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Heizkörper reinigen: Schritt für Schritt zum gesunden Raumklima

Verstaubte Heizkörper stören nicht nur den optischen Eindruck und machen muffige Luft – sie kosten Sie auch bares Geld. Denn: Verschmutzte Heizkörper können die Heizleistung um bis zu 25 % verringern. Dass das Reinigen der Heizkörper Ihnen ein Viertel der Heizkosten spart, wäre zwar zu viel versprochen – dennoch empfehlen wir Ihnen, die Heizkörper mindestens einmal im Jahr von Schmutz zu befreien. In diesem Artikel zeigen wir Ihnen, wie sich Heizkörper reinigen lassen – schnell und unkompliziert. Mit unserer Übersicht der verschiedenen Heizkörpertypen und einer Schritt-für-Schritt-Anleitung liefern wir Ihnen alle Informationen, die Sie benötigen, um Ihre Heizkörper optimal zu reinigen.

Inhaltsverzeichnis

  1. Heizkörper reinigen – Wieso überhaupt?
  2. Kleine Heizkörperkunde
  3. Schritt für Schritt: So können Sie optimal Ihren Heizkörper reinigen
  4. Kleine und größere optische Schäden beheben

Heizkörper reinigen – Wieso überhaupt?

Doch wie kommt es dazu, dass sich Staub in der Heizung sammelt und welche Probleme kann das zuhause verursachen? Natürlich sind die schwer zugänglichen Lamellen der ideale Platz für Staub- und Schmutz. Besonders gemein: Erst wenn die Heizung läuft, wird sie zum regelrechten Staubfänger. Der Staub steigt mit der warmen Luft über dem Heizkörper auf und fällt mit der erkaltenden Luft wieder herab. So wird ständig neuer Staub aufgewirbelt, der unter anderem ins Innere des Heizkörpers gelangt. Aus diesem Grund leiden Hausstauballergiker während der Heizsaison besonders.

An den unzugänglichen Stellen wachsen Staubpartikel mit der Zeit zu beachtlichen Wollmäusen heran. Besonders unangenehm kann das in Bad und Küche werden. Denn Feuchtigkeit und Fett in der Luft sorgen dafür, dass sich der Staub als unappetitliche und klebrige Schicht auf dem Heizkörper ablagert.

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Verstaubte Heizkörper sorgen also während des Betriebes dafür, dass Staub in der Luft zirkuliert und verschlechtern so das Raumklima. Nicht-Allergiker bemerken das daran, dass ihre Schleimhäute schneller austrocknen als sonst und so die ideale Angriffsstelle für Viren bieten. Zusätzlich behindert eine Staubschicht die Wärmeübertragung vom Heizkörper an die Raumluft. Wir empfehlen: Machen Sie sich einmal im Jahr an die unliebsame Aufgabe und packen Sie das Thema „Heizkörper reinigen“ an. Ihr Geldbeutel und Ihre Gesundheit werden es Ihnen danken. Falls diese Effekte für Sie nicht direkt spürbar sind, können Sie sich mit dem Gedanken trösten, dass Ihre Wohnung auch dort sauber ist, wo man es nicht auf den ersten Blick sehen kann.

Kleine Heizkörperkunde

Wie komfortabel sich Ihre Heizkörper reinigen lassen, hängt stark von ihrer Bauform ab. Damit Sie unsere Schritt-für-Schritt-Anleitung ans Ziel bringt, sollten Sie sich erst einmal damit befassen, mit welcher Variante Sie es zu Hause zu tun haben.

Beginnen wir mit dem Funktionsprinzip als Unterscheidungskriterium. Das ist bei fast allen Heizkörpern dasselbe. Eine kleine Ausnahme sind Konvektoren: Sie funktionieren rein elektrisch und nutzen nur Luft als Trägermedium für die Wärme. Die heißen Bauteile werden von Luft umströmt, die sich im Raum verteilt. Diese Heizkörper können Sie als Laie nur äußerlich reinigen.

Alle anderen gängigen Heizkörper beinhalten Wasser, das eine  zentrale Heizungsanlage aufheizt. Unterscheiden sollten Sie zwischen Glieder-, Röhren- und Plattenheizkörpern. Gliederheizkörper sind die älteste Bauform und daher vor allem in Altbauten nach wie vor sehr verbreitet. Dieser Typ ist auch als „Rippenheizkörper“ bekannt. Sein Bauprinzip: Beliebig viele Bauelemente aus Stahlblech sind aneinandergereiht. Dank ihrer offenen Bauweise zählen sie zu den reinigungsfreundlicheren Vertretern ihrer Art.

