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Heizungssanierung: Das bringt es und das sind Ihre Möglichkeiten

Rund 70% der Heizungsanlagen in Deutschland sind laut Erhebungen des Schornsteinfegerhandwerks veraltet1 und belasten die Umwelt durch hohe CO2-Emissionen. Die Investition in eine Heizungssanierung kommt aber nicht nur der Umwelt, sondern auch Ihrem Geldbeutel und dem Wohnkomfort zugute.

Inhaltsverzeichnis

  1. Rechtliche Rahmenbedingungen rund um die Heizungssanierung
  2. Heizsysteme im Vergleich
  3. Die kontrollierte Wohnraumlüftung sorgt für ein optimales Raumklima
  4. Die Finanzierung einer Heizungssanierung: Nutzen Sie staatliche Förderprogramme
Heizungssanierung: Heizungsbauer saniert Heizung vor Fenster

Der in die Jahre gekommene Heizungsbestand hat gleich mehrere Auswirkungen: Zum einen bringen veraltete Heizsysteme einen erheblichen Mehrverbrauch fossiler Brennstoffe mit sich und sind daher im Betrieb auch deutlich teurer. Zum anderen leidet nicht nur der Geldbeutel, sondern auch die Umwelt unter der alten Technik: Je größer der Verbrauch fossiler Brennstoffe in der alten Gas- oder Ölheizung ausfällt, desto mehr klimaschädliches CO2 wird auch emittiert.

Jene Fragen werden Ihnen im Folgenden beantwortet:

  • Welche Gesichtspunkte im Rahmen einer Heizungssanierung sind besonders wichtig?
  • Wie lauten die rechtlichen Rahmenbedingungen rund um Modernisierungsmaßnahmen an Ihrer Heizung?
  • Welche verschiedenen Heizsysteme gibt es?
  • Welche Vorteile bietet eine Wohnraumlüftung?
  • Welche Finanzierungsmöglichkeiten können Sie wahrnehmen?

Rechtliche Rahmenbedingungen rund um die Heizungssanierung

Um die ambitionierten umweltpolitischen Ziele zu erreichen, möchte der Gesetzgeber veraltete Heizungen nach und nach durch moderne Heizsysteme ersetzen. Aus diesem Grund sind beim Thema Heizungssanierung auch die rechtlichen Rahmenbedingungen zu berücksichtigen.

Die rechtlichen Rahmenbedingungen rund um die Heizungssanierung werden im Wesentlichen in dem Gebäudeenergiegesetz (GEG) geregelt. Im GEG wurden die frühere Energieeinsparverordnung (EnEV) und das Erneuerbare-Energien-Wärmegesetz (EEWärmeG) zusammengeführt.

Austauschpflicht Heizung

Austauschpflicht nach § 72 GEG: Ist Ihre Heizung betroffen?

Die meisten Heizungen müssen nach einer gewissen Zeit ausgetauscht werden. Ihre auch? Weiterlesen

Der § 72 des Gebäudeenergiegesetzes (ehemals § 10 der EnEV) legt fest, dass Sie Heizkessel austauschen müssen, die über 30 Jahre alt sind und nicht mit Brennwert- oder Niedertemperaturtechnik arbeiten. Mit dieser Regelung will man sehr umweltschädliche und ineffiziente Heizkessel sukzessive aus Bestandsgebäuden entfernen und somit die CO2-Emissionen nachhaltig senken.

Auch bei diesem Gesetz gibt es natürlich Ausnahmen. So sind Heizgeräte mit einer Heizleistung unter 4 und über 400 kW von der Regelung ausgenommen. Darüber hinaus gibt es auch keine Austauschpflicht für die Heizung, wenn Sie Hausbesitzer einer Immobilie mit höchstens zwei Wohnungen sind und diese seit dem 1. Februar 2002 als Eigentümer selbst bewohnen. Gab es einen Eigentumsübergang, gilt danach eine Frist von zwei Jahren für die Heizungssanierung.

