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Welchen Einfluss hat die CO2-Steuer auf die Heizkosten?

Die Erde heizt sich immer schneller auf. Grund dafür ist vor allem der vom Menschen verursachte CO2-Ausstoß. Um die Emissionen von CO2 zu senken, hat die Bundesregierung daher eine CO2-Steuer eingeführt. Wir zeigen Ihnen in diesem Artikel unter anderem, was diese Steuer für Ihre Heizung bedeutet und was Sie tun können, um diese zu vermeiden.

Inhaltsverzeichnis

  1. CO2-Steuer belohnt umweltfreundliches Verhalten
  2. CO2-Steuer steigt kontinuierlich an
  3. Der Betrieb von Öl- und Gasheizung wird teurer
  4. Moderne Heizung verringert Kosten
  5. Fazit: Auf erneuerbare Energien setzen
CO2-Steuer: Blaue Gedankenblase

CO2-Steuer belohnt umweltfreundliches Verhalten

Die Idee der CO2-Steuer ist folgende: Wenn die Preise der fossilen Brennstoffe steigen, entsteht ein Anreiz für die Bürger, in CO2-arme oder bestenfalls CO2-freie Technologien zu investieren. Daher verteuert die CO2-Steuer seit dem Jahr 2021 alle Brennstoffe, die CO2 ausstoßen. Das sind hauptsächlich Erdgas und Heizöl beim Heizen sowie Diesel und Benzin im Autoverkehr.

Mehr Klimaschutz beim Heizen und im Verkehr

Während der CO2-Ausstoß bei der Stromerzeugung bereits seit Jahren rückläufig ist, haben die Sektoren Heizung und Verkehr noch Nachholbedarf beim Klimaschutz. Daher hat die Bundesregierung mit ihrem Klimaschutzpaket 2030 die Einführung der CO2-Steuer für fossile Brennstoffe beim Heizen und im Verkehr beschlossen.

Für wen gilt die CO2-Steuer?

Die CO2-Steuer betrifft zunächst einmal alle Unternehmen, die diese Brennstoffe auf den Markt bringen. Denn diese Unternehmen müssen den CO2-Preis bezahlen. So ist es im Brennstoffemissionshandelsgesetz geregelt. Aber natürlich geben die Brennstoffhändler den CO2-Preis an ihre Kunden weiter. Die Folge: Seit Jahresbeginn 2021 ziehen die Endverbraucherpreise für Erdgas, Heizöl sowie für Diesel und Benzin an.

Das Brennstoffemissionshandelsgesetz

Im Brennstoffemissionshandelsgesetz ist geregelt, dass Unternehmen, die Brennstoffe in den Verkehr bringen, dafür CO2-Zerfikate vom Staat kaufen müssen. Für diesen Zweck hat die Bundesregierung ein nationales Emissionshandelssystem eingerichtet. Dieses ergänzt das europaweite Emissionshandelssystem, das es für die Stromerzeugung mit fossilen Brennstoffen schon länger gibt.

Jahr
CO₂-Preis pro Tonne
2021
25 Euro
2022
30 Euro
2023
35 Euro
2024
45 Euro
2025
55 Euro

 

In den ersten fünf Jahren ist ein Festpreis für den Emissionshandel mit CO2-Zerfikaten festgelegt. Danach wird die Menge der CO2-Zerfikate begrenzt und der Preis richtet sich nach Angebot und Nachfrage.

CO2-Steuer steigt kontinuierlich an

Der Startpreis der CO2-Bepreisung im Jahr 2021 beträgt 25 Euro pro Tonne CO2. Jahr für Jahr klettert dieser Preis ein bisschen weiter nach oben, bis im Jahr 2025 ein Preis von 55 Euro pro Tonne erreicht ist. Daher können Verbraucher schon heute damit rechnen, dass sich die Kosten für die Öl- und Gasheizung, aber auch für das Autofahren kontinuierlich verteuern.

Betroffen von der CO2-Bepreisung sind alle Verbraucher, die fossile Brennstoffe nutzen. Im Fall der Heizung zahlen die Mehrkosten der CO2-Steuer die Hauseigentümer, wenn sie selbst in ihrem Haus wohnen. Ansonsten sind es die Mieter, die die Mehrkosten schultern müssen.

CO2-Steuer im internationalen Vergleich

  • Im Vergleich zu anderen Ländern hat Deutschland die CO2-Steuer sehr spät eingeführt und vergleichsweise geringe Preise angesetzt.

  • In Schweden etwa gibt es die CO2-Steuer schon seit 1991. Heute kostet die Tonne CO2 in Schweden bereits deutlich mehr als 100 Euro pro Tonne.

  • Als erstes Land mit einer CO2-Steuer startete Finnland bereits im Jahr 1990.

  • Ein anderes Beispiel ist die Schweiz: Die Bewohner zahlen seit dem Jahr 2014 eine CO2-Lenkungsabgabe auf Brennstoffe zum Heizen.

Der Betrieb von Öl- und Gasheizung wird teurer

Was bedeutet die CO2-Abgabe von 25 Euro pro Tonne für das Heizen? Umgerechnet auf den Liter Heizöl macht die CO2-Steuer einen Preisanstieg von etwa 8 Cent aus. Im Jahr 2022 sind es dann schon 9,5 Cent und 2025 kommen Sie durch die CO2-Steuer auf Mehrkosten für die Ölheizung von 17 Cent pro Liter Heizöl.

