Im Gebäudesektor hat sich die Wärmepumpe als modernes Heizsystem etabliert. Die Technologie ist überaus zuverlässig, kostensparend und umweltfreundlich. Durch die neuen Systeme sind auch häufig neue Begriffe zu lesen. Einer davon ist der sogenannte Bivalenzpunkt bei einer Wärmepumpe. Was hat es damit auf sich und warum ist er relevant?
Wärmepumpe Bivalenzpunkt: Alles, was Sie wissen müssen

Das Wichtigste zum Bivalenzpunkt in Kürze
Definition: Der Bivalenzpunkt ist die Außentemperatur, ab der ein zweiter Wärmeerzeuger (z. B. ein Heizstab) die Wärmepumpe unterstützt.
Seltene Unterstützung: Obwohl zwei Systeme verbaut sind, arbeitet der Heizstab nur an extrem kalten Tagen; im Jahresschnitt übernimmt die Wärmepumpe etwa 98 % der Arbeit allein.
Vorteile: Die richtige Einstellung des Bivalenzpunktes senkt die Stromkosten, schützt die Wärmepumpe vor Verschleiß und erhöht deren Lebensdauer.
Planung: Der Fachbetrieb berechnet den Punkt individuell basierend auf der Gebäudeheizlast, dem lokalen Klima und der Geräteleistung.
Was ist der Bivalenzpunkt bei einer Wärmepumpe?
Der Bivalenzpunkt bestimmt den Temperaturbereich, in dem ein zweites Heizsystem Ihre Wärmepumpe unterstützt. In der Regel handelt es sich bei diesem zweiten Heizsystem um einen elektrischen Heizstab, der direkt in dem Gerät verbaut ist.
Sinkt die Außentemperatur unter den Bivalenzpunkt, schaltet sich dieser Heizstab ein und hilft, die gewünschte Raumtemperatur zu halten. Dieser Fall tritt nur sehr selten im Jahr ein. Bei einer Studie des Fraunhofer-Instituts für Solare Energiesysteme ISE, die Häuser in einem Alter von 15 bis 170 Jahren untersuchte, betrug der Heizstabsarbeitsanteil nur 1,9%.1
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Monovalent, bivalent: Wo liegt der Unterschied?
Der Bivalenzpunkt ist nur für bivalent angelegte Heizsysteme relevant. Neben diesen gibt es auch monovalente Betriebsweisen. Das macht die beiden Arten aus:
Monovalent: Ein monovalentes Heizsystem deckt den gesamten Wärmebedarf allein ab – ohne ein zusätzliches Heizsystem. In der Vergangenheit geschah das meist mittels Gas- und Ölheizungen.
Bivalent: Die bivalente Betriebsweise umfasst zwei Wärmeerzeuger, die entweder parallel oder alternativ arbeiten. Die Wärmepumpe und ein elektrischer Heizstab sind ein Beispiel für Letzteres. Der Heizstab springt nur ein, wenn es sehr kalt wird und kurzfristig mehr Heizleistung benötigt wird – wann das der Fall ist, bestimmt der Bivalenzpunkt.
Neben einem elektrischen Heizstab können auch andere Zusatzheizungen für eine Wärmepumpe genutzt werden (als sogenannte Hybridheizung). Da der Bivalenzpunkt in der Regel nur sehr selten unterschritten wird, lohnt sich das allerdings oft nicht. Hier eine Übersicht zu den Vor- und Nachteilen verschiedener Zusatzheizungen:
| Zusatzheizung | Vorteile | Nachteile |
|---|---|---|
| Elektroheizstab | kein zusätzlicher Wartungsaufwand | hoher Stromverbrauch |
| Steuerung direkt über die Wärmepumpe | Belastung der Hauselektrik bei Lastspitzen | |
| kein zusätzlicher Platzbedarf | ||
| Unabhängigkeit von fossilen Energieträgern | ||
| Gas-, Pellet-, Ölheizung | Bestehende Anlagen können weitergenutzt werden. | hohe Betriebs- und Wartungskosten |
| Hohe Heizleistung bei extremer Kälte | oft umweltschädlich | |
| hoher Platzbedarf | ||
| Preisunsicherheiten bei fossilen Energieträgern |
| Zusatzheizung | Elektroheizstab |
| Vorteile | kein zusätzlicher Wartungsaufwand |
| Nachteile | hoher Stromverbrauch |
| Zusatzheizung | |
| Vorteile | Steuerung direkt über die Wärmepumpe |
| Nachteile | Belastung der Hauselektrik bei Lastspitzen |
| Zusatzheizung | |
| Vorteile | kein zusätzlicher Platzbedarf |
| Nachteile | |
| Zusatzheizung | |
| Vorteile | Unabhängigkeit von fossilen Energieträgern |
| Nachteile | |
| Zusatzheizung | Gas-, Pellet-, Ölheizung |
| Vorteile | Bestehende Anlagen können weitergenutzt werden. |
| Nachteile | hohe Betriebs- und Wartungskosten |
| Zusatzheizung | |
| Vorteile | Hohe Heizleistung bei extremer Kälte |
| Nachteile | oft umweltschädlich |
| Zusatzheizung | |
| Vorteile | |
| Nachteile | hoher Platzbedarf |
| Zusatzheizung | |
| Vorteile | |
| Nachteile | Preisunsicherheiten bei fossilen Energieträgern |

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Warum ist der richtige Bivalenzpunkt wichtig?