Ähnlich verhält es sich mit Röhrenheizkörpern, die Sie unter dem Namen „Handtuchtrockner“ eventuell in Ihrem Bad finden. Bewohnen Sie ein neu erbautes oder kürzlich saniertes Haus, dann werden Sie die heute am meisten verbreitete Heizkörpervariante antreffen: den Plattenheizkörper. Er ist besonders platzsparend gebaut und verfügt im Inneren über lamellenartige Konvektionsblechen. Nach außen weist er allerdings eine geschlossene Oberfläche auf. Bei der Reinigung dieses Heizkörpertyps werden Sie daher nicht darum herumkommen, alle beweglichen Gitter abzunehmen.

Alles Weitere erfahren Sie in der Schritt-für-Schritt-Anleitung.

Schritt für Schritt: So können Sie optimal Ihren Heizkörper reinigen

Damit aus dem Heizkörperreinigen keine unfreiwillige Yoga-Stunde wird, sollten Sie sich vorher das passende Equipment besorgen und schon einmal zurechtlegen. Viel brauchen Sie gar nicht, doch dieses Wenige sowie eine gründliche Vorbereitung machen Ihnen das Leben leichter.

Wir empfehlen: Investieren Sie ein paar Euro in eine Heizkörperbürste aus Ziegenhaar. Möchten Sie Ihren Heizkörper reinigen, sparen Sie nicht an der falschen Stelle! Denn je länger die Bürste ist, desto kraftsparender können Sie später arbeiten. Die Heizkörperbürste ist so geformt, dass sie auch enge Stellen im Heizkörper erreicht. Anders als ein Staubsauger löst sie den hartnäckigen Schmutz mechanisch. Trotzdem sollten Sie Ihren Staubsauger bereithalten, um oberflächlichen Staub direkt zu entfernen. Legen Sie dazu noch einen feuchten Lappen unter den Heizkörper, der herausfallenden Schmutz direkt fixiert, sodass er sich nicht über die Luft im gesamten Raum ausbreitet.

Nun sind Sie soweit und können schrittweise mit der Reinigung des Heizkörpers starten.

1. Schaffen Sie Platz

Räumen Sie den Heizkörper frei und lassen Sie ihn vollständig abkühlen, bevor Sie mit dem Reinigen beginnen. Das erleichtert das Putzen, denn Sie brauchen sich keine Sorgen über Verbrennungen zu machen. Bei der Gelegenheit können Sie gleich den Heizkörper entlüften, denn auch das bietet sich zu Beginn der Heizperiode an. Alles Wissenswerte zu diesem Thema haben wir für Sie im Artikel "Heizung richtig entlüften" zusammengestellt.

2. Abdeckungen reinigen

Hier kommt es auf die Art Ihres Heizkörpers an: Während Rippen- und Röhrenheizkörper meist nicht über bewegliche Bauteile verfügen, können Sie bei Plattenheizkörpern zumindest das obere Gitter abnehmen. Ein Blick sagt Ihnen, ob Sie die Abdeckung einfach abziehen können, oder ob Sie vorher noch Schrauben lösen müssen. Je nach Modell Ihres Plattenheizkörpers können Sie eventuell auch die Verkleidung auf der Seite des Ventils abnehmen. Auf der Seite mit dem Thermostat hingegen ist die Abdeckung in der Regel fest verbaut.

Arbeiten Sie weniger mit Kraft, sondern mit Gefühl – und lassen Sie im Zweifelsfall die Abdeckung an ihrem Platz. Da Sie Gitter und Abdeckung nun ohnehin schon in der Hand haben, können Sie die Teile direkt reinigen. Der Zustand der Unterseite zeigt meist schon, dass es höchste Zeit zum Putzen ist. Weniger verstaubten Gittern können Sie mit einem Borstenpinsel oder dem Staubsauger zu Leibe rücken. Bei starken Ablagerungen bietet es sich an, diese mit Seife oder Spülmittel in warmem Wasser einzuweichen. Besonders bei fettverschmierten Gittern wirkt das Wunder.

Damit Sie nicht noch mehr Dreck verursachen, stellen Sie das Gitter in einen Eimer oder brausen es gleich unter der Dusche ab. Danach sollten Sie mit klarem Wasser nachwischen und das Gitter gut trocknen lassen.

Elektrische Konvektoren brauchen eine besondere Behandlung: Hier sollten Sie lediglich von außen lose aufliegenden Staub entfernen. Die Arbeit am geöffneten Konvektor überlassen Sie lieber dem Experten, denn hier fließt Strom.

3. Reinigung der Lamellen im Inneren

Nun widmen wir uns dem aufwendigsten Teil: dem Inneren des Heizkörpers. Je nach Platzverhältnissen können Sie es zuerst mit einem Staubsauger mit einem schmalen Aufsatz versuchen. Auch ein Föhn ist gut geeignet, um den Staub von oben nach unten aus dem Heizkörper zu pusten. Idealerweise haftet er auf dem feuchten Tuch, das Sie vorher unter dem Heizkörper platziert haben.

