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Genau hinschauen lohnt sich: Diese Anschlüsse hat ein Heizkörper

Auf den ersten Blick bieten die Heizkörperanschlüsse wenige Überraschungen. Doch in der Praxis verhält es sich anders: Bei der Auswahl der Heizkörper, der Montage und Inbetriebnahme gibt es einiges zu beachten. In diesem Beitrag geben wir daher einen Überblick über die zahlreichen Möglichkeiten bei den Anschlüssen für Heizkörper und wie die Installation im Neu- und Altbau problemlos gelingt.

Inhaltsverzeichnis

  1. Der Heizkörper genauer betrachtet
  2. Verschiedene Rohrsyteme
  3. Verschiedene Anschlüsse für Heizkörper
  4. Der Heizkörpertausch lohnt sich

Der Heizkörper genauer betrachtet

Der Heizkörper ist in der Regel der einzige Bestandteil der Zentralheizung, der im Wohnraum sichtbar ist. Heizkörper sind immer noch weit verbreitet, obwohl sich Flächenheizungen in Boden, Wand oder Decke beim Neubau zunehmender Beliebtheit erfreuen. Denn Flächenheizung haben viele Vorteile – zum Beispiel die Optik oder die überaus gute Eignung für moderne Wärmeerzeuger mit niedrigen Vorlauftemperaturen.

Aber auch wenn Sie auf die moderne Fußbodenheizung setzen, haben Sie meist dennoch einen Heizkörper zu Hause. Dieser befindet sich im Badezimmer als Handtuchwärmer oder mit elektrischer Zuheizfunktion als Unterstützung der Fußbodenheizung.

Flächenheizung sowie Heizkörper sind für den Einsatz in einem wasserführenden System geeignet. Sie funktionieren nach identischem Schema: Das vom Wärmeerzeuger erhitzte Heizwasser gelangt am Vorlauf in die Wärmeabgabefläche und durchströmt diese. Über den Rücklauf verlässt das abgekühlte Wasser das Heizelement wieder. Es strömt zurück zur zentralen Wärmequelle, damit diese es erneut auf Temperatur bringen kann.

Heizkörpertypen unterscheiden

Heizkörper gibt es heute mit den unterschiedlichsten Designs, Abmessungen und technischen Merkmalen. Die Schwierigkeit ist bei Neubau und Sanierung dieselbe: das passende Exemplar zu finden.

Der Heizungsbauer kann Ihnen zumindest die technische Auslegung der Heizflächen abnehmen. Er ermittelt den Wärmebedarf eines jeden Raumes und leitet daraus die zu installierende Heizleistung ab. Welche Leistung der Heizkörper später im Betrieb abgibt, hängt von zahlreichen Faktoren ab.

Faktoren, die die Leistung eines Heizkörpers beeinflussen

  • Bauart

  • Abmessungen

  • Positionierung im Raum

  • Volumenstrom des Heizwassers

  • Durchströmung des Heizkörpers

  • Temperatur des Heizwassers

Was die Bauart anbelangt, so unterscheidet der Installateur zwei wesentliche Varianten: Einerseits gibt es die ursprünglichste Form des Heizkörpers, den aus gusseisernen Gliedern zusammengesetzten Radiatoren. Heute erhält man aber auch Flachheizkörper und Röhrenheizkörper in vielen verschiedenen Ausführungen. Sie unterscheiden sich nicht nur durch ihr Aussehen, sondern auch durch technische Eigenschaften: Je nach Anwendungsfall haben Sie individuelle Stärken und Schwächen. Die verschiedenen Heizkörper-Arten beleuchten wir in einem anderen Artikel genauer.

Gründe für die Heizkörperinstallation

Doch wozu einen Heizkörper überhaupt tauschen? Die Wahl des Energiekonzepts ist für viele Bauherren eine ganz fundamental wichtige Entscheidung. Hier geht es nicht nur um den richtigen Heizkörper – die Abgabeflächen müssen ebenfalls entsprechend gestaltet werden. Bauherren stehen also häufig vor der Frage, ob sie Heizkörper anschließen oder Flächenheizungen vorsehen. Die Situation gestaltet sich für Sanierer anders.

