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Optimale Raumtemperatur: Wohlfühlklima in verschiedenen Räumen

Wann ist die Raumtemperatur optimal? Diese Frage scheint sich auf den ersten Blick einfach beantworten zu lassen. Doch in der Praxis spielen viele verschiedene Faktoren eine Rolle, um eine behagliche Raumtemperatur zu erreichen – nicht nur die Grad Celsius. Wir zeigen Ihnen, auf was es ankommt.

Inhaltsverzeichnis

  1. Was ist die optimale Raumtemperatur?
  2. Warum lohnt sich die richtige Einstellung der Zimmertemperatur?
  3. Die optimale Raumtemperatur je nach Raum (ISO-Norm 7730)
  4. Ideale Temperaturen bei Tag und Nacht
  5. Die optimale Raumtemperatur im Sommer und im Winter
  6. Gute Heizungsregelung ist ausschlaggebend
  7. Fazit: Wohl fühlen und Kosten sparen

Was ist die optimale Raumtemperatur?

Temperaturen können zwar sehr genau gemessen werden, das individuelle Temperaturempfinden weicht davon jedoch oft ab. Das Phänomen können Sie insbesondere während der Heizperiode beobachten. Während die einen mit Pullover und Hausschuhen eine Raumtemperatur von 22°C als angenehm empfinden, sitzen die anderen bereits im T-Shirt da. Daher ist es wichtig, die tatsächliche von der gefühlten Temperatur zu unterscheiden.

So gibt es zum Beispiel sogenannte „Wärmeasymmetrien“ zwischen der Raumluft und den Oberflächen im Raum sowie zwischen den Oberflächen im Raum und den Luftschichten im Kopf- oder Fußbereich. Ein möglichst hoher Wärmekomfort ist in einem Raum dann gegeben, wenn die Temperaturunterschiede zwischen den jeweiligen Zonen und Flächen möglichst gering sind und die Wärme gleichmäßig im Raum verteilt ist.

Mit der sogenannten „Heizflächen-Richtlinie“ VDI 6030 können Sie anhand von Gradzahlen bestimmen, ob ein Raum angenehm temperiert ist.

Demnach gilt:

  • Der Temperaturunterschied zwischen der Raumluft und den jeweiligen Oberflächen im Raum sollte weniger als 4°C betragen.

  • Zwischen einzelnen Oberflächen im Raum liegt die Temperaturdifferenz bei maximal 5°C.

  • Zwischen Kopf- und Fußzone beträgt der Temperaturunterschied maximal 3°C.

Faktor Luftfeuchtigkeit

Neben möglichen Temperaturdifferenzen hat auch die Luftfeuchtigkeit maßgeblichen Einfluss auf die optimale Raumtemperatur. Eine zu trockene Raumluft empfinden wir meist als unangenehm, da sie die Schleimhäute reizt. Ist der Raum sehr warm, fällt auch das Atmen schwerer. Wenn die Raumluft hingegen zu feucht ist, kann Schimmel entstehen.

Demnach ist es wichtig, hierbei auf eine ausreichende Balance zu achten. Für ein gutes Raumklima sollte die relative Luftfeuchte bei 40 bis 60% liegen. In unserem Artikel „Wie kommt unangenehme Heizungsluft zustande?“ finden Sie praktische Tipps, wenn die Raumluft zu trocken ist.

Faktor Luftbewegung

Haben Sie schon einmal in einem Raum gefroren, obwohl die Heizung lief? Dann war vermutlich der Luftzug zu stark. Denn Luftbewegungen haben einen maßgeblichen Einfluss darauf, wie angenehm wir die Raumtemperatur empfinden. Empfehlenswert ist es, die Luftgeschwindigkeit unter 0,2 m/s zu halten. Dementsprechend sollten Lüftungseinlässe passend platziert werden. Dichtungen an Türen und Fenstern können störende Zugluft verringern.

