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Mit guter Planung Förderbonus sichern: Der individuelle Sanierungsfahrplan (iSFP)

Wenn Sie sich als Besitzer eines Wohngebäudes zum ersten Mal mit einer Modernisierung befassen, stellt sich die Frage, an welcher Stelle Sie beginnen sollten. Ein Profi erstellt für Sie einen individuellen Sanierungsfahrplan (iSFP), welcher obendrein die Förderquote vieler Maßnahmen erhöht. Dann übernimmt der Staat sogar 80% der Kosten für die Erstellung des Fahrplans.

Inhaltsverzeichnis

  1. Gute Planung ist alles: Energetische Sanierung mit einem iSFP
  2. Sichern Sie sich den iSFP-Bonus für die Heizungssanierung
  3. Wie kommen Sie zu Ihrem individuellen Sanierungsfahrplan?
  4. Effiziente Modernisierung durch Planung mit dem iSFP
ISFP: Individueller Sanierungsfahrplan, fünf verschiedenfarbige Säulen greifen ineinander

Gute Planung ist alles: Energetische Sanierung mit einem iSFP

Die energetische Sanierung eines Hauses ist für viele Hausbesitzer keine einfache Sache. Soll ich die Fassade und das Dach dämmen? Müssen bessere Fenster und Türen her? Oder reicht es aus, eine moderne, effiziente Heizung zu installieren?

Auch die Frage, welche Schritte und Arbeiten zuerst kommen sollen, spielt eine wichtige Rolle. Zwei Beispiele:

  • Sie entscheiden sich bei der neuen Heiztechnik für eine Wärmepumpe: Dann kann es sinnvoll sein, dass Sie Ihren älteren Heizkessel noch parallel zu der neuen Wärmepumpe betreiben, bis alle Sanierungsarbeiten beendet sind. Anschließend können Sie den alten Heizkessel ausbauen lassen und heizen fortan nur noch mit erneuerbarer Energie.
  • Aber auch beim Einbau eines neuen Gas-Brennwertgerätes sollten Sie auf die Reihenfolge achten. Denn wenn Sie zunächst die Heizung modernisieren und erst im nächsten Schritt Ihre Fassade dämmen, ist das Gas-Brennwertgerät anschließend womöglich überdimensioniert.

Je nach Alter und Zustand der Heizung sowie der sonstigen energetischen Voraussetzungen sollte daher stets ein individueller Sanierungsfahrplan als Richtschnur dienen. Denn dann ist sichergestellt, dass alle Arbeiten gut ineinandergreifen.

Ein weiteres Beispiel: Wärmepumpen und auch Gas-Brennwertgeräte laufen dann am effizientesten, wenn ihre Vorlauftemperatur gering gehalten werden kann. Dies ist mit Flächenheizungen (zum Beispiel Fußbodenheizungen) am einfachsten umzusetzen. Nutzen Sie hingegen klassische Heizkörper, sieht die Sache schon wieder anders aus.

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Die Fassaden- und Gebäudedämmung in der Regel zuerst in Schuss bringen

Häufig ist die Heizungssanierung für Hausbesitzer der Ausgangspunkt, um sich über eine Sanierung Gedanken zu machen. In vielen Fällen amortisiert sich die Erneuerung der Heizung auch am schnellsten. Aber selbst wenn es vermeintlich „nur“ um eine neue Heizung geht, sollten Sie immer das Gebäude als Ganzes im Auge behalten.

Dabei hilft Ihnen ein individueller Sanierungsfahrplan. Er unterscheidet zwischen dringlichen und weniger wichtigen Faktoren für Ihre erfolgreiche energetische Sanierung und beschreibt die optimale Reihenfolge der Arbeiten.

Die Reihenfolge bei den einzelnen Schritten spielt auch eine zentrale Rolle bei der Nutzung von Sonnenenergie: Bringen Sie die Gebäudedämmung auf den neuesten Stand, bevor Sie Ihre Heizungssanierung oder Installation einer Solarthermie- oder Photovoltaikanlage angehen. Lassen Sie zum Beispiel eine Solaranlage zuerst installieren, ist die anschließende Dämmung von Dach und Fassade oft wesentlich aufwendiger.

Sichern Sie sich den iSFP-Bonus für die Heizungssanierung

Die Planung macht sich zusätzlich bezahlt, wenn Sie den sogenannten iSFP-Bonus nutzen. Hintergrund ist der Anreiz über die staatliche BEG-Förderung (BEG: Bundesförderung für effiziente Gebäude). Sie unterstützt Bauherren finanziell, die ihre Heizung auf erneuerbare Energien umstellen.

