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Badheizung: Was ist die richtige Wahl?

Die Deutschen verbringen jeden Tag durchschnittlich 40 Minuten im Badezimmer1 – kein Wunder, dass die Ansprüche an den Komfort hoch sind. Besonders wichtig ist hierbei die Badheizung. Sie macht das Badezimmer morgens angenehm warm, wir frieren nach der Dusche oder dem Bad nicht und unsere Handtücher trocknen im Handumdrehen. Bei der Auswahl einer Badheizung gibt es verschiedene Alternativen, die jeweils ihre Vor- und Nachteile haben.

Inhaltsverzeichnis

  1. Besonderheiten im Badezimmer
  2. Badheizung im Bestandsbau und Neubau
  3. Badheizung einbauen: Darauf müssen Sie achten
  4. Die Badheizung: Mehr als nur eine Heizung
Badheizung: Badewanne vor Fenster

Besonderheiten im Badezimmer

Im Vergleich zu anderen Räumlichkeiten wie dem Schlafzimmer, dem Wohnzimmer oder der Küche hat das Badezimmer eine Reihe an Besonderheiten. Die wichtigsten sind:

Geringes Platzangebot

Das deutsche Badezimmer ist durchschnittlich 9,1 m² groß2 und damit deutlich kleiner als andere Räume – für den Badheizkörper ist also wenig Platz. Die Heizung für das Bad muss demnach kompakt sein sowie die beschriebenen Anforderungen an die Funktion erfüllen.

Nutzungsprofil

Das Badezimmer benutzen die Bewohner besonders morgens und abends viel – tagsüber hält sich hier meist keiner länger auf. Das Nutzungsprofil des Badezimmers verlangt von der Heizung Höchstleistung: Morgens nach dem Aufstehen soll es schnell angenehm warm sein. Deshalb muss der Badheizkörper in kurzer Zeit viel Wärme abgeben können. Zudem lüften wir im Badezimmer überdurchschnittlich oft, etwa nach dem Baden oder Duschen. Auch nach dem Lüften muss die Badheizung alles geben, um den Temperatursturz auszugleichen.

Soll-Temperatur

Da wir im Bad meist nur leicht oder gar nicht bekleidet sind, benötigen wir hier auch eine entsprechend höhere Temperatur. Gemäß der Norm DIN EN ISO 7730 („Behaglichkeitsnorm“) gilt im Badezimmer eine Temperatur von 24 bis 26°C als behaglich – das ist mehr als in allen anderen Räumen und unterstreicht die Bedeutung der Heizung im Bad.

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Hoher Anspruch an Funktionalität und Optik

Badezimmer sind längst schon keine rein funktionalen Räume mehr – heute ist das Bad vielmehr ein Ort der Entspannung und des Wohlfühlens. Da darf der Badheizkörper das harmonische Bild aus edlen Fliesen, glänzenden Chromarmaturen und hübschen Accessoires natürlich nicht stören.

Gleichzeitig sollen Heizkörper möglichst funktional sein – viele Badheizungen eignen sich daher perfekt zum Trocknen der nassen Handtücher. Dabei ist zu berücksichtigen, dass das Trocknen der Handtücher mit einem Wärmeverlust verbunden ist. Das stellt zusätzliche Anforderungen an die Leistungsfähigkeit des Badheizkörpers.

Hohe Luftfeuchtigkeit

Die Luftfeuchtigkeit im Badezimmer schwankt stark – die Heizung muss sich daher auch für Feuchträume eignen. Zudem sollte der Badheizkörper korrosionsbeständig und langlebig sein.

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Badheizung im Bestandsbau und Neubau

Die verschiedenen Besonderheiten im Badezimmer haben dazu geführt, dass sich ganz bestimmte Arten von Heiztechnologien etabliert haben. Die wichtigsten Badheizungen stellen wir im Folgenden kurz vor.

Warmwasserheizung für das Badezimmer

Die Warmwasserheizung gehört genau wie in anderen Räumen auch im Badezimmer zu den Klassikern. Viele Badezimmer in Bestandsbauten sind mit einem Heizkörper ausgestattet, der über den zentralen Heizungskreislauf des Gebäudes gespeist wird. Das hat zur Folge, dass der Heizkessel außerhalb der Heizperiode herunterfährt. Daher stellt er keine Wärme mehr bereit. Eine elektrische Zusatzheizung kann deshalb im Bad sinnvoll sein. Diese sorgt dafür, dass es auch außerhalb der Heizperiode immer angenehm warm wird.

