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Photovoltaik reinigen: Preis und technische Details

Bei der wirtschaftlichen Betrachtung der Photovoltaik stehen häufig die Investitionskosten im Fokus. Aber auch die Ausgaben für die Instandhaltung sind wichtig für die Wirtschaftlichkeitsrechnung – etwa der Preis, um die Photovoltaik zu reinigen. In unserem Ratgeber zeigen wir Ihnen, wie die fachgerechte Reinigung von Solarmodulen abläuft. Darüber hinaus vergleichen wir verschiedene Reinigungssysteme miteinander und gehen auf den Preis ein, der für das Reinigen der Photovoltaik veranschlagt wird.

Inhaltsverzeichnis

  1. Warum die fachgerechte Reinigung von PV-Modulen so wichtig ist
  2. Photovoltaik reinigen: Preise für die Beauftragung von Fachbetrieben
  3. Was ist der Unterschied zwischen Reinigung und Wartung einer Photovoltaikanlage?
  4. Wichtige Hinweise zur Reinigung von Photovoltaikanlagen
  5. Photovoltaik zum fairen Preis reinigen lassen

Warum die fachgerechte Reinigung von PV-Modulen so wichtig ist

Solarmodule sind auf dem Gebäudedach rund um die Uhr verschiedensten Witterungseinflüssen ausgesetzt. Nicht nur die naturgegebenen Wetterphänomene wie Regen, Wind, Schnee, Eis und Sonne verschmutzen die Solaranlage – sondern auch verkehrs- und baustellenbedingte Luftverschmutzung, Laub und Vogelkot. Vor allem in den Schnittstellen zwischen Solarzellen und Modulrahmen bilden sich Ablagerungen. Diese verschmutzen daher im Laufe der Zeit besonders stark.

Die einzelnen Solarzellen sind in einem Modul häufig in Reihe verschaltet – so wird wenig Material benötigt Jedoch beeinflussen so die Verschmutzungen an einzelnen Solarmodulen die Gesamtleistung der Anlage. Ist beispielsweise ein kleiner Teil des Moduls von Laub verdeckt, fällt die Leistung des kompletten Strangs ab. Deshalb sollten Solarmodule regelmäßig fachgerecht gereinigt werden.

Intervall für die Reinigung der Photovoltaikanlage

  • Wie oft Sie die Module reinigen sollten, hängt vom Standort Ihres Gebäudes und den äußeren Einflüssen ab.

  • Bei landwirtschaftlichen Betrieben und industriellen Liegenschaften an stark befahrenen Straßen bietet sich eine jährliche Reinigung an.

  • Bei privaten Gebäuden genügt häufig eine professionelle Reinigung im Zwei-Jahres-Rhythmus.

Bei Schrägdächern mit einer Neigung ab 12° tritt durch Regen ein Selbstreinigungseffekt ein.  Dieser beseitigt oberflächliche Verschmutzungen und Ablagerungen größtenteils. Allerdings bilden sich auf Photovoltaikmodulen durch angetrockneten Vogelkot oder Moos und Flechten auch Verschmutzungen, die eine professionelle Solarreinigung erforderlich machen.

Nicht nur der Preis entscheidet: Photovoltaik selbst reinigen oder Fachbetrieb beauftragen?

Um mit der Photovoltaikanlage langfristig einen hohen Energieertrag zu erreichen, empfiehlt sich eine regelmäßige Reinigung. Grundsätzlich können Sie einfache Reinigungsarbeiten selbst übernehmen – zum Beispiel Laub entfernen und leichte Verschmutzungen beseitigen.

Achten Sie dabei jedoch stets darauf, dass Sie die zu reinigenden Stellen absolut gefahrlos erreichen, beispielsweise per Teleskopstange. Bei vielen Hausdächern muss allerdings der Fachbetrieb ran: Hartnäckige Ablagerungen durch Vogelkot oder Moos erfordern beispielsweise häufig das Equipment eines qualifizierten Experten. Einen Fachbetrieb müssen Sie auf jeden Fall beauftragen, wenn Sie bei der PV-Reinigung abstürzen könnten.

