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Die richtigen Filter für Ihre Lüftungsanlage

Filter sind ein zentrales Element jeder Lüftungsanlage. Sie entfernen unerwünschte Schadstoffe, Schmutzpartikel und allergieauslösende Pollen aus der Luft. Wenn Sie Ersatzfilter für die heimische Lüftung kaufen möchten, sollten Sie verschiedene Aspekte berücksichtigen – von der passenden Filterstufe über die Häufigkeit des Filterwechsels bis hin zu den Kosten.

Inhaltsverzeichnis

  1. Lüftungsfilter: Begriffsklärung
  2. Die Funktion von Filtern in einer Lüftungsanlage
  3. Das ist beim Kauf von Filtern für die Lüftungsanlage zu beachten
  4. Regelmäßige Filterwechsel verringern den Energiebedarf
Filter Lüftungsanlage: Mädchen und Hund liegen auf Boden im Schlafzimmer

Lüftungsfilter: Begriffsklärung

Lüftungsanlagen in Wohngebäuden sind voll im Trend: Vor allem in Neubauten kommt die kontrollierte Wohnraumlüftung (KWL) seit einigen Jahren zunehmend zum Einsatz. Denn gerade die hohen Dämmstandards verhindern eine ausreichende natürliche Belüftung. Aber auch in älteren Gebäuden bieten Lüftungsanlagen viele Vorteile. Sie sorgen für ein gesundes, behagliches Raumklima mit hoher Luftqualität.

Lüftungsanlagen beinhalten verschiedene Arten von Filtern. Und alle müssen ab und zu ausgetauscht werden. Wenn Sie sich mit dem Kauf von Filtern für Ihre zentrale oder dezentrale Wohnraumlüftung beschäftigen, sind Sie hier genau richtig. Die hier vorgestellten Inhalte gelten für Lüftungsgeräte in privaten Wohngebäuden und beziehen sich nicht auf gewerbliche RLT-Anlagen (RLT: raumlufttechnisch) und Luftreiniger.

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Die Funktion von Filtern in einer Lüftungsanlage

Filter sind ein unverzichtbarer Bestandteil einer jeden Lüftung: Sie filtern unerwünschte Partikel aus der angesaugten Außenluft beziehungsweise Frischluft und sorgen dadurch für eine kontinuierlich hohe Luftqualität in den Wohnräumen.

Die Anzahl und Ausführung der Filter hängt davon ab, ob es sich um eine zentrale oder dezentrale Lüftungsanlage handelt.

  • Zentrales Lüftungssystem: In einer zentralen Lüftungsanlage wird die Außenluft zentral angesaugt, gefiltert und dann über Lüftungskanäle auf die verschiedenen Räume verteilt. Diese Anlage ist vor allem bei Neubauten üblich.
  • Dezentrales Lüftungssystem: Dezentrale Lüftungen eignen sich hingegen für die Nachrüstung in Bestandsbauten. Dabei wird in jedem gewünschten Raum ein Lüftungsgerät mit einem eigenen Filter eingebracht.
Vergleich zentrale und dezentrale Wonraumlüftung Grafik
Es gibt zwei verschiedene Artender Wohnraumlüftung: rechts ist die zentrale Wohnraumlüftung abgebildet. Die linke Seite zeigt die dezentrale Wohnraumlüftung.

Filter machen sich zur Abscheidung unerwünschter Partikel verschiedene Wirkprinzipien zunutze:

  • Siebwirkung: Filter mit Siebwirkung lassen nur diejenigen Partikel passieren, deren Durchmesser nicht größer als der Abstand zwischen zwei Fasern ist. Größere Partikel bleiben an den Fasern hängen und werden so aus der Außenluft gefiltert.
  • Trägheitseffekt: Größere Partikel im Luftstrom weisen eine Trägheit auf und bleiben daher durch die Ablenkung an einer Filterfaser an der Anströmseite hängen.
  • Sperreffekt: Filter mit Sperreffekt haben besonders feine Fasern, deren Durchmesser dem der abzuscheidenden Partikel entspricht. Die Partikel einer bestimmten Größe bleiben im Filter hängen.
  • Diffusionseffekt: Besonders kleine Partikel werden durch die Brownsche Molekularbewegung in Schwingung versetzt und bleiben an den Filterfasern hängen.
  • Elektrostatische Anziehung: Ein elektrostatisches Feld zwischen den Fasern des Filters sorgt dafür, dass Partikel mit komplementärer Ladung angezogen und festgehalten werden.

