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Heizkörper streichen und lackieren: Darauf sollten Sie achten

Heizkörper sind in erster Linie keine Design-Objekte, sondern Mittel zum Zweck: Im Heizkörper zirkuliert heißes Wasser, dessen Wärme über die Oberfläche an die Umgebung abgegeben wird und in der kalten Jahreszeit für eine angenehme Temperatur im Wohnraum sorgt. Der optische Zustand der Heizkörper prägt dennoch den Gesamteindruck des Raums maßgeblich.

Inhaltsverzeichnis

  1. Heizkörper lackieren: Auf die richtige Vorbereitung kommt es an
  2. Heizkörper lackieren leichtgemacht: Unsere Schritt-für-Schritt-Anleitung
  3. Do it Yourself vs. Handwerksprofi: Wer darf den Heizkörper lackieren?
Heizkörper lackieren und streichen: Pinsel

Dass Heizkörper vergilben und nach einigen Jahren nicht mehr wie neu aussehen, ist ein natürlicher Prozess, der kaum zu verhindern ist. Vor allem ältere Modelle leiden unter dem stetigen Einfluss der Wärme und verfärben sich zunehmend. Wenn nun noch weitere schädliche Einflüsse wie Zigarettenrauch den Heizkörperlack angreifen, ist ein neuer Anstrich nötig. Gelingt solch ein Neuanstrich in Eigenregie? Oder lohnt es sich, einen erfahrenen Fachmann mit der Renovierungsarbeit zu beauftragen?

Auf diese und weitere Fragen gehen wir in unserem Ratgeberartikel ein und zeigen Ihnen Schritt für Schritt, worauf beim Lackieren des Heizkörpers zu achten ist. Wir erklären die wichtigsten Schritte für eine gründliche Vorbereitung und geben Ihnen eine einfach verständliche Anleitung zum professionellen Lackieren Ihrer Heizkörper an die Hand.

Heizkörper lackieren: Auf die richtige Vorbereitung kommt es an

Wie bei allen Renovierungsmaßnahmen im Eigenheim gilt auch beim Lackieren der Heizkörper: Eine sorgfältige Arbeitsvorbereitung ist das A und O. Acryllack oder Alkydharzlack, Kunststoff- oder Naturborsten, Sprühen oder Streichen? Das richtige Werkzeug und die richtige Methodik hängen sowohl vom Typ der Heizung als auch von Ihren eigenen Vorlieben ab. Damit Sie gut vorbereitet sind und möglichst effizient vorgehen können, haben wir im Folgenden die wichtigsten Punkte der Arbeitsvorbereitung übersichtlich zusammengestellt.

Streichen oder Sprühen? Eine Frage des handwerklichen Geschicks

Wurden Heizkörper früher üblicherweise durch Streichen mit dem Pinsel lackiert, so finden Sie im Fachhandel heute auch zahlreiche Sprühlacke in Dosen. Diese versprechen schnellere Ergebnisse und eine höhere Abdeckung der schwer erreichbaren Zwischenräume. Für welche Variante Sie sich entscheiden, hängt letztendlich von Ihrer persönlichen Vorliebe sowie Ihrem handwerklichen Geschick ab.

Das Auftragen von Sprühlack erfordert eine etwas zeitintensivere Vorarbeit, da Sie die umliegenden Wände und den Boden besonders sorgfältig mit Abdeckfolie zu schützen müssen. Auf der anderen Seite geht das eigentliche Lackieren mit Sprühlack deutlich schneller und effizienter, wenn Sie das notwendige handwerkliche Geschick haben.

Egal für welche Variante Sie sich letztendlich entscheiden: Wichtig ist, dass Sie den Lack so dünn wie möglich auf die Oberfläche auftragen, um die Wärmeleitfähigkeit des Heizkörpers nicht zu beeinträchtigen.

Tipp

  • Wenn Sie Ihre Heizkörper mit der Spraydose lackieren möchten, tragen Sie eine Atemschutzmaske.

  • Halten Sie darüber hinaus alle Fenster geschlossen, um zu vermeiden, dass Zugluft den Sprühnebel ausbreitet.

Acryl- oder Alkydharzlack?

Grundsätzlich gilt: Beim Lackieren der Heizkörper benötigen Sie Speziallack. Um den durchgehend hohen Oberflächentemperaturen während der kalten Jahreszeit langfristig standzuhalten, setzen Sie Acryl- oder Alkydharzlacke mit einer hohen Widerstandsfähigkeit gegenüber Hitze ein.

Der Unterschied zwischen den beiden Lacken besteht im Wesentlichen in den unterschiedlichen Bindemitteln (Harzen). Acrylharzlack arbeitet mit Acrylharz als Bindemittel und ist wasserhaltig. Alkydharzlack beinhaltet ein Kunstharz in Kombination mit einer lösemittelhaltigen Basis. Der Acrylharzlack trocknet besonders schnell und zeichnet sich durch eine hohe Beständigkeit gegenüber mechanischen Einflüssen, Korrosion und Witterungseinflüssen aus. Alkydharzlacke trocknen langsamer, überzeugen aber durch einen hohen Glanzgrad und ein attraktives Preis-Leistungs-Verhältnis.

