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Überwiegen bei Infrarotheizungen Nachteile oder Vorteile?

Die Heizungsbranche entwickelt sich stetig weiter – auch aufgrund sich verschärfender Vorschriften und Normen. So ist es auch bei der innovativen Infrarotheizung, die zu den elektrischen Direktheizungen zählt. Das Beste an der Wärmewellenheizung: Der Körper empfindet Infrarotstrahlung angenehmer als Wärme, die von einem Heizkörper abgegeben wird. Doch bei technischen Neuentwicklungen fehlen oftmals Erfahrungswerte. Offenbart auch die Infrarotheizung Nachteile beim genaueren Hinsehen?

Inhaltsverzeichnis

  1. Heizen per Infrarotwärmestrahlung: Innovativ, aber auch sinnvoll?
  2. Vorteile der Infrarotheizung: Angenehme Wärme und mehr
  3. Infrarotheizung Nachteile: Technik scheint noch nicht ganz ausgereift
  4. Einsatzmöglichkeiten beachten
  5. Fazit: Infrarotheizung – Nachteile versus Vorteile dieser Technologie
Infrarotheizung Nachteile: Grafik Wärmestrahlung Infrarot-Panel an Wand

Heizen per Infrarotwärmestrahlung: Innovativ, aber auch sinnvoll?

Der typische Heizkörper sieht für viele Verbraucher so aus: Ein massives weißes Stück Metall. Infrarotheizungen sind hingegen ganz unscheinbar. Es handelt sich um flache, meist an der Wand installierte Heizpaneele.

Die Optik spricht also schon mal für die Infrarotheizung. Ob mit dem Betrieb einer Infrarotheizung auch Nachteile verbunden sind, zeigt sich, wenn Sie sich mit der Technologie vertraut machen. Infrarotheizungen erwärmen nämlich nicht die Luft wie klassische Heizkörper. Sie erwärmt stattdessen die Körper in einem Raum mit der Strahlungswärme, die von ihrer Oberfläche ausgeht. Wir erklären, wie das genau funktioniert.

Die an der Wand oder im Boden verbauten Paneele heizen sich auf bis zu 100°C auf. Sie geben aber nur die Infrarot-C-Strahlung an ihre unmittelbare Umgebung ab. Diese Strahlen gehen auch von der Sonne aus – sind aber von den hautschädigenden UVB- und UVA-Strahlen abzugrenzen.

Kurz erklärt: Effekt der Infrarotheizung

  • Infrarot-C-Strahlung sorgt für eine ähnliche Wärmewirkung wie bei der Sonne.

  • So lässt sich ein sehr angenehmes Raumklima erzeugen, das mit der Wärme eines offenen Kamins vergleichbar ist.

  • Die Wärme strahlt in den gesamten Raum ab. Allerdings heizt sich dabei nicht die Raumluft auf, sondern vor allem Gegenstände und Menschen im Raum.

  • Da der menschliche Körper die Infrarotstrahlung als wärmer und angenehmer empfindet, können Sie die Raumtemperatur 2 bis 3°C niedriger einstellen.

Viele nehmen den Effekt der Heizung bereits kurz nach dem Einschalten als durchdringend wahr. Das unterstützt den natürlichen Stoffwechsel und stärkt das Immunsystem. Darüber hinaus entsteht beim Betrieb kaum Zugluft.

Infrarotheizung Nachteile: Grafik Wärmeabgabe eines Wandpanels

Vorteile der Infrarotheizung: Angenehme Wärme und mehr

Die Infrarotheizung erspart Ihnen einige Nachteile üblicher Heizkörper. Außenwände sind meistens der kälteste Bereich eines Raumes und stören dadurch das Raumklima. Die Folge: Sie müssen die Heizung höher drehen. Eine an der Wand installierte Infrarotheizung verhindert dies. Sie führt zu einem ganz anderen Wärmeempfinden, sodass Sie die Temperatur eher reduzieren können.

Zudem ist die Technologie vorteilhaft für Allergiker und Asthmatiker. Denn es findet keine Luftzirkulation statt, welche Staubpartikel aufwirbelt. Die Nutzung einer Infrarotheizung hat folgende weitere Vorteile:

  1. Einfache Installation und flexible Handhabung

    Infrarotheizungen haben den großen Pluspunkt, dass Sie für die Installation keine umfangreichen Voraussetzungen erfüllen müssen. Die Paneele sind sehr platzsparend konstruiert und können wie ein großes Bild direkt an der Wand aufgehängt werden. Dazu reichen meist vier Bohrlöcher.

    Zudem brauchen Sie sich – im Gegensatz zu zum Beispiel einer Öl- oder Pelletheizung – keine Gedanken darüber machen, wo Sie den Brennstoff lagern. Denn Infrarotheizungen benötigen keinen Brennstoff, sondern lediglich 230 Volt Wechselspannung. Eine simple Steckdose pro Paneel genügt. Zur Installation sollten Sie dennoch einen Fachmann hinzuziehen.

