Ein Reihenhaus mit einer Wärmepumpe zu beheizen, ist nicht nur möglich, es ist sogar besonders effizient. Die kompakte Bauweise, gemeinsame Gebäudewände und in der Regel gute Dämmstandards bieten ideale Voraussetzungen für den Betrieb einer Wärmepumpe. Ob Sie ein Reihenmittelhaus oder ein Reihenendhaus bewohnen: Mit der richtigen Planung profitieren Sie von niedrigen Heizkosten und klimafreundlicher Wärme.
Wärmepumpe im Reihenhaus: Effizient heizen auf kleinerem Raum

Wärmepumpe im Reihenhaus: Das Wichtigste im Überblick
Luft/Wasser-Wärmepumpen sind die beste Wahl für Reihenhäuser. Sie sind platzsparend, ohne aufwendige Erdarbeiten und flexibel aufstellbar.
Reihenhäuser bieten durch gemeinsame Wände niedrigere Wärmeverluste und damit ideale Bedingungen für einen effizienten Wärmepumpenbetrieb.
Die Abstandsregelungen variieren je nach Bundesland zwischen 0,5 und 3 Metern. Entscheidender ist die Einhaltung der Lärmschutzwerte.
Der Schallschutz nach TA Lärm ist der kritische Faktor: Moderne Geräte arbeiten mit ca. 45–50 dB(A) und sind bei korrekter Aufstellung problemlos einsetzbar.
Auch für eine Reihenhaus-Wärmepumpe sind Förderung von bis zu 70% der Investitionskosten möglich.
Warum eignen sich Reihenhäuser besonders für Wärmepumpen?
Reihenhäuser sind so gebaut, dass sie ideal für die Nutzung von Wärmepumpentechnik sind. Der entscheidende Vorteil sind die angrenzenden, beheizten Nachbargebäude. Durch diese Bauweise reduzieren sich die Wärmeverluste über die Außenwände erheblich. Experten sprechen in diesem Zusammenhang vom „Sandwich-Effekt“: Reihenmittelhäuser verlieren deutlich weniger Energie als freistehende Einfamilienhäuser.
Hinzu kommt, dass viele Reihenhäuser bereits gut gedämmt sind. Die Gebäudetrennwand wird üblicherweise zweilagig mit durchgehender Dämmung ausgeführt, was Wärmeverluste zusätzlich minimiert. Dadurch benötigt Ihre Wärmepumpe niedrigere Vorlauftemperaturen, was ein wichtiger Faktor für hohe Effizienz und geringe Betriebskosten ist.
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Wärmepumpe für ein Reihenmittelhaus oder Reihenendhaus: Die Unterschiede
Nicht jedes Reihenhaus ist gleich. Die Position Ihres Hauses beeinflusst direkt die Heizlast, die benötigte Wärmepumpenleistung und die Aufstellungsmöglichkeiten.
Reihenmittelhaus: Grenzt auf beiden Seiten an beheizte Nachbarhäuser. Die Wärmeverluste sind minimal, wodurch oft eine kleinere, kostengünstigere Wärmepumpe ausreicht. Die Herausforderung liegt im begrenzten Platzangebot vor dem Haus und den einzuhaltenden Mindestabständen zu allen Seiten.
Reihenendhaus: Hat nur eine gemeinsame Wand zu einem Nachbarn. Die Heizlast fällt etwas höher aus, womit eine Wärmepumpe aber problemlos arbeiten kann. Die freie Giebelseite bietet dafür mehr Flexibilität bei der Aufstellung der Außeneinheit. Oft steht auch mehr Gartenfläche zur Verfügung.
Welche Wärmepumpe eignet sich für Ihr Reihenhaus?
Grundsätzlich können Sie jede Wärmepumpen-Art in einem Reihenhaus betreiben. In der Praxis hat sich jedoch die Luft/Wasser-Wärmepumpe durch folgende Vorteile etabliert:
platzsparend: keine großflächigen Erdkollektoren oder Brunnenbohrungen erforderlich
einfache Installation: kein Genehmigungsverfahren für Bohrungen nötig
flexible Aufstellung: Innen- oder Außenaufstellung möglich
kurze Installationszeit: in der Regel zwei bis drei Arbeitstage

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Erdwärmepumpen benötigen entweder Flächenkollektoren (ca. 200 bis 300 m² Gartenfläche) oder Erdwärmesonden. Beide Varianten übersteigen häufig die Platzmöglichkeiten eines Reihenhauses. Zudem muss das Grundstück für Bohrfahrzeuge zugänglich sein und Sie müssen wasserrechtliche Genehmigungen einholen.
Wasser/Wasser-Wärmepumpen erfordern zwei Brunnen (Förder- und Schluckbrunnen) und sind daher für die meisten Reihenhausgrundstücke nicht geeignet.
Warmwasser-Wärmepumpen hingegen ergänzen Ihre Heizung: Diese kompakten Geräte bereiten ausschließlich Warmwasser zu und benötigen nur wenige Quadratmeter Stellfläche im Haus.
Aufstellung der Wärmepumpe im Reihenhaus: Außen, innen oder auf dem Dach?
