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Schimmel vorbeugen: Mit optimalem Raumklima zum Ziel

Egal ob Mieter oder Eigenheimbewohner, wenig erschreckt einen zuhause so, wie plötzlicher Schimmel an Wand, Decke oder Fenster. Das Problem ist leider sehr verbreitet, wie eine Studie des Fraunhofer Instituts für Bauphysik ergeben hat: In Deutschland lassen sich 10% der Bauschäden in Zusammenhang mit Schimmelbefall bringen*. Die Folge sind gesundheitliche Gefahren sowie aufwendige und teure Sanierungsarbeiten. Aber wir haben gute Nachrichten für Sie: Durch richtiges Heizen und Lüften können Sie Schimmel vorbeugen.

Inhaltsverzeichnis

  1. Schimmel: Gefahr für Gesundheit und Geldbeutel
  2. An diesen Stellen tritt der Schimmel bevorzugt auf
  3. Richtiges Lüften und Heizen: Schimmel vorbeugen
  4. Interaktive Grafik – Richtig lüften
  5. Schimmel vorbeugen: Schon bei der Einrichtung der Wohnung

Kleinere Stellen mit Schimmelbefall sind nicht kritisch, wenn Sie frühzeitig reagieren. Taucht Schimmel auf, gilt es nicht nur, diesen schnell und gründlich zu entfernen, damit er nicht tiefer in das Material eindringt. Auch die Ursachen müssen Sie bekämpfen, ansonsten bleiben solche Maßnahmen auf lange Sicht ohne Wirkung.

Befolgen Sie unsere Tipps, um Schimmel zu vermeiden, dürfen Sie sich außerdem über ein gutes Raumklima freuen. Zudem profitieren Sie von einem geringen Energieverbrauch und gesteigerten Wohlbefinden. Wir zeigen Ihnen in diesem Artikel, wie Sie Schimmel vorbeugen und was zu tun ist, wenn doch einmal Schimmel auftritt.

Schimmel: Gefahr für Gesundheit und Geldbeutel

Um dem Schimmel den Kampf anzusagen, hilft es natürlich zu wissen, wo dieser überhaupt herkommt und wie er sich ausbreitet. Bei Schimmel denken die meisten unweigerlich an die charakteristischen schwarzen Flecken an der Wand. Diese optische Beeinträchtigung ist aber lediglich einer von vielen Aspekten des Problems. Viel bedrohlicher für Ihre Gesundheit und für die Bausubstanz sind nämlich Schimmelpilze, die jahrelang unerkannt unter der Oberfläche wuchern.

Bei einem Schimmelbefall handelt es sich um verschiedene Mikroorganismen wie Pilze und Bakterien, die sich in einem Material vermehren. Die Sporen dieser kleinen Lebewesen sind grundsätzlich in der Luft enthalten und gelangen so auch in die Wohnung. Wärme, Feuchtigkeit und Nahrung sind die drei entscheidenden Anforderungen, die Schimmel an seinen Lebensraum stellt.

Besonders wohl fühlen sich viele Schimmelarten bei einer Luftfeuchtigkeit von über 80 %. Wenn er dazu noch einen nährstoffreichen Untergrund mit organischer Substanz findet – wie Tapeten, Kleidung, Teppiche, Staub oder Baumaterialien mit geringer Dichte wie Holz und Gipskarton – dann wächst und vermehrt sich der Pilz munter. Dabei gelangen wiederum Sporen und Stoffwechselprodukte in die Raumluft, die für viele gesundheitliche Beeinträchtigungen verantwortlich sind. Die Sporen der Pilze sind so klein, dass sie über die Atmung in den Körper gelangen. Schimmelpilze stehen im Verdacht, die folgenden Beschwerden auszulösen:

  • Husten
  • Schnupfen
  • Atemwegsinfektionen

Weitaus bedrohlicher kann der Schimmel aber für Menschen sein, die bereits eine Vorerkrankung haben. Dazu zählen Asthmatiker, Allergiker und Menschen mit einem geschwächten Immunsystem. Bei ihnen kann der Schimmel auf Dauer sogar chronische Krankheiten hervorrufen.

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An diesen Stellen tritt der Schimmel bevorzugt auf

Nun können Sie sich denken, an welchen Stellen in der Wohnung Schimmel am häufigsten auftritt: Bad, Schlafzimmer und Küche zählen zu den bevorzugten Lebensräumen der unbeliebten Mikroorganismen. An diesen Orten herrscht in der Regel die höchste Feuchtigkeit in der Wohnung. Decken, Wände und andere Oberflächen, an denen sich Schwitzwasser bildet, oder die sogar mit Wasser in Kontakt kommen, bieten Schimmel den optimalen Untergrund.

