Wartung der Wärmepumpe: Darauf sollten Sie achten

Im Vergleich zu Öl- und Gasheizungen sind Wärmepumpen äußerst wartungsarm. Das hängt damit zusammen, dass Wärmepumpen ohne Verbrennung von fossilen Rohstoffen arbeiten, was weniger Verschmutzungen zur Folge hat. Dennoch müssen auch Wärmepumpen in definierten Zeitabständen überprüft werden, da beispielsweise der Verdampfer auf Verschmutzungen untersucht und gegebenenfalls gereinigt werden muss. Eine regelmäßige Wartung der Wärmepumpe ist daher sinnvoll. So stellen Sie sicher, dass Ihre Anlage viele Jahre lang ihren Dienst verrichtet und sorgen gleichzeitig für einen effizienten Betrieb bei geringen Kosten.

Wartung Wärmepumpe: WOLF LUFT/WASSER-WÄRMEPUMPE BWL-1-A

Inhaltsverzeichnis

  1. Was ist eigentlich eine Wärmepumpe?
  2. Welche Arbeiten werden bei der Wartung einer Wärmepumpe durchgeführt?
  3. Allgemeine Wartungsarbeiten
  4. Wie oft muss eine Wärmepumpe gewartet werden?
  5. Kosten einer Wärmepumpen-Wartung
  6. Checkliste: Wartung der Wärmepumpe

Was ist eigentlich eine Wärmepumpe?

Wärmepumpen gewinnen ihre Energie aus der Umgebungswärme von Luft, Erde oder Wasser. Diese Energie wird vom Kältemittel aufgenommen, im gasförmigen Zustand im Verdichter komprimiert und anschließend im Verflüssiger an das Heizsystem übergeben oder für die Bereitung von Trinkwarmwasser verwendet. Circa 65 % der benötigten Energie bezieht die Wärmepumpe aus der Abwärme der Umgebung. Die verbleibende Differenz wird dem Stromnetz entnommen. Auf diese Weise spart eine Wärmepumpe ordentlich Heizkosten.

Es werden vor allem drei verschiedene Typen von Wärmepumpen unterschieden:

Luft-Wasser-Wärmepumpen

Bei der Luft-Wasser-Wärmepumpe wird mittels eines Ventilators Umgebungsluft angesaugt. Im Wärmepumpen-Kreislauf trifft die Luft auf ein Kältemittel, das so zum Verdunsten angeregt wird; zusätzlich erhitzt sich das erwärmte Kältemittel unter Druck noch weiter. Im letzten Schritt wird die erzeugte Wärme an das Heizungssystem des Gebäudes abgegeben.

Sole-Wasser-Wärmepumpen

Eine Sole-Wasser-Wärmepumpe macht sich den Effekt zunutze, dass in tieferen Erdschichten ganzjährig höhere Temperaturen herrschen. Dazu wird ein Kältemittel, die sogenannte Sole, in Rohre geleitet, die unter der Erde verlaufen. Die höheren Temperaturen des Erdreichs bringen das Kältemittel zum Verdampfen. Das erwärmte Gas wird nun in eine Wärmepumpe geleitet, die es weiter verdichtet. So steigt die Temperatur noch einmal deutlich und kann nun zum Betrieb der Heizung verwendet werden.

Wasser-Wasser-Wärmepumpen

Bei der Wasser-Wasser-Wärmepumpe stammt die Wärme nicht aus der Luft oder der Erde, sondern aus dem Grundwasser. Über einen Saugbrunnen wird das Grundwasser angezapft und im Wärmekreislauf mit einem Kältemittel in Berührung gebracht, das durch eine Wärmepumpe weiter erhitzt wird. Die entstehende Energie wird auf das Heizungssystem übertragen. Über einen zweiten Brunnen, den sogenannten Schluckbrunnen, gelangt das abgekühlte Grundwasser wieder in die Natur.

Welche Arbeiten werden bei der Wartung einer Wärmepumpe durchgeführt?

