Die Herausforderungen des Klimawandels spiegeln sich nicht nur im Wetter wider, sondern auch an der politischen und gesellschaftlichen Diskussion über dieses Thema. Heizen mit erneuerbaren Energien soll am Ende aller Anstrengungen stehen, doch dies ist gerade für Privathaushalte häufig eine Herausforderung. Alternativen zur Gasheizung gibt es einige – doch welche davon sind ausgereift und bezahlbar?
Alternativen zur Gasheizung

Ist das Ende der (reinen) Gasheizung in Sicht?
Ähnlich wie Fossilien, die sich über Millionen von Jahren in Öl und Erdgas verwandelt haben, zählt auch die Gasheizung zu den aussterbenden Arten. In Deutschland ist das Heizen mit Gas aktuell noch verbreitet, doch die Wärmepumpe wird weit häufiger eingebaut.1 Fakt ist, dass die klassische Gasheizung in den kommenden Jahren und Jahrzehnten zum Auslaufmodell wird - mit Blick auf die CO2-Emissionen, ökonomisch und politisch. Für die Ölheizung sieht es übrigens noch schlechter aus.
Die Gaspreise steigen tendenziell immer weiter
Der Gasmarkt hat in den vergangenen Jahren die Verbraucher mehrfach vor Herausforderungen gestellt. Der früher so preisstabile und relativ günstige Brennstoff kostet nun sehr viel mehr. Wie empfindlich die Märkte bei Rohstoffen wie Öl und Gas reagieren, verdeutlichen die Folgen von Kriegen und Wirtschaftskrisen immer wieder. Für die Verbraucher bedeutet dies steigende Kosten, weil die Preissteigerungen (im Vergleich zu Preissenkungen) meist ohne Verzögerung weitergegeben werden.
Doch auch ohne wirtschaftliche oder politische Krisen in der Welt wird der Gaspreis mit hoher Wahrscheinlichkeit weiter ansteigen. Einerseits geht das Angebot am Weltmarkt durch die teure Erschließung der zunehmend erschöpften Gasfelder langsam zurück. Andererseits sorgt auch die Politik für eine gewollte Verteuerung durch den Emissionshandel. Die Festsetzung von immer höheren CO₂-Preisen, die Grüngasquote und die Biotreppe sollen Verbraucher dazu motivieren, eine Alternative zur Gasheizung zu suchen.
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Herkömmliche Gasheizungen beschleunigen den Klimawandel
Unter den fossilen Energieträgern verursacht Gas bei der Verbrennung vergleichsweise geringe CO₂-Emissionen. Das gilt jedoch nur im direkten Vergleich mit den Umweltsündern Kohle und Öl, denn auch das Verbrennen von Gas setzt große Mengen an Kohlendioxid (CO₂) frei. Bei der Förderung, der Weiterverarbeitung sowie dem Transport fossiler Brennstoffe (zum Beispiel Flüssiggas und Öl mit Schiffen) fallen weitere Treibhausgase an. Unterm Strich ist eine moderne Gasheizung zwar immer noch deutlich effizienter und emissionsärmer als eine alte Ölheizung, aber Erdgas bleibt ein endlicher fossiler Brennstoff.
Gas ist eine begrenzte Ressource, die oft noch künstlich verknappt wird
Dass die Vorkommen an fossilen Energieträgern grundsätzlich begrenzt sind, ist seit langer Zeit bekannt. Auch wenn immer wieder ungenutzte Gas- und Ölreserven entdeckt werden, wird deren Ausbeutung technisch immer schwieriger und teurer. Manche Vorkommen können beispielsweise nur durch das sogenannte Fracking erschlossen werden, was für die Umwelt alles andere als gut ist. Ein anderer Preistreiber sind politische Krisen und der Einsatz von Erdgas und Erdöl als wirtschaftliche Waffen. So können große Förderländer den Kunden von einem Tag auf den anderen buchstäblich den Hahn zudrehen. Diese Abhängigkeit besteht bei vielen Alternativen zur Gasheizung nicht.
Wie finden Sie die passende Alternative zur Gasheizung?
Nicht überall ist der Umstieg auf Alternativen zur Gasheizung ohne Weiteres möglich. Es gibt eine Reihe individueller Faktoren, die einen großen Einfluss auf die Entscheidung haben. Umrüstungskosten, Verfügbarkeit und und die CO2-Emissionen im Betrieb sind nur einige Punkte, auf die Sie als Hausbesitzer achten sollten. Außerdem spielt bei Bestandsgebäuden immer auch der bauliche Zustand eine große Rolle - hier könnten auch Hybridsysteme eine Lösung sein.
