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Was tun, wenn der Heizkörper rostet?

Es lässt sich kaum vermeiden, dass das Erscheinungsbild von Heizkörpern über die Jahre hinweg leidet. Wenn jedoch der Heizkörper rostet sollten Sie sorgfältig prüfen, ob ein Neuanstrich oder ein Heizkörpertausch sinnvoll sind. Hier erfahren Sie, wie es zu den Schäden kommt und welche Möglichkeiten Sie im Umgang mit einem rostenden Heizkörper haben. Zudem bieten wir eine Schritt-für-Schritt Anleitung für das Lackieren der Problemstellen.

Inhaltsverzeichnis

  1. So entsteht der Rost am Heizkörper
  2. Option 1: Neue Lackierung des rostigen Heizkörpers
  3. Option 2: Das spricht für den Austausch des rostenden Heizkörpers

So entsteht der Rost am Heizkörper

Moderne Plattenheizkörper haben gegenüber ihren Vorgängern viele Vorteile – mit einer Ausnahme: Im Vergleich zu den alten Heizkörpern aus Gusseisen sind die heute gängigen aus Stahlblech deutlich anfälliger für Rost. Selbst sorgfältig behandelte Heizkörper können anfangen zu rosten.

Alles beginnt mit scheinbar harmlosen, kleinen und oberflächlichen Beschädigungen der Schutzschicht. Diese entstehen zum Beispiel, wenn Sie zu schwungvoll wischen oder saugen oder mit anderen harten Gegenständen an die Heizkörper stoßen. Bei aller Sorgfalt lässt sich das kaum vermeiden. So ist es ein gängiges Schadensbild, dass die Unterkante des Heizkörpers rostet. Doch nicht immer muss der Fehler beim Benutzer liegen. Ist die werksseitige Oberflächenbeschichtung fehlerhaft, sind Schäden programmiert.

Ist die Schutzschicht des Heizkörpers erst einmal verletzt, dann reagiert das Eisen im Heizkörper-Material mit der Umgebung. In Verbindung mit Feuchtigkeit und Sauerstoff aus der Luft bildet sich schnell Rost. Besitzer älterer Autos wissen schon, wie es weitergeht: Je mehr Zeit Sie dem Rost lassen, desto tiefer frisst er sich in das Material und breitet sich aus. Stück für Stück unterwandert er selbst oberflächlich unbeschädigte Bereiche. Das geht oft schneller als gedacht.

Heizungsbauer finden

In unserer Installateur-Suche finden Sie zahlreiche Betriebe, die Ihre rostigen Heizkörper fachmännisch begutachten und gegebenenfalls flicken oder austauschen.

Feuchtigkeit beschleunigt das Verrosten

Wie stark der Heizkörper rostet, hängt unter anderem von seinem Standort ab. Bad und Küche sollten Sie besonders im Auge behalten: Hier gelangt regelmäßig viel Feuchtigkeit in die Raumluft. Die beschleunigt die Reaktion.

Das Rostrisiko erhöht sich nicht nur durch baden und duschen. Auch wenn Sie den Badheizkörper dauerhaft für die Trocknung nasser oder feuchter Textilien nutzen, wird er anfälliger für Rost. Sie können jedoch Rost am Heizkörper ganz einfach vorbeugen: Bessern Sie mit einem Lackstift in der passenden Farbe kleinere Beschädigungen sofort aus.

Option 1: Neue Lackierung des rostigen Heizkörpers

Eine gründliche Inspektion des rostenden Heizkörpers hat gezeigt, dass kein Wasser austritt und die Schäden noch nicht zu tief in das Material vorgedrungen sind? Dann können Sie den Heizkörper mit einem neuen Anstrich verschönern und vor neuem Rost schützen.

  • Zugegeben, als Erstlingswerk eignet sich das Lackieren eines Heizkörpers nicht wirklich.

  • Das gilt zumindest dann, wenn Sie hohe optische Ansprüche haben – schließlich sind die Wärmeabgabeflächen im Raum doch recht präsent. .

  • Für ein gutes Ergebnis ist eine sorgfältige Vorbereitung wichtig. Unten finden Sie eine Schritt-für-Schritt-Kurzanleitung:

  1. Die Rostentfernung

    Rost und abblätternde Farbe sollten Sie unbedingt entfernen. So bereiten Sie den Untergrund für die Lackschicht vor. Wir empfehlen für die Rostentfernung ein Schleifvlies mit mittlerer Körnung von 180. Das Schleifpapier passt sich gut an die Kontur des Heizkörpers an. Die Roststellen bearbeiten Sie so lange bis blankes Metall zum Vorschein kommt.

    Das ist sehr wichtig, da sich der Rost ansonsten später unter der Lackschicht erneut bilden kann. Tragen Sie auf die betroffenen Stellen einen Rostschutzgrund auf, sodass der Rost keine Chance mehr hat.

  2. Oberfläche anschleifen und reinigen

    Nicht erschrecken: Je nach Ausgangszustand kann es gut sein, dass der Heizkörper nun schlimmer aussieht als vorher. Doch die gründliche Vorarbeit lohnt sich. Nun sollten Sie mit einem feinen Schleifmittel die Übergänge zwischen blankem Metall und Farbschichten angleichen. So zeichnet sich das Relief später nicht unter dem frischen Lack ab.

