Erdwärme zählt zu den effizientesten Energiequellen für Wärmepumpen (JAZ-Werte von 4,0 bis 5,0). Der Grund: Mit einer Sole/Wasser-Wärmepumpe nutzen Sie die konstante Temperatur im Erdreich, um Ihr Gebäude zu heizen. In diesem Ratgeber erfahren Sie, wie das System funktioniert, welche Kosten Sie einplanen müssen, welche Genehmigung Sie für die Bohrung brauchen und wie sich Erdwärme im Vergleich zur Luft/Wasser-Wärmepumpe schlägt.
Heizen mit Erdwärme: Funktion, Kosten und Genehmigung im Überblick

Heizen mit Erdwärme: Das Wichtigste im Überblick
Eine Sole/Wasser-Wärmepumpe nutzt Erdwärme über Erdsonden oder Flächenkollektoren und erreicht JAZ-Werte von 4,0 bis 5,0.
Die Gesamtkosten für eine Sole/Wasser-Wärmepumpe inklusive Erschließung liegen bei rund 35.000 bis 40.000 Euro.
Erdwärmesonden benötigen in der Regel eine wasserrechtliche Erlaubnis, Flächenkollektoren ohne Grundwasserkontakt oft nicht.
Für viele Einfamilienhäuser ist die Luft/Wasser-Wärmepumpe die praktikablere und günstigere Wahl, da sie ohne Bohrung und Genehmigungsverfahren auskommt.
Wie funktioniert das Heizen mit Erdwärme?
Eine Erdwärmepumpe entzieht dem Erdreich über Sonden oder Kollektoren Wärme und macht sie über einen Kältemittelkreislauf für Ihr Heizsystem nutzbar. Eine Sole-Flüssigkeit nimmt die Wärme aus dem Boden auf und gibt sie im Verdampfer der Wärmepumpe an das Kältemittel ab. Der Verdichter erhöht anschließend das Temperaturniveau, sodass die Wärme über den Verflüssiger an Ihren Heizkreis übergeht.
Physikalischer Hintergrund
Im Erdkern herrschen Temperaturen von 4.800 bis 7.700°C.1 Für die Erdwärmenutzung im Eigenheim ist das nicht relevant: Bereits ab etwa 10 bis 15 Metern Tiefe finden sich konstante Bodentemperaturen von etwa 10°C.2 Das reicht aus, um sie mit der Wärmepumpe auf Heiztemperatur zu bringen.
Erhalten Sie ein individuelles Heizungsangebot
Schicken Sie eine Anfrage an uns.
Wir kontaktieren Sie bei Rückfragen.
Sie erhalten ein Angebot für Ihr Vorhaben.
Erdsonde oder Flächenkollektor: Welche Wärmequelle passt zu Ihrem Grundstück?
Für die Wärmeaufnahme aus dem Boden stehen Ihnen zwei Systeme zur Verfügung: Die Erdwärmesonde für Tiefenbohrungen und der Flächenkollektor für die oberflächennahe Verlegung.
Erdwärmesonden
Erdwärmesonden werden über Tiefenbohrungen von meist 50 bis 100 Metern in den Boden eingebracht. Sie eignen sich besonders für kleinere Grundstücke, da sie kaum Fläche benötigen. Nach der Bohrung füllen Fachbetriebe das Bohrloch wieder.
Flächenkollektoren
Flächenkollektoren werden in einer Tiefe von etwa 1,2 bis 1,5 Metern auf einer größeren Grundstücksfläche verlegt. Sie sind günstiger als Sonden, benötigen aber entsprechend mehr freie Fläche, die Sie anschließend nicht überbauen oder versiegeln dürfen.

Was kostet eine Erdwärmepumpe?
Die Kosten einer Erdwärmepumpe hängen vor allem davon ab, ob Erdwärmesonden oder Flächenkollektoren zum Einsatz kommen und wie aufwendig die Erschließung des Grundstücks ist.
Gesamtkosten und Komponenten
Komplettsystem: 35.000 bis 40.000 Euro (inklusive Installation, Erschließung und Sonde)
Wärmepumpenspeicher: zirka 2.500 Euro
Kostenvergleich: Alle Systeme inklusive Installation
Die folgende Übersicht vergleicht die Gesamtkosten der verschiedenen Wärmepumpe-Arten auf dem Markt, um Ihnen eine bessere Orientierung bei der Investition zu bieten.
| Wärmepumpen-Typ | Kostenspanne |
|---|---|
| Luft/Wasser-Wärmepumpe (Split) | 17.500 bis 30.000 Euro |
| Luft/Wasser-Wärmepumpe (Monoblock) | 25.000 bis 50.000 Euro |
| Sole/Wasser-Wärmepumpe (Erdwärme) | 35.000 bis 40.000 Euro |
| Wasser/Wasser-Wärmepumpe (Grundwasser) | ab 40.000 Euro |
| Wärmepumpen-Typ | Luft/Wasser-Wärmepumpe (Split) |
| Kostenspanne | 17.500 bis 30.000 Euro |
| Wärmepumpen-Typ | Luft/Wasser-Wärmepumpe (Monoblock) |
| Kostenspanne | 25.000 bis 50.000 Euro |
| Wärmepumpen-Typ | Sole/Wasser-Wärmepumpe (Erdwärme) |
| Kostenspanne | 35.000 bis 40.000 Euro |
| Wärmepumpen-Typ | Wasser/Wasser-Wärmepumpe (Grundwasser) |
| Kostenspanne | ab 40.000 Euro |
Die hohen Erschließungskosten sind der größte Kostenunterschied zur Luft/Wasser-Wärmepumpe. Mit der BEG-Förderung können Sie einen erheblichen Teil der Investition abfedern.
