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Warum Sie Ihre Heizkörpernische dämmen sollten

Sieht ein Energieberater bei der Begehung Ihres Altbaus tiefe Nischen in den Außenwänden, in denen die Heizkörper vollständig verschwinden, schrillen die Alarmglocken: Hier entweicht jede Heizsaison ein beträchtlicher Anteil an Wärmeenergie ungenutzt ins Freie. Ganz klar: Sie sollten die Heizkörpernische dämmen. In unserem Artikel erfahren Sie, welche zahlreichen Vorteile das Dämmen der Heizkörpernischen hat und wie Sie am besten vorgehen.

Heizkörpernische dämmen: Heizkörper in Nische an Wand

Inhaltsverzeichnis

  1. So kosten Sie ungedämmte Heizkörpernischen bares Geld
  2. Welche Verbesserungsmöglichkeiten bestehen
  3. Diese Kosten kommen auf Sie zu
  4. Heizkörpernische selbst dämmen
  5. Gefahren durch unfachmännisches Dämmen der Heizkörpernische

So kosten Sie ungedämmte Heizkörpernischen bares Geld

Auf den ersten Blick sind Heizkörpernischen eine sehr gute Sache. Der sonst störend in den Raum ragende Heizkörper kann bündig mit der Wand abschließen, sodass Sie keinerlei Einschränkung bei der Nutzung des Raums haben.

Zusätzlich sind in Altbauten teilweise die Heizkörper von einer Holzverkleidung umgeben und von oben durch eine ausladende Fensterbank abgedeckt. So sind die massiven Metallklötze schön kaschiert. Bewohner von Altbauten mit Heizkörpernischen könnten theoretisch sogar Möbel direkt vor den Heizkörper stellen und diesen optisch komplett verschwinden lassen.

Tun sollten Sie das jedoch auf keinen Fall, denn damit verschenken Sie wertvolle Energie und treiben Ihre Heizkosten in die Höhe. Aus gutem Grund werden seit einigen Jahrzehnten keine Heizkörpernischen mehr vorgesehen.

Die Folgen schlechter Luftzirkulation

  • Damit der Heizkörper einen Raum gleichmäßig erwärmt, muss die Luft ungehindert zirkulieren können.

  • Je mehr Heizkörperfläche verdeckt ist, desto ungleichmäßiger verteilt sich die Wärme im Raum.

  • Um sich wohl zu fühlen, müssen Sie in der Folge die Heizung weiter aufdrehen.

  • Zudem nimmt der Anteil der vom Heizkörper abgegebenen Strahlungswärme zu.

  • So wird die hinter dem Heizkörper liegende Wandfläche noch stärker aufgeheizt.

Oft sind die Wände von älteren Gebäuden für heutige Baustandards zu schlecht gedämmt. An den Heizkörpernischen ist das Mauerwerk zusätzlich geschwächt. So stellen die Nischen Wärmebrücken dar, an denen die Wärme aus dem Wohnraum besonders leicht nach außen entweichen kann.

Auch für die Bausubstanz können die Heizkörpernischen gefährlich werden, denn ist der Heizkörper nicht warm, ist die dahinterliegende Wand durch die dünnere Wandstärke dauerhaft deutlich kälter als die Umgebung. Genau hier kann es über längere Zeit zur Kondensation von Wasserdampf kommen und es droht Schimmelbildung.

Welche Verbesserungsmöglichkeiten bestehen

Wie Sie am besten gegen die Wärmebrücken der Heizkörpernischen vorgehen, hängt vom Einzelfall ab. Grundsätzlich gibt es zwei Möglichkeiten: von außen die Wände zu dämmen oder von innen die Nische zu dämmen. 

Von außen: Wände dämmen

Ist der energetische Stand des gesamten Mauerwerks unzureichend, sollten Sie über eine nachträgliche Wärmedämmung der Außenwände nachdenken. Dazu kommt in der Regel ein sogenanntes Wärmedämmverbundsystem (WDVS) zum Einsatz, das auf die Fassade aufgebracht wird. Hierbei werden Dämmplatten mit möglichst geringer Wärmeleitfähigkeit mit Dübeln oder Schienen direkt am Mauerwerk befestigt. Über dem eigentlichen Dämmstoff, häufig Polystyrol, sitzt eine Trägerschicht für den Putz.

Wann Fassadendämmung Sinn macht

  • Da nach der Dämmmaßnahme ein neuer Außenputz aufgetragen wird, eignet sich diese Option vor allem dann, wenn die Hausfassade ohnehin in einem sanierungsbedürftigen Zustand ist.

  • Durch solch eine Maßnahme zur Steigerung der Energieeffizienz machen Sie nicht nur Schluss mit den Wärmebrücken, sondern verbessern die Dämmleistung der kompletten Gebäudehülle.

Von innen: Heizkörpernische dämmen

Ist die Fassade zwar prinzipiell in einem guten Zustand, lohnt es sich dennoch, die Heizkörpernischen von innen zu dämmen.

  1. Die optimale Option

    Experten raten dazu, die Nische komplett mit Dämmstoff auszufüllen und den Heizkörper danach vor die nun bündig abschließende Wand zu setzen.

  2. Nische teilweise erhalten

    Wollen Sie aber einen Teil der lieb gewonnen Nische erhalten, ist es alternativ möglich, die Nische mit weniger dickem Dämmstoff auszukleiden. Dabei sollten Sie auf keinen Fall die seitlichen Laibungen aussparen und auch eine Mindestdicke des Dämmmaterials von drei Zentimetern nicht unterschreiten.