In Materialien mit hoher Dichte kann der Schimmel dagegen nicht eindringen. Auf Glas oder Metall bildet sich der Schimmel daher nur oberflächlich. Hier braucht er eine Schicht aus Schmutz oder Staub, aus der er die notwendigen Nährstoffe zieht. Im Bad zählen neben den Wänden in Ecken und hinter Möbeln, Duschwand und Duschvorhang auch Fugen zu den Orten, an denen Schimmel bevorzugt auftritt.

Ein Blick auf die häufigsten Ursachen für die Schimmelbildung zeigt, dass Sie mit der Schaffung einer optimalen Luftfeuchtigkeit Schimmel vorbeugen können. Wir geben Ihnen Tipps an die Hand, mit denen Sie Ihr Raumklima optimieren können.

Richtiges Lüften und Heizen: Schimmel vorbeugen

Schimmel mag es warm. Doch die wenigsten werden Wohnraumtemperaturen von unter 5°C in Kauf nehmen wollen, um der Gefahr einer Schimmelbildung aus dem Weg zu gehen. Das müssen Sie aber auch gar nicht.

Die wirksamste Einzelmaßnahme ist, die Luftfeuchtigkeit in Ihrer Wohnung zu regulieren. Das geht am besten über das richtige Heizen und Lüften. Die Vorbeugung gegen Schimmel tut zudem Ihrem Geldbeutel gut wie auch der Bausubstanz und Ihrem Wohlbefinden.

So beugen Sie durch Lüften Schimmel vor

In der Wohnung ist das Schlafzimmer bei vielen der meistgenutzte Raum. Ob wir es merken oder nicht: Das dort herrschende Klima hat viel Zeit, unseren Organismus zu beeinflussen. Natürlich gilt das anders herum genauso, denn auch unser Körper gibt Stoffe ab. Dieser Austausch erfolgt über die Atmung und die Haut. So setzt der menschliche Körper im Laufe einer Nacht bis zu 1,5 Liter Wasser frei. Im Schlafzimmer ist daher morgens die Luftfeuchtigkeit am höchsten. In Jahreszeiten, in denen Sie nicht mit gekipptem Fenster schlafen, sollten Sie deshalb nach dem Aufstehen für Durchzug im Schlafzimmer sorgen. Mehr Tipps zu dem Thema finden Sie auch in unseren Artikeln „Richtig Lüften im Winter“ und „Richtig Lüften im Sommer".



Das gilt so ähnlich auch für alle anderen Räume, in denen zeitweilige Feuchtigkeitsspitzen auftreten. Wir denken dabei vor allem an Badezimmer und Küche, wo regelmäßig größere Mengen Wasserdampf entstehen. Diese müssen Sie unbedingt davon abhalten, an kalten Oberflächen zu kondensieren. Denn dort, wo sich regelmäßig Schwitzwasser bildet, fühlt sich der Schimmel am wohlsten. Beim Lüften geht es daher darum, die Feuchtigkeit auf möglichst direktem Wege aus der Wohnung zu entfernen. Das bedeutet für Sie in der Praxis: Lüften Sie nicht in andere Räume, indem Sie die Innentüren öffnen, sondern lassen Sie die feuchte Luft direkt durch Fenster oder Balkon- und Terrassentüren nach draußen.

Praxistipp

  • Wer dem Schimmel vorbeugen will, der sollte auch wissen, dass im Sommer beim Lüften verstärkt Feuchtigkeit in den Wohnraum gelangt.

  • An heißen und schwülen Tagen ist die Luftfeuchtigkeit draußen tagsüber nämlich besonders hoch.

  • In den kälteren Stunden des Tages fallen die Werte dagegen geringer aus: Dann sollten Sie bevorzugt die Fenster öffnen.

  • Kümmern Sie sich um diese Tipps für das richtige Belüften, leisten Sie bereits einen sehr wichtigen Beitrag dazu, der Schimmelbildung in Ihrer Wohnung vorzubeugen.

