Stromnetze speisen sich immer mehr aus erneuerbaren Energien. Für eine optimale Funktion arbeitet das Stromnetz intelligent, also als Smart Grid. Denn die Erzeugung von erneuerbaren Energien aus Wind und Sonne schwankt stark. Um die Versorgung sicherzustellen, müssen Betreiber Verbrauch und Produktion intelligent abstimmen. Smart Grid Wärmepumpen spielen dafür eine wichtige Rolle. Wie die Schnittstelle außerdem den Solarstrom vom Hausdach für die Wärmepumpe nutzbar macht, erklären wir in diesem Artikel.
Smart Grid Wärmepumpe: Netzdienlich mit Solarstrom heizen

Wofür steht Smart Grid bei einer Wärmepumpe?
Eine Smart Grid Wärmepumpe kann über eine Schnittstelle Teil eines intelligenten Stromnetzes werden. Damit die Kommunikation mit den Wärmepumpen reibungslos verläuft, haben sich die Hersteller auf einen technischen Standard für die Smart Ready Schnittstelle geeinigt. Die meisten Wärmepumpen verfügen heutzutage über das Smart Grid (SG) Ready Label. Mit dem Label ist gewährleistet, dass die Smart Grid Wärmepumpe diese Anforderungen einhält. Eine SG Ready Wärmepumpe kann sowohl das Stromnetz als auch die lokale Solarstrom-Versorgung optimieren.
Netzdienliche Wärmepumpe: Virtuelles Kraftwerk
Durch die Smart Ready Schnittstelle ist ein externer Zugriff auf die Wärmepumpe. Auf diese Weise kann die Wärmepumpe netzdienlich sein. Sie lässt sich in ein virtuelles Kraftwerk integrieren und trägt zum Lastausgleich im lokalen Netz bei. Das geschieht, indem der Betreiber des virtuellen Kraftwerks alle angeschlossenen Smart Grid Ready Wärmepumpen in Betrieb nimmt, wenn ihm viel Wind- und Solarstrom zur Verfügung stehen. Umgekehrt reduziert er die Wärmepumpenleistung, wenn er wenig erneuerbare Energien produziert.
Deshalb erhalten nur Smart Grid Ready Wärmepumpen wie die Luft/Wasser-Wärmepumpe CHA-Monoblock von WOLF eine staatliche Förderung.
Wenn die Wärmepumpenheizung über einen Speicher verfügt, bedeutet die reduzierte Leistung keinen Komfortverlust für die Hausbewohner. Dieser stellt die Überbrückung solcher Zeiten sicher. Finanziell lohnt sich der Anschluss an ein intelligentes Stromnetz ebenfalls. Denn für den Lastausgleich im Stromnetz erhält der Betreiber des virtuellen Kraftwerks eine Vergütung, die er an seine Kunden mit angeschlossenen Wärmepumpen weitergeben kann.
Kommunikation mit der PV-Anlage
Dank der Kommunikationsschnittstelle hat eine SG Ready Wärmepumpe weitere Potenziale. Denn sie ermöglicht die Einbindung der Heizung in das Smarthome System. Außerdem kann sie mit der Photovoltaikanlage (PV-Anlage) kommunizieren und so direkt den Solarstrom vom Hausdach nutzen.
Damit das funktioniert, hat eine Wärmepumpe mit SG Ready Label nicht nur einen Schalteingang. Zusätzlich ist sie über eine intelligente Regelungstechnik mit dem Wechselrichter der Photovoltaikanlage verbunden. Der Wechselrichter wandelt in erster Linie den in der Solaranlage erzeugten Gleichstrom in Wechselstrom um. Dieser ist dann auch für die Wärmepumpe nutzbar. Ein übergeordnetes Energiemanagementsystem kann die gesamte Haustechnik vernetzen und steuern. Es sorgt dafür, dass der Haushalt bevorzugt eigenen PV-Strom verbraucht.
Dabei geht es nicht nur um Strom für die Wärmepumpe. Auch andere elektrische Geräte wie die Waschmaschine oder der Geschirrspüler können durch ein Energiemanagementsystem Solarstrom nutzen.



