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Wenn‘s klemmt: Heizkörperventil wechseln

Das Heizkörperventil übernimmt eine wichtige Aufgabe in Ihrem Heizungssystem: Sie können damit zum einen die Raumtemperatur in Ihrer Wohnung regeln und zum anderen den Energieverbrauch Ihrer Heizung steuern. Deshalb ist es wichtig, Heizkörperventile regelmäßig zu warten und bei Bedarf zu wechseln, damit Ihr Heizsystem einwandfrei funktioniert. Aber wann ist ein Wechsel notwendig? Brauche ich dafür professionelle Hilfe? In diesem Artikel erhalten Sie alle wichtigen Informationen zum Thema Heizkörperventil wechseln.

Heizkörperventil wechseln: Hand mit Zange an Heizung

Inhaltsverzeichnis

  1. Funktionsweise des Heizkörperventils
  2. Gängige Arten von Heizkörperventilen
  3. Aufbau des Heizkörperventils
  4. Wartung und Pflege von Heizkörperventilen
  5. Heizkörperventil vom Fachmann wechseln lassen
  6. Heizkörperventil wechseln und Heizungssystem modernisieren

Funktionsweise des Heizkörperventils

Das Heizkörperventil wird auch Heizthermostat genannt. Es reguliert den Zustrom von Heizwasser in den jeweiligen Heizkörper. Wird das Ventil aufgedreht, zieht sich ein Übertragungsstift im Inneren des Ventils zurück. Daraufhin strömt mehr warmes Wasser durch den Heizkörper, wodurch die Oberflächentemperatur des Radiators steigt und mehr Wärme per Konvektion an den Raum abgegeben wird. Durch das Zudrehen des Ventils drückt sich der Stift zurück, sodass weniger Heizungswasser durch den Heizkörper strömt und dementsprechend die Raumtemperatur sinkt.

Die Regelung des Übertragungsstifts verläuft über einen Thermostatkopf. Sie kann abhängig vom Modell mechanisch oder elektronisch erfolgen. Bei einer Smarthome-Steuerung können Heizkörperventile auch über das Netzwerk geregelt werden.

Gängige Arten von Heizkörperventilen

Heizkörperventile existieren in verschiedenen Varianten – je nach Heizkörpertyp kann die Montage variieren. Gängig sind sowohl Eckventile als auch Durchgangsventile. Die Ventile können zudem mit Fenstersensoren oder Raumluftsensoren kombiniert werden, um den Heizkörper intelligent zu steuern. So kann über Magnetschalter am Heizkörper zum Beispiel gemeldet werden, wenn ein Fenster geöffnet ist.

Art des Ventils Steuerung
mechanisch
manuell am Ventil selbst
mechanisch
Fernstellung, Ventil hat keine direkte Steuerungsfunktion (zum Beispiel bei großen Zentralheizungsanlagen in Wohnblöcken)
elektrisch
am Ventil, durch Druckknöpfe oder Displays
elektrisch
per Funk oder WLAN

Aufbau des Heizkörperventils

Grundsätzlich bestehen Heizkörperventile aus zwei großen wichtigen Bauteilen: 

  1. Ventilkörper (Ventilunterteil) – rechter Bereich in der Grafik
  2. Ventilkopf beziehungsweise Thermostatkopf – linker Bereich in der Grafik

Im Ventilkörper befindet sich der sogenannte „Ventilstößel“ beziehungsweise Übertragungsstift, der einen Ventilteller gegen den Ventilsitz drückt und auf diese Weise den Durchfluss des Heizungswassers durch den Heizkörper reguliert. Dieses Funktionsprinzip ist vergleichbar mit einem Wasserhahn. Es wird auch „Durchsatzregelung“ genannt.

Im Ventilkopf befindet sich eine Patrone, deren Material sich bei Wärmezufuhr ausdehnt. Sie drückt dann auf den Ventilstößel und verringert die Durchlaufmenge des Heizungswassers. Dadurch wird der Heizkörper kühler. Die Patrone des Thermostats kühlt in Folge ebenfalls ab und das Material zieht sich zusammen. Dadurch zieht sich auch der Ventilstößel zurück und es kann wieder mehr warmes Wasser durch den Heizkörper strömen.