Eine Wohnraumlüftung unterstützt das optimale Raumklima

Richtiges lüften klingt so simpel – in der Praxis bedeutet es jedoch jeden Tag Aufwand und geht im Alltag dann doch oft unter. Sind Sie längere Zeit in geschlossenen Räumen, merken Sie häufig irgendwann gar nicht mehr, wie muffig die Luft eigentlich ist. Auch in der Nacht bleiben im Winter und den Übergangszeiten die Fenster häufig geschlossen. Das bedeutet stickige Luft und zu wenig Sauerstoff: das ist nicht gut für einen erholsamen Schlaf. 

Eine kontrollierte Wohnraumlüftung sorgt dafür, dass Sie sich nicht mehr tagtäglich manuell um das Lüften kümmern müssen. Sie bringt rund um die Uhr frische Luft in Ihr Zuhause und transportiert verbrauchte Luft ab. Es gibt einerseits zentrale Wohnraumlüftungen, die häufig bei Neubauten zum Einsatz kommen. Zum anderen erhalten Sie dezentrale Systeme, die in der Nachrüstung praktischer sein können.

Achten Sie so oder so jedoch am besten darauf, ein System mit Wärmerückgewinnung zu wählen. Das sorgt dafür, dass die Luft vorgewärmt in Ihre Wohnräme gelangt und verbraucht so weniger Energie. Installateure in Ihrer Nähe können Sie zum Thema ausführlich beraten. 

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So heizen Sie effektiv gegen Schimmelbildung

Das optimale Lüften allein bringt Sie während der Heizperiode nicht ans Ziel. Raumklima, das Schimmel vorbeugt, erreichen Sie nur, wenn Sie richtiges Heizen und Lüften kombinieren. Die meisten Menschen fühlen sich bei einer Luftfeuchtigkeit von mindestens 40 % am wohlsten. Dabei ist es wichtig zu wissen, dass Feuchtigkeit sich nicht nur in der Raumluft befindet. Auch Möbel, Wände und alle anderen Elemente von Innenausbau und Einrichtung speichern sie. Das ist sogar gut, denn dadurch entsteht eine Pufferwirkung, die Feuchtigkeitsspitzen in der Raumluft abmildert.

Aber auch die dort gebundene Feuchtigkeit sollte wieder aus dem Wohnraum entfernt werden. Das bewerkstelligen Sie am besten, indem Sie die Temperatur erhöhen. So wird die Feuchtigkeit nämlich wieder als Wasserdampf an die Luft abgegeben. 

Tipps um Schimmel vorzubeugen

  • Wir empfehlen, bereits etwas früher am Tag als gewohnt die Heizung aufzudrehen. Denn beginnen Sie erst dann zu heizen, wenn die Außenmauern bereits ausgekühlt sind, bilden sich leichter feuchte Stellen.

  • Über erhöhte Heizkosten müssen Sie sich dabei nicht den Kopf zerbrechen. Denn trockene Luft lässt sich wiederum leichter erhitzen als feuchte.

  • Trockenes Mauerwerk zeichnet sich außerdem durch eine bessere Dämmleistung aus.

Das optimale Zusammenspiel von Heizen und Lüften ist also die wirksamste Maßnahme für ein gutes Wohnraumklima. So können Sie nicht nur Schimmel vorbeugen, sondern gleichzeig Heizkosten sparen und Ihr Wohlbefinden steigern. Außerdem wird es wesentlich teurer und unangenehmer für Sie, wenn der Schimmel erst einmal da ist.

Schimmel vorbeugen: Schon bei der Einrichtung der Wohnung

Im Gegensatz zum Heizen und Lüften verlangt diese Maßnahme zur Schimmelvorbeugung nicht von Ihnen, dass Sie Ihre Gewohnheiten dauerhaft ändern. Bei der Umsetzung unserer Einrichtungstipps fällt der Aufwand nur einmalig an. Aber auch hier geht es darum, den Luftaustausch optimal zu gestalten. Dazu leisten Sie einen Beitrag, indem Sie es der Raumluft erlauben, möglichst frei zu zirkulieren. Mit diesen Tipps verhindern Sie, dass Stellen entstehen, die feuchter und kälter sind als die übrigen Teile des Raumes.

Tipps gegen Schimmel: Wohnungseinrichtung

  • Stellen Sie größere Möbelstücke mit einigen Zentimetern Abstand zur Wand auf. Dadurch gelangt die Luft auch an die sonst vom Möbelstück verdeckte Wand. Besonders bei Neubauten mit erhöhter Baufeuchte sollten Sie darauf achten.