Bei der Gasheizung macht die CO2 Steuer anfangs 8,7 Cent pro Kilogramm Erdgas aus. 2025 sind es dann knapp 20 Cent. Gehen wir von einem jährlichen Durchschnittsverbrauch von 20.000 kWh Erdgas aus, wenn Sie mit Gas heizen. Dann kommen durch die CO2-Steuer im Jahr 2025 rund 240 Euro Mehrkosten auf Sie zu.

Ab 2026 könnte sich der Kostenanstieg sogar noch weiter erhöhen. Derzeit ist die CO2-Abgabe ab dem Jahr 2026 auf maximal 65 Euro begrenzt. Doch die Verschärfung der Klimaziele könnte in Zukunft bedeuten, dass die Politik auch einen wesentlich höheren CO2-Preis zulässt.

Moderne Heizung verringert Kosten

Doch es gibt Möglichkeiten für Sie als Verbraucher, die Mehrkosten der CO2-Steuer zu umgehen. Viele Häuser sind heute noch mit ineffizienten alten Heizkesseln ausgerüstet. Ein Umstieg auf ein modernes Brennwertgerät spart mehr ein, als die CO2-Abgabe kostet und amortisiert sich bereits nach wenigen Jahren.

Noch besser fällt Ihre CO2-Bilanz aus, wenn Sie auf erneuerbare Energien beim Heizen setzen. So kann eine Solarheizung mehr als 50% Ihres Wärmebedarfs abdecken und damit den Brennstoffverbrauch entsprechend drastisch absenken. Eine Wärmepumpe kommt sogar ganz ohne Brennstoffe, und somit ohne CO2-Ausstoß, aus. Damit heizen Sie unabhängig von der CO2-Steuer. Und auch eine Holzheizung fällt nicht unter die CO2-Bepreisung, da Holz ein nachwachsender Rohstoff ist. Zudem fördert der Bund den Umstieg auf erneuerbare Energien beim Heizen mit lukrativen Fördermitteln.

Treibhausgas CO2

  • CO2 steht als chemische Abkürzung für Kohlendioxid.

  • Es entsteht, wenn kohlenstoffhaltige Stoffe wie Kohle, Öl, Gas, aber auch Holz verbrennen.

  • In der Atmosphäre sorgt CO2 neben anderen Treibhausgasen dafür, dass ein Teil der Infrarotabstrahlung der Erde zurückgehalten wird. Nur dadurch entstehen angenehm warme Temperaturen, bei denen Menschen leben können.

  • Doch durch die Verbrennung von fossilem Kohlenstoff durch die Menschheit steigt die CO2-Konzentration immer weiter an.

  • Die Folge: Die Erde wird immer heißer und unser Lebensraum ist bedroht.

Eine weitere Möglichkeit, die CO2-Bepreisung zu umgehen, liegt in der Reduktion des Heizbedarfs. Einiges erreichen Sie bereits, wenn Sie richtig heizen. Dabei helfen moderne Smarthome-Systeme, die mit der Heizung gekoppelt sind.

Neue Fenster, Türen und eine Fassadendämmung schaffen langfristig geringe Heizkosten. Auch eine Wohnraumlüftung mit Wärmerückgewinnung trägt dazu bei. Solch ein komplett saniertes Haus eignet sich dann auch ideal für eine Wärmepumpenheizung.

Ob sich derart umfassende Modernisierungsarbeiten bei Ihrem Haus lohnen, sollten Sie mithilfe einer professionellen Energieberatung ermitteln.

Fazit: Auf erneuerbare Energien setzen

Bis zum Jahr 2045 will Deutschland klimaneutral sein. Gas- und Ölheizungen wird es dann zunehmend nicht mehr in Häusern geben beziehungsweise könnten sie sogar gänzlich verschwinden. Ob synthetische Kraftstoffe diese ersetzen können, ist offen. Heizen mit erneuerbaren Energien in Form von Solarthermie oder Wärmepumpe ist schon heute eine zukunftssichere Alternative. Wenn Sie damit heizen, sind Sie von der CO2-Steuer gar nicht erst betroffen.

Die Vorteile und Nachteile der CO2-Steuer im Überblick

Pro

  • CO2-Steuer fördert klimafreundliches Verhalten

  • Hausbesitzer können über Heiztechnik frei entscheiden

  • marktwirtschaftliches Instrument

Contra

  • Effekte auf CO2-Reduktion langsamer als bei Verboten

  • Mieter zahlen CO2-Preis, ohne Heiztechnik beeinflussen zu können

  • Heizkosten für Öl- und Gasheizungen steigen

Jens-Peter Meyer,
Dr. rer. nat.

Über den Autor

Dr. Jens-Peter Meyer schreibt freiberuflich seit dem Jahr 2000 über Heizungsthemen. Sein journalistischer Schwerpunkt liegt auf erneuerbaren Energien in der Wärmetechnik – speziell in Solarwärmesysteme, Wärmepumpen und Holzheizungen.

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