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Heizung: Einrohrsystem umrüsten und Energie sparen

An dem Thema Energieeffizienz kommt heute kaum noch jemand vorbei und das ist gut so. Denn leider entsprechen immer noch zirka 57% der Heizungsanlagen nicht dem Stand der heutigen Technik und laufen ineffizient – hauptsächlich in Bestandsgebäuden aus den Jahren 1975 bis 1985. Davon haben schätzungsweise immer noch 1,5 Millionen Heizungsanlagen eine Einrohrheizung. Hausbesitzer sind gut beraten, dies zu ändern.

Inhaltsverzeichnis

  1. Was ist ein Einrohrsystem und wie funktioniert es?
  2. Gründe für Umrüstung von Einrohrheizung auf Zweirohrheizung
  3. Tipps, um den Betrieb einer Einrohrheizung zu optimieren
  4. Fazit: Einrohrsystem der Heizung umrüsten, um Energie zu sparen
Einrohrsystem umrüsten: Effizienz von Heizungsanlagen 2018 in Deutschland
Die Grafik zeigt die Effizienz von Heizungsanlagen 2018 in Deutschland, kategorisert in unzureichend effizeint, effizient und mit fossilen Brennstoffen betrieben und effizient und mit erneuerbaren Energien betrieben. Hier kann man durch das Umrüsten des Einrohrsystems vieles effizienter gestalten.

Was ist ein Einrohrsystem und wie funktioniert es?

Wurde Ihr Haus in den Siebzigern gebaut, ist Ihre Heizungsanlage wahrscheinlich als Einrohrsystem installiert. Bei diesem System sind die Heizkörper in Reihe geschaltet. Das heiße Heizwasser fließt vom Kessel in die Rohrleitung. Diese Rohrleitung verläuft als sogenannte Ringleitung durch Ihr Gebäude und kommt als Rücklauf zum Heizkessel zurück. An dieser Ringleitung sind die Heizkörper (Heizflächen) nacheinander angeschlossen.

Der Aufbau ist mit dem einer Perlenkette vergleichbar. Die Ringleitung ist wie eine Schnur, an der die einzelnen Heizkörper in den Räumen wie Perlen nacheinander aufgehängt sind. Eine weitere Besonderheit ist, dass der Rücklauf von jedem Heizkörper in die Ringleitung zurückgeht. So kühlt das Heizwasser immer weiter ab (dies erkennen Sie in der Grafik an der blau-roten Linie).

Sie besitzen eine Heizung mit Einrohrsystem und öffnen alle Heizkörper an der Ringleitung? Dann stellen Sie fest, dass der letzte Heizkörper nicht mehr so warm wird und länger braucht, um den Raum aufzuheizen.

Die Grafik zeigt das Schema einer Einrohrheizung, das auch beim Umrüsten eine große Rolle spielt.

Der Grund dafür ist, dass der erste Heizkörper einen Teil des heißen Heizwassers aufnimmt und die Wärme an den Raum abgibt. Das ausgekühlte Wasser vom ersten Heizkörper fließt zurück in die Ringleitung und mischt sich mit dem restlichen Heizwasser. Das kältere Heizwasser versorgt nun den zweiten geöffneten Heizkörper. Dieser gibt ebenfalls sein noch weiter abgekühltes Heizwasser in die Ringleitung ab. So geht es bis zum letzten Heizkörper in dem System weiter.

Das Heizwasser ist dann so weit abgekühlt, dass der letzte Heizkörper den Raum nicht optimal mit Wärme versorgen kann. Um dieses Problem zu beheben, wird oftmals die Heizkurve angehoben. Dadurch soll sich das Heizwasser stärker erwärmen. Doch diese scheinbar einfache Lösung entpuppt sich schnell als ineffizient, da Sie dadurch mehr Energie verbrauchen.

Gründe für Umrüstung von Einrohrheizung auf Zweirohrheizung

Das Zweirohrsystem arbeitet energetisch effizienter als das Einrohrsystem und entspricht dem heutigen Stand der Technik. Hier hat jeder Heizkörper einen eigenen Anschluss. Das Tichelmann-System ist eine spezielle Verlegetechnik von Rohrleitungen. Dabei haben die Vor- und Rücklaufleitungen im Rohrsystem in der Summe nahezu die gleiche Länge. Diese Bauweise vereinfacht einen hydraulischen Abgleich und macht ihn unter Umständen sogar überflüssig.