  2. Lange Lebensdauer und wenig störanfällig

    Die in Infrarotheizungen verbaute Technik ist erstaunlich simpel und somit weder störanfällig noch sehr wartungsintensiv. Da keine mechanischen Prozesse zum Einsatz kommen und somit auch kein Verschleiß auftritt, prophezeien die Hersteller eine Lebensdauer von mindestens 25 Jahren. Hochwertige Modelle versprechen sogar,  50 Jahre lang zu halten.

  3. Niedrige Anschaffungs- und Installationskosten

    Infrarotheizungen sind im Vergleich zu klassischen Öl- oder Gasbrennwertheizungen, Wärmepumpen und anderen Systemen relativ günstig in der Anschaffung. Hinzu kommen die niedrigen Installationskosten: Sie benötigen für die Erwärmung Ihres Wohnraums keine wasserführenden Leitungen.

  4. Reduzierte Schimmelbildung und Staubentwicklung

    Für Allergiker ist das Heizen mit Infrarotstrahlung vorteilhaft. Denn die Raumluft wird nicht umgewälzt wie bei klassischen Heizkörpern. Dadurch ist die Staubbelastung gering. Außerdem erwärmt die Infrarotheizung den Wohnraum gleichmäßig. Dies beugt Schimmel vor, da sich weniger feuchte Stellen und Ecken bilden. Lesen Sie hier mehr dazu, wie Sie Schimmel effektiv vermeiden.

  5. Angenehmes Raumklima

    Der Punkt angenehmes Raumklima zählt zu den „weichen“ Faktoren, die Menschen subjektiv und somit sehr unterschiedlich wahrnehmen. Die meisten Personen empfinden die Wärmestrahlung der Infrarotheizung als äußerst angenehm.

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Infrarotheizung Nachteile: Technik scheint noch nicht ganz ausgereift

Das Prinzip hinter der Infrarotheizung ist Ihnen vielleicht aus dem Wellness-Sektor bekannt, wo es seit Jahrzehnten in Infrarotkabinen genutzt wird. Es auch zur Erwärmung von Wohnräumen einzusetzen, war der nächste logische Schritt. Aber natürlich hat die Infrarotheizung auch Nachteile.

  1. Gesundheitliche Gefahren

    Die Art der Wärmestrahlung kann aber auch bei der Nutzung von Infrarotheizungen gesundheitliche Nachteile haben. Wenn eine der folgenden Vorerkrankungen bei Ihnen vorliegt, sollten Sie sich Infrarotstrahlungen nicht über einen längeren Zeitraum aussetzen: 

    - Lähmungserscheinungen 
    - Epilepsie 
    - Bluthochdruck oder Kreislaufprobleme 
    - Krampfadern 
    - Sensibilitätsstörungen (zum Beispiel nach Hautbehandlungen) 
    - Akute Entzündungen 
    - Fieber 

    Außerdem sollten Sie Vorsicht walten lassen, wenn Sie Medikamente nehmen, die das Wärmeempfinden beeinflussen. Diese können in Kombination mit Infrarotstrahlung zu einer Überhitzung führen. 

  2. Infrarotheizung Nachteil: Schlechte Umweltbilanz

    Ob und inwieweit Infrarotheizungen umweltschädlich sind, hängt größtenteils von den Bezugsquellen des Stroms ab. Erzeugen Sie selbst den Strom oder nutzen Ökostrom, ist alles im grünen Bereich. Beziehen Sie Ihren Strom aus einem Kohlekraftwerk, ergibt sich hingegen ein großer Nachteil der Infrarotheizung: Eine schlechte Umweltbilanz.

  3. Schlechtes Preis-Leistungs-Verhältnis: Energieeffizienz lässt zu wünschen übrig

    Die Anschaffungskosten für Infrarotheizungen sind relativ niedrig, ein Schnäppchen sind die Geräte trotzdem nicht. Denn: Strom ist zum Heizen nur bedingt geeignet. Zudem gilt es zu berücksichtigen, dass sich die Technologie in ihrer gegenwärtigen Form nur dann effizient nutzen lässt, wenn Ihre Wohnung über die höchsten Dämmstandards verfügt. In Altbauten hält sich die Wärme nicht so gut – hier entsteht erhöhter Energiebedarf. Außerdem benötigen Sie bei einer größeren Wohnfläche mehr Infrarot-Paneele.

    Zusätzlich werden Infrarotheizungen im Gegensatz zu vielen anderen Heizformen nicht staatlich gefördert. In einigen Bundesländern sind sie als Hauptheizsystem sogar unzulässig. Dies liegt daran, dass die jeweiligen Landesbauordnungen über die Energieeinsparverordnung (EnEV) hinausgehende Baustandards festlegen.

