Kundenhotline
08751 / 74 – 1183

Luft/Wasser-Wärmepumpe: Die Heizung mit Umgebungsluft betreiben

Wärmepumpen gelten als Heiztechnik der Stunde. Jahr für Jahr steigt die Zahl von verbauten Wärmepumpen in Deutschland rasant an. Die Luft/Wasser-Wärmepumpe ist klarer Spitzenreiter vor der Erdwärmepumpe und der Wasser/Wasser-Wärmepumpe. Wir geben Ihnen einen Überblick darüber, ob eine kostensparende und klimaschonende Luft/Wasser-Wärmepumpe für Sie in Frage kommt.

Inhaltsverzeichnis

  1. Funktion der Luftwärmepumpe
  2. Vor- und Nachteile von Luft/Wasser-Wärmepumpen
  3. Voraussetzungen für den effizienten Betrieb
  4. Aufstellungsarten der Luftwärmepumpe
  5. Anschaffungskosten und Finanzierung
  6. Checkliste: Darauf sollten Sie beim Kauf und der Planung einer Luftwärmepumpe achten
Luft/Wasser-Wärmepumpe von Wolf vor weißem Haus

Funktion der Luftwärmepumpe

Alle Wärmepumpen-Arten funktionieren nach dem gleichen Prinzip: Sie entziehen ihrer Umgebung Wärme, wandeln diese um und speisen sie in das Heizsystem des Gebäudes ein.

Die Funktion der Luftwärmepumpe ist schnell und einfach erklärt: Mithilfe eines Ventilators saugt die Wärmepumpe Luft von außen an und leitet sie zu einem Luft-Wärmetauscher beziehungsweise Verdampfer. Im Verdampfer zirkuliert ein Kältemittel. Durch die Verdampfung und anschließende Verdichtung des Kältemittels steigt die Temperatur.

Ist bei der Verdichtung das gewünschte Temperaturniveau erreicht, strömt der heiße Dampf zum Verflüssiger beziehungsweise Wärmetauscher. Dieser entzieht dem Dampf die Wärme und überträgt sie an das Heizwasser. Wie bei jedem zentralen Wärmeerzeuger, können Sie die Wärme aus der Luft/Wasser-Wärmepumpe sowohl für Warmwasser als auch das Beheizen Ihres Gebäudes einsetzen.

Ein Sonderfall ist die Luft/Luft-Wärmepumpe. Sie speist die gewonnene Wärme nicht über das Heizsystem, sondern über die Lüftungsanlage ein. Diese Methode hat jedoch einige Nachteile für das Raumklima.

Übrigens: Mit manchen Wärmepumpen lässt sich Ihr Haus im Sommer sogar herunterkühlen. Dafür benötigt das Gerät eine spezielle Kühlfunktion. Bei der Kühlung wird die Funktion der Luft/Wasser-Wärmepumpe umgekehrt. Das Heizwasser transportiert die Wärme ins Freie. Anschließend gelangt die im Prozess entstandene Kälte in das darauf abgestimmte Heizsystem.

Vor- und Nachteile von Luft/Wasser-Wärmepumpen

Pro

  • kostenlose Energie aus der Umgebungsluft.

  • günstiger in der Anschaffung als Erdwärmepumpe (auch Sole/Wasser-Wärmepumpe genannt) oder Wasser/Wasser-Wärmepumpe.

  • einfache Installation – keine Grabungen oder Erdbohrungen notwendig.

  • keine Genehmigung erforderlich.

  • platzsparend

  • Energieeinsparungen möglich – vor allem mit eigenem, kostenlosen PV-Strom.

  • stößt keine Emissionen aus.

  • flexibel in fast jeder Situation umsetzbar.

Contra

  • gegebenenfalls ist bei besonders niedrigen Außenlufttemperaturen im Winter eine elektrische Nachheizung notwendig (mit Photovoltaik sparen Sie Stromkosten).

  • etwas ineffizienter als die Sole/Wasser-Wärmepumpe und Wasser/Wasser-Wärmepumpe. Es gibt jedoch auch hocheffiziente Luft/Wasser-Wärmepumpen.

Bei einer Erdwärmepumpe oder Wasser/Wasser-Wärmepumpe bleibt die Temperatur der Wärmequelleweitgehend konstant. Die Temperatur der Außenluft schwankt hingegen stärker. Daher ist es etwas effizienter, mit Erdwärme oder Wasser zu heizen. Dennoch bietet die Luft/Wasser-Wärmepumpe entscheidende Vorteile. Unter anderem wegen der flexiblen Aufstellung und der guten Umsetzbarkeit ist sie besonders beliebt.