Im Folgenden finden Sie eine kurze Übersicht, aus der das Jahr der Austauschpflicht für alte Heizkessel hervorgeht:

Jahr der Austauschpflicht für alte Heizkessel

Baujahr des Heizkessels Jahr der Austauschpflicht
1991
2021
1992
2022
1993
2023
1994 ff.
2024 ff.

Heizsysteme im Vergleich

Die Wahl des neuen Heizsystems steht bei einer Heizungssanierung stets im Mittelpunkt. Möchten Sie weiterhin fossile Brennstoffe nutzen und Ihre Heizkosten mit moderner Brennwerttechnik senken? Oder sollen erneuerbare Energieformen wie die Solarthermie oder die Wärmepumpe einen Teil der Wärme bereitstellen?

Öl- und Gasheizungen mit moderner Brennwerttechnik

Heizsysteme mit fossilen Brennstoffen wie Erdgas oder Öl können Sie dank moderner Technik durchaus effizient und kostengünstig betreiben. Die Brennwerttechnik stellt heute den Stand der Technik dar und erlaubt es Ihnen, einen deutlich höheren Wirkungsgrad als mit einem veralteten Heizkessel zu realisieren. Wenn Sie Ihren alten Kessel durch ein neues Gerät mit Brennwerttechnik austauschen, rentiert sich diese Heizungssanierung in der Regel innerhalb weniger Jahre.

Der wesentliche Unterschied zwischen einem Brennwertgerät und einem alten Heizkessel liegt in dem Temperaturniveau der Abgase. Bei einem alten Heizkessel wird das bei der Verbrennung von Öl oder Gas entstehende Abgas bei hohen Temperaturen bis 160°C an die Umgebung abgegeben. Der Nachteil: Die im Abgas enthaltene Wärme wird nicht dem Heizsystem zugeführt, sondern ungenutzt an die Umgebung abgegeben.

Heizkessel mit der modernen Brennwerttechnik nutzen diese extra Energie hingegen und arbeiten daher deutlich effizienter. Lesen Sie auch die Details zum Unterschied Brennwert versus Heizwert.

Heizungssanierung: Unterschied der Abgastemperaturen bei Brennwert und bei Heizwert Grafik
Bei alten Heizwertgeräten entweicht viel Wärme mitsamt den Abgasen. Moderne Brennwertgeräte, wie sie bei einer Heizungssanierung zum Einsatz kommen, nutzen hingegen auch diese Wärme für Ihre Raumheizung oder Warmwasser.

Die Kosten für die Investition in einen modernen Brennwertkessel hängen von Ihrem individuellen Wärmebedarf, dem gewählten Hersteller und weiteren Faktoren ab. Üblicherweise können Sie bei einer Gas-Brennwertheizung aber von einem Preisrahmen zwischen 5.000 und 9.000 Euro und bei einem Öl-Brennwertkessel zwischen 8.000 und 12.000 Euro ausgehen.

Die Vor- und Nachteile der Gas- und Ölheizung mit Brennwerttechnik im Überblick:

Pro

Contra

Die Solarthermie: Einfach mit der Kraft der Sonne heizen

Das Eigenheim mit der Kraft der Sonne erwärmen und auf fossile Brennstoffe verzichten – das ist heute problemlos möglich und stellt im Zuge der Heizungssanierung eine attraktive Möglichkeit zur Einsparung von Heizkosten dar. Solarthermieanlagen sind technisch ausgereift, funktionieren zuverlässig und erreichen in Kombination mit einem Wärmespeicher sehr hohe Deckungsgrade.

Das technische Funktionsweise der Solarthermie ist denkbar einfach: Auf dem Dach des Gebäudes werden Solarkollektoren installiert, in denen eine Wärmeträgerflüssigkeit zirkuliert. Die Strahlung der Sonne wird von der Kollektorfläche absorbiert und sorgt dafür, dass sich die Flüssigkeit auf eine gewünschte Temperatur erhitzt.