    Zusätzlich belasten die steigenden Strompreise Ihren Geldbeutel. Eine kWh Strom kostete 2016 in Deutschland durchschnittlich 28,69 Cent, im Jahr 2017 29,16 Cent und 2018 bereits 30 Cent. Mit anderen Heizsystemen wie einer Gasheizung fallen die Heizkosten deutlich niedriger aus.

  4. Weiterer Nachteil der Infrarotheizung: Fehlende Langzeitwirkung

    Ein generell wichtiger Punkt bei der Auswahl des Heizsystems: Die erzielte Raumtemperatur sollte nach dem Abstellen der Heizung über einen längeren Zeitraum erhalten bleiben. Hier schneiden Infrarotheizungen sehr schlecht ab, da die Strahlung nur Gegenstände und Lebewesen, aber nicht die Raumluft erwärmt. Deshalb müssten Sie bei der momentan verwendeten Technik die Heizung durchgehend an haben, um die Temperatur auf einem Niveau zu halten.

    Doch zunächst ist es gar nicht so einfach, die richtige Einstellung zu finden, weil Thermometer ausschließlich die Lufttemperatur ermitteln. Daher lässt sich die mittels Infrarotstrahlung erzeugte Wärme nicht direkt messen. Sie lässt sich nur schätzen. 

  5. Infrarotheizung deckt Warmwasserbereitung nicht ab

    Mit einer Infrarotheizung können Sie es zwar gemütlich warm haben, aber nicht für Warmwasser sorgen. Daher müssen Sie sich um eine Warmwasseraufbereitungsanlage wie einen Boiler oder Durchlauferhitzer kümmern – das erhöht nicht nur den zeitlichen, sondern auch den finanziellen Aufwand.

Einsatzmöglichkeiten beachten

  • Bei allen Vorteilen, die mit der Nutzung der Wärmestrahlung einhergehen, offenbart eine Infrarotheizung Nachteile, wenn es darum geht, eine größere Wohnfläche dauerhaft zu beheizen.

  • Daher installieren Fachleute diese Heizungen überwiegend als Ergänzung zu bestehenden Heizsystemen.

  • Sie kommen besonders in den Übergangsphasen zum Einsatz, wenn es noch nicht sehr kalt ist und Sie nur wenig heizen müssen.

  • In dieser Situation die komplette Heizungsanlage hochzufahren, wäre unwirtschaftlich.

  • Infrarotheizungen lassen sich viel flexibler einsetzen: Im Herbst und im Frühling können Sie Ihren Wohnraum ohne großen Energiebedarf temporär heizen.

Eine Infrarotheizung hat Nachteile, wenn Sie beabsichtigen, ein Einfamilienhaus ausschließlich mit dieser Art der Heizung zu erwärmen. Denn dafür müssten Sie die Paneele im 24-Stunden-Betrieb laufen lassen, um den gewünschten Effekt zu erzielen. Heutige Infrarotheizungen sind nicht effizient genug, um klassische Heizsysteme zu ersetzen.

Fazit: Infrarotheizung – Nachteile versus Vorteile dieser Technologie

Infrarotheizungen sind eine interessante technische Neuentwicklung, die das Heizen zukünftig nachhaltig verändern können. Im Augenblick ist die Technik aber nur für vereinzelte Einsatzgebiete (besonders für das Beheizen von Niedrigenergiehäusern und kleinen Wohnflächen) zu empfehlen, da sie noch einige Schwachstellen hat. Dennoch liegt in der Technologie eine Menge Potential.

Vor- und Nachteile der Infrarotheizung im Überblick

Pro

  • Günstig in der Anschaffung und flexibel einsetzbar

  • Lange Lebensdauer

  • Infrarotstrahlung wärmer empfunden, daher können Sie die Raumtemperatur um 2-3°C reduzieren

  • Gleichmäßige Erwärmung des Raums führt zu geringerem Schimmelrisiko

  • Keine Brennstofflagerung nötig

  • Keine Staubaufwirbelung, da keine Luftzirkulation entsteht

Contra

  • Temperaturmessung schwierig, da Infrarotheizungen Körper und nicht Luft erwärmen

  • Teurer Strom zum Betrieb notwendig

  • Umweltbilanz bedenklich je nach Stromquelle

  • Sehr gute Dämmung nötig für effizienten Betrieb

  • Eventuell gesundheitliche Risiken

  • Keine Fördermittel

  • In manchem Bundesländern als Hauptheizsystem nicht zugelassen

  • Brauchen weiteres Gerät für Warmwasserbereitung

Sie möchten statt der Infrarotheizung eine Heizart wählen, die schon ausgereift und effizient ist? In unserem Artikel „Heizsystem der Zukunft“ erfahren Sie alle Vor- und Nachteile der wichtigsten Heiztechnologien.

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