Denn Flächenheizungen lassen sich in einem bestehenden Gebäude oft nur unter großem Aufwand nachrüsten. Wollen Sie Ihren Altbau optisch auf Vordermann bringen und das Budget schonen? Dann sollten Sie dauerhaft unansehnlich gewordene Heizkörper durch neue ersetzen. Das ist ebenso aus der technischen Perspektive sinnvoll: Moderne Heizkörper sind deutlich leistungsfähiger als alte und passen besser zu modernen Heizungsanlagen.

Wie im Neubau gilt auch bei der Modernisierung:

  • Zeitgemäße Heizungstechnologien wie Wärmepumpe, Solarwärme und Brennwertkessel für Öl und Gas arbeiten mit niedrigen Heizwassertemperaturen.

  • Die Abgabeflächen müssen daran angepasst sein, damit das Gesamtsystem optimal harmoniert.

  • Steigen Sie etwa von Ihrer alten Gasheizung auf einen Brennwertkessel um, dann kann es sein, dass die Fläche der vorhandenen Heizkörper nicht mehr ausreicht, um die Räume auf Ihre Wunschtemperatur zu bringen.

  • Manchmal reicht schon der Tausch nur eines Heizkörpers aus, um das Problem zu beheben.

Verschiedene Rohrsyteme

Damit der Heizkörper nicht „auf dem Trockenen sitzt“ und Sie wiederum nicht im Kalten, braucht es Rohrleitungen für den Heizwasserkreislauf. Ihr Fachhandwerker hat im Neubau alle Freiheiten, die Anschlüsse für die Heizkörper nach dem neuesten Stand der Technik zu gestalten. Im Altbau sind Sie hingegen auf die bestehenden Leitungen angewiesen. Nur bei äußerst ungünstiger Leitungsführung oder maroder Technik sollte man über eine Verlegung nachdenken.

Anschluss des Heizkörpers im Ein- und Zweirohrsystem

Erwähnt der Installateur beim Ortstermin den Begriff Einrohrsystem, sollten Sie hellhörig werden. Denn dabei handelt es sich um ein schwer zu optimierendes, altertümliches Rohrnetz. Mit diesem rüsten Heizungsbauer schon lange keine Neubauten mehr aus.

Beim Einrohrsystem dient das Rücklaufwasser des ersten Heizkörpers als Vorlaufwasser des folgenden. So führt sich die Kette fort, bis das Heizungswasser den letzten Heizkörper passiert hat und für seine erneute Erwärmung zurück zum Heizungsraum strömt. Für den Anschluss neuer Heizkörper an dieses System benötigen Sie meist spezielle Ventile. Die sorgen für eine gute Durchströmung des Heizkörpers.

Schema einer Einrohrheizung Grafik
Bei der Einrohrheizung sind die Heizkörper in Reihe geschaltet.

Das Zweirohrsystem ist der heutige Standard. Hier fließt das Heizungswasser mit der eingestellten Vorlauftemperatur zum Heizkörper, passiert ihn und strömt dann direkt wieder in Richtung des Wärmeerzeugers. Jeder Heizkörper hat also seine eigenen, von den anderen abgetrennten Anschlüsse. Da dies einige energetische Vorteile bietet, ist es heute das vorherrschende System.

Schema einer Zweirohrheizung
Die Zweirohrheizung entspricht dem Schema einer Parallelschaltung.

Um zwischen Ein- und Zweirohrsystem zu unterscheiden, brauchen Sie keinen Heizungsbauer. Drehen Sie während der Heizperiode alle Heizkörperthermostate zu und warten Sie zwei Stunden. Fassen Sie nun an die Leitungen, die zu den Anschlüssen des Heizkörpers führen.

Sind diese Leitungen kalt? Dann handelt es sich um ein Zweirohrsystem. Sind sie nach wie vor warm, haben Sie ein Einrohrsystem. Selbst bei geschlossenen Heizkörperthermostaten fließt dann stets warmes Heizwasser durch die zentrale Vor- und Rücklaufleitung. Das sorgt für unnötige Wärmeverluste.