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Fachbetriebe in Ihrer Nähe ermitteln Ihnen den Preis, um Ihre Photovoltaikanlage zu reinigen.

Photovoltaik reinigen: Preise für die Beauftragung von Fachbetrieben

Bezüglich des Preises um die Photovoltaikanlage zu reinigen, gibt es naturgemäß regionale Unterschiede. Die Bandbreite liegt üblicherweise zwischen 1,00 und 2,50 Euro pro Quadratmeter Solaranlage.

Beispiel: Bei einer Fläche von 50 Quadratmetern beträgt der Preis für die Photovoltaik-Reinigung rund 50 bis 125 Euro. Diese Dienstleistung ist bei den meisten Anlagen jedoch nur alle zwei Jahre erforderlich.

Mit diesem Richtwert können Sie übrigens auch ganz einfach ermitteln, ab wann sich eine Reinigung der Solaranlage lohnt.

Praxisbeispiel

  • Bei einer Dachfläche von 50 Quadratmetern und einer Nennleistung von 5,9 kWp ergibt sich ein jährlicher Energieertrag von etwa 5.600 kWh (ausgehend von 950 kWh/kWp Ertrag) bei einer sauberen PV-Anlage.

  • Wenn die Reinigung der Anlage rund 100 Euro kostet, lohnt sich diese Maßnahme bei einer angenommenen Einspeisevergütung von 6,93 Cent pro kWh (Stand 12/2021) ab einem Ertragsverlust von 1.443 kWh, also etwa 25,7% des Energieertrags einer sauberen Anlage.

  • Der Jahresvergleich zwischen den Erträgen der Photovoltaikanlage zeigt bei Berücksichtigung der Globalstrahlung, wie viele Erträge durch Verschmutzung tatsächlich verloren gegangen sind.

Was ist der Unterschied zwischen Reinigung und Wartung einer Photovoltaikanlage?

Die Wartung beinhaltet deutlich mehr Leistungen als eine einfache Reinigung der Solaranlage. Photovoltaikanlagen sind zwar grundsätzlich wartungsarm, dennoch sollten Sie die Anlage von Zeit zu Zeit prüfen lassen. Denn Mängel oder Defekte an bestimmten Komponenten der Photovoltaikanlage beeinträchtigen die Erträge und die Wirtschaftlichkeit spürbar.

Viele Hersteller oder Fachbetriebe bieten einen Wartungsvertrag an, der alle erforderlichen Arbeiten an der Anlage umfasst. Alternativ können Sie die Wartung der Solarmodule auch dann beauftragen, wenn Sie Ertragseinbußen feststellen oder das Gefühl haben, dass ein Defekt vorliegt.

Fachbetriebe sind mit hochwertigem Equipment ausgestattet und führen im Rahmen einer Wartung unter anderem die folgenden Schritte durch:

  • detaillierte Begutachtung der Photovoltaikanlage
  • Leistungsmessung zur Identifizierung von Ertragseinbußen
  • Vermessung der Kennlinie
  • Berechnung von Mindererträgen durch Abgleich mit Referenzanlagen
  • Identifizierung von Mängeln oder Defekten in den einzelnen Baugruppen

Auch die Reinigung ist in vielen Fällen Bestandteil der Wartungsdienstleistung. Wenn Sie sich für einen Wartungsvertrag entscheiden, profitieren Sie daher häufig von einem Rundum-Sorglos-Paket: Es beinhaltet alle erforderlichen Arbeiten an der Anlage und garantiert eine gleichbleibend hohe Performance.

Reinigung von Solarthermie vs. PV

  • Die Reinigung von Solarthermieanlagen unterscheidet sich aufgrund der unterschiedlichen Technologie grundlegend von der Photovoltaik-Reinigung.