Die verschiedenen Filterklassen

Je nach Wirkprinzip scheiden die Filter der Lüftungsanlage verschiedene Partikelgrößen aus der Außenluft ab. Die Klassifizierung der Filter erfolgt in der technischen Norm DIN 16890. Die Filterklassen und ihre jeweilige Filterwirkung im Überblick:

  • ISO coarse: entfernt grobe Partikel wie Haare, Sand, Flusen etc.
  • ISO ePM10: entfernt Pollen, Tonerstaub, Gesteinsstaub etc.
  • ISO ePM2,5: entfernt Bakterien, Pilz- und Schimmelsporen, Pollen etc.
  • ISO ePM1: entfernt Bakterien, Ruß, Rauch etc.

Mitunter steht bei den Filterklassen zusätzlich eine Prozentzahl, beispielsweise 50%. Je höher diese Zahl ist, desto höher ist der Abscheidegrad. Das heißt, desto mehr unerwünschte Partikel werden im Filter zurückgehalten.

Wohnraumlüftung Keimbelastung: Partikelablagerung Keimbelastung Grafik
Luftreiniger helfen dabei, die Raumluft von Schadstoffen, Viren, Bakterien, Pollen & Co. zu befreien.

Bei den hier aufgeführten Filterklassen handelt es sich um Bezeichnungen, die Ende 2016 mit der Norm ISO 16890 eingeführt wurden. In der Praxis sind aber häufig noch die alten Bezeichnungen der Europa-Norm EN 779 gebräuchlich.

Die folgende Übersichtstabelle gibt Ihnen einen Anhaltspunkt, welche alten und neuen Filterklassen vergleichbar sind. Bitte beachten Sie, dass eine einheitliche Vergleichbarkeit nicht immer gegeben ist, da die Methodik der Abscheidung in der alten EN 779 anders beschrieben wird als in der neuen ISO 16890.

Klassifizierung der Filter nach EN 779 und ISO 16890

Filterklasse
ePM1
ePM2,5
ePM10
Coarse
G1
-
-
-
-
G2
-
-
-
30 bis 50%
G3
-
-
-
45 bis 65%
G4
-
-
-
60 bis 85%
M5
5 bis 35%
10 bis 45%
40 bis 70%
80 bis 95%
M6
10 bis 40%
20 bis 50%
60 bis 80%
> 90%
F7
40 bis 65%
65 bis 75%
80 bis 90%
> 95%
F8
65 bis 90%
75 bis 95%
90 bis 100%
> 95%
F9
80 bis 90%
85 bis 95%
90 bis 100%
> 95%

In der Regel enthalten Wohnraumlüftungen standardmäßig einen Iso coarse-Filter als Außenluftfilter (entspricht ungefähr G4 nach alter Norm). Wenn Sie möchten, können Sie diesen austauschen gegen einen feineren ISO ePM1 65% (entspricht ungefähr F7 nach alter Norm) oder gegen einen Aktivkohlefilter. Bei der Auswahl eines geeigneten Filters sollten Sie daher die gewünschte Filterwirkung berücksichtigen.

Das ist beim Kauf von Filtern für die Lüftungsanlage zu beachten

Bei der Auswahl eines Filters für die heimische Wohnraumlüftung sollten Sie zunächst berücksichtigen, wie das Lüftungsgerät aufgebaut ist. So unterscheiden sich die Filter für eine zentrale Lüftungsanlage von denen einer dezentralen Anlage. Und ein Außenluftfilter für die zugeführte frische Luft ist anders aufgebaut als ein Abluftfilter.