Im Gebäude gibt die Flüssigkeit ihre gespeicherte Wärmeenergie über einen Wärmeübertrager an den Pufferspeicher ab. Dort steht die Wärme auf Abruf bereit und kann wahlweise für Warmwasser wie das Duschen oder für die Wärmeversorgung im Gebäude genutzt werden. Durch den gut isolierten Wärmespeicher funktioniert die Solarthermieanlage auch nachts und an kalten Tagen.

Solarthermieanlagen können bei Bestandsbauten problemlos nachgerüstet werden und stellen im Rahmen der Heizungssanierung eine hervorragende Möglichkeit zur Senkung der Energiekosten und zur Verbesserung der Umweltfreundlichkeit dar. Wenn im Gebäude bereits eine konventionelle Gas- oder Ölheizung vorhanden ist, kann diese weiterhin zur Spitzenlastdeckung genutzt werden. Die Dimensionierung der Solarkollektoren und des Pufferspeichers erfolgt in der Regel so, dass Sie das Optimum zwischen Wärmedeckungsgrad und Investitionskosten erreichen.

Die Kosten für eine Solarthermieanlage hängen maßgeblich von der Größe der Kollektorfläche ab und belaufen sich üblicherweise auf 4.000 bis 15.000 Euro.

Die Vor- und Nachteile der Solarthermie im Überblick:

Pro

  • Geringe Betriebs- und Wartungskosten

  • Umweltfreundlich

  • Wärme kann gespeichert werden

  • Zuverlässige und ausgereifte Technik

  • Flexibel mit Brennwerttechnik oder Wärmepumpe kombinierbar

  • Staatliche Förderprogramme

Contra

  • Komplexe Anlagentechnik durch gleichzeitigen Betrieb von Solar- und Zusatzheizung

  • Himmelsrichtung und Dachneigung sind für den Energieertrag entscheidend

  • Platzbedarf für Warmwasserspeicher muss berücksichtigt werden

Die Wärmepumpe: Energie aus der Umwelt nutzen

Wärmepumpen beziehen einen Großteil der benötigten Energie aus der Umwelt und stellen im Rahmen der Heizungssanierung daher eine besonders umweltfreundliche Alternative dar. Die Wärmepumpentechnik hat sich längst etabliert und erfreut sich dank der hohen Effizienz und Zuverlässigkeit sowie den geringen Betriebskosten großer Beliebtheit.

Die Wärmepumpe als Heizart spielt ihre Vorteile vor allem in Gebäuden mit geringer Vorlauftemperatur aus. Sie werden je nach Art der Wärmequelle in Luft/Wasser-, Sole/Wasser- und Wasser/Wasser-Wärmepumpen klassifiziert.

Heizungssanierung: Luft, Wasser, Erde als Wärmequellen von Wärmepumpen Grafik
Eine moderne Wärmepumpe kann eine Option bei der Heizungssanierung sein. Sie erhält ihre Wärme entweder aus der Umgebungsluft, aus dem Grundwasser oder aus dem Erdreich.

Die Technologie kommt völlig ohne fossile Brennstoffe aus und benötigt lediglich elektrische Energie. Kommt diese Energie aus der hauseigenen Photovoltaikanlage, arbeitet das System sogar CO2-neutral. Die Kosten für die Installation einer Wärmepumpe liegen je nach Größe der Anlage und Art der Wärmequelle bei 12.000 bis 25.000 Euro.