Auch ein offener Zugang zum ungeheizten Keller ruft Zuglufterscheinungen hervor. Idealerweise beheizen Sie den Keller. So vermeiden Sie zudem einen übermäßig kalten Fußboden im Erdgeschoss. Oder Sie schließen die Tür zum ungeheizten Keller, um einen Luftaustausch zu verhindern.

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Warum lohnt sich die richtige Einstellung der Zimmertemperatur?

Die optimale Raumtemperatur bringt auf unterschiedlichen Ebenen Vorteile mit sich.

  1. Wohlfühlfaktor und Gesundheit

    Ein behagliches Raumklima trägt zu Ihrem Wohlbefinden bei. Ist die Luftfeuchtigkeit bei angenehmer Temperatur angemessen, sinkt die Gefahr von Atemwegserkrankungen. Wenn Sie Ihre Wohnräume auf eine optimale Zimmertemperatur bringen, reduzieren Sie auch Müdigkeit und die Gefahr von gesundheitsgefährdendem Schimmel.

  2. Heizkosten reduzieren

    Dank einer optimierten Raumtemperatur sparen Sie langfristig Heizkosten. Denn Sie lassen die Heizung nur so viel laufen, wie Sie sie wirklich benötigen.

  3. CO2-Ausstoß reduzieren

    Heizen Sie effizient und sind Ihre Räume nicht zu warm, sorgen Sie für einen geringeren Energieverbrauch und reduzieren damit auch Emissionen. Eine optimale Raumtemperatur trägt also zu einem geringeren CO2-Ausstoß bei.

  4. Schimmel vorbeugen

    Beheizen Sie Ihre Räume korrekt und gleichmäßig, setzt sich an Wänden und Decken keine Feuchtigkeit ab. Das bedeutet, dass Sie Schimmelbildung aktiv vorbeugen.

Die optimale Raumtemperatur je nach Raum (ISO-Norm 7730)

Im Rahmen der sogenannten „Behaglichkeitsnorm“, der ISO-Norm 7730, wurde die optimale Raumtemperatur folgendermaßen festgelegt:

  • Wohn- und Arbeitsräume: 20 bis 22°C
  • Kinderzimmer: 20 bis 22°C
  • Schlafzimmer: 16 bis 18°C
  • Küche: 18 bis 20°C
  • Bad: 24 bis 26°C
  • Unbeheizter Keller: 10 bis 15°C

Bei diesen Grad Celsius-Werten handelt es sich nur um Orientierungswerte, die unter Normbedingungen ermittelt wurden. Die Luftfeuchtigkeit und Luftströme beeinflussen das Temperaturempfinden ebenfalls.

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Ideale Temperaturen bei Tag und Nacht

In der Regel liegt die optimale Raumtemperatur nachts deutlich unter der Temperatur am Tag. Denn ein kühles Schlafzimmer garantiert einen erholsameren Schlaf als ein sehr warmer Raum. Ist die Temperatur hoch, muss unser Körper im Schlaf mehr Energie aufwenden, um die Körpertemperatur herunterzukühlen.

Gerade in heißen Sommernächten können unangenehm hohe Raumtemperaturen den Schlaf stören. Der Körper gerät ins Schwitzen und kommt nicht zur Ruhe. Die optimale Schlaftemperatur sollte sich daher an den oben genannten Werten orientieren und wenn möglich ganzjährig um die 16 bis 18°C betragen.

Die optimale Raumtemperatur im Sommer und im Winter

Sowohl im Sommer als auch im Winter gilt eine möglichst gleichmäßige Raumtemperatur als optimal und eine zu hohe Temperatur als unangenehm. Auch das richtige Lüften hat zu jeder Jahreszeit einen entscheidenden Einfluss auf ein angenehmes Raumklima. Hierbei sollten Sie allerdings unterschiedliche Verhaltensweisen beachten.