  • So wirkt sich die Verschmutzung einer Solarthermieanlage anders auf den Leistungsverlust aus.

  • Zudem ist die Oberflächenbeschaffenheit anders.

Wichtige Hinweise zur Reinigung von Photovoltaikanlagen

Solarzellen sind sensible elektrische Bauteile, die durch nicht fachgerecht ausgeführte Reinigungsversuche beschädigt werden können. Sollten Sie sie doch selbst sauber machen, müssen Sie auf folgende Punkte achten:

  1. Stark ätzende oder scharfe Reinigungsmittel sollten Sie grundsätzlich vermeiden. Um nichts falsch zu machen, können Sie sich an den Empfehlungen der Hersteller von Solarmodulen orientieren.

  2. Auf herkömmliche Hochdruckreiniger sollten Sie bei der Reinigung von Photovoltaik verzichten. Diese bauen einen so starken Druck auf, dass sie Rahmen, Befestigungen und auch das Glas selbst empfindlich beschädigen können. Nur spezielle Hochdruckreiniger für Photovoltaikanlagen eignen sich für die Reinigung.

  3. Bei der Solarreinigung sollten Sie kalkarmes Wasser bevorzugen. Kalk im Wasser hinterlässt bei der Reinigung von Solarzellen Schlieren und Streifen, die die Leistung der Module beeinflussen.

  4. Als Reinigungsutensilien empfehlen wir weiche Bürsten oder Schwämme in Kombination mit fließendem Wasser. Wie in Punkt 1 geschildert, sollten Sie auf stark ätzende oder scharfe Reinigungsmittel verzichten, sanfte Reinigungsmittel können Sie gegebenenfalls einsetzen. Einige Hersteller machen Angaben dazu, welche Reinigungsmittel Sie benutzen können.

Reinigungssysteme für Photovoltaikanlagen im Vergleich

Von der klassischen Teleskopstange bis zum Hightech-Reinigungssystem stehen verschiedenste Varianten zur Verfügung. Die wichtigsten stellen wir im Folgenden kurz vor:

System
Wirkungsweise
Teleskopstange
Mit der klassischen Teleskopstange können Sie die PV-Module vom Boden oder aus dem Dachfenster heraus reinigen.
Stangensystem mit rotierenden Bürsten
Ein rotierender Bürstenaufsatz ergänzt die Teleskopstange gut. Durch die Rotation lösen sich Verschmutzungen schneller.
Hochdrucksysteme
Hochdruckreiniger arbeiten sehr gründlich. Dabei sollten Sie unbedingt darauf achten, den richtigen Druck einzustellen.
Reinigungsroboter
Moderne Reinigungsroboter übernehmen die Reinigung der Photovoltaikmodule völlig selbstständig oder per Fernsteuerung.
Regenwasser-Reinigungssysteme
Sobald Niederschlag erkannt wird, setzt sich dieses System automatisch in Bewegung und reinigt die Module.

Photovoltaik zum fairen Preis reinigen lassen

Die Beauftragung eines Fachbetriebs für die Reinigung der hauseigenen Photovoltaikanlage ist in den meisten Fällen empfehlenswert. Diesen Service bieten in Deutschland viele erfahrene Betriebe an. Da sich die Leistung so spürbar verbessert, rentiert er sich meist sehr schnell. Auf der Suche nach einem Fachbetrieb in Ihrer Nähe können Sie über uns schnell passende Vorschläge finden.

1 Fraunhofer ISE: Aktuelle Fakten zur Photovoltaik in Deutschland

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Andreas Wurm,
M.Sc.

Über den Autor

Andreas Wurm absolvierte seinen Bachelor of Science in Maschinenbau an der RWTH Aachen University und schloss einen Master in Energietechnik (Spezialisierung Erneuerbare Energien) an derselben Universität an. Nach seinem Studium war er von 2014 bis 2016 Projektingenieur in der Branche Heizungs- und Klimatechnik.

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