsprozess nutzbar zu machen. Doch wie geht das?

Die bei der Verbrennung von Heizöl entstehenden Abgase enthalten heißen Wasserdampf, den ältere Heizungen ungenutzt freisetzen. Brennwertkessel schließen diese Lücke, indem sie die heißen Abgase durch einen Wärmetauscher führen. Dort kondensiert der Wasserdampf, wobei zusätzliche Wärme frei wird. Bei der Betrachtung der verschiedenen Abgastemperaturen wird der Unterschied deutlich: Bei alten Ölheizungen entweichen die Abgase mit Temperaturen um 160°C, bei der Brennwerttechnik ist die Temperatur dagegen mehr als 100 Grad niedriger. Dementsprechend wandelt ein Brennwertkessel die Energie im Öl unter viel geringeren Verlusten in nutzbare Wärme um. Die Tabelle zeigt auf einen Blick charakteristische Wirkungsgrade der verschiedenen Generationen von Ölheizungen1.

Ölheizungstechnik Energieausnutzung (bezogen auf den Brennwert)
Ölbrennwertgerät
98 %
Öl-Niedertemperaturgerät
87 %
Altes Ölheizgerät
68 %

Wie setzen sich die Heizölkosten zusammen?

Die nächste entscheidende Komponente für die Heizölkosten ist natürlich der Brennstoff selbst. In einem separaten Artikel haben wir alles Wichtige zum Thema Entwicklung des Heizölpreises zusammengefasst. Wenn wir von Heizöl sprechen, dann gibt es nur eine standardisierte Sorte, die für den Endanwender interessant ist. Die einschlägige Norm DIN 51603-1 nennt es Heizöl EL schwefelarm. Doch die meisten Anbieter haben ihre eigenen Handelsbezeichnungen für das Standardheizöl.

Ausgehend von dieser Standardsorte gibt es Premium-Varianten, die mit Zusätzen (sogenannten Additiven) angereichert sind. Diese Zusatzstoffe dienen unter anderem dazu, die Fließfähigkeit des Heizöls zu verbessern, den Verbrennungsprozess rückstandsfreier zu gestalten sowie die Alterung zu verlangsamen und die Geruchsbelastung durch das Öl zu vermindern.

Aber auch Bioheizöl wird vermarktet. Dabei stammt ein Teil des Brennstoffes nicht aus fossilen, sondern aus erneuerbaren Quellen. In der Regel kommt Bioethanol aus der Vergärung von Stärke und Zucker aus pflanzlichen Quellen zum Einsatz. Ausgehend vom Standardheizöl, auf dem sie basieren, verlangt der Ölhändler einen Aufschlag für die anderen beiden Qualitäten. Die bestimmenden Preisbestandteile sind jedoch für alle Sorten nahezu identisch.

Ihr Brennstoffhändler kalkuliert den Heizölpreis anhand der folgenden Positionen:

  • Einkaufspreis des Öls

  • Energiesteuer

  • Mehrwertsteuer

  • Deckungsbeitrag

Im Deckungsbeitrag sind sämtliche Kosten des Händlers enthalten. Diese Position umfasst neben den Ausgaben für Lagerhaltung und Transport auch eine Umlage der Gemeinkosten für Verwaltung und Vertrieb sowie die Marge.

Viel interessanter ist jedoch die Relation, in der die einzelnen Posten zueinander stehen. Die Grafik zeigt, wie sich der Preis für den Liter Heizöl von 52 Cent im Juli 2017 in Deutschland zusammensetzte. Lediglich die Energiesteuer verhält sich nicht proportional zum Einkaufspreis.

Schwankungen im Heizölpreis sind daher in erster Linie auf den Einkaufspreis des Öls zurückzuführen. Dieser kann in Folge von Konjunkturschwankungen, politisch begründeten Festlegungen der Fördermengen oder Naturkatastrophen deutlich variieren.

So bestellen Sie Heizöl am günstigsten

Wenn es auf den Herbst zugeht, werden Besitzer einer Ölheizung langsam unruhig. Denn spätestens jetzt sollten die Tanks wieder mit Heizöl aufgefüllt werden. Doch es kann sich lohnen, das Heizöltanken nicht bis zum spätmöglichsten Zeitpunkt hinauszuzögern.

Richtigen Zeitpunkt finden

Je früher Sie die aktuelle Preissituation beim Heizöl im Auge behalten, desto besser stehen Ihre Chancen, sich einen günstigen Preis zu sichern. Der Heizölpreis kann stark schwanken und das sogar innerhalb von Stunden. Bei der Abnahme größerer Mengen ergibt eine Differenz um wenige Cent im Literpreis bereits eine stattliche Ersparnis.

Beginnen sollten Sie mit dem Bestellprozess bereits einige Wochen vor dem gewünschten Lieferdatum. Es bietet sich an, die Entwicklung der Heizölpreise mit Hilfe von Vergleichsportalen im Auge zu behalten. Oft erhalten Sie dort nicht nur die tagesaktuellen Heizölpreise für Ihre Region, sondern auch ein Verlaufsdiagramm. Beachten Sie, dass der zum Zeitpunkt der Bestellung gültige Heizölpreis fällig wird. Es geht also unter anderem darum, einen günstigen Moment für die Auslösung Ihrer Bestellung abzupassen.