Manuelle Temperaturregelung mit einem Heizkörperventil

Auf dem Heizkörperthermostatkopf befindet sich je nach Modell eine Skala von 1 bis 3 oder von 1 bis 5. Durch das Drehen des Heizkörperventils definieren Sie die Raumtemperatur. Zugleich wird durch das Auf- oder Zudrehen des Ventils die Grundstellung des Ventilstößels verändert. Mehr zur idealen Einstellung des Heizkörperthermostats lesen Sie in unserem Beitrag zum Thema.

Elektronische Heizkörperventile

Im Gegensatz zum mechanischen Ventil werden elektronische Modelle meist per Funk oder Internet gesteuert. Der Funktionsmechanismus bleibt der gleiche. Allerdings zeigen elektronische Thermostate die Temperatur meist in digitaler Form an. Der Vorteil von elektrischen oder digitalen Heizkörperventilen besteht darin, dass sie sich programmieren oder fernsteuern lassen. So regulieren Sie die Raumtemperatur optimal bis auf die genaue Gradanzahl.

Praxistipp: Elektronische Heizkörperventile

  • Elektronische Ventile funktionieren, ähnlich wie herkömmliche, im Zusammenspiel mit einem Temperatursensor, der entweder im Raum steht oder im Ventil selbst verbaut ist.

  • Daneben sorgt ein kleiner Prozessor für die nötige Rechenleistung, die mit einer Uhr kombiniert wird.

  • Die Daten werden an den Elektromotor übertragen, der schließlich das Ventil entsprechend der Wünsche oder Programmierung einstellt. Elektrische Heizkörperventile können Sie modellabhängig mit Funksystemen, Fensterkontaktschaltern oder auch dem kompletten Smarthome-System kombinieren.

Wann muss ich Heizkörperventile wechseln?

Heizkörperventile sollten Sie spätestens dann wechseln, wenn der Verschleiß so hoch ist, dass die Übertragungsstifte klemmen und nicht wieder gängig gemacht werden können. Ebenso kann ein Austausch erforderlich werden, wenn der Sensor nicht mehr richtig funktioniert. Wenn Sie bemerken, dass ein Raum wärmer wird, als auf der Skala des Thermostates eingestellt ist, können Sie davon ausgehen, dass das Heizkörperventil defekt ist.

In der Regel kann ein Austausch der Heizkörperventile alle 12 bis 15 Jahre erforderlich werden. Dabei handelt es sich jedoch lediglich um einen Richtwert. Je nach Verschleiß kann ein Heizkörperventil-Wechsel auch schon früher notwendig sein. Allgemein empfiehlt sich der Ventilwechsel in der warmen Jahreszeit, wenn die Heizung nicht in Betrieb ist. 

Wartung und Pflege von Heizkörperventilen

Elektronische und manuelle Heizkörperventile sollten regelmäßig gewartet werden. Dadurch stellen Sie eine lange Lebensdauer und zuverlässige Funktion sicher. Beispielsweise kann es im Laufe der Zeit vorkommen, dass der Ventilstößel beziehungsweise der Zapfen festsitzt. Dadurch kann er die Menge des durch den Heizkörper strömenden Warmwassers nicht mehr regulieren.

Festsitzende Heizkörperventile führen daher unter Umständen dazu, dass keine Heizleistung erzeugt wird, selbst wenn sie voll aufgedreht sind.

Die Wartung des Ventils können Sie übrigens mit der Entlüftung des Heizkörpers verbinden. Hierzu lesen Sie in unserem Artikel „Heizkörper richtig entlüften: Schritt für Schritt“ alle weiteren Informationen. Denn Luft im Heizkreislauf kann für ungleichmäßige Wärmeverteilung in den Heizkörpern sorgen. Sind an den Heizkörpern Entlüftungsventile vorhanden, lässt sich die Heizung schnell entlüften. Bei Gasthermen wird die Heizungsanlage ohnehin bei der jährlichen Wartung entlüftet.

Heizkörperventil wechseln: Schritt für Schritt

  1. Wenn ein Heizkörperventil ausgebaut wird, müssen Sie vorerst den Thermostatkopf auf die Höchststufe stellen, um den Druck auf den Ventilstößel zu reduzieren.

  2. Danach zunächst die Befestigungsmutter am Heizkörper lösen. Sie kann mit einer Rohrzange oder einem großen Schraubenschlüssel gelockert werden. Das Ventilgehäuse ist in der Regel am Heißwasserzulauf sowie am Heizkörper selbst montiert.

  3. Manche Thermostate verfügen nicht über eine große Mutter, sondern lediglich über einen Klickverschluss. Dieser wird durch Drehen geöffnet, sodass das Ventil einfach abgeschoben werden kann.