Beim Lackieren von Heizkörpern hat vor allem der Acryllack seine Vorteile: Er ist durch seine Wasserbasis nicht nur umweltfreundlicher und geruchsärmer, sondern vergilbt auch langsamer als Alkydharzlack.

Auf den richtigen Pinsel kommt es an

Falls Sie sich für Streichen statt Sprühen entscheiden, gilt: Die Auswahl des Lacks hat unmittelbaren Einfluss auf die bevorzugte Beschaffenheit des Pinsels. Nutzen Sie bei Acryllack Lackierpinsel mit Kunststoffborsten und bei Alkydharzlack lieber mit Naturborsten.

Nicht nur das Material der Borsten, sondern auch die Form des Pinsels ist von hoher Bedeutung:

  • Um bei verwinkelten Glieder- und Röhrenheizkörpern die zahlreichen kleinen Zwischenräume zu erreichen, brauchen Sie einen speziellen Eckpinsel mit einem langen Stiel.
  • Handelt es sich hingegen um einen modernen Plattenheizkörper mit Einkerbungen, so ist ein herkömmlicher Pinsel mit kurzem, geradem Stiel das Mittel der Wahl.
  • Bei Heizkörpern mit einer durchgehenden, glatten Oberfläche empfehlen wir Ihnen den Einsatz einer Lackrolle.

Heizkörper lackieren leichtgemacht: Unsere Schritt-für-Schritt-Anleitung

Wenn der passende Sprüh- oder Streichlack und ein geeigneter Pinsel einsatzbereit vorliegen, steht dem neuen Anstrich für Ihren Heizkörper nichts mehr im Wege. Doch Vorsicht: Zunächst gilt es, den Heizkörper einer gründlichen Inspektion zu unterziehen, Rost und alte Farbe zu entfernen, die Oberfläche anzuschleifen und alle wichtigen Stellen gründlich abzukleben. Damit nichts schief geht, erklären wir Ihnen Schritt für Schritt, worauf es bei der unmittelbaren Vorbereitung für das Lackieren des Heizkörpers ankommt.

Schritt 1: Die Inspektion

Alte Heizkörper büßen nicht nur ihre Strahlkraft ein und vergilben nach und nach, sondern setzen im schlimmsten Fall sogar Rost an. Durch Korrosion kann es am Heizkörper mit der Zeit zu undichten Stellen und Leckagen kommen, wodurch ein erhebliches Sicherheitsrisiko entsteht. Bevor Sie Ihre alten Heizkörper neu lackieren, prüfen Sie diese daher zunächst auf Roststellen und Leckagen. Stark rostige Stellen sollten Sie auf keinen Fall einfach überstreichen, sondern von einem Fachmann beurteilen lassen. Gegebenenfalls muss der Heizkörper ausgetauscht werden, wenn die Funktionstüchtigkeit beeinträchtigt ist.

Schritt 2: Rost und alte Farbe entfernen

Kleinere Rostansätze sowie abgeblätterte Farbreste können Sie im Zuge der Vorbereitungsarbeiten gründlich entfernen. Mit Schleifpapier mittlerer Körnung und einem handelsüblichen Exzenter- oder Winkelschleifer gelingt es Ihnen in den meisten Fällen schnell, Rost bis auf das Metall abzutragen. Im Anschluss behandeln Sie diese Stellen mit Rostschutzgrund, um erneuter Rostbildung vorzubeugen. 

Tipp: Wenn auch das Thermostatventil oder die Heizkörperanschlüsse von Rost betroffen sind, achten Sie in diesen sensiblen Bereichen besonders auf undichte Stellen.
Neben Rost ist auch abblätternde Farbe gründlich zu entfernen. Wir empfehlen, Farbreste mithilfe einer Drahtbürste abzutragen und die Übergänge zwischen abgeblätterter und vorhandener Farbschicht im Anschluss abzuschleifen.

Schritt 3: Anschleifen und reinigen 

Beim Lackieren alter Heizkörper ist wichtig, dass der neue Lack gut haftet. Aus diesem Grund empfehlen wir, die alte Oberfläche vor dem Auftragen des neuen Lacks mit einem feinkörnigen Schleifpapier flächendeckend anzuschleifen – ohne den Lack dabei jedoch vollständig zu entfernen. So rauen Sie die Oberfläche etwas auf, wodurch der neue Lack gut haftet. Alternativ können Sie auch einen Elektroschleifer einsetzen.

Auch Staub, Schmutz und Fett stehen einer guten Haftung im Weg. Damit die neue Lackierung optimal hält, empfiehlt sich vor Beginn der Arbeiten daher eine gründliche Reinigung der Heizkörper. Hierbei benötigen Sie keine speziellen Reinigungsmittel, ein handelsüblicher Schwamm und ein gewöhnlicher Haushaltsreiniger erfüllen diesen Zweck sehr gut.