Voraussetzungen für den effizienten Betrieb

Wenn sie eine Wärmepumpe in Betracht ziehen, gibt es vor dem Kauf und Einbau ein paar Faktoren zu beachten. Wir geben einen Überblick, welche Kennzahlen einen wirksamen Betrieb der Wärmepumpe garantieren. Zudem sollten Sie das Energiekonzept des Gebäudes berücksichtigen. Auch von diesem hängt ab, wie effizient die Luftwärmepumpe arbeitet

Für die Gesamtleistung müssen die Jahresarbeitszahl (JAZ), Leistungszahl (COP) und Vorlauftemperatur stimmen. Die beiden ersten Werte geben die Effizienz und somit die Wirtschaftlichkeit an.

1. Leistungszahl (Coefficient of Performance, COP)

Beispielsweise bedeutet ein COP von 4, dass die Wärmepumpe 1 kW Strom benötigt, um 4 kW Heizwärme zu erzeugen. Die Hersteller geben diese Leistungszahl auf dem Datenblatt eines Geräts an. Das hilft Ihnen dabei, ein effizientes Modell auszuwählen.

Heizungsbauer finden

Jetzt Postleitzahl-Suche starten und kompetenten Heizungsbauer direkt in Ihrer Nähe finden!

2. Jahresarbeitszahl (JAZ)

Die Jahresarbeitszahl dokumentiert den Mittelwert des Wirkungsgrads über ein Jahr hinweg. Somit spiegelt sie wider, wie eine Wärmepumpe in einem konkreten Heizsystem arbeitet. In unserem Artikel lesen Sie ehr dazu, wie Sie die JAZ herausfinden.

Die Jahresarbeitszahl der meisten Luft/Wasser-Wärmepumpen liegt unter 4 und etwas unter der von Erd- und Grundwasserwärmepumpen – bedingt durch die kalten Lufttemperaturen im Winter. Es gibt jedoch besonders effiziente Luftwärmepumpen mit einer höheren JAZ. Und auch im tiefen Winter reicht die Leistung dafür aus, dass die Wohnräume behaglich warm werden.

3.  Vorlauftemperatur

Die Vorlauftemperatur ist die Temperatur des Heizwassers, das den Heizelementen zugeführt wird. Der Heizungsbauer stellt diese Temperatur am Wärmeerzeuger ein. Sie ist abhängig von der Heizenergie, die Ihr Haus benötigt sowie von der Heizleistung, die Ihre Heizflächen haben.

Grundsätzlich sorgen großflächige Heizkörper, Wand- oder Fußbodenheizungen für eine niedrige Vorlauftemperatur. Und je besser das Haus gedämmt ist, desto niedriger kann die Systemtemperatur ausfallen. Diese beiden Faktoren sorgen für mehr Effizienz. Denn die Luftwärmepumpe arbeitet besonders sparsam, wenn sich die Temperaturen der Energiequelle und des Heizsystems ähneln.

In einem Neubau sind die Voraussetzungen für eine Luft/Wasser-Wärmepumpe optimal. Daher ist diese Heizart hier auch die beliebteste. Sie können aber auch in den meisten Bestandsgebäuden effizient mit einer Wärmepumpe heizen.

Aufstellungsarten der Luftwärmepumpe

Beim Platzbedarf und der Art der Aufstellung sind Luft/Wasser-Wärmepumpen flexibel:

  1. Für die Außenaufstellung der Luft/Wasser-Wärmepumpe benötigen Sie eine sogenannte Monoblock-Wärmepumpe, die alle Komponenten kompakt in sich vereint. Diese Variante wird am häufigsten verbaut.
  2. Bei der Innenaufstellung der Luft/Wasser-Wärmepumpe bieten sich der Keller oder das Erdgeschoss als Aufstellort an. In diesem Fall müssen Luftkanäle von innen nach außen gelegt und ein Kondensatablauf integriert werden. 
  3. Eine Luft/Wasser-Wärmepumpe in Split-Bauweise besteht aus einem platzsparenden Innenmodul und einem Außenmodul. Diese können Sie in einem Abstand von mehreren Metern voneinander installieren.

Generell sollten Sie beachten, dass Wärmepumpen Geräusche verursachen. Diese entstehen durch die Ventilatoren, welche die Luftmengen am Wärmetauscher vorbeiführen. Allerdings arbeiten die meisten Anlagen der jüngeren Generation sehr leise. Modelle wie die CHA-Monoblock von WOLF sind sogar leiser als Regen.

Kann ich eine Luft/Wasser-Wärmepumpe kombinieren?

Eine Luft/Wasser-Wärmepumpe für Heizung und Warmwasser können Sie mit neuen und bestehenden Geräten kombinieren. Häufig ist die Koppelung mit einer Photovoltaikanlage sinnvoll, da sie den benötigten Strom klimaschonend und kostensparend liefert.

Zudem können Sie die Luft/Wasser-Wärmepumpe an eine Gas-Brennwertherme oder einen Öl-Brennwertkessel anschließen. Fachleute sprechen von bivalenten oder hybriden Heizsystemen, wenn zwei Wärmeerzeuger Energie aus unterschiedlichen Quellen nutzen. In der Regel ist es jedoch nicht nötig, mehrere Wärmeerzeuger zu kombinieren. Die Luft/Wasser-Wärmepumpe ist in der Lage, eigenständig und zuverlässig Ihr Haus zu beheizen und Ihr Warmwasser zu erzeugen.