  • Stellen Sie größere Möbel bevorzugt an Innenwänden auf. Die Außenmauern sind nämlich in der Regel kälter als nach innen gerichtete Wände. Willkommener Nebeneffekt: Die Luft kann auch besser um die meist an den Außenwänden angebrachten Heizkörper zirkulieren.

  • Beseitigen Sie Kältebrücken, falls möglich, indem Sie Rollladenkästen und Heizkörpernischen dämmen. Prüfen Sie außerdem Türen und Fenster auf Dichtigkeit und investieren Sie bei Bedarf in eine Sanierung.

Erste Hilfe bei Schimmelbefall

Das Tückische an Schimmel ist, dass Sie den Pilzbefall nicht immer mit bloßem Auge erkennen. Befürchten Sie solch einen schwerwiegenden Befall, hilft nur die Begehung durch einen fachkundigen Spezialisten weiter. Dieser verfügt nicht nur über wertvolle Erfahrungswerte zu Schimmelursachen, sondern auch über entsprechende Messmethoden zum Nachweis einer erhöhten Schimmelbelastung in der Raumluft. Professionelle Unterstützung können Sie über die Links auf der Themenseite der Verbraucherzentrale finden.

Tritt der Schimmel oberflächlich an kleinen Stellen an der Tapete oder in Fugen auf, dann können Sie aber durchaus selbst erfolgreich Abhilfe schaffen. Als Hausmittel haben sich vor allem Essig und Brennspiritus bewährt. Beide Flüssigkeiten sollten Sie nach Möglichkeit lange auf den Schimmel einwirken lassen. Zum Abschluss der Behandlung bürsten Sie die betroffenen Stellen kräftig ab, damit sich keine Schimmelreste halten können.

Um Silikonfugen in Bad oder Küche zuverlässig von Schimmel zu befreien, orientieren Sie sich am besten an unserer Schritt-für-Schritt-Anleitung. Dazu benötigen Sie einzig einen chlorhaltigen Sanitärreiniger, der sich von anderen Reinigern durch seine bleichende Wirkung unterscheidet. So wird nicht nur der Schimmel selbst, sondern auch etwaige Verfärbungen entfernt. Achten Sie hier jedoch darauf, dass der Reiniger gesundheitsschädlich sein könnte. Verwenden Sie also bei der Reinigung unbedingt Handschuhe und öffnen ein Fenster.

  • Befreien Sie die Fuge von Schmutz und Staub. Dafür reicht ein feuchter Lappen mit etwas Reinigungsmittel aus. Auch spezielle Fugenbürsten eignen sich, um den Schmutz mechanisch zu entfernen.
  • Sprühen Sie einen Chlorreiniger auf die Fugen und lassen Sie ihn die nächsten 24 Stunden einwirken.
  • Frischen Sie den Reiniger bei Gelegenheit mehrmals auf, wenn er sich verflüchtigt hat.
  • Nach Ablauf eines Tages können Sie die Fugen mit klarem Wasser und einem Lappen abspülen.
  • Die Fuge sollte nun nicht nur frei von Schimmel sein, sondern auch in der ursprünglichen Farbe erstrahlen.

Bringt Sie diese Vorgehensweise nicht ans Ziel, dann hilft nur noch die vollständige Erneuerung der Silikonfuge. Egal ob Sie die Fuge erneuern oder ob Sie die alte Fuge noch einmal retten konnten: beugen Sie Schimmel von nun an vor, indem Sie die Fugen nach Möglichkeit trocken halten und in regelmäßigen Abständen mit Essig oder Alkohol richtig abreiben.

Von einem guten Raumklima profitieren Sie in vielerlei Hinsicht. Selten lassen sich so viele positive Aspekte miteinander verbinden wie hier. Denn haben Sie das Raumklima im Griff, tun Sie nicht nur Ihrer Gesundheit etwas Gutes, sondern auch Ihrem Geldbeutel. Schließlich ist es auch für die Gewissheit gut, dass Sie sich keine Sorgen um den Erhalt der Bausubstanz und um hohe Heizkosten machen müssen.

 

Fraunhofer-Institut für Bauphysik: Gesundes Wohnen: ohne Feuchte und Schimmel

Andreas Wurm

Über den Autor

Andreas Wurm absolvierte seinen Bachelor of Science in Maschinenbau an der RWTH Aachen University und schloss einen Master in Energietechnik (Spezialisierung Erneuerbare Energien) an derselben Universität an. Nach seinem Studium war er von 2014 bis 2016 Projektingenieur in der Branche Heizungs- und Klimatechnik.

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