  4. Wichtig: Die Schrauben des Gehäuses dürfen auf keinen Fall entfernt werden, da das Heizungswasser sonst ungehindert aus dem Heizkörper strömen und einen Wasserschaden verursachen kann!

  5. Nach dem Lösen der Mutter bauen Sie den Thermostatkopf ab. Dabei wird ein Metallstift sichtbar, der mittig platziert ist.

  6. Ist der Stift nicht gängig? Das liegt meist an einer Verkalkung. Abhilfe schaffen Sie, indem Sie den Stift vorsichtig reinigen. Zusätzlich können Sie durch leichtes Klopfen auf das Ende des Stifts diesen wieder gängig machen – das klappt zum Beispiel mit einem Gummihammer sehr gut. Ebenso kann der Stößel mit einer Zange vorsichtig hin- und herbewegt werden.

  7. Sitzt das Ventil zu fest, sollten Sie das Heizkörperventil wechseln (lassen): Nachdem das alte Ventil entfernt wurde, kann nun das Neue aufgeschraubt werden. Wichtig ist, dass es vor dem Einbau ebenfalls auf Höchststufe gestellt wird.

Grundsätzlich sollten Sie beim Wechseln des Heizkörperventils immer darauf achten, dass der metallische Stift im Thermostatventil bleibt. Fällt er heraus, ist das Thermostat nicht mehr zu nutzen.

Heizkörperventil vom Fachmann wechseln lassen

Viele Heimwerker und handwerklich begabte Verbraucher werden versuchen, das Heizkörperventil selbst zu wechseln. Auf den ersten Blick handelt es sich ja lediglich um ein paar Handgriffe. Allerdings ist es empfehlenswert, auf die Arbeit eines Heizungsfachbetriebs zu vertrauen.

Gründe für das Vertrauen in einen Profi

  • Sie profitieren von hoher Verarbeitungs- und Materialqualität.

  • Ihr Fachhandwerker gibt Ihnen eine Garantie auf seine Arbeit und das Material.

  • Zugleich haben Sie bei einem möglichen Wasserschaden durch ein defektes Thermostat die Möglichkeit zur Reklamation und die Inanspruchnahme Ihrer Versicherung. Beim „Eigenbau“ ist Ihre Arbeit hingegen keinesfalls versichert.

  • Darüber hinaus lassen sich Handwerkerleistungen gegebenenfalls im Rahmen der „haushaltsnahen Dienstleistungen“ steuerlich absetzen. Denken Sie deshalb daran, sich eine Rechnung für die Arbeiten geben zu lassen.

Aus diesen Gründen sollten Sie den Wechsel der Heizkörperventile lieber einem Profi überlassen. Kompetente Heizungsbauer finden Sie in Ihrer Umgebung über unsere praktische Installateurs-Suche.

Heizkörperventil wechseln und Heizungssystem modernisieren

Wenn ohnehin ein Wechsel der Thermostate ansteht, sollten Sie überlegen, ob eine elektronische Steuerung sinnvoll ist. Oder sogar der Schritt, Ihre Heizungssteuerung in Ihr Smarthome-System zu integrieren.

Der Vorteil moderner, elektronischer Ventile besteht darin, dass Sie Ihre Heizanlage noch effizienter und kostensparender nutzen können. Darüber hinaus erhöht sich der Heizkomfort. So können Sie automatisiert, individuell und sogar aus der Ferne Ihre Raumtemperatur einstellen. Fragen Sie am besten einen Fachmann nach Ihren Möglichkeiten.

Das Heizkörperventil: Nicht zu vernachlässigen

Das Heizkörperventil ist ein unscheinbares Bauteil, das allerdings eine sehr wichtige Aufgabe in Ihrer Wohnung übernimmt. Ist eine Reparatur nicht mehr möglich, sollten Sie das Heizkörperventil wechseln lassen. So stellen Sie sicher, dass Ihre Heizung effizient und kostensparend arbeitet. Empfehlenswert ist der Wechsel durch einen Fachbetrieb.

Phil R.

Über den Autor

Phil R. hat mehrere Jahre in der Marketing-Abteilung eines Unternehmens für Heiz- und Kamintechnik gearbeitet. Dort hat er tiefe Einblicke in die Technik und Branche bekommen und gelernt, komplexe Heizungsthemen für Laien verständlich aufzubereiten.

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