Die Fördersätze der BEG-Förderung variieren je nach Maßnahme. Ein Beispiel:

  • Für den Einbau einer Wärmepumpe erhalten Sie beispielsweise eine Basis-Förderung von 35%.
  • Rangieren Sie dabei gleichzeitig einen alten Ölkessel aus, der langfristig komplett aus deutschen Heizkellern verschwinden soll, erhöht sich der Fördersatz sogar auf 45%.
  • Setzen Sie die Optimierungen im Rahmen eines individuellen Sanierungsfahrplans um, wird zusätzlich der iSFP-Bonus in Höhe von 5 Prozentpunkten gewährt.
  • Unter dem Strich gibt es für die Wärmepumpe in unserem Beispiel somit einen Förderzuschuss von bis zu 50%.

Kombinationen lohnen sich beim iSFP-Bonus

  • Eine Gas-Hybridheizung aus Solarthermie und Gaskessel erhält den Fördersatz von 30% und mit iSFP-Bonus kommen weitere 5 Prozentpunkte hinzu. Für eine Gasheizung alleine erhalten Sie hingegen keinerlei Fördergelder.

  • Anlagen für Solarthermie erhalten grundsätzlich eine Förderung von 30%. Auch hier macht sich der iSFP-Bonus mit weiteren 5 Prozentpunkten bemerkbar. Doch es lässt sich noch mehr rausholen: Kombinieren Sie eine Wärmepumpe mit Solarthermie, verwandeln Sie Ihre Heizung in eine Erneuerbare-Energien-Hybridheizung (EE-Hybridheizung). Dafür erhalten Sie die volle Förderung von 50% auch für die Solarthermie.

Wie kommen Sie zu Ihrem individuellen Sanierungsfahrplan?

Der individuelle Sanierungsfahrplan kann sowohl für Einfamilienhäuser als auch für Mehrfamilienhäuser sinnvoll sein. Er soll als Qualitätsmaßstab und Richtschnur für energetische Sanierungen und Energieberatungen dienen. Als Eigentümer eines Wohngebäudes gibt er Ihnen einen schnellen Überblick über den Weg vom Ist- zum Sollzustand. Allerdings müssen Sie nicht alle vorgeschlagenen Punkte des Sanierungsfahrplans umsetzen.

Sie bekommen den iSFP-Bonus für alle realisierten Einzelmaßnahmen, die der Plan auflistet. Der Sanierungsfahrplan eignet sich somit sowohl für Komplettsanierungen als auch für Teilsanierungen nach individuellem Tempo. Für die Erstellung des Fahrplans müssen Sie einen Termin mit einem geeigneten Energieberater machen. Er kann Ihnen neben dem iSFP viele wertvolle Hinweise zum Einsparen von Energie geben.

Ablauf der Energieberatung und Schritte zur Erstellung des iSFPs

  1. Beratungsgespräch bei Ihnen vor Ort durch den Energieberater

  2. Bestandsaufnahme und Beurteilung des aktuellen Zustands des Gebäudes

  3. Entwicklung eines Sanierungskonzepts in Form von Vorschlägen

  4. Erstellung des iSFPs

  5. weitere Informationen, um die vorgeschlagenen Optimierungen individuell umzusetzen

Kostenlose iSFP-Vorlage zum Herunterladen

Tipp: Das Bundesamt für Wirtschaft und Ausfuhrkontrolle (BAFA) übernimmt 80% der Kosten für die Erstellung des iSFPs. Das gilt bis zu einer Höhe von 1.300 Euro bei Ein- und Zweifamilienhäusern beziehungsweise 1.700 Euro bei Mehrfamilienhäusern. Den Antrag auf diese Förderung übernimmt der Energieberater für Sie.

Effiziente Modernisierung durch Planung mit dem iSFP

Bei der Gebäudesanierung im Allgemeinen und der Heizungssanierung im Speziellen hat sich eine sorgfältige und zielgerichtete Planung bislang immer bewährt. Schon eine falsche Reihenfolge kann bei eigentlich richtigen Sanierungsarbeiten zu unnötigen Folge- oder Zusatzkosten führen.

Hierfür ist der individuelle Sanierungsfahrplan eine echte Hilfe. Darüber hinaus erhöht der iSFP-Bonus die Förderquoten für Maßnahmen zur Sanierung und gibt Ihnen einen guten Überblick über den zeitlichen und organisatorischen Ablauf. Das alles kommt dem Erhalt und der Steigerung des Werts Ihres Wohngebäudes langfristig zugute.

Die Vorteile und Nachteile des individuellen Sanierungsfahrplans im Überblick

Pro

  • konkretes Sanierungskonzept, das Sie mit den Handwerkern gezielt abarbeiten können

  • Lösungshilfen zur Beseitigung eventueller Probleme (zum Beispiel Tipps zur Wohnraumlüftung bei feuchten Wänden etc.)

  • bei Heizungssanierungen nach iSFP: zusätzliche 5 Prozentpunkte als iSFP-Bonus auf die Förderquote

  • bedarfsorientierter Energieausweis häufig im iSFP inbegriffen

Contra

  • Zeit einplanen für Termin mit dem Energieberater

  • Kosten für den Energieberater

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