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Die Heizung versetzen: Was nicht passt, wird passend gemacht

Was wäre sie schön gewesen: Die Traumküche mit allem Drum und Dran. Doch leider blockiert der Heizkörper am Küchenfenster den Raum. Was zunächst wie ein Ausschlusskriterium daherkommt, ist gar keines. Die Heizung zu versetzen ist für den Fachmann keine große Sache. Aufwand und Kosten halten sich in Grenzen. Egal, ob Sie Ihre Inneneinrichtung erneuern oder einen kompletten Umbau der Wohnung ins Auge fassen: Die Anordnung der Heizkörper muss keine Einschränkung Ihrer Wohnqualität oder Kreativität bedeuten.

Inhaltsverzeichnis

  1. Welche Position ist die richtige für die Heizung?
  2. Kurze Wege führen beim Versetzen der Heizung zum Ziel
  3. Kann der alte Heizkörper bleiben?
  4. Der hydraulische Abgleich lohnt sich
  5. Was kostet das Versetzen der Heizung?

Welche Position ist die richtige für die Heizung?

Worauf müssen Sie achten, wenn Sie die Heizung versetzen lassen? Nicht jeder Bereich im Raum eignet sich gleich gut für die Wärmequelle. Nicht ohne Grund montiert man Heizkörper unterhalb des Fensters, denn das Fenster ist der kühlste Bereich im Raum. Kalte Luft vor dem Fenster würde ein unbehagliches Kältegefühl bewirken. Das wird durch die Montage des Heizkörpers unter dem Fenster verhindert. Dort kann die Heizung direkt die kühle Luft erwärmen und die natürliche Konvektion sorgt dafür, dass sich die warme Luft im Raum verteilt.

Auch die Außenwände und die angrenzende Luft gehören zu den kühlen Bereichen im Raum. Wenn der Heizkörper also vom Fenster weichen muss, um Platz für die Einrichtung zu schaffen, sollte er dennoch immer an der Außenwand bleiben.

Heizung versetzen kann Schimmel vermeiden

Falls sich Ihre Heizkörper an Innenwänden befinden, sollten Sie sowieso das Versetzen der Heizung an die Außenwände in Erwägung ziehen. Denn nicht nur die Behaglichkeit leidet – viel gefährlicher ist Schimmel. Dieser bildet sich, wenn die Luftfeuchtigkeit über einen längeren Zeitraum bei rund 80% liegt. Einige Schimmelpilze können sogar schon bei 70% Luftfeuchtigkeit gedeihen.

Praxistipp: Heizkörper-Platzierung

  • Die kühle Luft, die sich direkt an den Außenwänden befindet, kann weniger Wasser aufnehmen als die gut temperierte Luft im Rauminneren.

  • Darum sind 70 bis 80% Luftfeuchtigkeit an diesen Stellen schnell erreicht.

  • Besonders gefährdet sind Außenecken, denn diese sind nochmals deutlich kühler als die Außenwände.

  • Sorgt die Heizung aber gezielt für das Durchheizen dieser Ecken, nimmt die Gefahr der Schimmelbildung deutlich ab.

Energieeffiziente Gebäude stellen Sonderfall dar

Bewohnen Sie ein gut gedämmtes, energieeffizientes Haus mit dreifachverglasten Fenstern, gibt es die kalten Fensterbereiche und Außenecken nicht. An den Außenmauern besteht keine Schimmelgefahr und auch das Gefühl unangenehmer Kühle kann nicht auftreten.

In solchen modernen Gebäuden sind Sie bei der Wahl des Standortes des Heizkörpers daher völlig frei. Sie können hier zum Beispiel die Außenwand ohne Bedenken für die Küchenzeile nutzen und den Heizkörper an einer Innenwand platzieren. Wo immer der Heizkörper die Raumaufteilung stört, können Sie die Heizung versetzen lassen.

Lesen Sie auch hier mehr zum Thema Passivhaus heizen.

Kurze Wege führen beim Versetzen der Heizung zum Ziel

Im ersten Schritt wird der Fachhandwerker das Heizungswasser aus der Anlage ablassen. Und zwar so weit, bis der Heizkörper trocken läuft, den er abbauen will. Die Demontage selbst ist mit wenigen Handgriffen erledigt. Dann installiert der Heizungsbauer die Aufhängung des Heizkörpers am neuen Standort. Auch das ist schnell geschehen.

