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Verbrauch einer Elektroheizung: Wann sich Heizen mit Strom lohnt

Heizen mit Strom ist teuer, das ist weithin bekannt. Das liegt aber nicht zwangsläufig daran, dass Elektroheizungen den Strom mit besonders hohen Verlusten in Wärme umwandeln. Ganz im Gegenteil: die Gewinnung von Wärme aus Strom kann sehr effizient sein. Doch der gekaufte Strom ist sehr teuer. Obwohl vieles gegen die Elektroheizung spricht, gibt es doch schwierige bauliche Verhältnisse, in denen sie als Kompromiss oder als Übergangslösung dienen kann. Wir sagen Ihnen, wann eine Elektroheizung trotz der hohen Kosten für den Stromverbrauch Sinn ergibt.

Inhaltsverzeichnis

  1. So funktioniert die Elektroheizung
  2. Diese Kosten verursacht eine Elektroheizung
  3. Die größte Schwäche einer Elektroheizung: Der Verbrauch
  4. Fazit zum Verbrauch: Denken Sie über einen Austausch der Elektroheizung nach

So funktioniert die Elektroheizung

Eine Elektroheizung ähnelt in ihrem Aufbau eher einer Einzelfeuerstätte als einer Zentralheizung. Die Wärme wird direkt am Ort des Bedarfs in den einzelnen Heizelementen erzeugt. Den Strom aus der Steckdose wandelt ein Heizwiderstand in Wärme um. Elektroheizungen gibt es in mobilen Varianten (zum Beispiel Elektroheizkörper), aber auch zur festen Montage an Wand, Decke oder als Fußbodenheizung.

Je nach Bauart der Elektroheizung geht die Wärme direkt auf die Umgebungsluft über oder nimmt einen Umweg über Stoffe wie Steine, Öl oder Wasser, die Wärme besser übertragen. Elektrische Heizlüfter, Heizstrahler, Radiatoren oder Infrarotheizungen übertragen die Wärme ohne größere Zeitverzögerung an die Raumluft. Fungiert die Elektroheizung als Ersatz für eine Zentralheizung, dann kommen oft Nachtspeicheröfen zum Einsatz. Diese erzeugen und speichern nachts Wärme und geben sie sie erst am folgenden Tag an die Luft ab.

Das spricht für eine Elektroheizung

  • Im Gegensatz zu Öl- oder Gasheizungen findet in der Elektroheizung keine Verbrennung statt. Deshalb ist einen Anschluss an den Schornstein überflüssig.

  • Sie können jedes elektrische Heizelement unabhängig platzieren, vorausgesetzt es gibt eine Steckdose in der Nähe.

  • Die dezentrale Wärmeerzeugung bringt einen weiteren Vorteil mit sich: Ein wasserführendes Leitungsnetz zur Verteilung der Wärme ist nicht nötig. Das macht die Elektroheizung zu einer sehr flexiblen Lösung.

Diese Kosten verursacht eine Elektroheizung

Die Anschaffungs- und Montagekosten einer Elektroheizung fallen obendrein günstig aus. So schlägt ein für einen Raum ausreichender elektrischer Heizkörper mit wenigen Hundert Euro zu Buche.

Heizkörper benötigen Sie bei einer Zentralheizung zwar auch, doch dazu kommen Heizkessel, Pufferspeicher und die Installation von Rohren für mehrere Tausend Euro. Auch die Wartungskosten fallen bei einer Elektroheizung kaum ins Gewicht, denn sie ist vergleichsweise einfach aufgebaut und wenig störanfällig. Doch wollen Sie die Wirtschaftlichkeit einer Heizung bewerten, sollten Sie immer alle Kostenkomponenten betrachten:

Kostenfaktoren bei einer Heizung

  • Anschaffung

  • Installation

  • Wartung

  • Betrieb

Betrachten Sie die Kosten für den Verbrauch der Elektroheizung, wandelt sich der Kostenvorteil schnell ins Gegenteil. Der Grund: eine Elektroheizung arbeitet nicht wie andere Heizungssysteme mit Primärenergieträgern wie Öl, Gas, Sonnen- oder Wärmeenergie aus der Umwelt. Stattdessen kommt Strom zum Einsatz, der erst aus anderen Energieträgern gewonnen werden muss. Die anfänglichen Kostenvorteile einer Elektroheizung müssen Sie also durch langfristig hohe Ausgaben für den Stromverbrauch teuer erkaufen.

Die größte Schwäche einer Elektroheizung: Der Verbrauch

Im zweiten Halbjahr 2017 zahlten Endverbraucher in Deutschland rund 30,5 Cent für eine Kilowattstunde Strom, für dieselbe Energiemenge in Form von Gas dagegen nur rund 6,1 Cent1. Maßgeblich für die hohen Kosten durch den Energieverbrauch der Elektroheizung ist also nicht die Effizienz der Geräte selbst.

