Die alte Heizung schwächelt oder der Neubau steht an und die Wärmepumpe gilt als Lösung. Doch jeder in Ihrem Umfeld hat eine andere Meinung: zu groß, zu klein, nur mit Fußbodenheizung, viel zu teuer? Dabei entscheidet vor allem die Planung, ob Ihre Wärmepumpe später wie gewünscht läuft. Wir führen Sie in sechs Schritten durch die wichtigsten Entscheidungen, egal, ob Sie neu bauen oder die Heizung im Bestandsgebäude umrüsten.
Wärmepumpe planen: In 6 Schritten zur passenden Anlage

Wärmepumpe planen: Das Wichtigste im Überblick
Am Anfang steht die Heizlast: Sie zeigt, wie viel Wärme Ihr Gebäude braucht, im Neubau genauso wie im Bestand.
Danach klären Sie die Vorlauftemperatur: Je niedriger sie ist, desto höher ist die Effizienz Ihrer Wärmepumpe.
Mit beiden Werten wählen Sie Wärmequelle und Dimensionierung. Für die meisten Gebäude ist eine Luft/Wasser-Wärmepumpe als Monoblock der einfachste Weg.
Zum Schluss folgt die Förderung: Stellen Sie den Antrag, bevor die Arbeiten beginnen. Raumweise Heizlast und hydraulischer Abgleich gehören zu den Voraussetzungen.
Darum entscheidet eine gute Planung über Ihre Wärmepumpe
Zwei Häuser mit gleicher Wohnfläche können einen völlig unterschiedlichen Wärmebedarf haben, je nach Dämmung, Baujahr und Heizflächen. Eine Standardlösung für alle gibt es nicht. Wenn Sie Ihre Wärmepumpe planen, klären Sie zuerst, welche Anlage zu Ihrem Gebäude passt und mit welcher Temperatur Ihr Heizsystem arbeiten kann. Wer hier abkürzt, zahlt später dafür – zum Beispiel mit einer zu großen Anlage und höheren Stromkosten.
Die Ausgangslage unterscheidet sich je nach Projekt:
Neubau: Sie planen Gebäude und Heizsystem gemeinsam und legen die Heizflächen von Anfang an auf niedrige Temperaturen aus.
Bestand: Sie passen die Wärmepumpe an ein vorhandenes Gebäude an und prüfen, ob Heizkörper und Dämmung dazu passen.
Typische Fehler entstehen fast immer am Anfang: eine zu groß gewählte Anlage, nicht geprüfte Heizkörper oder ein Förderantrag, der zu spät kommt. Starten Sie früh, denn bis Heizlast, Förderantrag und Lieferung geklärt sind, vergeht oft einige Zeit. Unsere persönliche, kostenlose Wärmepumpen-Beratung hilft Ihnen, die Ausgangslage Ihres Gebäudes einzuordnen.
Wie Sie Ihre Wärmepumpe planen, ohne diese Fehler zu machen, zeigen die folgenden sechs Schritte.
In 3 Schritten zur neuen Heizung
Beratungsanfrage schicken
Vermittlung zum Heizungsbauer
Installation der Heizung
Schritt 1: Gebäude prüfen und Ausgangslage klären
Am Anfang steht ein Blick auf Ihr Gebäude. Sammeln Sie Eckdaten wie Baujahr, beheizte Fläche, Zustand der Dämmung, Heizsystem und die Art der Heizflächen. Im Bestand kommt der bisherige Energieverbrauch dazu, zum Beispiel aus Ihren Gas- oder Ölrechnungen. Im Neubau liefern Ihnen der Architekt oder Energieberater die Daten aus der Planung.
Eine Wärmepumpe im Altbau beziehungsweise Bestand funktioniert auch in Häusern, die noch nicht saniert sind. Wichtiger als das Baujahr sind der Wärmebedarf Ihres Hauses und die Temperatur, mit der Ihre Heizkörper arbeiten.
Schritt 2: Heizlast als Basis jeder Wärmepumpenplanung
Die Heizlast zeigt, wie viel Heizleistung Ihr Gebäude an einem sehr kalten Wintertag braucht. Daraus ergibt sich die Leistung Ihrer Wärmepumpe. Eine grobe Schätzung über den Verbrauch oder die Wohnfläche reicht für den ersten Überblick, ersetzt aber keine Berechnung.