Die klassische Variante ist die Außenaufstellung: Die Außeneinheit befindet sich im Garten oder Vorgarten, die Inneneinheit mit Pufferspeicher wird im Keller oder Hauswirtschaftsraum installiert. Achten Sie auf kurze Leitungswege, um Wärmeverluste zu minimieren.
Hybridmodule auf dem Dach dienen gleichzeitig als Wärmequelle und Stromerzeuger. Das spart Platz, arbeitet geräuschlos und eignet sich perfekt für beengte Grundstücke. Für ein typisches Reihenhaus mit 120 m² Wohnfläche benötigen Sie etwa 35 bis 40 m² Dachfläche.
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Rechtliche Vorgaben: Mindestabstände und Schallschutz
Die gesetzlichen Anforderungen schreiben Abstände und Lärmpegel vor. Dabei müssen Sie zwei zentrale Punkte beachten:
1. Abstandsregelungen je nach Bundesland
Prüfen Sie am besten vorab die aktuellen Bauordnungen Ihres Bundeslandes. Die meisten Länder haben die Abstandsregelungen weitestgehend aufgehoben, zumindest unter bestimmten Voraussetzungen. Meist geht es um die Größe der Wärmepumpe. Für Reihenhäuser reichen in der Regel aber kleinere Modelle, bei denen es keine Abstandsregelungen gibt.
Alle Abstandsregeln aufgelistet nach Bundesländern finden Sie in unserem Artikel „Abstands der Wärmepumpe zum Nachbarn”.
2. Lärmschutz nach TA Lärm
Entscheidender als Abstandsflächen ist der Schallschutz für die Wärmepumpe. Die Technische Anleitung zum Schutz gegen Lärm (TA Lärm) gibt verbindliche Grenzwerte vor:
reine Wohngebiete: maximal 50 dB(A) tagsüber, 35 dB(A) nachts
allgemeine Wohngebiete: 55 dB(A) tagsüber, 40 dB(A) nachts
Moderne Wärmepumpen erreichen in einem Meter Abstand einen Schalldruckpegel von etwa 45 bis 50 dB(A). Das ist vergleichbar mit einem leisen Kühlschrank. Dennoch empfehlen wir vor der Installation eine professionelle Schallberechnung, insbesondere bei Reihenmittelhäusern.
Praktische Tipps zur Lärmminderung
Außeneinheit mit Abblasrichtung weg von Nachbarfenstern ausrichten
Schallschutzhauben oder -dämpfer nutzen
Nachtabsenkung aktivieren
ausreichend Abstand zu Terrassen und Schlafzimmerfenstern einhalten
Effizienz, Kosten und Förderung für eine Wärmepumpe im Reihenhaus
Dank der geringeren Heizlast arbeiten Wärmepumpen in Reihenhäusern besonders wirtschaftlich. Jahresarbeitszahlen (JAZ) von 4,0 bis 4,5 sind realistisch. Das heißt, aus einer Kilowattstunde (kWh) Strom entstehen 4 bis 4,5 kWh Wärme.
Beispielrechnung: Ein ungedämmtes Reihenhaus aus den 1970er-Jahren mit 110 m² Wohnfläche benötigt etwa 10 Kilowatt (kW) Heizleistung. Bei einer JAZ von 4,5 und einem Stromverbrauch von zirka 6.000 kWh pro Jahr liegen die jährlichen Heizkosten bei rund 2.000 Euro (bei einem Strompreis von 0,33 Euro pro kWh).
Anschaffungskosten und Förderung
Die Gesamtkosten für eine Luft/Wasser-Wärmepumpe im Reihenhaus liegen bei 25.000 bis 35.000 Euro (inklusive Installation, Pufferspeicher, Hydraulik).
Der Staat fördert den Heizungstausch mit bis zu 70% der förderfähigen Kosten. Informieren Sie sich zu den aktuellen Bedingungen in unserem Artikel „Förderung für die Wärmepumpe”.
Kombination mit Photovoltaik für noch mehr Effizienz
Eine PV-Anlage senkt die Betriebskosten zusätzlich. Mit 10 Kilowatt Peak (kWp) Solarleistung (zirka 50 m² Dachfläche) decken Sie etwa 40 bis 50% des Wärmepumpen-Strombedarfs selbst. Das reduziert die Heizkosten um weitere 500 bis 800 Euro jährlich.
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Planung und Umsetzung: Darauf sollten Sie achten
Eine sorgfältige Planung ist der Schlüssel für den erfolgreichen Betrieb Ihrer Wärmepumpe im Reihenhaus. Maßgeblich für Effizienz, Wirtschaftlichkeit und langfristige Zufriedenheit mit Ihrer neuen Heizung sind drei Faktoren:
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Fazit: Wärmepumpen und Reihenhäuser passen perfekt zusammen
Trotz begrenztem Platzangebot eignen sich Reihenhäuser perfekt für Wärmepumpen. Niedrige Wärmeverluste, kompakte Wohnflächen und moderne Technik machen den Betrieb hocheffizient. Mit der richtigen Planung, Beachtung der Schallschutzauflagen und Nutzung der Fördermittel steht Ihrer klimafreundlichen Heizung nichts im Weg.

