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Wenn der Druck in der Heizung zu hoch ist

Der Wasserdruck ist im Heizkreislauf dafür verantwortlich, alle Heizkörper zuverlässig und bedarfsgerecht mit Wärmeenergie zu versorgen. Damit das heiße Wasser zu jedem Zeitpunkt alle Heizkörper erreicht, muss sich der Heizungsdruck in einem bestimmten, vorgegebenen Bereich bewegen. In seltenen Fällen kann es vorkommen, dass der Druck ansteigt und über dem Maximalwert des Heizsystems liegt. Erfahren Sie in unserem Artikel unter anderem, wie Sie erkennen, ob der Druck in der Heizung zu hoch ist und welche Ursachen für diesen Fehler infrage kommen.

Inhaltsverzeichnis

  1. Die Bedeutung des Drucks im Heizsystem
  2. Der korrekte Druck
  3. Druck in der Heizung zu hoch: Das Manometer verschafft Klarheit
  4. Diese Ursachen können dahinter stecken
  5. Das macht der Heizungsprofi bei einem zu hohen Heizungsdruck
  6. Druck in der Heizung zu hoch? Handeln und nicht warten!

Die Bedeutung des Drucks im Heizsystem

Um die Bedeutung des Drucks in einem Heizsystem zu verstehen, gehen wir zunächst auf den grundlegenden Aufbau einer konventionellen Gebäudeheizung ein.

  1. Üblicherweise wird die Wärme für die Beheizung des Gebäudes mit einem Heizkessel erzeugt.

  2. Dieser verbrennt einen Energieträger wie Gas oder Öl und erwärmt dadurch das Heizungswasser. Alternativ kommt als zentraler Wärmeerzeuger auch zum Beispiel eine Wärmepumpe in Frage, die statt fossilen Brennstoffen kostenlose Umweltenergie verwendet.

  3. Das Heizungswasser zirkuliert in den Heizungsrohren des Gebäudes und steht immer da zur Verfügung, wo gerade Wärme benötigt wird.

  4. Beim Transport von Heizungswasser sind sowohl die Reibungswiderstände in den Heizungsrohren als auch die Höhenunterschiede im Gebäude zu überwinden.

  5. So muss das Wasser vom Heizkessel im Keller aus beispielsweise auch den Heizkörper im Dachgeschoss zuverlässig erreichen können.

  6. Aus diesem Grund ist jede Heizungsanlage mit einer Heizungspumpe ausgestattet. Diese pumpt das Heizungswasser mit einem bestimmten, anlagenspezifischen Druck durch das Gebäude und sorgt dafür, dass die gewünschte Soll-Temperatur stets erreicht wird.

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Der korrekte Druck

Jede Heizungsanlage ist ein Unikat. Das bedeutet, dass sich der korrekte Druckbereich der Anlage auch von Gebäude zu Gebäude unterscheidet. Damit der Soll-Druck der Pumpe korrekt bestimmt wird, legt der Fachmann diesen bei der Dimensionierung des Heizsystems fachgerecht aus.

Dabei sind sowohl die Länge des gesamten Rohrsystems, die Anzahl der zu versorgenden Heizkörper als auch die zu überwindende Höhendifferenz im Gebäude zu berücksichtigen. Um eine Höhendifferenz von 10 Metern zu überwinden, benötigt die Pumpe beispielsweise einen Druck von 1 bar.

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Als Richtwert gilt, dass der Druck einer gewöhnlichen Heizungsanlage im Einfamilienhaus bei rund 1,5 bis 1,8 bar liegt. Dadurch wird gewährleistet, dass der Druck auch an der höchsten Stelle im Gebäude noch rund 0,5 bar über dem Atmosphärendruck liegt.

Druck in der Heizung zu hoch: Das Manometer verschafft Klarheit

Sie können leicht am Manometer erkennen, ob der Druck in der Heizung zu hoch ist oder stattdessen die Heizung an Druck verliert. Das Manometer ist beim Heizkessel angebracht und gibt Auskünfte über den tatsächlichen Druck, den minimalen Druck und den optimalen Druckbereich.

So lesen Sie das Manometer Ihrer Heizungspumpe ab

  • Der schwarze Zeiger gibt den aktuellen, tatsächlichen Druck an.
  • Der rote Zeiger kann statisch eingestellt werden und zeigt den Mindestdruck an.
  • Der grün eingefärbte Bereich markiert den optimalen Druckbereich der Anlage.
  • Bei einigen Manometern gibt es bei einem Druck von zirka 2,5 bar noch eine rote Grenzmarke. Sie zeigt den Maximaldruck an.
Heizung Druck zu hoch: Manometer Grafik

Liegt der schwarze Zeiger über dem optimalen Druckbereich, kann dies bedeuten, dass der Druck in der Heizung zu hoch ist. Das ist in jedem Fall zu vermeiden, da Schäden an der Membran des Ausdehnungsgefäßes entstehen können. Das Membranausdehnungsgefäß (MAG) verfügt zwar über ein Sicherheitsventil zum Ablassen von Wasser bei zu hohem Systemdruck. Arbeitet dieses Ventil jedoch nicht korrekt oder ist defekt, kann sich der Druck erhöhen und die Membran des Ausdehnungsgefäßes nimmt Schaden.