Die Vorteile eines Zweirohrsystems im Überblick:

  • Alle Heizkörper erhalten die annähernd gleiche Vorlauftemperatur. Sie können bei gleicher Größe die identische Wärmeleistung abgeben. Das erleichtert die Auslegung.

  • Die Heizkörper beeinflussen sich untereinander kaum. Das Absperren eines Heizkörpers hat nur wenig Einfluss auf die übrigen.

  • Der hydraulische Abgleich ist am Heizkörper durchführbar.

  • Das System ist für den Einsatz von Standard-Heizkörperventilen geeignet.

  • Eine nachträgliche Erweiterung des Wärmeverteilnetzes ist auch ohne größere Umplanungen möglich.

Der hydraulische Abgleich im Zweirohrsystem

Die Vorteile des Zweirohrsystems beruhen auf der separaten Führung von Vor- und Rücklaufleitung. Das führt aber dazu, dass im nicht abgestimmten Zustand unterschiedliche Mengen von Heizwasser die Wärmeabgabeflächen erreichen.

Denn die Leitungen, die zu den einzelnen Heizkörpern führen, fallen meist unterschiedlich lang aus. Daher weisen sie abweichende Strömungswiderstände auf. Somit erhalten die am günstigsten positionierten Heizkörper am meisten Wasser und damit mehr Energie als die übrigen.

Im Rahmen des hydraulischen Abgleichs nimmt sich der Heizungsbauer dieses Problems an: Er begrenzt den maximalen Durchfluss an den einzelnen Heizkörpern so, dass sich dem Heizungswasser in allen Heizkörpern der gleiche Widerstand entgegenstellt. Damit ist die gleichmäßige Versorgung aller Heizflächen gewährleistet.

Wärmeverteilung ohne hydraulischen Abgleich Grafik
Wärmeverteilung mit hydraulischen Abgleich Grafik
Zweirohrheizung mit und ohne hydraulischen Abgleich

Leitungsführung in Wand, Boden oder Sockelleiste

Der hydraulische Abgleich macht deutlich: Die möglichst optimale Verlegung der Anbindeleitungen ist ein weiterer Gestaltungsraum bei Planung und Installation eines Heizsystems. Dabei sind geringe Strömungswiderstände und niedriger Materialverbrauch genauso wichtig wie möglichst unsichtbare Anschlüsse der Heizkörper im Wohnraum.

Die Leitungen können in Wand, Boden oder offenliegend verlaufen. Das hängt oft vom Baujahr der Immobilie ab.

  • Im Neubau setzen Bauherren und Heizungsbauer auf in den Fußbodenaufbau integrierte Rohre. Diese sind besonders unauffällig.
  • Im Altbau können die Rohrleitungen in Wandschlitzen verlaufen. Dort sind sie im Schadensfall jedoch nur schwer zu erreichen.
  • Bei der nachträglichen Installation von Anbindungssystemen verlegt der Handwerker die Leitungen häufig freiliegend an der Wand oder kaschiert sie mit speziell dafür erhältlichen Sockelprofilen.

Wichtig: Eine Dämmung freiliegender Heizungsrohre in beheizten Räumen ist nicht notwendig. Verlaufen die Rohre aber durch einen unbeheizten Keller, sollten sie gedämmt werden.

Verschiedene Anschlüsse für Heizkörper

Doch wie gelangt der Vorlauf nun in den Heizkörper und der Rücklauf wieder heraus? Als Bauherr eines neuen Hauses müssen Sie sich über die Anschlussarmaturen für Ihre Heizkörper wenig Gedanken machen. Als Eigentümer eines Altbaus allerdings sind Sie oft auf flexible Spezialarmaturen angewiesen. So können Sie mit der vorhandenen Verrohrung gute Ergebnisse erzielen.

Armaturen für den Anschluss des Heizkörpers

Die Aufgabe des Anschlusses übernimmt heute in der Regel ein Hahnblock. Das ist ein einfaches Bauteil, das aus zwei fest miteinander verbundenen Ventilen und Rohrstutzen besteht. Der Hahnblock leitet das warme Vorlaufwasser ein und führt es wieder ab, nachdem es den Heizkörper durchflossen und einen Teil seiner Wärme abgegeben hat.