Sole-Wasser-Wärmepumpe oder Wasser-Wasser-Wärmepumpe – Sie alle benötigen unterschiedliche Wartungsarbeiten. In folgendem erklären wir die Unterschiede bei der Wartung und auf was sie genau achten müssen.

Wartung einer Luft-Wasser-Wärmepumpe

Da bei einer Luft-Wasser-Wärmepumpe das Kühlmittel durch den Kontakt mit der Außenluft verdampft, müssen Sie eine ausreichende Luftzufuhr sicherstellen. Zu diesem Zweck sollten Sie bei jeder Wartung die Zu- und Abluftkanäle überprüfen und gegebenenfalls reinigen lassen.

Außerdem muss der Heizungsbauer die Kondenswasserentwicklung im Auge behalten: Weil die Wärmepumpe der Außenluft Wärme entzieht, kann diese weniger Wasserdampf aufnehmen. So entsteht innerhalb des Systems Kondenswasser, das durch einen Kondensatablauf abgeleitet wird. Der Experte sollte diesen Ablauf bei jeder Wartung der Wärmepumpe überprüfen.

Wartung einer Sole-Wasser-Wärmepumpe

Bei der Sole-Wasser-Wärmepumpe sollte bei der Wartung eine Kontrolle der chemischen Zusammensetzung der Sole erfolgen. Das ist zum Beispiel wichtig, um einen ausreichenden Frostschutz sicherzustellen. Außerdem beinhaltet der Wärmekreislauf einen Filter, den der Heizungsinstallateur überprüft und gegebenenfalls reinigt.

Eine dritte Wartungsaufgabe besteht in der Überprüfung des Drucks. Ergibt die Messung einen zu geringen Druck, müssen Sie Sole nachfüllen. zeigt die Messung einen ungewöhnlich hohen Verlust, liegt wahrscheinlich ein Leck vor, das es aufzuspüren gilt. Zum Abschluss sollten auch die Sole-Rohre im Haus auf Kondenswasser überprüft werden, welches möglicherweise auf eine mangelhafte Dämmung hindeutet.

Wartung einer Wasser-Wasser-Wärmepumpe

Bei einer Wasser-Wasser-Wärmepumpe liegt das Augenmerk auf der Überprüfung der Brunnen und der damit verbundenen Teile. Der Experte checkt sämtliche Pumpen, Ventile und Filter. Aber auch die Brunnen selbst können Abnutzungserscheinungen aufweisen. So können sich zum Beispiel Wasserverunreinigungen im Brunnen ablagern. Deshalb sind die Brunnen einer Sichtprüfung zu unterziehen, um die Wartung der Wärmepumpe abzuschließen.

Allgemeine Wartungsarbeiten

  • Elektrik, Ventile und Filter

Unabhängig vom speziellen Typ der Wärmepumpe gibt es Verschleißerscheinungen, die bei allen Systemen auftreten können. Dazu gehört unter anderem die Abnutzung der elektrischen Installationen, ohne die keine Wärmepumpe auskommt. Während der Wartung werden deshalb die Erdung (Schutzleiter), die Stecker und die Kontakte überprüft. Weiterer allgemeiner Verschleißer betrifft die Sicherheitsventile Ihrer Wärmepumpe und den Wasserfilter im Heizkreislauf.

  • Flüssigkeitskreislauf

Daneben stellt der Flüssigkeitskreislauf eine typische Schwachstelle dar. Hier ist ein konstanter Fluss der Trägerflüssigkeit wichtig. Gibt es bei der Wartung Anzeichen eingeschlossener Luft oder Unregelmäßigkeiten im Fluss, liegt wahrscheinlich ein Leck vor.

Alle hier genannten Teile sollten deshalb bei jeder Wärmepumpen-Wartung in Augenschein genommen werden – egal, um welchen Wärmepumpen-Typ es sich handelt.