Auch ein diszipliniertes Heizverhalten ändert daran also kaum etwas: Der Strom hat bereits eine lange Reise hinter sich, wenn er in der Heizung ankommt. Die Kosten für den Transport über das Stromnetz und die Effizienzverluste bei der Stromerzeugung geben die Versorger selbstverständlich an die Verbraucher weiter. Die Verluste fallen enorm hoch aus: Bei der Umwandlung fossiler Energieträger in Kraftwerken können oft nur 40% der ursprünglich eingesetzten Energie in Strom überführt werden2.

Dieser insgesamt sehr hohe Energieverbrauch der Elektroheizung ist nicht nur aus finanzieller Sicht bedenklich, sondern auch aus ökologischer. Denn nach wie vor dominieren fossile Energieträger den deutschen Strommix, wie die Grafik zeigt. Die damit verbundenen Emissionen sind ebenso nachteilig wie die direkte Abhängigkeit von der Entwicklung der Energieträgerpreise.

Abhilfe gegen hohe Kosten für den Verbrauch von Elektroheizungen kann ein Nachtspeicherofen schaffen. Gegen die schlechte Ökobilanz hilft dieser jedoch nicht. Versorger bieten teilweise verbilligte Tarife für in der Nacht genutzten Strom an, um die Auslastung ihrer Netze gleichmäßiger zu gestalten. Die Nachtspeicherheizung speichert die Energie über Nacht und gibt die vergleichsweise günstiger gewonnene Wärme tagsüber an den Raum ab.

Wollen Sie mit Ihrer Elektroheizung solch einen Tarif nutzen, benötigen Sie allerdings einen entsprechenden Stromzähler. Sie haben die Wahl zwischen zwei Varianten: Einem Zweitarifzähler, der in Abhängigkeit von der Uhrzeit den Verbrauch einem Tarif zuordnet. Und einem separaten Zähler für den Nachtstrom. In beiden Fällen ist es möglich, dass die Kosten für Kauf und Installation des Zählers einen großen Teil des Einspareffektes für den Strom zunichtemachen. Dazu kommt, dass sich die Preise für Nacht- und Tagstrom teilweise angeglichen haben, sodass Sie die Tarife genau vergleichen sollten.

Fazit zum Verbrauch: Denken Sie über einen Austausch der Elektroheizung nach

Auf den Punkt gebracht, lohnt sich eine Elektroheizung durch geringe Anschaffungskosten und die einfache Inbetriebnahme vor allem zur vorübergehenden oder gelegentlichen Nutzung. Geht es dagegen um die dauerhafte Beheizung von Wohnraum, bei der die Elektroheizung als Ersatz für eine Zentralheizung dienen soll, sollten Sie sich mit den hohen Kosten für den Stromverbrauch befassen.

Praxistipp

  • Verlassen Sie sich nicht auf die Versprechungen des Herstellers, sondern auf Prüfsiegel unabhängiger Institute wie TÜV, VDE und das GS-Zeichen.

  • Obwohl die Montage vergleichsweise einfach ist, sollten Sie diese aus Sicherheitsgründen immer einem Fachmann überlassen.

Es gibt wenig gute Gründe, Ihrer Elektroheizung treu zu bleiben. Eine Ausnahme besteht lediglich dann, wenn im Gebäude weder ein Anschluss an den Schornstein möglich ist, noch ein wasserführendes Netz für eine Zentralheizung zur Verfügung steht. Sind Sie der Eigentümer eines solchen Hauses, dann sollten Sie sich bereits vor der Sanierung für eine neue Heizungstechnologie entscheiden und bei den Baumaßnahmen alle nötigen Vorkehrungen treffen. Eine Entscheidungshilfe bietet unser Beitrag „Neue Heizung, aber welche?“.

Vor- und Nachteile einer Elektroheizung im Überblick

Pro

  • Günstige Anschaffung

  • Flexible Aufstellung

  • Einfache Installation und Wartung

  • Alternative zur Zentralheizung in Gebäuden ohne wasserführende Leitungen oder Anschluss an Schornstein

Contra

  • Teuer im Betrieb

  • Sehr schlechte Ökobilanz

  • Eventuell weiterer Stromzähler nötig

1 Destatis: Preise: Daten zur Energiepreisentwicklung

2 Umweltbundesamt: Wirkungsgrad fossiler Kraftwerke

Andreas Wurm

Über den Autor

Andreas Wurm absolvierte seinen Bachelor of Science in Maschinenbau an der RWTH Aachen University und schloss einen Master in Energietechnik (Spezialisierung Erneuerbare Energien) an derselben Universität an. Nach seinem Studium war er von 2014 bis 2016 Projektingenieur in der Branche Heizungs- und Klimatechnik.

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