Die Vor- und Nachteile der Wärmepumpe im Überblick:

Pro

  • Geringe Heizkosten dank kostenloser Umweltenergie

  • Verzicht auf fossile Brennstoffe

  • Kann optimal mit einer Photovoltaikanlage kombiniert werden

  • Ideal für den Betrieb von Flächenheizungen geeignet

  • Mehr Unabhängigkeit von Preisschwankungen auf dem Energiemarkt

Contra

  • Hohe Anschaffungskosten

  • Je nach Wärmequelle ist die Installation von örtlichen Gegebenheiten abhängig

  • Mögliche Geräuschentwicklung bei Luft/Wasser-Wärmepumpen

Die kontrollierte Wohnraumlüftung sorgt für ein optimales Raumklima

Sanieren Sie Ihre Heizungsanlage, lohnt es sich, einen generellen Blick auf Ihre Haustechnik und Ihr Raumklima zu werfen. Lüftungsanlagen sorgen für ein optimales Raumklima, beugen unangenehmen Gerüchen vor und arbeiten in Kombination mit einer Wärmerückgewinnung darüber hinaus sogar sehr effizient. Schaffen Sie sich gleichzeitig einen neuen Wärmeerzeuger und eine Wohnraumlüftung an, achten Sie darauf, dass beide Geräte vom gleichen Hersteller stammen. Dann harmoniert das Gesamtsystem ideal und lässt sich in einem regeln.

Heizungssanierung: Unterschied zentrale- dezentrale Wohnraumlüftung Grafik
Im Zuge einer Sanierung kann auch eine Lüftungsanlage in Erwägung gezogen werden. Man unterscheidet dabei zwischen einer zentralen und dezentralen Wohnraumlüftung.

Anlagen zur Wohnraumlüftung können sowohl zentral als auch dezentral ausgelegt sein. Idealerweise ist die Funktion zur Wärmerückgewinnung integriert. Bei dieser Vorgehensweise wird die in der Abluft enthaltene Wärmeenergie zu einem Großteil genutzt, um die einströmende, kalte Zuluft vorzuwärmen.

Die Vor- und Nachteile der kontrollierten Wohnraumlüftung im Überblick:

Pro

  • Optimales Raumklima: Sauerstoff wird kontinuierlich zugeführt und verbrauchte Luft mit hoher CO2-Konzentration abtransportiert

  • Regulierung der Feuchtigkeit und somit Schimmelvermeidung

  • Hohe Energieeffizienz dank Wärmerückgewinnung

  • Entfernung von Gerüchen aus Bad und Küche

  • Schmutzpartikel und Pollen werden aus der Außenluft gefiltert

Contra

  • Anschaffungskosten

  • Bei zentraler Wohnraumlüftung komplexe Anlagentechnik und aufwendige InstallationBei zentraler Wohnraumlüftung komplexe Anlagentechnik und aufwendige Installation

  • Regelmäßige Reinigung oder Austausch der Luftfilter

Die Finanzierung einer Heizungssanierung: Nutzen Sie staatliche Förderprogramme

Die Kosten für eine Heizungssanierung belaufen sich meist auf mehrere Tausend Euro – dieses Geld steht vielen Sanierern als Eigenkapital zur Verfügung. Durch eine geschickte Finanzierung gelingt es in Kombination mit staatlichen Förderprogrammen, die Investitionskosten abzufedern und auf einen längeren Zeitraum zu verteilen.

Wenn Sie beispielsweise in eine Wärmepumpe oder Solarthermieanlage investieren möchten, sollten Sie sich das Teilprogramm Einzelmaßnahmen der Bundesförderung für effiziente Gebäude (BEG) ansehen. Das gilt ebenso, wenn Sie einen modernen Gas-Brennwertkessel mit erneuerbaren Energien kombinieren oder sich für eine kontrollierte Wohnraumlüftung entscheiden. Die staatlichen Institutionen KfW (Kreditanstalt für Wiederaufbau) und BAFA (Bundesamt für Wirtschaft und Ausfuhrkontrolle) unterstützen Heizungssanierer hier mit zinsgünstigen Krediten und Zuschüssen.

 

1 Bundesverband des Schornsteinfegerhandwerks

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