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Stromkosten für die Wärmepumpe: Wie hoch sind sie tatsächlich?

Wärmepumpen können entweder fossile Heizungen als Hybridheizung ergänzen oder Häuser komplett allein beheizen. Doch für ihre Arbeit benötigen Wärmepumpen auch Strom. Für Verbraucher sind die Stromkosten natürlich sehr wichtig. Hier haben wir alle wichtigen Informationen zu Stromverbrauch und Stromkosten von Wärmepumpen verständlich und übersichtlich zusammengestellt.

Inhaltsverzeichnis

  1. Stromverbrauch einer Wärmepumpe
  2. Wie viel Strom verbraucht eine Wärmepumpe? Jahresarbeitszahl als Richtwert
  3. Nebenverbräuche bei Stromkostenberechnung berücksichtigen
  4. Stromverbrauch: Beispielrechnungen nach Wärmepumpen-Typ
  5. So können Sie die Stromkosten der Wärmepumpe senken

Stromverbrauch einer Wärmepumpe

Während Öl- oder Gasheizungen fossile Brennstoffe zur Wärmeerzeugung benötigen, bezieht die Wärmepumpe die Wärme aus der Umgebungsluft, dem Grundwasser oder dem Boden und macht sie mit Strom nutzbar. In der Regel erzeugt die Wärmepumpe rund 80% ihrer Wärmeenergie dabei aus der Umwelt und 20% aus Strom, der für die elektrischen Mechanismen benötigt wird. Je mehr Energie die Wärmepumpe selbst produzieren muss, um die aus der Umwelt bezogene Wärme nutzbar zu machen, desto höher werden auch die Stromkosten.

Prinzipiell lässt sich sagen, dass die Sorge um zu hohe Energiekosten bei der Wärmepumpe in vielen Fällen unbegründet ist. Die Wärmepumpe als Heizart passt zwar nicht zu jedem Gebäude und Verbrauchsprofil. Passt sie jedoch und ist gut ausgelegt, haben Sie mit einer Wärmepumpe genauso hohe oder sogar geringere Kosten als mit einer anderen Heizart.

Wie viel Strom eine Wärmepumpe verbraucht, hängt von verschiedenen Aspekten ab, die hier kurz erläutert werden:

  1. Art der Wärmepumpe

    Die jeweils gewählte Technik bestimmt den Stromverbrauch. Sie sollten im Vorfeld mit Ihrem Installateur überlegen, welche Wärmepumpen-Art für Ihr Haus sinnvoll ist, um den Strombedarf optimal zu planen.

  2. Art der Wärmepumpen-Nutzung

    Soll Ihre Wärmepumpe einen anderen Wärmeerzeuger unterstützen oder als eigenständige Zentralheizung arbeiten? Sollen Warmwasser und Raumheizung über die Wärmepumpe bedient werden? Und welches System zur Wärmeverteilung ist angeschlossen? Diese Fragen bestimmen mit, welche Stromkosten Ihre Wärmepumpe verursachen wird.

  3. Größe, Zustand und Alter des Hauses

    Diese Faktoren spielen bei der Auslegung der Wärmepumpe eine große Rolle.

  4. Umfang der Wärmedämmung

    Die Dämmung einer Immobilie trägt maßgeblich zur Effizienz der Wärmepumpe bei. Je besser Wände, Dächer und Fenster eines Gebäudes gedämmt sind, desto geringer ist der Energiebedarf zur Wärmegewinnung.

  5. Anzahl der Bewohner

    Je mehr Menschen in einem Haushalt leben, desto höher ist der Warmwasserbedarf. Dementsprechend steigen auch die Stromkosten für die Wärmepumpe.

Grundsätzlich gilt, je besser das Haus auf eine Wärmepumpe als Heizung angepasst ist, desto geringer fallen die Stromkosten der Wärmepumpe aus. Passt die Wärmepumpe nicht zum Haus, werden die Stromkosten in die Höhe schnellen.

Wie viel Strom verbraucht eine Wärmepumpe? Jahresarbeitszahl als Richtwert

Wer nach dem Stromverbrauch einer Wärmepumpe sucht, muss sich mit der sogenannten „Jahresarbeitszahl“, kurz JAZ, auseinandersetzen. Dabei handelt es sich um einen im Labor ermittelten Verbrauchswert, anhand dessen der Stromverbrauch der Wärmepumpe vorausberechnet werden kann. Sie können die JAZ eines bestimmten Wärmepumpen-Modells auch mit dem JAZ-Rechner des Bundesverband Wärmepumpe e.V. ermitteln. Anhand dessen können Sie auch die Effizienz verschiedener Geräte direkt vergleichen.

Die JAZ gibt an, in welchem Verhältnis der verbrauchte Strom in Wärmeenergie verwandelt wird. Je höher die JAZ, desto effizienter arbeitet die Pumpe. Eine Jahresarbeitszahl von 3 bedeutet zum Beispiel, dass die Wärmepumpe aus 1 kW Strom 3 kW Wärmeenergie erzeugen kann. Im Schnitt können Sie davon ausgehen, dass sich die JAZ zwischen 3 und 4,5 bewegt, in bestimmten Fällen kann sie auch höher oder niedriger sein.