Die richtige Festlegung dieses Umschaltpunkts ist entscheidend für die Gesamteffizienz Ihrer Heizungsanlage und beeinflusst die Betriebskosten sowie die Lebensdauer der Komponenten.
1. Effizienz und Betriebskosten senken
Ein sinnvoll gewählter Bivalenzpunkt optimiert den Betrieb der Wärmepumpe. Das sollten Sie beachten:
Richtige Dimensionierung: Eine gut dimensionierte Wärmepumpe arbeitet auch bei niedrigen Temperaturen lange allein und reduziert den Einsatz des zweiten Heizsystems. Zu groß sollte das Gerät aber auch nicht sein. Sonst schießen die Anschaffungskosten in die Höhe.
Vermeidung ineffizienter Phasen: Bei sehr niedrigen Außentemperaturen läuft die Pumpe bei einem ungünstigen Bivalenzpunkt auf Hochtouren. Das erhöht den Verbrauch unnötig.
Mythos: Wärmepumpen und Gebäudezustand
Entgegen einiger Vorurteile setzt eine Wärmepumpe oft keine aufwendige Sanierung voraus.
Eine Studie des Fraunhofer-Instituts für Solare Energiesysteme ISE zeigt, dass auch alte, unsanierte oder teilmodernisierte Häuser mit einer Wärmepumpe beheizt werden können.2
2. Wirtschaftlichkeit und Lebensdauer erhöhen
Ein optimierter Betrieb hat auch positive Auswirkungen auf die Kosten und die Lebensdauer der Wärmepumpe. Die Gründe dafür sind unter anderem:
Weniger Verschleiß: Wenn der Heizstab die Wärmepumpe sinnvoll entlastet, muss sie nicht im Grenzbereich arbeiten. Dadurch sinken der Verschleiß und das Risiko für Reparaturen.
Stabile Heizkosten: Bei einem gut gesetzten Bivalenzpunkt springt das Zusatzsystem ein, wenn der Wärmepumpenbetrieb aufgrund der Außentemperatur zu teuer oder ineffizient wird. So halten Sie Ihre laufenden Kosten unter Kontrolle.
Wie wird der Bivalenzpunkt berechnet und eingestellt?
Bei der grundlegenden Berechnung des Bivalenzpunktes für Ihre Wärmepumpe sind sowohl die klimatischen Bedingungen als auch die Eigenschaften Ihres Hauses relevant. Die folgenden Punkte spielen dabei eine zentrale Rolle:
Heizlast des Gebäudes: Wie viel Wärme benötigt Ihr Gebäude? Mit einer genauen Heizlastberechnung kann der Fachbetrieb die Wärmepumpe so dimensionieren, dass sie mit ihrem Bivalenzpunkt nur selten zwischen den Betriebsmodi wechselt.
Lokales Klimaprofil: Ähnlich wie der Zustand Ihres Gebäudes bestimmen regionale Temperaturen die Wahl Ihrer Wärmepumpe. Je nach lokalem Temperaturprofil haben die Wärmeerzeuger unterschiedliche Bivalenzpunkte.
Wärmepumpentyp und Leistungsdaten: Jede Wärmepumpen-Art hat unterschiedliche Effizienzen und Heizleistungen. Unter den gleichen Bedingungen kann der Bivalenzpunkt auch bei gleich wirkenden Wärmepumpen anders ausfallen.
Einstellung in der Praxis
Mithilfe dieser Daten (Gebäudeheizlast, Klimaprofil, Leistungsdaten der Wärmepumpe) kann der Heizungsfachbetrieb den Bivalenzpunkt bei der Inbetriebnahme programmieren und später noch nachjustieren.
In vielen Regionen Deutschlands werden Wärmepumpen mit einem elektrischen Heizstab so eingestellt, dass dieser sich ab etwa -5 bis -9°C Außentemperatur einschaltet.
So optimieren Sie den Bivalenzpunkt für Ihr Haus
Schon kleine Maßnahmen wie neue Dichtungen oder moderne Fenstergläser verringern den Wärmeverlust teils stark und erhöhen Ihre Heizeffizienz. Je niedriger Ihr Wärmebedarf, desto später schaltet sich der Zusatzheizer ein.
Natürlich sind in einigen Fällen auch größere Sanierungen, wie etwa die Dämmung der Außenwände oder des Daches sinnvoll. Auf Ihre laufenden Kosten schlägt sich das positiv aus.
Häufig gestellte Fragen zum Bivalenzpunkt
Fazit: Richtig eingestellter Bivalenzpunkt für mehr Effizienz
Der Wärmepumpe Bivalenzpunkt ist ein zentrales Element für einen effizienten, wirtschaftlichen und umweltfreundlichen Heizbetrieb. Durch eine durchdachte Planung und einen professionell eingestellten Bivalenzpunkt…
…senken Sie Ihre Heizkosten und schonen Ihren Geldbeutel.
…verlängern Sie die Lebensdauer Ihrer Wärmepumpe, weil sie weniger im Grenzbereich arbeiten muss.
...leisten Sie einen Beitrag zum Klimaschutz, indem Sie den Stromverbrauch reduzieren und auf ein nachhaltiges Heizsystem setzen.
Für beste Ergebnisse empfehlen wir die Zusammenarbeit mit erfahrenen Fachbetrieben und die Nutzung der verfügbaren Förderprogramme. So stellen Sie sicher, dass Ihre Wärmepumpe optimal eingestellt ist und Ihnen viele Jahre zuverlässig sowie kostengünstig Wärme liefert.