Tipps zum Lüften im Winter

  • Während im Sommer vor allem längeres Stoßlüften früh morgens und spät abends angesagt ist, sollten Sie die Fenster im Winter nur kurz zum Stoßlüften öffnen, um Energie zu sparen.

  • Bleiben die Fenster in der Heizperiode zu lange offen, kühlen die Räume schnell ab und die Heizung muss wieder mehr Arbeit leisten. Dadurch kann die Temperatur ungewollt stark ansteigen und Sie müssten erneut lüften.

  • Die Folge wäre ein ungewünschter Teufelskreis von Lüften und Nachheizen, der sich negativ auf den Brennstoffverbrauch und die Heizkosten sowie das Raumklima auswirkt.

  • Weitere Tipps zum richtigen Lüften in der kalten Jahreszeit lesen Sie in unserem Artikel „Richtig lüften im Winter“.

In der warmen Jahreszeit empfiehlt es sich, vor allem morgens bei niedrigeren Temperaturen oder abends nach dem Sonnenuntergang und einer Temperaturabkühlung frische Luft in den Raum zu lassen. Mehr Informationen dazu finden Sie in dem Artikel „Richtig lüften im Sommer“.

Gute Heizungsregelung ist ausschlaggebend

Einen wichtigen Beitrag zu einer optimalen Raumtemperatur können programmierbare Thermostate leisten. Sie passen die Temperatur der Heizkörper so an, dass die zuvor eingestellte Soll-Zimmertemperatur erreicht wird. So verhindern Sie außerdem, dass die Heizkörper willkürlich auf- und zugedreht werden.

Im Zusammenspiel mit einer witterungsgeführten Heizungssteuerung und Innenraumsensoren können Sie Ihre Raumtemperatur optimal an das Wetter und die aktuelle Außentemperatur anpassen. Diese hat großen Einfluss auf den Heizbedarf.

Ältere Heizungen können die Wärmeerzeugung nicht so gut regulieren wie moderne. Das bedeutet, dass Sie zum Energie sparen auf jeden Fall über einen Heizungstausch nachdenken sollten. Kleinere Maßnahmen sparen zwar etwas Heizkosten ein, ein aktuelles Heizgerät jedoch erheblich mehr.

Bedeutung der kontrollierten Wohnraumlüftung

  • Sie können das Raumklima und die Raumtemperatur auch mithilfe einer kontrollierten Wohnraumlüftung optimieren.

  • Die Belüftung Ihrer Räume erfolgt damit automatisiert.

  • Eine kontrollierte Wohnraumlüftung sorgt auch für einen verbesserten Energieverbrauch.

  • Wie eine Lüftungsanlage funktioniert und worauf Sie achten müssen, verrät Ihnen unser Artikel.

Fazit: Wohl fühlen und Kosten sparen

Die optimale Raumtemperatur bestimmt maßgeblich unser Wohlbefinden in den eigenen vier Wänden. Wenn Sie die Temperatur bestmöglich regeln, erhöhen Sie jedoch nicht nur den Wohnkomfort, sondern tragen maßgeblich zur Energie- und Kostenersparnis bei.

Der Weg dahin führt über eine regelmäßig gewartete Heizung, gegebenenfalls ein neues Heizgerät, eine intelligente Heizungssteuerung, eine gute Wärmedämmung sowie möglicherweise eine kontrollierte Wohnraumlüftung. Ihr Heizungsbauer hilft Ihnen gerne dabei, Ihre Raumtemperatur nachhaltig zu optimieren.

Heizungsbauer finden

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Phil R.,
M.A.

Über den Autor

Phil R. hat mehrere Jahre in der Marketing-Abteilung eines Unternehmens für Heiz- und Kamintechnik gearbeitet. Dort hat er tiefe Einblicke in die Technik und Branche bekommen und gelernt, komplexe Heizungsthemen für Laien verständlich aufzubereiten.

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