Heizung Einrohrsystem umrüsten: Schema einer Zweirohrheizung

Dennoch scheuen sich viele Eigenheimbesitzer, ihre Einrohrheizung aufwändig umzurüsten. Im Rahmen der Energiewende gibt es allerdings einige Fördermittel für die Umrüstung einer Heizung mit Einrohrsystem auf ein moderneres und effizienteres System. Die Installation ist jedoch aufwändig, da der Heizungsbauer eine zweite Rohrleitung verlegen und alle vorhandenen Heizkörper neu anbinden muss.

Möchten Eigenheimbesitzer das Einrohrsystem Ihrer Heizung umrüsten lassen, fallen die Kosten hierfür je nachdem Gebäude unterschiedlich hoch aus. Sie können schnell steigen und sind vergleichbar zur Installation einer neuen Heizung. Holen Sie sich hierfür am besten ein Angebot vom Fachhandwerker ein. Dank möglicher Förderungen können Sie die Umrüstung der Heizung mit einem Einrohrsystem jedoch günstiger gestalten.

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Tipps, um den Betrieb einer Einrohrheizung zu optimieren

Es ist aus baulicher Sicht nicht möglich ist, Ihre Einrohrheizung umzurüsten? Achten Sie zumindest auf eine effiziente Betriebsweise. Dies gelingt durch eine sinnvolle Regelung und einen hydraulischen Abgleich.

Sie sollten zum Beispiel darauf achten, dass die Vorlauftemperatur nicht zu hoch ist. Andernfalls deckt sie über die Ringleitung den Wärmebedarf des Gebäudes. Das klingt zunächst positiv. Jedoch führt es dazu, dass eine Regelung über die Thermostate an den Heizkörpern nicht mehr möglich ist.

Ein hydraulischer Abgleich kann den Betrieb Ihrer Heizungsanlage auch effizienter machen. Dieser ist bei einem Einrohrsystem zwar etwas aufwendiger, aber er lohnt sich. Dadurch können Sie in einem Einfamilienhaus im Verbrauch bis zu 7% einsparen. Bei einem Einfamilienhaus mit einer Grundfläche von 150 Quadratmetern und einem Verbrauch von 150 kWh/m² sind das zirka 160 Euro pro Jahr. Die Kosten für den hydraulischen Abgleich durch einen Heizungsbauer betragen –je nach Anzahl der Heizkörper – 700 bis 1.300 Euro.

Hydraulischer Abgleich

Hydraulischer Abgleich – Heizung effizient optimieren

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Außerdem benötigen Sie Ventile, die auf das System abgestimmt sind. Welches Ventil-System sich am besten eignet, hängt von Ihrer Heizungsanlage ab. Ein Heizungsbauer kann Sie dazu individuell beraten. Hier gelangen Sie zu einem Fachmann in Ihrer Nähe.

Bei der Optimierung des Einrohrsystems einer Heizung sollten Sie auch die Heizungspumpe nicht vergessen. Ist diese älter als zehn Jahre, ist der Stromverbrauch meist sehr hoch. Diese Pumpe ist meist sogar der größte Stromfresser im Haushalt. Hier lohnt es sich, die alte Heizungspumpe auszutauschen gegen eine moderne und effizientere Pumpe.

Vielen Verbrauchern ist zudem nicht bewusst, dass auch über die Heizungsrohre viel Energie verloren gehen kann. Dem können Sie entgegenwirken, indem Sie die Rohre ausreichend dämmen lassen. Wie der Heizungsbauer dabei vorgeht und mit welchen Kosten Sie rechnen müssen, lesen Sie in dem Artikel „Heizungsrohre dämmen und Kosten senken“.

Fazit: Einrohrsystem der Heizung umrüsten, um Energie zu sparen

Bei einer Einrohrheizung müssen im Vergleich zu einer Zweirohrheizung weniger Leitungen verlegt werden. Dadurch ist das System beim Einbau etwas kostengünstiger. Ein weiterer Vorteil ist, dass die Einrohrheizung eine geringe thermische Trägheit besitzt und sich somit schnell aufheizt. Dadurch werden die Heizkörper schneller warm als bei anderen Systemen.

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Das Einrohrsystem ist jedoch nicht effizient und der Komfort leidet. Daher sollten Sie auf jeden Fall über eine Umrüstung auf das Zweirohrsystem nachdenken. So profitieren Sie von einer modernen Anlagentechnik und günstigeren Heizkosten.

Thomas Höniger,
B.Eng.

Über den Autor

Thomas Höniger absolvierte in dem Studienfach „Gebäude- und Energietechnik“ seinen Bachelor an der Beuth Hochschule für Technik Berlin. Nach seinem Studium gründete er die Firma TEPEC. Im Jahr 2017 folgte die Zertifizierung zum Energieberater für Wohngebäude und zum Thermografen nach ISO 18436.

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