Das Gebäudemodernisierungsgesetz (GModG) schreibt beim Heizungstausch keine bestimmte Technologie vor. Wer sich allerdings für eine neue Gas- oder Ölheizung entscheidet, muss künftig wachsende Anteile an Bio-Brennstoffen einplanen (Biotreppe), was die Betriebskosten auf Dauer steigen lässt.
Wärmepumpe
Die Wärmepumpe ist in vielen Fällen die passende Alternative zur Gasheizung. Sie heizt das Gebäude und sorgt für die Warmwasserbereitung, indem sie kostenlose Wärme aus der Umwelt bezieht. Moderne Modelle wie die CHA-Monoblock von WOLF arbeiten dabei effizient (jahreszeitbedingte Raumheizungs-Energieeffizienz ηs 191% - 194%, EU Verordnung Nr 811/2013). In Wohngebäuden kommen hauptsächlich drei Arten von Wärmepumpen zum Einsatz:
Luft/Wasser-Wärmepumpe (Luftwärmepumpe)
Sole/Wasser-Wärmepumpe (Erdwärmepumpe)
Wasser/Wasser-Wärmepumpe (Grundwasserwärmepumpe)
Um dem Heizsystem die Wärme zur Verfügung zu stellen, arbeitet die Wärmepumpe ganz ähnlich wie ein umgekehrter Kühlschrank. Auf der einen Seite wird dem jeweiligen Umweltmedium (Luft, Wasser oder Erdreich) Wärme entzogen und auf der anderen der Heizung zugeführt. Für den eigenen Betrieb benötigt die Wärmepumpe lediglich etwas Strom. Je nach Effizienz des Geräts können aus einer Kilowattstunde Strom bis zu sechs Kilowatt Wärmeenergie gewonnen werden. Luftwärmepumpen sind bei Anschaffung und Installation sowie beim Platzbedarf günstiger als Erdwärme- oder Grundwasserpumpen. Moderne Luft/Wasser-Wärmepumpen eignen sich inzwischen durchaus zum ganzjährigen Beheizen von Gebäuden.

WOLF CHA-Monoblock Luft/Wasser-Wärmepumpe
Qualität "Made in Germany"
Besonders leise
Natürliches Kältemittel R290 (Propan, GWP 0,02 nach IPCC AR6)
Für Neubau & Bestandsgebäude
Gas-Hybridheizung
Die Gas-Hybridheizung kombiniert eine Wärmepumpe mit einer Gasheizung und nutzt die Vorteile beider Systeme. Die Wärmepumpe deckt hauptsächlich die Grundversorgung mit Wärme und nutzt dabei Energie aus der Umwelt. Die Gasheizung springt bei niedrigen Temperaturen oder Spitzenlasten ein. Diese Kombination ermöglicht eine Wärmeversorgung mit verringertem Gasverbrauch und kann Energiekosten senken. Die Umrüstung auf eine Gas-Hybridheizung kann besonders für Besitzer einer existierenden Gasheizung interessant sein, da die vorhandene Gasheizung oft weiter genutzt werden kann. Eine fachkundige Beratung ist empfehlenswert, um die optimale Lösung für individuelle Bedürfnisse zu finden.
Biomasseheizung
Mit der vergleichsweise alten Technologie des Holzvergasers arbeiten Biomasseheizungen in Privathäusern. Sowohl Scheitholz- als auch Pelletheizungen sind am Markt verfügbar. Eine solche Heizung lässt sich in nahezu allen Gebäuden einbauen, die genügend Platz für die Brennstofflagerung aufweisen. Eine Pelletheizung lässt sich ähnlich bequem betreiben wie eine herkömmliche Ölheizung. Bei Scheitholz ist hingegen mehr Arbeit erforderlich. Wie hoch die Umweltbelastung durch Biomasse ausfällt, hängt von der Herkunft des Brennstoffs ab. Stammt es aus Holzresten, ist die Verwertung als Brennstoff sinnvoll, weil dabei im Wesentlichen das CO2 frei wird, das auch bei der natürlichen Verrottung entstehen würde. Um weite Transportwege zu vermeiden, sollten Sie überdies nur regionale Lieferanten wählen. Problematisch ist der Ausstoß von Feinstaub in der Nachbarschaft, der bei Holz betriebenen Heizungen extrem ausfallen kann.