Diese Ursachen können dahinter stecken

Wenn der Druck in der Heizung zu hoch ist, kann dies verschiedene Gründe haben. Die wichtigsten Ursachen sind:

  1. Nicht fachgerechte Auslegung oder Inbetriebnahme des Heizsystems

    Wurde die Heizungsanlage falsch ausgelegt oder bei der Inbetriebnahme nicht fachgerecht eingestellt, kann es zu einem zu hohen Druck durch Temperaturänderungen im System kommen. Auch bei einer Heizungsmodernisierung oder dem Austausch von Komponenten können Druckanstiege entstehen.

  2. Defektes Sicherheitsventil im Membranausdehnungsgefäß

    Das Sicherheitsventil im MAG hat die Aufgabe, im Falle eines zu hohen Drucks Wasser abzulassen und somit den Druck zu regulieren. Falls das Ventil defekt ist, kann es diese Aufgabe nicht erfüllen und der Druck steigt an.

  3. Defekter Wärmetauscher im Wasserspeicher

    Der Heizkreislauf ist häufig über einen Warmwasserspeicher mit dem Trinkwasserkreislauf verbunden. Bei einem kaputten Wärmeübertrager im Wasserspeicher kann es vorkommen, dass Brauchwarmwasser in das Heizsystem eindringt und dort den Druck ansteigen lässt.

  4. Defekte Fülleinrichtung

    Viele Heizsysteme sind mit einem Füll- und Entleerungshahn ausgestattet. Funktioniert diese Vorrichtung nicht, kann Wasser in das Heizsystem eindringen und es kommt zum Druckanstieg.

Das macht der Heizungsprofi bei einem zu hohen Heizungsdruck

Sollten Sie feststellen, dass der Druck in Ihrer Heizung zu hoch ist, sollten Sie in jedem Fall einen Fachmann mit der Fehlersuche und der Behebung des Problems beauftragen. Ein qualifizierter Fachbetrieb ist in der Lage, die Ursache des zu hohen Drucks zuverlässig zu identifizieren und schnell zu beheben.

Neben der Fehlersuche und -behebung ist es wichtig, den Druck zu korrigieren, um Schäden am Heizsystem abzuwenden. Dazu kann mithilfe des Füll- und Entleerungshahns Wasser aus dem Heizkreislauf abgelassen oder Heizungswasser nachgefüllt werden, bis der Druck wieder im gewünschten Soll-Bereich liegt. Auch diese Aufgabe ist unbedingt einem Fachmann zu überlassen, um Schäden am Heizsystem durch eine unsachgemäße Bedienung zu vermeiden.

So kann der Fachmann den Druck regulieren

  • Abschalten der Heizungsanlage inklusive der Umwälzpumpe

    Anschluss eines Wasserschlauchs an den Entleerungshahn

    Öffnen des Entleerungshahns und Abfuhr von überschüssigem Wasser

    Kontrolle des Heizungsdrucks nach dem Ablassen des Wassers

Druck in der Heizung zu hoch? Handeln und nicht warten!

Ein zu hoher Druck im Heizsystem tritt nicht häufig auf, kann aber Schäden am Membranausdehnungsgefäß verursachen und sollte daher schnell behoben werden. Als Heizungsbesitzer können Sie zu hohen Druck auch ohne Fachkenntnis am Manometer Ihrer Heizungspumpe erkennen.

Liegt der Druck über dem optimalen Bereich, empfehlen wir die Kontaktaufnahme mit einem qualifizierten Fachbetrieb. Dieser kann die Ursache identifizieren und den Druck korrigieren, indem er zum Beispiel die korrekte Menge an Wasser ablässt.

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Wenn Sie auf der Suche nach einem qualifizierten Fachbetrieb zur Korrektur des Heizungsdrucks sind, finden Sie hier einen Heizungsbauer Ihres Vertrauens.

Andreas Wurm

Über den Autor

Andreas Wurm absolvierte seinen Bachelor of Science in Maschinenbau an der RWTH Aachen University und schloss einen Master in Energietechnik (Spezialisierung Erneuerbare Energien) an derselben Universität an. Nach seinem Studium war er von 2014 bis 2016 Projektingenieur in der Branche Heizungs- und Klimatechnik.

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