Ein Fachbetrieb führt die Heizlastberechnung raumweise nach DIN EN 12831 durch. Im Neubau geht sie häufig schon aus der Gebäudeplanung hervor. Im Bestand beauftragen Sie sie gezielt, am besten bevor Sie Angebote einholen. Für die Förderung brauchen Sie die raumweise Berechnung ebenfalls.
Schritt 3: Vorlauftemperatur und Heizflächen abstimmen
Die Vorlauftemperatur der Wärmepumpe ist die Temperatur des Heizwassers, das in Ihre Heizflächen fließt. Je niedriger sie ist, desto höher ist die Effizienz Ihrer Anlage. Eine Fußbodenheizung kommt mit niedrigen Temperaturen aus und gehört im Neubau meist zum Standard. Im Bestand reicht vielen Heizkörpern eine Vorlauftemperatur von 55°C aus, vor allem nach einer Dämmung oder wenn Sie einzelne Heizkörper austauschen.
Praxistipp
Stellen Sie an einem kalten Tag die Vorlauftemperatur Ihrer bisherigen Heizung auf 55°C. Werden Ihre Räume warm, spricht vieles für eine Wärmepumpe.
Besprechen Sie das Ergebnis mit Ihrem Heizungsbauer, bevor Sie Heizkörper tauschen.
Danach folgt der hydraulische Abgleich. Er verteilt das Heizwasser gleichmäßig auf alle Räume und senkt oft die nötige Vorlauftemperatur. Für die Förderung gehört er zu den Voraussetzungen.
Heizungsbauer finden
Schritt 4: Welche Wärmepumpen-Art passt zu Ihrem Gebäude?
Jetzt entscheiden Sie, woher Ihre Wärmepumpe die Wärme entnimmt. Zur Wahl stehen Luft, Erdreich und Grundwasser. Die Luft/Wasser-Wärmepumpe (auch Luftwärmepumpe) ist für viele Gebäude ein sinnvoller Weg: Sie brauchen keine Bohrung und in der Regel keine Genehmigung. Erdsonden und Grundwassernutzung benötigen eine Erlaubnis der unteren Wasserbehörde, Erdkollektoren sind meist anzeigepflichtig. Ob Sie auf Ihrem Grundstück bohren dürfen, hängt vom Standort ab, zum Beispiel von Wasserschutzgebieten. Im Neubau lassen sich Erdwärmepumpe und Brunnen zusätzlich leichter einplanen, solange das Grundstück noch offen ist.
Eine Split-Wärmepumpe kommt nur noch in wenigen Sonderfällen infrage. Als Bauart empfiehlt sich die Monoblock-Wärmepumpe:
Moderne Monoblock-Geräte regeln ihre Leistung modulierend und decken die Heizlast der meisten Einfamilienhäuser ab.
Die Installation ist leichter, weil der Kältekreislauf komplett im Außengerät bleibt.
Sie braucht weniger Wartung, weil ein Eingriff in den Kältekreislauf entfällt.
Sie spart Platz im Innenraum, weil dort nur ein kleines Hydraulikmodul steht.
Viele Geräte nutzen das natürliche Kältemittel R290 (Propan, GWP 0,02 nach IPCC AR6).
Einen geeigneten Aufstellort für das Außengerät der Wärmepumpe klären Sie am besten gleich mit.
Die Kosten einer Wärmepumpe hängen im Einzelfall von Gebäude, Wärmequelle und Installationsaufwand ab. Das sind typische Richtwerte:
Luft/Wasser-Wärmepumpe als Monoblock-Variante (inklusive Installation): 25.000 bis 50.000 Euro
Luft/Wasser-Wärmepumpe als Split-Variante (inklusive Installation): 17.500 bis 30.000 Euro
Sole/Wasser-Wärmepumpe (inklusive Installation, Kollektoren, Bohrung, Sonde etc.): 35.000 bis 40.000 Euro
Wasser/Wasser-Wärmepumpe (inklusive Installation, Brunnen etc.): ab 40.000 Euro

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Schritt 5: Wie groß soll Ihre Wärmepumpe sein?