Passenden Anbieter suchen

Doch bei der Entscheidung für die Bestellung bei einem bestimmten Händler sollten Sie noch weitere Kriterien einbeziehen, die sich teils deutlich auf die Heizölkosten auswirken können. Jeder Anbieter ist frei in der Gestaltung der zusätzlichen Kostenbestandteile, die wir Ihnen beispielhaft aufgelistet haben.

Kostenbestandteile Heizölpreis

  • Mindermengenzuschlag

  • Anfahrtspauschale

  • Gebühr für mehrere Abladestellen

  • Mengenrabatt

  • Gebühr für verschiedene Zahlungsarten

  • Gebühr für kurzfristige Lieferung

  • Zinsen für Ratenzahlung

Es kann also durchaus sein, dass Sie bei einem auf den ersten Blick im Literpreis teureren Anbieter Ihr Heizöl zu niedrigeren Gesamtkosten beziehen können. Heizölkosten können Sie daher am wirkungsvollsten sparen, indem Sie alle für Sie relevanten Kostentreiber in die Betrachtung miteinbeziehen.

Beispiel: relevante Kostentreiber

  • Viele Heizölhändler gewähren ab der Abnahme von 3000 Litern einen Rabatt auf den Literpreis. Sie sparen also den ein oder anderen Euro, wenn Sie 3000 Liter auf einmal kaufen, statt drei Mal 1000 Liter.

  • Haben Sie nicht so viel Platz im Tank oder bringt eine so große Menge den Haushalt in finanzielle Schieflage, können Sie über eine Ratenzahlung oder die Sammelbestellung mit einem Nachbarn nachdenken, um dennoch vom günstigeren Preis zu profitieren.

  • Gegenrechnen müssen Sie in beiden Fällen die jeweils fälligen Zinsen oder Gebühren. So finden Sie heraus, wie Sie Ihre nächste Heizölbestellung optimal gestalten.

Zu hohe Heizölkosten vermeiden durch effizientes Heizen

Ihre Heizrechnung wird nicht nur dadurch bestimmt, zu welchem Preis Sie den Brennstoff kaufen, sondern auch durch Ihren Verbrauch. Den können Sie glücklicherweise auch ohne den Wechsel der Heizungsanlage deutlich beeinflussen. Mit einigen einfachen und günstig umsetzbaren Tipps sind Einsparungen im zweistelligen Prozentbereich drin.

Prüfen Sie, inwieweit die Punkte der folgenden Liste bereits Teil Ihrer Routine sind. Falls Ihnen die Umsetzung aller Tipps auf einmal zu viel ist, suchen Sie sich diejenigen Maßnahmen heraus, bei denen Sie das günstigste Verhältnis zwischen Kosten und Nutzen erkennen.

1. Die richtige Temperatur in Abhängigkeit von Tageszeit und Nutzung des Raumes wählen

Im Schlafzimmer darf es etwas kälter sein als beispielsweise im Wohnzimmer. Und auch wenn sie länger abwesend sind, können Sie die Heizleistung etwas drosseln. Eine Reduktion der Raumtemperatur um 1°C spart zirka 6% Heizöl. Mit programmierbaren und vernetzten Thermostaten oder einem Heizkessel mit moderner Regelung setzen Sie das relativ einfach um. Hier lesen Sie mehr dazu, wie Sie Ihr Heizkörperthermostat auf die richtige Temperatur einstellen

2. Den Heizkörpern Freiraum gewähren

Die vom Heizkörper abgegebene Wärme erzeugt eine Luftströmung. Dieser Effekt wird gestört, wenn Vorhänge oder Möbel den Heizkörper verdecken. In der Folge wird der Raum ungleichmäßig erwärmt und die Heizölkosten steigen.

3. Regelmäßig lüften

Trockene Luft lässt sich besser erhitzen als feuchte. Stoßlüften ist der effizienteste Weg, den Luftaustausch von feuchter gegen trockene Luft herbeizuführen. Lüften Sie lieber kurz und intensiv: So kühlen die Wände nicht aus und Ihre Heizung muss lediglich die kühle Luft wieder auf die Wunschtemperatur bringen.

4. Nachts Fenster verdunkeln

Undichte oder schlecht isolierte Fenster stellen oft eine Kältebrücke nach draußen dar. Verdunkeln Sie die Fenster mit Rollläden, Jalousien oder Vorhängen, um eine weitere Barriere für die Luft zu schaffen.

5. Wäsche nicht in der Wohnung trocknen

Beim Trocknen der Wäsche in der Wohnung oder gar auf der Heizung gelangt in kurzer Zeit sehr viel Feuchtigkeit in die Raumluft. Dann sollten Sie zwischendurch die Fenster öffnen und die Heizung im Anschluss anschalten, um schnell einen Ausgleich des Raumklimas zu schaffen. Sparen Sie sich jedoch am besten die zusätzlichen Heizkosten und die Schimmelgefahr, indem Sie den Wäschekeller oder einen Trockner nutzen.

