Wenn Sie für Ihre neue Heizung die Bundesförderung für effiziente Gebäude (BEG) in Anspruch nehmen möchten, stoßen Sie auf den Begriff jahreszeitbedingte Raumheizungseffizienz. Denn eine Heizung ist nur dann förderfähig, wenn sie bestimmte Werte erreicht. Was es mit dieser Kennzahl auf sich hat, fassen wir in diesem Artikel zusammen.
Jahreszeitbedingte Raumheizungseffizienz (ETAs): Wichtige Kennzahl für die Effizienz von Heizungen

Jahreszeitbedingte Raumheizungseffizienz berücksichtigt Hilfsenergie
Die jahreszeitbedingte Raumheizungseffizienz ist ein technischer Kennwert. Er gibt an, wie viel Wärme eine Raumheizung aus einem Energieträger gewinnt. Experten geben den Wert mit dem Symbol ηs oder ETAs an.
In der jahreszeitbedingten Raumheizungseffizienz wird nicht nur die direkte Umwandlung von Öl, Gas oder Strom in Wärme berücksichtigt, sondern auch die benötigte Hilfsenergie. Diese Hilfsenergie umfasst zum Beispiel Strom für Pumpen und Regelungen.
Mathematisch ist die jahreszeitbedingte Raumheizungseffizienz der Quotient aus dem Raumheizungsbedarf und dem jährlichen Energieverbrauch, den die Heizung zur Deckung dieses Bedarfs benötigt:
Raumheizungsbedarf / Jährlicher Energieverbrauch = Jahreszeitbedingte Raumheizungseffizienz
Je höher der Wert für die jahreszeitbedingte Raumheizungseffizienz ausfällt, desto effizienter ist ein Heizgerät.
Ein Gas-Brennwertgerät wandelt bis zu 98% der im Erdgas gespeicherten Energie in Wärme um. Ziehen Sie dann noch die Hilfsenergie ab, bleibt am Ende eine jahreszeitbedingte Raumheizungseffizienz von 92 bis 95% übrig. Eine Wärmepumpe kann sogar mehr als 100% aus dem Energieträger Strom gewinnen. Sie können mit einer Wärmepumpe potenziell also mehr Heizwärme bereitstellen als Sie verbrauchen.
Jahreszeitbedingte Raumheizungseffizienz im Überblick
Meist arbeitet der Wärmeerzeuger in Teillast (keine volle Auslastung der möglichen Leistung).
Nur wenn die Heizlast im Winter maximal ist, muss die Anlage unter Volllast arbeiten.
Die jahreszeitbedingte Raumheizungseffizienz berücksichtigt die unterschiedliche Auslastung je nach Jahreszeit.
Dadurch ist es möglich, die Effizienz der Heizgeräte realistisch zu vergleichen.
ETAs ist Grundlage der Energielabel
Die Definition der jahreszeitbedingten Raumheizungseffizienz geht auf die Ökodesign-Richtlinie der Europäischen Union zurück. Die Ökodesign-Richtlinie ist die Grundlage für die bekannten Energielabel, die Waschmaschinen, Kühlschränke, Fernseher, aber auch Heizgeräte in die Effizienzklassen A+++ bis G unterteilen. Um Wärmeerzeuger einordnen zu können, haben Experten dafür die jahreszeitbedingte Raumheizungseffizienz etabliert. Ein Gas-Brennwertgerät muss zum Beispiel ein ETAs von 90% erreichen, um das Label A zu bekommen.
Bei Wärmepumpen unterscheidet das Label nach Niedertemperatur-Wärmepumpen, die 35°C Vorlauftemperatur liefern, und Mitteltemperatur-Wärmepumpen, die 55°C bereitstellen. Bei der Niedertemperatur-Wärmepumpe muss der Wert von ETAs zwischen 115 und 123% liegen, um für die Klasse A auszureichen. Die meisten Wärmepumpen sind aber besser und erhalten daher das Label A+ oder A++.
Auch Hybridheizungen erhalten nach der Ökodesign-Richtlinie ein Energielabel. So verbessert eine Solarthermieanlage das Label in der Regel um eine Stufe. Eine Hybridheizung aus Gas-Brennwertgerät und Solarthermie kommt dann auf A+. Die Hybridheizung, die aus Wärmepumpe und Solarthermie besteht, erreicht sogar A++ oder A+++.