Für eine Wohnraumlüftung sind vor allem diese Filtertypen relevant:

  • Mattenfilter
  • Kastenfilter

Diese Filter beinhalten jeweils ein Vlies aus Glas-, Kunststoff-, Metall- oder Naturfasern und entfernen Staub sowie andere Partikel zuverlässig aus der Luft. Darüber hinaus gibt es Spezialfilter wie etwa Aktivkohlefilter, HEPA-Filter oder Elektrofilter. Diese Spezialfilter sind für den privaten Gebrauch jedoch in der Regel nicht erforderlich.

Wie oft sollten Sie den Filter einer Lüftungsanlage wechseln?

  • Funktionsbedingt setzen sich die Filter in einer Lüftungsanlage mit der Zeit zu. Der zunehmende Verschmutzungsgrad der Filter hat einen immer höheren Druckunterschied zur Folge, den es zu überwinden gilt.

  • Dadurch müssen auch die Ventilatoren mit der Zeit mehr Energie aufbringen, weshalb Sie die Filter regelmäßig auswechseln sollten.

  • Einige grobe Filtertypen können Sie manuell reinigen.

  • Fachleute empfehlen, den Zustand der Filter einer Lüftungsanlage in einem Abstand von etwa drei Monaten zu prüfen und diese nach sechs Monaten auszuwechseln. In der Regel weist die Filterwechselanzeige Sie darauf hin.

Wo können Sie Filter kaufen und was kosten diese?

Beim Kauf von Ersatzfiltern für die Wohnraumlüftung empfiehlt es sich, die Vorgaben des Herstellers zu berücksichtigen. Der Gerätehersteller gibt üblicherweise eine Empfehlung ab, welchen Filtertyp welcher Marke Sie für das Lüftungsgerät verwenden können. Auf dem Markt finden Sie darüber hinaus preiswerte No-Name-Alternativen, deren Filterwirkung jedoch nicht garantiert werden kann.

Die Kosten für den Kauf von Ersatzfiltern variieren in Abhängigkeit der Filterklasse, des verwendeten Materials und der Marke.

  • Einfache ISO coarse-Filter (Grobfilter) sind häufig schon zu einem Preis von 10 bis 35 Euro erhältlich.
  • ePM10-Filter (Mediumfilter) sind je nach Marke und Ausführung mit einer Preisspanne von 15 bis etwas mehr als 40 Euro ein bisschen teurer.
  • Feinfilter der Klasse ePM1 sind mit 20 bis mehr als 60 Euro höherpreisiger.

Bitte beachten Sie, dass es sich hier nur um grobe Preisangaben handelt, die je nach Filterklasse, Hersteller und Gerät sehr unterschiedlich ausfallen. Wenden Sie sich daher bei Fragen am besten direkt an den Gerätehersteller und achten Sie auf das Made-in-Germany-Label.

Regelmäßige Filterwechsel verringern den Energiebedarf

Indem Sie die Lüftungsfilter regelmäßig wechseln, sorgen Sie für einen gleichbleibend geringen Energiebedarf der Ventilatoren und gewährleisten parallel eine optimale Filterwirkung. Da der Markt für Ersatzfilter sehr groß ist und es viele unterschiedliche Filtertypen und Hersteller gibt, empfehlen wir Ihnen, sich vor dem Filterkauf von einem Experten beraten zu lassen. Nutzen Sie dazu einfach die anwenderfreundliche PLZ-Suche von Dein Heizungsbauer.

Heizungsbauer finden

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Platzhalter Autorenbild

Andreas Wurm,
M.Sc.

Über den Autor

Andreas Wurm absolvierte seinen Bachelor of Science in Maschinenbau an der RWTH Aachen University und schloss einen Master in Energietechnik (Spezialisierung Erneuerbare Energien) an derselben Universität an. Nach seinem Studium war er von 2014 bis 2016 Projektingenieur in der Branche Heizungs- und Klimatechnik.

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