Schritt 4: Abkleben

Sowohl beim Sprühen als auch beim Streichen des Heizkörpers ist es wichtig, Anschlussstellen, Ventile und das Thermostat gründlich abzukleben. Hierzu eignet sich Krepp-Papier für Malerarbeiten, das Sie in jedem Fachhandel finden. Darüber hinaus schützen Sie die unmittelbare Umgebung vor unerwünschten Lackspritzern beziehungsweise Sprühnebel. Bringen Sie flächendeckend Abdeckfolie an den Wänden, Böden und Fenstern an, um nicht unfreiwillig den ganzen Wohnraum neu zu lackieren.

Schritt 5: Lackieren, trocknen, aufrauen, lackieren

Jetzt wird es ernst: Die Arbeitsvorbereitungen sind abgeschlossen und die Heizkörper sind bereit für das Lackieren. Damit sich der Streichlack gut verarbeiten lässt, können Sie ihn zunächst mit einem Rührholz gründlich umrühren und anschließend in eine spezielle Farbwanne umfüllen. Auf diese Weise gelingt es Ihnen, den Lack besonders leicht mit der Farbrolle oder dem Pinsel aufzunehmen. Wenn der neue Lack aus der Dose kommt, ist dieser Schritt natürlich nicht erforderlich – in diesem Fall können Sie den gebrauchsfertigen Lack umgehend auf den Heizkörper auftragen.

Beim Lackieren der Heizkörper ist es empfehlenswert, sich zunächst die schwer erreichbaren Anschluss- und Ventilstellen vorzunehmen. Im Anschluss können Sie dann je nach Typ des Heizkörpers entweder auf die Lackrolle umsteigen oder mit dem Spezialpinsel weiterarbeiten. Für Rippen- und Gliederheizkörper bieten sich Pinsel mit langem Stiel und angewinkelten Borsten an, während für flächige Heizkörper fusselfreie, kurzflorige Rollen aus Polyesterfasern prädestiniert sind.

Unser Tipp

  • Beim Heizkörperlackieren sollten Sie sich nicht zu viel Zeit lassen.

  • Vor allem Acrylharzlack trocknet sehr schnell aus und muss daher in einem Arbeitsgang auf den Heizkörper aufgetragen werden.

In den meisten Fällen ist es empfehlenswert, nicht nur eine, sondern zwei dünne Lackschichten aufzutragen. Nach dem ersten Durchgang sollten Sie einige Stunden warten, bis die erste Schicht gut ausgetrocknet und wieder aufnahmebereit ist. Vor dem zweiten Anstrich sollten Sie die Oberfläche mit Schleifpapier wieder leicht aufrauen. Dadurch haftet auch die zweite Lackschicht optimal auf der Oberfläche.

Nachdem die Lackierarbeiten abgeschlossen sind und die Heizkörper wieder in neuem Glanz erstrahlen, werden Sie eventuell noch ein paar Tage einen leichten Geruch in den betreffenden Wohnräumen feststellen. Das ist selbst bei Öko-Lacken und Lacken auf Wasserbasis normal und verflüchtigt sich nach einigen Tagen. Um diesen Prozess zu beschleunigen, können Sie den Heizkörper öfter aufheizen und den Raum regelmäßig lüften.

Do it Yourself vs. Handwerksprofi: Wer darf den Heizkörper lackieren?

Wenn Sie Ihren Heizkörpern einen neuen Anstrich verpassen möchten, können Sie diese Arbeit durchaus in Eigenregie machen. Mit ein wenig handwerklichem Geschick und einer gründlichen Arbeitsvorbereitung gelingt es Ihnen, die alte Heizung selbst zu lackieren.

Wenn Sie im Rahmen der Inspektion feststellen, dass Ihre Heizkörper gravierend von Rost betroffen sind oder sogar Leckagen aufweisen, empfehlen wir jedoch die Beauftragung eines Fachmanns. Dieser kann durch seine Erfahrung schnell beurteilen, ob der Rost abgetragen werden kann oder der Heizkörper nicht mehr zu retten ist.

Wenn Sie das Lackieren Ihrer alten Heizkörper einem Fachbetrieb überlassen möchten, empfehlen wir Ihnen, mehrere Angebote einzuholen. Aufgrund der teils erheblichen Unterschiede bei den Material-, Lohn- und Anfahrtskosten können Sie durch den Vergleich mehrerer Angebote viel Geld sparen.

Andreas Wurm

Über den Autor

Andreas Wurm absolvierte seinen Bachelor of Science in Maschinenbau an der RWTH Aachen University und schloss einen Master in Energietechnik (Spezialisierung Erneuerbare Energien) an derselben Universität an. Nach seinem Studium war er von 2014 bis 2016 Projektingenieur in der Branche Heizungs- und Klimatechnik.

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