Wirklich hartnäckige Verschmutzungen lösen Sie allerdings am besten mit der Heizkörperbürste. Hier hilft leider nichts anderes, als Zwischenraum für Zwischenraum einzeln zu bearbeiten. Bei Plattenheizkörpern mit vielen Konvektionsblechen wird das schnell zur Geduldsprobe. Einfacher haben Sie es bei Rippen- und Röhrenheizkörpern, die meist von mehreren Seiten aus zugänglich sind. Mit wenigen Zügen der Bürste können Sie schon viel bewirken. Beim Röhrenheizkörper bietet sich der Einsatz eines sogenannten „Lamellenreinigers“ mit Stoffoberfläche an, der den Staub fixiert.

4. Reinigung von außen

Anders bei der Reinigung von außen: Ein sauberer Lappen oder ein weicher Schwamm sind die Mittel der Wahl für eine schonende Reinigung. Als Reinigungsmittel eignen sich gängige milde Haushaltsreiniger für Bad und Küche oder einfaches Spülmittel. Das beste Mittel gegen die schmierige Verbindung von Fett und Staub ist Backofenspray. Arbeiten Sie nicht mit zu viel mechanischem Druck, denn der Lack auf der Oberfläche des Heizkörpers kann Schaden nehmen. Wischen Sie mit klarem Wasser nach und trocknen Sie den Heizkörper leicht ab. Die restliche Feuchtigkeit trocknet schnell an der Raumluft. Entfernen Sie das feuchte Tuch unter dem Heizkörper, mit dem Sie den Staub aufgefangen haben und geben Sie dem aufgewirbelten Staub Zeit, sich zu legen.

5. Thermostatkopf reinigen

Mit seinen Lamellen ist der Thermostatkopf oft ein ebenso großer Staubfänger wie der Heizkörper selbst. Am besten waschen Sie den abgeschraubten Thermostatkopf unter fließendem Wasser ab. Der Thermostatkopf lässt sich am leichtesten abschrauben, wenn er voll aufgedreht ist. Keine Sorge, beim Lösen der Überwurfmutter kann kein Wasser austreten. Denken Sie nach dem Reinigen daran, sich die Montage zu erleichtern, indem Sie den Kopf wieder auf die höchste Stufe drehen.

6. Die Reinigung abschließen

Nun können Sie Ihren Heizkörper wieder zusammenbauen und aufdrehen. Sie können sich nicht nur über behagliche Wärme freuen, sondern auch über die gesparten Heizkosten und das bessere Raumklima. Mussten Sie einiges aus dem Weg räumen, um gut an den Heizkörper heranzukommen, dann sollten Sie sich überlegen, ob alles wieder an seinen alten Platz soll. Denn: Am besten funktioniert der Wärmeaustausch zwischen Heizkörper und Raumluft, wenn die Luft ungehindert zirkulieren kann.

Kleine und größere optische Schäden beheben

Wenn der Heizkörper einmal freigeräumt ist, können Sie diese Gelegenheit auch gleich für kleine Ausbesserungsarbeiten ausnutzen. Der natürliche Alterungsprozess lässt die Lackoberfläche von Heizkörpern vergilben. Dazu kommen mechanische Beschädigungen. Kleinere Macken sollten Ihnen aber keine Sorgen bereiten. In jedem Heimwerkermarkt finden Sie Heizkörperlack in der passenden Farbe, den Sie mit einem Pinsel auftragen können. Möchten Sie gleich Ihrem gesamten Heizkörper frisch lackieren, haben wir eine eigene Schritt-für-Schritt-Anleitung hierfür.

Trauen Sie sich ruhig etwas zu, denn das Ergebnis der Reinigung ist die Mühe wert. Auch mit unseren zahlreichen Tipps werden wir es wohl nicht schaffen, das Reinigen von Heizkörpern zu Ihrer Lieblingsbeschäftigung zu machen. Trotzdem gibt es eine gute Nachricht: Bereits ein Reinigungsdurchgang pro Heizsaison sichert in Ihrem Zuhause die optimale Wärmeübertragung und Sauberkeit. Mit staubfreien Heizkörpern sparen Sie nicht nur Geld, sondern tun auch dem Wohnraumklima und damit Ihrem Wohlbefinden und Ihrer Gesundheit etwas Gutes.

Andreas Wurm

Über den Autor

Andreas Wurm absolvierte seinen Bachelor of Science in Maschinenbau an der RWTH Aachen University und schloss einen Master in Energietechnik (Spezialisierung Erneuerbare Energien) an derselben Universität an. Nach seinem Studium war er von 2014 bis 2016 Projektingenieur in der Branche Heizungs- und Klimatechnik.

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