Die Hauptarbeit beim Versetzen eines Heizkörpers liegt im Verlegen der Rohre und Anschlüsse. Ein echter Profi wird immer darauf achten, den Umbauaufwand möglichst gering zu halten. Er wird dort die neuen Rohre an das Leitungsnetz anschließen, wo der Weg zum neuen Standort besonders kurz ist.

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Wenn Sie die Heizung nur ein kleines Stück nach links oder rechts versetzen wollen, ist der Aufwand minimal. Der Heizungsbauer wird die Wand öffnen und die bisherigen Anschlüsse um das Stück verlängern. Anders sieht es aus, wenn der neue Standort ganz woanders, zum Beispiel an der gegenüberliegenden Wand liegt.

Dann kann es sich anbieten, die Anschlüsse durch die Wand in den Nachbarraum zum nächstgelegenen Heizkörper zu legen. Denn das bedeutet in der Regel eine kürzere Wegstrecke als eine Verlegung der Rohre rings um den Raum herum. Nachteilig wirkt sich hier aber aus, dass zwei Räume von den Umbauarbeiten betroffen sind. Es wird unter Umständen auch mehr Aufwand nötig sein, um den Platz frei zu räumen, den der Handwerker für seine Arbeit braucht.

Unsichtbar sollen die Rohre sein

Generell stellt sich die Frage, ob die neuen Rohre in der Wand versteckt oder sichtbar außen an der Zimmerwand verlaufen sollen.

Rohre unter Putz legen

  • Optisch ist die Verlegung unter dem Putz vorteilhaft.

  • Dafür muss der Fachmann Schlitze in die Wand fräsen. Das bedeutet eine Menge Lärm und vor allem Staub.

  • Außerdem hat das Schlitzen des Mauerwerks einen Einfluss auf die Tragfähigkeit der Wände. Ein Experte muss also prüfen, ob eine Verlegung der Rohre unter Putz möglich ist.

  • Denn je nach Wanddicke ist festgelegt, wie tief und breit die Schlitze höchstens sein dürfen, um die Stabilität der Wände zu gewährleisten.

  • Auch die Abstände der Schlitze und die Anordnung der Öffnungen unterliegen Normen.

Sichtbare Rohre auf dem Putz sind einfach und schnell montiert. Die heutige Verbindungstechnik von Heizungsrohren mit Presswerkzeugen kommt ohne Lärm und Schmutz aus. Sichtbare Rohre sind jedoch nicht jedermanns Sache.

Es gibt aber noch die Alternative, Heizungsrohre in speziellen Fußleisten unterzubringen. Das ist eine günstige Variante, die auch optisch gute Ergebnisse bringt. Vor allem ist die Montage sehr schnell und sauber. Die Fußleisten gibt es in vielen Formen und Farben und sind damit sehr gut an den Fußboden anpassbar. Außerdem lassen sie sich abnehmen, sodass es später immer möglich ist, wieder an die Rohre heranzukommen.

Dabei spielt die Art des Rohres keine Rolle. In der Regel bestehen Heizungsrohre aus Kupfer. Gelegentlich kommt auch Stahl vor. Kunststoffrohre sind eine gute Alternative für Heizsysteme in energieeffizienten Gebäuden, die mit niedrigen Temperaturen auskommen.

Vorsicht beim Einrohrsystem

Die meisten Heizsysteme sind sogenannte Zweirohrsysteme, das heißt, jeder Heizkörper ist an zwei Rohre angeschlossen. Das ist einmal der Vorlauf, über den das heiße Heizungswasser zum Heizkörper hinfließt und der Rücklauf, der das abgekühlte Wasser zurück zum Wärmeerzeuger leitet.

Es gibt aber auch Einrohrsysteme. Hier fließt das Heizungswasser wie bei einer Reihenschaltung von einem Heizkörper zum anderen. Bei diesen Systemen ist Vorsicht geboten. Jede hydraulische Änderung kann zu Störungen führen.

Kann der alte Heizkörper bleiben?

Beim Versetzen der Heizung stellt sich immer die Frage, ob der alte Heizkörper einen neuen Standort bekommt oder ob der Heizungsinstallateur gleich einen neuen montieren soll. Handelt es sich um einen modernen Plattenheizkörper, der sich in einem guten Zustand befindet, spricht nichts dagegen, ihn weiter zu verwenden. Sie sollten aber darauf achten, dass weder massiver Rost von außen noch Schmutzablagerungen in den Anschlüssen zu sehen sind. Denn wenn das der Fall ist, lohnt der Einbau eines neuen Heizkörpers.