6. Auf der Südseite liegende Fenster zum Lüften nutzen

Es gibt nichts Behaglicheres, als wenn in den kalten und oft dunklen Monaten die Sonne durch die Fenster scheint. Wenn Sie diese Fenster zum Lüften nutzen, vergrößert sich der Nutzen, denn die Sonne kann den Raum besser aufheizen.

7. Fenster und Türen abdichten

Undichte Fenster und Türen erkennen Sie leicht, wenn Sie eine Kerzenflamme in ihre Nähe halten und diese zu flackern beginnt. Gealterte und poröse Dichtbänder können Sie leicht selbst durch neue ersetzen. Sie erhalten Sie in Baumärkten und sogar einigen Supermärkten und Drogerien. Für Haus- und Zimmertüren mit Schlitz bieten sich außerdem Zugluftstopper an.

8. Heizung warten und Heizkörper entlüften

Die Heizung setzt das Heizöl am besten in Wärme um, wenn sie optimal gereinigt und eingestellt ist. Zu den Wartungsmaßnahmen gehören unter anderem die Einstellung der Verbrennungstemperatur, die Reinigung von Einspritzdüse sowie Brennraum und Filtern.

Das auf Temperatur gebrachte Heizwasser soll aber auch möglichst gut im Heizkreislauf zirkulieren. Ein hydraulischer Abgleich sorgt dafür, dass das Heizwasser alle Heizkörper in gleichem Maße durchfließt. Diese Einstellungen überlassen Sie besser dem fachkundigen Heizungsbauer. Mit unserer Postleitzahl-Suche für Heizungsinstallateure können Sie schnell einen Experten in Ihrer Nähe finden. Selbst können Sie tätig werden, indem Sie die Heizkörper zu Beginn jeder Heizperiode entlüften und sie von Staub und abgelagertem Schmutz reinigen.

9. Heizung modernisieren

Prüfen Sie von Zeit zu Zeit, ob sich eine Erneuerung der Heizungsanlage lohnt. Denn erneuerbare Energiequellen bieten gegenüber dem Heizöl beispielsweise den Vorteil der höheren Versorgungssicherheit.

Sie können aber auch dem Heizöl als Energieträger treu bleiben und in einen Heizkessel mit moderner Brennwerttechnik investieren. Für beide Szenarien gibt es lukrative Fördermöglichkeiten. Auch die Kombination von Ölbrennwerttechnik mit Solarthermie oder einer Wärmepumpe kann das Richtige für Sie sein. Mehr Details zu den einzelnen Maßnahmen und Anleitungen zur Umsetzung der Dinge, die Sie selbst tun können, erhalten Sie in unserem Beitrag über „Heizkosten sparen“.

Wir empfehlen im Überblick

Viele Wege führen zur Senkung Ihrer Heizölkosten. Die maximale Ausbeute erreichen Sie natürlich, indem Sie die verschiedenen Ansatzpunkte kombinieren. Wie immer bietet es sich natürlich an, dort zu beginnen, wo Sie mit geringem Aufwand das meiste Potenzial haben.

  • Versuchen Sie, einige der Tipps zum optimalen Heizen und Lüften in Ihren Alltag zu integrieren und beobachten Sie in der nächsten Heizperiode, ob sich eine deutliche Veränderung zeigt.

  • Nehmen Sie unsere Tipps zum Anlass, sich frühzeitig um die anstehende Heizölbestellung zu kümmern, um sich einen günstigen Heizölpreis zu sichern.

  • Indem Sie die Heizung in einem guten Wartungszustand erhalten, nutzen Sie die technischen Möglichkeiten Ihrer Heizung optimal aus. Auch das kann einige Prozent der Heizölkosten einsparen.

  • Nähert sich Ihre Heizungsanlage dem Ende ihrer zu erwartenden Lebensdauer, sollten Sie sich frühzeitig beraten lassen. Der rechtzeitige Wechsel auf eine neue Heizung kann sich durch deren Effizienzvorteile schneller bezahlt machen als gedacht – nutzen Sie auch Fördermöglichkeiten der Hersteller und/oder des Staates.

  • Ein kompetenter Heizungsbauer in Ihrer Umgebung hilft Ihnen dabei, auch zukünftig möglichst günstig zu heizen. Ob Sie sich dann für eine moderne Ölheizung oder einen alternativen Energieträger entscheiden, das hängt vom Einzelfall ab.

 

1 Institut für Wärme und Öltechnik: Ölheizung erneuern und in die Zukunft starten

2 Institut für Wärme und Öltechnik: Wie setzt sich der Heizölpreis zusammen?

 

Phil R.

Über den Autor

Phil R. hat mehrere Jahre in der Marketing-Abteilung eines Unternehmens für Heiz- und Kamintechnik gearbeitet. Dort hat er tiefe Einblicke in die Technik und Branche bekommen und gelernt, komplexe Heizungsthemen für Laien verständlich aufzubereiten.

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