Da jedoch das individuelle Heizverhalten und die Bedingungen vor Ort unterschiedlich sind, sollten Sie für die Ermittlung Ihres genauen Stromverbrauchs am besten konstant über ein Jahr hinweg einen Wärmemengenzähler an die Wärmepumpe anschließen und in Kombination den Stromzähler monatlich ablesen. Anhand der Verbrauchszahlen und der tatsächlich erzeugten Wärmeenergie lässt sich dann Ihre individuelle Jahresarbeitszahl ermitteln.

Beachten Sie hierbei: Es gibt kurze und lange Heizperioden sowie wärmere als auch kältere Sommer- und Wintermonate. Demzufolge sind Abweichungen der Stromverbräuche der Wärmepumpe von einem ermittelten Richtwert möglich. Bei der Installation im Neubau benötigt die Pumpe im ersten Jahr zudem oft mehr Strom, weil im Haus noch Feuchtigkeit enthalten ist, die zunächst austrocknen muss.

Nebenverbräuche bei Stromkostenberechnung berücksichtigen

Die Jahresarbeitszahl gibt demnach einen ersten Anhaltspunkt für die Berechnung des Stromverbrauchs und somit der Stromkosten für die Wärmepumpe. Allerdings ist damit auch noch nichts über die Nebenverbräuche gesagt, die durch die Arbeit der Umwälzpumpe beziehungsweise der Verteilerenergie entstehen.

Eine sehr einfache Formel hilft dabei, zu ermitteln, wie viel eine kWh Strom für eine Wärmepumpe kostet. Der Strompreis wird dabei ins Verhältnis zur Jahresarbeitszahl gesetzt:

                  Strompreis je kWh

———————————————————————     =    Kosten je kWh Wärme

    Jahresarbeitszahl der Wärmepumpe

Stromverbrauch: Beispielrechnungen nach Wärmepumpen-Typ

Bei einer genutzten Wärmeenergie von 10.000 kWh pro Jahr können folgende Stromverbräuche bei Wärmepumpen entstehen. Dabei wird davon ausgegangen, dass die Wärmepumpe zu 60% zum Heizen und zu 40% zur Warmwassergewinnung für Brauch- und Trinkwasser eingesetzt wird. Bitte beachten Sie, dass die Werte von vielen verschiedenen Faktoren abhängen und nur Beispiele sind.

Art der Wärmepumpe
Wärmeenergie für Heizung
JAZ für Heizung
Stromverbrauch Wärmepumpe für Heizung
Luftwärmepumpe
6.000 kWh
2,8

2.143 kWh

(= 6.000 kWh/ 2,8)
Erdwärmepumpe
6.000 kWh
4,0

1.500 kWh

(= 6.000 kWh/ 4,0)
Wasserwärmepumpe
6.000 kWh
4,8

1.250 kWh

(= 6.000 kWh/ 4,8)
 
Wärmeenergie für Warmwasser
JAZ für Warm-
wasser
Stromverbrauch Wärmepumpe für Warmwasser
Luftwärmepumpe
4.000 kWh
2,4

1.666 kWh

(= 4.000 kWh/ 2,4)
Erdwärmepumpe
4.000 kWh
3,8

1.052 kWh

(= 4.000 kWh/ 3,8)
Wasserwärmepumpe
4.000 kWh
4,5

888 kWh

(= 4.000 kWh/ 4,5)
 
 
 
Stromverbrauch Wärmepumpe gesamt (Heizung + Warmwasser)
Luftwärmepumpe
 
 
3.809 kWh
(= 2.143 kWh + 1.666 kWh)
Erdwärmepumpe
 
 
2.552 kWh
(= 1.500 kWh + 1.052 kWh)
Wasserwärmepumpe
 
 
2.138 kWh
(= 1.250 kWh + 888 kWh)

 

Die Tabelle zeigt, dass der Stromverbrauch bei Grundwasserwärmepumpen im Durchschnitt deutlich niedriger ist. Erhöht sich der Bedarf an Heizwärme oder Warmwasser, erhöhen sich entsprechend auch die Verbräuche. Einige Wärmepumpen haben jedoch bessere JAZ-Zahlen als die in der Tabelle angenommenen. Dadurch sinkt Ihr Stromverbrauch natürlich entsprechend.