Alte Gliederheizkörper, die aus einzelnen Rohrsegmenten bestehen, sollten Sie austauschen. Diese heizen den Raum zum großen Teil durch Konvektion und nur zu einem geringen Anteil durch Strahlungswärme. Konvektion bedeutet, dass Luft sich am Heizkörper erwärmt und aufsteigt. Es kommt zur Umwälzung von Luft im Raum. Behaglicher ist es aber, wenn die Wärme in Form von Strahlung in den Raum gelangt, was bei Plattenheizkörpern viel stärker der Fall ist.

Eine Weiterentwicklung des Gliederheizkörpers ist der Röhrenheizkörper, der meist im Bad zum Einsatz kommt. Er ist ungemein praktisch, um Handtücher zum Trocknen aufzuhängen. Auch bei dieser Bauform dominiert die Konvektion. Daher sollte man ihn mit einem Plattenheizkörper kombinieren, wenn der Platz für zwei Heizkörper im Bad ausreicht.

Nicht nur im Bad, auch in anderen Räumen kann der Platz sehr beschränkt sein. Dann ist es möglich, einen sehr kompakten Heizkörper einzubauen. So genannte Konvektoren geben besonders viel Wärme auf engstem Raum ab. Der Nachteil ist dann zwar, dass diese Bauform praktisch nur mit Konvektion arbeitet und keine Strahlungswärme abgibt, dafür gewinnen Sie aber Platz.

Der hydraulische Abgleich lohnt sich

Wenn das Versetzen der Heizung erledigt ist, sollte der Fachmann den neuen Heizkörper hydraulisch abgleichen. Das bedeutet, dass er ihn so einstellt, dass die optimale Heizungswassermenge hindurchfließt. Der Raum wird dann nie zu warm oder zu kalt und die Heizung arbeitet so effizient wie möglich.

Praxistipp: Hydraulischer Abgleich

  • In vielen Häusern ist die gesamte Heizungsanlage nicht optimal eingestellt.

  • Falls das bei Ihrer Anlage auch der Fall ist, bietet es sich an, dass der Heizungsmonteur einen hydraulischen Abgleich der Gesamtanlage durchführt.

  • Denn der hydraulische Abgleich der Heizungsanlage kann die Energieeffizienz um bis zu 15% steigern.

Was kostet das Versetzen der Heizung?

Der Aufwand und damit die Kosten können stark variieren. Geht es darum, die Heizung nur um ein kleines Stück zu versetzen, sind nur wenige Stunden und kaum Materialkosten nötig. Für 200 bis 300 Euro sollte das ein versierter Fachmann schaffen. Kommt ein neuer Heizkörper hinzu, ist man schnell bei 500 Euro und mehr.

In ganz andere Dimensionen gelangen Sie, wenn der Umbau umfangreicher ist. Für das Schlitzen und anschließende Verputzen der Wände benötigen Sie nicht nur den Heizungsbauer, sondern auch einen Maurer beziehungsweise Trockenbauer. Da summieren sich schnell einige Tausend Euro zusammen. In den Fußleisten verlegte Heizungsrohre kosten dagegen nicht viel. Der Materialaufwand hält sich in Grenzen und die Arbeiten sind auch sehr viel schneller erledigt, sodass man mit weniger als 1.000 Euro auskommen kann.

Fazit: Das Versetzen der Heizung dauert in der Regel kaum einen Tag. Der Heizkörper sollte in wenig gedämmten Häusern immer an der Außenwand liegen. Das beugt Schimmel vor und erzeugt ein behagliches Wohngefühl. Optimal ist der Platz unter dem Fenster. In modernen energieeffizienten Gebäuden sind Sie völlig frei bei der Standortwahl des Heizkörpers. Für die notwendigen Arbeiten sollten Sie einen versierten Fachhandwerker beauftragen. Dazu finden Sie weitere Hinweise in dem Artikel „Wie Sie den richtigen Heizungsbauer finden“. 

Dr. Jens-Peter Meyer

Über den Autor

Dr. Jens-Peter Meyer schreibt freiberuflich seit dem Jahr 2000 über Heizungsthemen. Seinen journalistischen Schwerpunkt setzt er in die erneuerbaren Energien in der Wärmetechnik – speziell in Solarwärmesysteme, Wärmepumpen und Holzheizungen.

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