Heizungsbauer finden

Sie sind sich unsicher, ob und wie Sie eine Wärmepumpe einsetzen können? Finden Sie einen Fachbetrieb in Ihrer Nähe und lassen Sie sich individuell beraten!

Anschaffungskosten und Finanzierung

Je nach Aufstellungsart variieren auch die Kosten einer Luft/Wasser-Wärmepumpe. Generell ist die Split-Bauweise mit zirka 20.000 Euro etwas erschwinglicher als ein Monoblock-Gerät, für das zwischen 27.000 und 33.000 Euro anfallen. Die Kosten für die Installation sind bei beiden Werten bereist einkalkuliert. Bei einer Innenaufstellung werden Sie in etwa bei 25.000 bis 30.000 Euro liegen. Das Gerät ist an und für sich etwas günstiger, beinhaltet aber einen aufwendigen Transport in den Keller und die Montage der Luftkanäle. Je länger die Luftkanäle sein müssen, desto teurer ist der Einbau.

Da keine Erschließung mit teuren Grabungen und Erdbohrungen notwendig ist, fallen die Einbaukosten dieser Wärmepumpe-Arten vergleichsweise gering aus. Das ist ein klarer Vorteil gegenüber der Wasser/Wasser-Wärmepumpe und Erdwärmepumpe.

Unabhängig vom Typ und der Aufstellungsart der Wärmepumpe gilt jedoch: Energie aus der Umwelt zu gewinnen, ist die wegweisende Methode, um nachhaltig Wärme zu erzeugen. Daher unterstützt Sie der Staat, wenn Sie auf erneuerbare Energien setzen. Die Kosten für die Anschaffung lassen sich durch staatliche Förderung für Wärmepumpen deutlich reduzieren.

Checkliste: Darauf sollten Sie beim Kauf und der Planung einer Luftwärmepumpe achten

Mit einer Luftwärmepumpe treffen Sie die richtige Entscheidung, wenn Sie langfristig Geld sparen und der Umwelt etwas Gutes tun wollen. Damit Sie die für sich sinnvollste Lösung umsetzen, sollten Sie beim Kauf und der Planung Ihrer Wärmepumpe einiges beachten. Unsere Checkliste bietet eine erste Orientierung:

Checkliste

  • Fachbetrieb hinzuziehen

  • Aufstellungsart auswählen

  • Gerät mit möglichst hohem COP und hoher JAZ auswählen

  • Auf die richtigen Energieeffizienzlabels achten

  • Wärmepumpe mit natürlichem Kältemittel wie R290 auswählen

  • Wenn gewünscht, auf eine Kühlfunktion achten

  • Angemessene Dimensionierung vornehmen lassen

  • Kombinationsmöglichkeiten mit anderen Geräten prüfen lassen, zum Beispiel Einbindung einer Photovoltaikanlage berücksichtigen

  • Förderung vor Maßnahmenbeginn beantragen

  • Wärmemengenzähler einbauen lassen

  • Hydraulischen Abgleich durchführen lassen

Eine Luftwärmepumpe ist für Neubauten und die meisten Bestandsgebäude geeignetdie optimale Lösung. Sie arbeitet auch im Winter effizient. So reduzieren Sie nicht nur Ihre umweltschädlichen Emissionen, sondern auch Ihre Kosten.

Ob sich der Einbau einer Luft/Wasser-Wärmepumpe bei Ihren Begebenheiten anbietet, sollten Sie zusammen mit einem Fachbetrieb klären. 

Platzhalter Autorinnenbild

Hilke Ohrt,
M.A. phil.

Über den Autor

Hilke Ohrt ist studierte Germanistin (M.A. phil.) und arbeitet seit vielen Jahren als freiberufliche Journalistin. Sie schreibt unter anderem für die Bauwirtschaft. Ihre Schwerpunkte liegen auf dem Bauen und Wohnen sowie der Wärme- und Heiztechnik.

Verwandte Artikel

Wärmepumpe nachrüsten: So macht es Sinn

Mit einer Wärmepumpe die Energieeffizienz Ihrer Bestandsimmobilie verbessern? So geht es!
Weiterlesen

Wartung der Wärmepumpe: Alle Infos für Sie

Wärmepumpen sind wartungsarm. Dennoch sollten Sie ein paar Dinge dazu wissen.
Weiterlesen

Wärmepumpe: Förderung nutzen für die Umwelt

In diesem Artikel informieren wir Sie über die Förderungen für Ihre Wärmepumpe.
Weiterlesen
Bewerten Sie den Artikel
Datenschutz-Hinweis Bitte beachten Sie unsere Informationen und Hinweise zum Datenschutz.