Elektroheizung
Elektroheizungen gibt es in vielfältigen Ausführungen. Dazu zählen nicht nur moderne Infrarotheizungen für Wände und Decken, sondern auch Heizstäbe im Pufferspeicher des Heizungssystems. Sie lassen sich vergleichsweise einfach installieren, verbrauchen aber häufig sehr viel Strom. Je nach Energiequelle fällt die CO₂-Bilanz der Elektroheizung günstiger aus (z. B. bei Nutzung von Solarstrom); besonders effizient ist sie jedoch nicht.
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Vergleich von Kosten
Viele Alternativen zur Gasheizung werben mit deutlich geringeren Kosten. Heizungssysteme, die sehr günstig in der Anschaffung sind, können allerdings hohe Betriebskosten nach sich ziehen und umgekehrt. Wichtig ist es daher, die Betriebskosten von den Anschaffungs- und Installationskosten sorgfältig zu trennen.
Wärmepumpen erfordern zunächst vergleichsweise hohe Anfangsinvestitionen, verbrauchen aber relativ wenig Strom. Da keine Brennstoffkosten anfallen und Wartungskosten gering ausfallen, rechnet sich die Anschaffung früher oder später. Wärmepumpen stoßen kein CO₂ aus und verursachen auch keine anderen Emissionen.
Biomasseheizungen wie die Pelletheizung kosten etwas weniger als Wärmepumpen nutzen mit Holz einen nachwachsenden Rohstoff. Je höher die Nachfrage bei Pelletheizungen, desto teurer wird tendenziell das Holz.
Elektroheizungen sind vergleichsweise günstig in der Anschaffung, haben aufgrund hoher Strompreise aber oft die höchsten Betriebskosten.
Hybridheizungen (z. B. Kombination von Photovoltaik und anderen Heizungssystemen) verursachen zunächst hohe Investitionskosten, liefern dann aber günstige oder sogar kostenlose Wärmeenergie. Da sich in unseren Breiten im Winter allein mit Solarenergie allein nicht ausreichend heizen lässt, ist die Kombination mit einer Wärmepumpe besonders attraktiv. Aber auch als Ergänzung zur vorhandenen Gasheizung können Hybridheizungen im Einzelfall sinnvoll sein.
Zu den Folgekosten zählen neben den Brennstoffkosten auch andere Betriebskosten wie Wartung, Reparatur und Reinigung. Wärmepumpen arbeiten sehr verschleißarm, zumal auch kein Schornsteinfeger mehr benötigt wird. Eine Biomasseheizung hat hingegen einen deutlich größeren Wartungsbedarf.
Ist genügend Platz für die Alternative zur Gasheizung vorhanden?
Die baulichen Voraussetzungen können sich individuell sehr unterscheiden und den Ausschlag für eine bestimmte Alternative zur Gasheizung geben. So sollten Wärmepumpen in der Regel mit Flächenheizungen kombiniert werden, um möglichst effizient arbeiten zu können. Auch die Gebäudedämmung sollte auf dem neuesten Stand sein. Am wichtigsten ist natürlich, dass die neue Heizung überhaupt ins Gebäude passt. So fehlt in Häusern, die bislang ans Gasnetz angeschlossen waren, häufig der Raum für die Lagerung von Brennstoff, was eine Pelletheizung ausschließen würde. Der Platzbedarf von Wärmepumpen variiert je nach Funktionsweise. Während Sole/Wasser-Wärmepumpen und Wasser/Wasser-Wärmepumpen viel Platz benötigen, lassen sich Luft/Wasser-Wärmepumpen wie der WOLF Monoblock auch auf engeren Grundstücken aufstellen.
Die Wärmepumpe als Alternative zur Gasheizung
In vielen Fällen bietet sich die Wärmepumpe als Alternative zur Gasheizung an. Die Nutzung kostenloser Umweltwärme kommt ohne Verbrennung fossiler Brennstoffe aus und senkt zugleich spürbar die Heizkosten, weil Sie Brennstoffe weder zukaufen noch lagern müssen. Die Frage der Versorgungssicherheit spricht ebenfalls für den Einsatz der Wärmepumpe. Ob sie auch zu Ihrem individuellen Bedarf passt, erfahren Sie im Rahmen einer Fachberatung durch einen erfahrenen Heizungsbetrieb. Mit unserer PLZ-Suche finden Sie im Handumdrehen einen kompetenten Fachberater in Ihrer Nähe.