Aufbau eines Hahnblocks mit Bypassventil Grafik
Hahnblock mit Bypassventil

Moderne Plattenheizkörper sind für den Anschluss von Vor- und Rücklauf von unten vorbereitet. Dabei spielt es keine Rolle, ob die Rohre aus dem Boden unter oder aus der Wand hinter dem Heizkörper austreten. Hahnblöcke sind in gerader Durchgangsform oder Eckform mit 90°-Biegung erhältlich.

Gegenüber dem früher üblichen Vorlaufanschluss oben links am Heizkörper bietet das Vorteile: Es gibt keine unschönen freiliegenden Rohre im Sichtbereich. Auch das Verstecken der Leitungen in der Wand wird überflüssig.

Im Rahmen des hydraulischen Abgleichs stellt der Heizungsbauer am Hahnblock per Drosselschraube den maximalen Wasserdurchfluss ein. In der Einrohrheizung verfügt der Hahnblock über ein Bypassventil. Dieses lässt einen Teil des Vorlaufwassers unter Umgehung des Heizkörpers direkt zur nächsten Abgabefläche in der Reihenschaltung weiterströmen.

Flexible Armaturen besonders für Sanierer interessant

Von unten kommende und zum Heizkörper versatzfreie Anschlüsse für Vor- und Rücklauf – das ist der Optimalzustand beim Heizkörperanschluss. Leider ist es im Altbau nicht immer so. Zu weit hervorstehende Anschlüsse, vertauschte Positionen von Vor- und Rücklauf oder unpassende Rohrquerschnitte stellen Sanierer vor Probleme. Die Norm bei älteren Gliederheizkörpern sind gleichseitig am Heizkörper positionierte Anschlüsse mit oben liegendem Vorlauf.

Varianten von Heizkörper-Anschlüssen Grafik
Gleichseitiger oder wechselseitiger Anschluss? Reitender oder hängender Anschluss? Es gibt viele verschiedene Anordnungen für die Anschlüsse von Heizkörpern.

Hier gilt es, nicht nur einen Heizkörper mit passenden Anschlüssen auszusuchen – auch geeignete Anschlussarmaturen muss man wählen. Beispielsweise kommen beim Heizkörper in einem Einrohrsystem oft spezielle Armaturen zum Einsatz, die dessen Durchströmung verbessern. Doch für alle diese Fälle bietet der Markt passende Lösungen.

Wir empfehlen: Wenden Sie sich an einen kompetenten Heizungsbauer aus Ihrer Region. Er stellt bei einem Ortstermin die Voraussetzungen fest und ermittelt den bestmöglichen Anschluss für Ihre Heizkörper.

Der Heizkörpertausch lohnt sich

Die enge Zusammenarbeit mit dem Heizungsbauer aus Ihrer Region empfehlen wir Ihnen noch aus einem weiteren Grund: Kein Heizkörperanschluss ist vollständig ohne die abschließende Einstellung der Anlage. Egal ob Ein- oder Zweirohrsystem: Der Handwerker muss das gesamte Netz zur Wärmeverteilung auf die veränderten Umstände abstimmen.

Schließlich ist die Synchronisierung von Wärmeversorgung und Wärmebedarf einer der größten Hebel bei der Heizungsoptimierung: Wird das nicht beachtet, kann selbst eine moderne Heizungsanlage nicht ihr volles Potenzial entfalten. Es lohnt sich also, sich mit den Anschlüssen von Heizkörpern zu beschäftigen. Der richtige Partner an Ihrer Seite ist Ihr Heizungsbauer.

Heizungsbauer finden

Ein qualifizierter Heizungsinstallateur kann Ihnen garantiert alle Fragen zu Heizkörperanschlüssen beantworten. Finden Sie hier einen passenden Betrieb!

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Andreas Wurm,
M.Sc.

Über den Autor

Andreas Wurm absolvierte seinen Bachelor of Science in Maschinenbau an der RWTH Aachen University und schloss einen Master in Energietechnik (Spezialisierung Erneuerbare Energien) an derselben Universität an. Nach seinem Studium war er von 2014 bis 2016 Projektingenieur in der Branche Heizungs- und Klimatechnik.

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