Jetzt legen Sie die Größe fest. Damit Sie die Wärmepumpe richtig auslegen, orientiert sich die Dimensionierung an der Heizlast aus Schritt 2: Die Heizleistung der Wärmepumpe soll zu diesem Wert passen, nicht darüber und nicht darunter. Eine zu große Anlage schaltet ständig an und aus und arbeitet weniger effizient als ein passendes Gerät. Eine zu kleine Anlage stößt an kalten Tagen an ihre Grenze. Dann springt, sofern vorhanden, ein Heizstab ein und verbraucht viel Strom. Fehlt er, bleibt es in den Räumen kühler.
Im Bestand gibt Ihnen die Nennleistung Ihrer alten Heizung einen ersten Anhaltspunkt. Sie ist aber kein Maßstab, denn alte Kessel sind oft größer als nötig.
Berücksichtigen Sie bei der Auslegung auch die Warmwasserbereitung: Eine Wärmepumpe übernimmt diese Aufgabe mit, dafür brauchen Sie einen passenden Speicher.
Gut zu wissen
Ein Pufferspeicher für die Wärmepumpe ist nicht in jedem Haus nötig.
Ihr Heizungsbauer entscheidet anhand von Heizsystem und Gerät, ob sich einer lohnt.
Schritt 6: Förderung, Angebot und Einbau vorbereiten
Für Ihre Wärmepumpe können Sie eine Förderung bekommen. Die BEG-Förderung für Wärmepumpen gilt für Bestandsgebäude. Bauen Sie neu, klären Sie mit Ihrem Planer, welche Programme für Ihr Projekt infrage kommen. Weil sich die Bedingungen regelmäßig ändern, lohnt der Blick auf die aktuellen Förderregeln und die Vorgaben im Gebäudemodernisierungsgesetz (GModG).
Heizungsförderung im Überblick
Für den Heizungstausch erhalten Sie von der KfW eine Förderung. Wichtig: Bevor Sie mit den Arbeiten beginnen, müssen Sie den Antrag stellen.
Förderfähige Kosten: 28.000 € für die erste Wohneinheit, bei Mehrfamilienhäusern zusätzlich je 15.000 € für die zweite bis sechste und je 8.000 € ab der siebten Wohneinheit
Grundförderung: 30% dieser Kosten
Klimageschwindigkeitsbonus: 16% zusätzlich für Selbstnutzer beim Austausch einer alten fossilen Heizung
Einkommensbonus: 40% bis 30.000 €, 30% bis 40.000 €, 10% bis 50.000 € zu versteuerndes Einkommen (nur Selbstnutzer, mit einem minderjährigen Kind gelten 10.000 € mehr)
Maximal: 80% der Kosten, also höchstens 22.400 € für die erste Wohneinheit
Ab Februar 2027: förderfähige Kosten und Klimageschwindigkeitsbonus sinken halbjährlich
Holen Sie sich mehrere Angebote ein und vergleichen Sie diese, bevor Sie Ihre Wärmepumpe kaufen. Achten Sie dabei darauf, dass das Gerät die technischen Mindestanforderungen der BEG erfüllt (Wärmeerzeugerliste WEP des BAFA1), denn nur dann ist es förderfähig. Den Einbau der Wärmepumpe übernimmt ein Fachbetrieb.
Schließen mit dem Fachbetrieb einen Vertrag, der nur bei Förderzusage gilt. Stellen Sie danach den Förderantrag und lassen Sie die Wärmepumpe erst nach der Zusage einbauen. Nur so bleibt der Zuschuss erhalten, denn ein Vertrag ohne diese Klausel oder ein früherer Baustart schließt die Förderung aus.
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Häufig gestellte Fragen zum Thema Wärmepumpe planen
Fazit: Je früher Sie die Wärmepumpe planen, desto entspannter heizen Sie
Eine gute Wärmepumpen-Planung beginnt nicht beim Gerät, sondern bei Ihrem Gebäude. Kennen Sie Heizlast und Vorlauftemperatur, wählen Sie die passende Anlage deutlich leichter aus. Das macht die Planung überschaubarer, als sie zunächst wirkt.
Ihr nächster Schritt muss nicht groß sein: Legen Sie Verbrauchsrechnungen oder Baupläne bereit und klären Sie die Heizlast. Im Neubau fragen Sie Ihren Planer nach der Berechnung, im Bestand beauftragen Sie einen Fachbetrieb damit. So entscheiden Sie auf einer soliden Basis und nicht nach Angeboten, die ohne Berechnung auskommen. Mit einer stimmigen Planung ist die Wärmepumpe im Neubau und Bestand eine sinnvolle Lösung.