    Für die optimale Haftung des neuen Anstrichs beenden Sie diesen Schritt mit einer gründlichen Reinigung. Mithilfe eines einfachen Haushaltsreinigers und einem Schwamm können Sie die Oberfläche fett- und staubfrei machen.

  3. Armaturen und Anschlüsse abkleben

    Im letzten Vorbereitungsschritt kleben Sie alle Teile ab, die keine neue Farbe erhalten sollen. Malerkrepp am Heizkörperthermostat und an den Anschlüssen sorgen dafür, dass Sie gründlich arbeiten können. Decken Sie unbedingt auch den Boden und die Wand in dem Bereich rund um den Heizkörper ab. Das ist besonders wichtig, wenn Sie sich für einen Sprühlack entschieden haben.

  4. Die Farbe auftragen

    Sprühlack eignet sich vor allem für Plattenheizkörper. Dosenlack können Sie mit Pinsel und Rolle auf Glieder- und Plattenheizkörper auftragen. Lackieren Sie mit der Spraydose, sollten Sie die Kreuztechnik anwenden:  Also die Spraydose im Wechsel horizontal und vertikal führen. Diese Methode ergibt auch beim Lackieren mit der Rolle schöne Oberflächen. Hier tragen Sie nach dem Richtungswechsel keine zusätzliche Farbe mehr auf.

    Als Lack ist ein haltbarer und umweltverträglicher Heizkörperlack auf Acrylbasis in Ihrer Wunschfarbe zu empfehlen. Pinsel und Rollen mit flusenfreien Borsten und Bezügen aus Polyester ermöglichen glatte Oberflächen. Je dünner der Farbauftrag ist, desto besser. Denn die zusätzliche Farbe verschlechtert die Wärmeübertragung des Heizkörpers.

Heizkoerper rostet: Farbauftrag im Kreuzgang
So können sie mit Sprühlack die Farbe im Kreuzgang auftragen.

Weitere Einzelheiten zur Lackierung lesen Sie in dem Artikel „Heizkörper streichen und lackieren: Darauf sollten Sie achten“. Hier erfahren Sie beispielsweise den Unterschied zwischen einem Acryllack und einem Alkydharzlack.

Option 2: Das spricht für den Austausch des rostenden Heizkörpers

Dunkle Rostflecke beeinträchtigen an den meist hellen Heizkörpern nicht nur die Optik: Sie können mit der Zeit auch funktionale Schäden verursachen. Unbehandelter Rost dringt immer tiefer in das Stahlblech des Heizkörpers ein. Kann er dort lange genug wirken, kommt es schließlich zu Undichtigkeiten. Davon sind neben der Naht an der Unterkante des Heizkörpers hauptsächlich die Stellen um das Heizkörperventil und die Anschlüsse betroffen.

Spätestens wenn der erste Tropfen Heizungswasser direkt aus dem Heizkörper austritt, wird es Zeit für einen Austausch. Reparaturen sind in diesem Fall aufwendig und verlängern die Lebensdauer des rostenden Heizkörpers kaum. In unserem Artikel „Was tun, wenn die Heizung Wasser verliert?“ finden Sie Tipps dazu, wie Sie Leckstellen finden.

Für den Heizungsbauer ist es in aller Regel kein Problem, einen einzelnen Heizkörper im System auszutauschen. Die allermeisten Heizungsanlagen sind so aufgebaut, dass der Profi den Heizkörper über ein Ventil vom Heizwasserkreislauf absperren kann. Aufwendiger ist es, wenn er den Heizkreis komplett entleeren muss. Nach dem Einbau füllt der Installateur noch Heizungswasser nach und entlüftet die Heizungsanlage.

Beim Heizkörpertausch sollten Sie auf einen modernen Plattenheizkörper mit Konvektoren umsteigen. Das ist besonders dann vorteilhaft, wenn im Keller bereits eine moderne Heizungsanlage mit Brennwerttechnik steht. Die neuen Modelle arbeiten effizienter als ihre Vorgänger in Gliederbauweise. Sie sind außerdem in vielen Ausführungen erhältlich: Es gibt sie mittlerweile ab Werk in vielen Farben lackiert und mit glatter oder geriffelter Oberfläche.

Heizungsbauer finden

Besprechen Sie Ihre Vorstellungen mit einem Heizungsbauer. Er weiß, welche technischen Voraussetzungen die neuen Austauschheizkörper und die Heizungsanlage erfüllen müssen. So kann er Ihnen passende Modelle vorschlagen und einbauen.

Andreas Wurm,
M.Sc.

Über den Autor

Andreas Wurm absolvierte seinen Bachelor of Science in Maschinenbau an der RWTH Aachen University und schloss einen Master in Energietechnik (Spezialisierung Erneuerbare Energien) an derselben Universität an. Nach seinem Studium war er von 2014 bis 2016 Projektingenieur in der Branche Heizungs- und Klimatechnik.

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