Zu den besonders populären Sonderformen der Warmwasserheizung im Bad gehören:

  • Handtuchheizkörper: Der Handtuchheizkörper ist speziell für das Trocknen nasser Handtücher geeignet. Er ist dafür mit mehreren horizontal angeordneten Röhren ausgestattet. Das warme Wasser strömt durch die Röhren und trocknet die Handtücher in kürzester Zeit. Handtuchheizkörper lassen sich flexibel an die Raumgröße und den Schnitt des Badezimmers anpassen.
  • Warmwasser-Fußbodenheizungen: Fußbodenheizungen sind im Bad besonders beliebt, sorgen sie doch für eine sehr angenehme Wärme an den oft nackten Füßen. Die meisten Fußbodenheizungen sind an den zentralen Heizungskreislauf angeschlossen und werden daher auch nur während der Heizperiode mit warmem Wasser versorgt.

Sie möchten ganzjährig einen warmen Boden im Bad haben? Dann eignet sich für Sie eine dezentrale Regelung oder eine elektrische Fußbodenheizung. Warmwasser-Fußbodenheizungen können nur unter einem gewissen Aufwand nachgerüstet werden, sind im Neubau aber Standard.

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Elektrische Heizungen für das Badezimmer

Elektrische Heizungen sind im Vergleich zu Warmwasserheizungen deutlich reaktionsfreudiger: Sie bringen das Badezimmer schneller auf Temperatur.

  • Elektrische Fußbodenheizung: Die Fußbodenheizung mit elektrischen Heizelementen können Sie ganzjährig benutzen und sie wärmt den Boden schneller auf als herkömmliche Warmwasser-Fußbodenheizungen.
  • Infrarotheizungen: Eine Infrarotheizung nutzt das Prinzip der Strahlungswärme. Das bedeutet, dass der Heizkörper den Großteil seiner Wärme als Strahlung abgibt. Bei herkömmlichen Heizkörpern geschieht das stattdessen durch Konvektion. Diese Strahlungswärme empfinden Menschen als besonders angenehm, da sie mit der natürlichen Sonnenstrahlung vergleichbar ist.

Zudem lassen sich Infrarotheizungen als Spiegel-, Bild- oder Natursteinheizung harmonisch in das Design des Badezimmers einfügen. Infrarotheizungen können Sie auch im Bestandsbau problemlos nachrüsten. Die Montage der Heizflächen ist ganz ohne Fachpersonal möglich. Es ist lediglich ein Stromanschluss erforderlich.

Von Nachteil ist allerdings der höhere Verbrauch von Elektroheizungen im Bad durch die Nutzung teurer elektrischer Energie. Je nach baulicher Situation sollten Sie daher mit einem Experten überlegen, ob sich ein zentrales Heizsystem doch eher lohnt.

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Badheizung einbauen: Darauf müssen Sie achten

Beim Einbau einer Badheizung muss der Installateur aufgrund der geringen Raumgröße besonders auf folgende Punkte achten:

  1. Der Badheizkörper ist so auszurichten, dass die Wärme ungehindert in das Badezimmer transportiert wird – er sollte also nicht durch beispielsweise Möbel verdeckt sein. Zudem sollte der Fachmann den Heizkörper idealerweise nicht in unmittelbarer Nähe zum Spritzbereich von Toiletten, Duschen oder Waschbecken positionieren.

  2. Bei der Positionierung der Badheizung ist insbesondere bei Warmwasserheizungen die Anschlussart von Bedeutung – Fachleute unterscheiden zwischen einem Seiten- und einem Mittelanschluss. Die Art des Anschlusses hängt maßgeblich vom Verlauf der Heizrohre ab.

Die Badheizung: Mehr als nur eine Heizung

Die Badheizung ist viel mehr als ein Mittel zum Zweck. Sie prägt maßgeblich die Optik im Badezimmer, trägt zum Wohlbefinden und zur Behaglichkeit bei und sollte höchsten Ansprüchen an die Funktionalität genügen. Durch elektrische Alternativen zur Warmwasserheizung können Sie auch Bestandsgebäude einfach mit einer modernen, ästhetischen Badheizung ausstatten. Haben Sie jedoch immer den Stromverbrauch im Hinterkopf, der mit dieser Variante einhergeht.

 

1,2 Vereinigung Deutsche Sanitärwirtschaft e. V.: Die Deutschen und ihre Bäder

Andreas Wurm,
M.Sc.

Über den Autor

Andreas Wurm absolvierte seinen Bachelor of Science in Maschinenbau an der RWTH Aachen University und schloss einen Master in Energietechnik (Spezialisierung Erneuerbare Energien) an derselben Universität an. Nach seinem Studium war er von 2014 bis 2016 Projektingenieur in der Branche Heizungs- und Klimatechnik.

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