Stromkosten für Wärmepumpe

Kennen Wärmepumpen-Betreiber den Strombedarf der Pumpe, können sie die jährlich anfallenden Stromkosten ganz einfach berechnen:

gesamter Stromverbrauch des Geräts pro Jahr x Stromkosten des Anbieters = jährliche Stromkosten

Ein Rechenbeispiel: Bei einer jährlichen Energiemenge von 10.000 kWh, zu 60% auf Heizung und 40% auf Warmwasser verteilt, ergeben sich bei einem Strompreis von 21 Cent/kWh Kosten von:

Art der Wärmepumpe
Wärmeenergie für Heizung
Jährliche Stromkosten für Heizung
Luftwärmepumpe
6.000 kWh
450,03 Euro
Erdwärmepumpe
6.000 kWh
315,00 Euro
Wasserwärmepumpe
6.000 kWh
262,50 Euro
 
Wärmeenergie für Warmwasser
Jährliche Stromkosten für Warmwasser
Luftwärmepumpe
4.000 kWh
349,86 Euro
Erdwärmepumpe
4.000 kWh
220,92 Euro
Wasserwärmepumpe
4.000 kWh
186,48 Euro
 
Stromverbrauch Wärmepumpe gesamt (Heizung + Warmwasser)

Jährliche Stromkosten gesamt

(Heizung + Warmwasser)
Luftwärmepumpe

3.809 kWh

(= 2.143 kWh + 1.666 kWh)
799,89 Euro
Erdwärmepumpe

2.552 kWh

(= 1.500 kWh + 1.052 kWh)
535,92 Euro
Wasserwärmepumpe

2.138 kWh

(= 1.250 kWh + 888 kWh)
448,98 Euro

 

Wird also eine Luftwärmepumpe für Heizung und Warmwasser genutzt, können Stromkosten von rund 800 Euro pro Jahr für 10.000 kWh Wärmeenergie entstehen. Bei einer Erdwärmepumpe sinken die jährlichen Stromkosten bei gleicher Wärmeleistung auf zirka 535 Euro, mit einer Grundwasserwärmepumpe können die Kosten auf ungefähr 450 Euro reduziert werden.

Der Kostenanteil, der auf die Erzeugung von Warmwasser mit der Wärmepumpe entfällt, beträgt in unserem Beispiel um die 185 Euro bei der Wasserwärmepumpe, 220 Euro bei der Erdwärmepumpe und 350 Euro bei der Luftwärmepumpe. Allerdings sind Luft/Wasser-Wärmepumpen deutlich einfacher zu installieren, günstiger in der Anschaffung und daher besonders verbreitet.

An diesem Rechenbeispiel zeigt sich deutlich, wie stark sich die Wahl des Wärmepumpentyps auf die jährlichen Stromkosten auswirken kann. Bitte beachten Sie, dass diese Werte je nach Gebäude, Wärmepumpe und Nutzungsgewohnheiten teils stark abweichen können.

So können Sie die Stromkosten der Wärmepumpe senken

Es gibt verschiedene Ansatzpunkte, um den Stromverbrauch der Wärmepumpe zu reduzieren:

  1. Dämmen

    Falls die Dämmung Ihres Hauses noch nicht optimiert ist, könnte eine Modernisierung Ihrer Fassaden- und/oder Dachdämmung die Stromkosten der Wärmepumpe deutlich senken. Empfehlenswert ist eine Dämmung, die mindestens der Energieeinsparverordnung (EnEV) entspricht. Die Wärmedämmung von Häusern lässt sich über die KfW oder das BAFA fördern.

  2. Wärmeverteilung

    Flächenheizungen (Wand- oder Fußbodenheizungen) mit geringer Vorlauftemperatur sorgen für einen niedrigen Stromverbrauch der Wärmepumpe.

  3. Stromtarif

    Viele Energieversorger bieten spezielle Stromtarife für Wärmepumpenbetreiber an. Es kann sich ein Preisvergleich lohnen, um den günstigsten Energieversorger zu finden.

  4. Solarthermie

    Wenn eine Wärmepumpe mit Solarthermie kombiniert wird, können Sie Strom- und Heizkosten sparen. Denn dann kann die Solarthermieanlage vor allem im Sommer warmes Wasser erzeugen und im Winter können Sie die Wärmepumpe zusätzlich einsetzen.

  5. Photovoltaik

    Nutzen Sie kostenlosen Ökostrom vom eigenen Dach, vielleicht sogar in Kombination mit einem Stromspeicher. Sobald sich die PV-Anlage nach ein paar Jahren amortisiert hat, zahlen Sie keine Cent mehr für Ihre Wärmeversorgung.

Darüber hinaus ist es wichtig, dass Ihre Wärmepumpe optimal auf die Heizungsanlage abgestimmt ist und das Gerät selbst perfekt eingestellt wird. Um einen kostensparenden und effizienten Betrieb zu ermöglichen, sollten Sie die Wartung der Wärmepumpe regelmäßig vornehmen lassen.

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Phil R.

Über den Autor

Phil R. hat mehrere Jahre in der Marketing-Abteilung eines Unternehmens für Heiz- und Kamintechnik gearbeitet. Dort hat er tiefe Einblicke in die Technik und Branche bekommen und gelernt, komplexe Heizungsthemen für Laien verständlich aufzubereiten.

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