  3. PUR als Alternative

    Soll der Heizkörper während der Dämmung an Ort und Stelle bleiben, dann bleibt die Anbringung weicher Schäume aus PUR (Polyurethane) als Option.

  4. Keine gute Option

    Experten raten davon ab, dünne Reflektorfolien aus dem Baumarkt hinter die Heizkörper zu kleben. Diese eignen sich eher nur dazu, Ihr Gewissen zu beruhigen, anstatt einen tatsächlichen Einspareffekt zu bewirken.

Um die beste Dämmung zu erreichen, versetzen Sie also Ihren Heizkörper und machen die Nische komplett zu. Möchten Sie das nicht, gibt es die beiden anderen Varianten 2. und 3., die die Dämmung zumindest etwas verbessern. Sind Sie sowieso schon einmal zu Werke, können Sie auch gleich Ihre Heizkörper reinigen und eventuell sogar die Heizkörper lackieren.

Diese Kosten kommen auf Sie zu

Ein Fachmann berechnet um die 55 Euro je Quadratmeter an Kosten für die Heizkörpernischen-Dämmung im Innenraum. Ihre Nischen können Sie mit etwas handwerklichem Geschick aber durchaus auch selbst von innen dämmen. Kaufen Sie lediglich den Dämmstoff aus dem Baumarkt und investieren dazu noch etwas Ihrer eigenen Zeit, können Sie die Kosten halbieren. Egal wofür Sie sich entscheiden, die Maßnahme amortisiert sich innerhalb weniger Jahre.

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Heizkörpernische selbst dämmen

Mit unserer Anleitung können Sie direkt loslegen:

Für die Dämmung der Heizkörpernische selbst stehen mehrere Optionen zur Wahl.

  • Verwenden Sie einen biegesteifen Dämmstoff, so ist für die Stabilität des Wandabschnitts keine Ständerkonstruktion erforderlich. Füllen Sie die Nische vollständig und möglichst luftdicht aus, wenn Sie einen leichten Heizkörper befestigen möchten.
  • Wollen Sie stattdessen eine tragfähigere Oberfläche schaffen, dann bietet sich die Dämmung mit Verbundplatten an. Solche Platten, bei denen der Dämmstoff auf ein festeres Trägermaterial aufgebracht ist, sind als Dachbodendämmung in Heimwerkermärkten erhältlich. An dieser Oberfläche können Sie auch schwerere Heizkörper aufhängen.
  • Ein identisches Ergebnis erreichen Sie, wenn Sie vor den Dämmstoff ein Ständerwerk setzen und daran OSB oder Gipskartonplatten befestigen.

Die Übergänge zwischen der gedämmten Heizkörpernische und der Wand rings herum sollten Sie mit Armierungsgewebe verstärken. Damit das Gewebe die Bildung von Rissen am Stoß der verschiedenen Materialien verhindern und luftdicht abschließen kann, kommen Sie nicht darum herum, an den Anschlussstellen etwas vom vorhandenen Putz abzuschlagen. Nach dem Verputzen folgt ein neuer Anstrich nach Ihren Vorstellungen.

Heizungsbauer finden

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Ist Ihnen das alles nicht ganz geheuer, dann sollten Sie lieber einen professionellen Handwerksbetrieb beauftragen. Denn eine unsachgemäße Wärmedämmung durch einen Hobbyhandwerker kann nach hinten losgehen. Der unnötig hohe Energieverbrauch der Heizung stellt dann nicht mehr das größte Problem dar. Welche Risiken es gibt, lesen Sie in folgendem Abschnitt.

Gefahren durch unfachmännisches Dämmen der Heizkörpernische

  • Vorsicht ist geboten, wenn statt Schaumdämmstoffen faserartige Dämmmaterialien zum Einsatz kommen.

  • Wollen Sie Mineralwolle, Baumwolle, Hanf oder Flachs für die Dämmung der Heizkörpernische nutzen, dann sollten Sie auf der nach innen gewandten Seite der Konstruktion eine Dampfbremse einbauen.

  • Eine Gipskartonplatte als Abschluss kompensiert den geringen Dampfdiffusionswiderstand dieser Dämmstoffe.

  • Versäumen Sie dies, können Wasserdampfmoleküle in die Dämmschicht eindringen. Dort sorgen sie nicht nur für Wärmeverluste, sondern auch für Schimmelbildung.

Auch wenn Sie Dämmplatten verwenden, gilt es unbedingt zu vermeiden, dass die Raumluft den Dämmstoff hinterströmen kann. Indem Sie die Heizkörpernische dämmen, können Sie also nicht nur ein bestehendes Schimmelproblem lösen – wenn Sie es falsch machen, können Sie auch ungewollt ein neues entstehen lassen.

Die Dämmung von Heizkörpernischen ist immer ein lohnendes Vorhaben, beauftragen Sie im Zweifelsfall aber lieber einen kompetenten Handwerksbetrieb. Mehr zum Heizkosten sparen lesen Sie auch in diesem Artikel.

Andreas Wurm

Über den Autor

Andreas Wurm absolvierte seinen Bachelor of Science in Maschinenbau an der RWTH Aachen University und schloss einen Master in Energietechnik (Spezialisierung Erneuerbare Energien) an derselben Universität an. Nach seinem Studium war er von 2014 bis 2016 Projektingenieur in der Branche Heizungs- und Klimatechnik.

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