  • Wärmepumpen-Regelung

Damit Ihre Wärmepumpe so effizient wie möglich läuft, bitten Sie den Heizungsinstallateur auch, sich die Einstellungen genauer anzusehen. Das Ziel hierbei ist eine optimale Anpassung der Heizkurve in Hinblick auf Fußpunkt (Anfangspunkt der Kurve) und Steilheit (Neigung der Kurve). Die Kurve sollte sukzessive in Abhängigkeit von der Außentemperatur und der Dämmung angepasst werden; max. 10 % Abweichung von der Ausgangseinstellung sind ein guter Richtwert.

Wie oft muss eine Wärmepumpe gewartet werden?

  • Anders als zum Beispiel bei Gasheizungen gibt es für Wärmepumpen keine gesetzlich vorgeschriebenen Wartungsintervalle.
  • Dies gilt mit einer Ausnahme: Enthält der Kältemittelkreislauf Ihrer Wärmepumpe mehr als drei Kilogramm Kühlmittel, müssen Sie ihn einmal jährlich auf Dichtigkeit überprüfen.
  • Trotzdem gibt es gute Gründe, in regelmäßigen Abständen eine Wartung der Wärmepumpe durchzuführen. Speziell Luft-Luft-Wärmepumpen und Luft-Wasser-Wärmepumpen sind wartungsbedürftig, weil die angesaugte Umgebungsluft mit der Zeit den Verdampfer beziehungsweise Verflüssiger verschmutzt.
  • Aber auch bei Wärmepumpen-Typen mit geschlossenen Kreisläufen wie Sole-Wasser-Wärmepumpen oder Wasser-Wasser-Wärmepumpen können zumindest Lecks auftreten.

In jedem Fall beugen regelmäßige Wartungen der Wärmepumpe hohen Betriebskosten vor. Denn verschmutzte Verdampfer beziehungsweise Verflüssiger erhöhen den Stromverbrauch ebenso wie eingeschlossene Luft in den Flüssigkeitskreisläufen. Auch die Regelung sollte überprüft werden: Schon wenige Grad zu viel beim Heiz- oder Brauchwasser – und Sie zahlen deutlich drauf.

Wartungsempfehlungen – am besten einmal pro Jahr

Die meisten Hersteller empfehlen, zumindest alle zwei Jahre eine Wartung ihrer Wärmepumpe durchzuführen. Angesichts des hohen Aufwands, der bei einem Schaden entsteht (Abschaltung der Heizungsanlage, Information der zuständigen Verwaltungsbehörde, Koordination der Reparaturarbeiten) geht unsere Empfehlung aber klar zu einer jährlichen Kontrolle. Am praktischsten ist es, die Wärmepumpen-Wartung im Sommer vorzunehmen: Wird nicht geheizt, verursacht es keine Probleme, wenn die Anlage kurz abgeschaltet wird.

Kosten einer Wärmepumpen-Wartung

Die Kosten für die Wartung einer Wärmepumpe sind sehr überschaubar: Typischerweise liegen die Wartungskosten zwischen 100 bis 150 Euro; je nach Wärmepumpentyp sogar noch niedriger. Die geringen Kosten erklären sich dadurch, dass Wärmepumpen verbrennungsfrei arbeiten und daher ohne eine Kontrolle durch den Schornsteinfeger auskommen.

Es werden auch Wartungsverträge angeboten, wobei Sie meist die Wahl zwischen einer oder zwei Wartungen pro Jahr haben. Eine Erhöhung der Wartungsintervalle ist nur sinnvoll, sofern es durch den Hersteller auch verlangt wird. Generell gibt die technische Doku Aufschluss über die durchzuführenden Tätigkeiten bei der Wartung sowie Wartungsintervalle.

Checkliste: Wartung der Wärmepumpe

  • Überprüfen Sie: Wie lange liegt die letzte Wartung zurück?
  • Bei mehr als 12 Monaten: Kontaktieren Sie einen Heizungsbauer.
  • Im Idealfall: Terminieren Sie die Wartung für den Sommer.
  • Energieeffizienz optimieren: Bitten Sie Ihren Heizungsbauer um eine Überprüfung der Wärmepumpen-Regelung.
  • Auf Nummer sicher gehen: Erwägen Sie für die Zukunft den Abschluss eines Wartungsvertrags.

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