Genehmigung für Erdwärmebohrungen: Das müssen Sie wissen
Anders als oft angenommen, ist die Genehmigung für eine Erdwärmesonde kein bloßer Formalschritt, sondern ein eigenständiges Verfahren. Sie betrifft vor allem zwei Rechtsbereiche: Das Wasserrecht und bei tiefen Bohrungen das Bergrecht.
Wasserrechtliche Erlaubnis
Für Erdwärmesonden benötigen Sie in der Regel eine wasserrechtliche Erlaubnis nach §§ 8/9 WHG (Gesetz zur Ordnung des Wasserhaushalts), die Sie als Erdaufschluss nach § 49 WHG bei der Unteren Wasserbehörde anzeigen.3 Die Bearbeitung dauert üblicherweise vier bis acht Wochen. Liegt Ihr Grundstück in einem Wasserschutzgebiet, fallen zusätzliche Gutachten an.
Bergrechtliche Anzeige ab 100 Metern Bohrtiefe
Bohren Sie tiefer als 100 Meter, kommt zusätzlich die Bergbehörde ins Spiel: Sie müssen das Vorhaben nach § 127 BBergG (Bundesberggesetz) anzeigen.4 In diesem Fall laufen Wasser- und Bergrechtsverfahren parallel.
Flächenkollektoren: Oft genehmigungsfrei
Für Erdwärmepumpen mit Flach-, Flächen- oder Ringgrabenkollektoren ist in der Regel keine Genehmigung erforderlich, wenn sie keinen Kontakt zum Grundwasser haben und nicht in einem Wasserschutzgebiet liegen.
Unser Tipp: Klären Sie die Genehmigungsfrage frühzeitig mit Ihrem Fachbetrieb. Er kennt die regionalen Zuständigkeiten und übernimmt in der Regel die Antragstellung für Sie.
Heizungsbauer finden
Erdwärme oder Luft/Wasser-Wärmepumpe: Was ist die bessere Wahl?
Beide Wärmepumpen nutzen Umweltwärme, unterscheiden sich aber deutlich in der Effizienz, dem Aufwand für die Erschließung und den Kosten.
| Kriterium | Sole/Wasser-Wärmepumpe (Erdwärme) | Luft/Wasser-Wärmepumpe |
|---|---|---|
| Jahresarbeitszahl (JAZ) | 4,0 bis 5,0 | 3,0 bis 4,0 |
| Anschaffungskosten | ab 35.000 Euro | 17.500 bis 50.000 Euro |
| Erschließungsaufwand | Bohrung oder Flächenkollektor nötig | keine Erschließung nötig |
| Genehmigung | meist erforderlich | in der Regel nicht erforderlich |
| Platzbedarf | Grundstücksfläche oder Bohrgenehmigung nötig | Außenaufstellung, geringer Platzbedarf |
| Geeignet für | Neubauten und Grundstücke mit ausreichender Fläche | die meisten Ein- und Mehrfamilienhäuser, auch Bestandsgebäude |
| Kriterium | Jahresarbeitszahl (JAZ) |
| Sole/Wasser-Wärmepumpe (Erdwärme) | 4,0 bis 5,0 |
| Luft/Wasser-Wärmepumpe | 3,0 bis 4,0 |
| Kriterium | Anschaffungskosten |
| Sole/Wasser-Wärmepumpe (Erdwärme) | ab 35.000 Euro |
| Luft/Wasser-Wärmepumpe | 17.500 bis 50.000 Euro |
| Kriterium | Erschließungsaufwand |
| Sole/Wasser-Wärmepumpe (Erdwärme) | Bohrung oder Flächenkollektor nötig |
| Luft/Wasser-Wärmepumpe | keine Erschließung nötig |
| Kriterium | Genehmigung |
| Sole/Wasser-Wärmepumpe (Erdwärme) | meist erforderlich |
| Luft/Wasser-Wärmepumpe | in der Regel nicht erforderlich |
| Kriterium | Platzbedarf |
| Sole/Wasser-Wärmepumpe (Erdwärme) | Grundstücksfläche oder Bohrgenehmigung nötig |
| Luft/Wasser-Wärmepumpe | Außenaufstellung, geringer Platzbedarf |
| Kriterium | Geeignet für |
| Sole/Wasser-Wärmepumpe (Erdwärme) | Neubauten und Grundstücke mit ausreichender Fläche |
| Luft/Wasser-Wärmepumpe | die meisten Ein- und Mehrfamilienhäuser, auch Bestandsgebäude |
Für die meisten Einfamilienhäuser ist die Luft/Wasser-Wärmepumpe die praktikablere Lösung: Sie kommt ohne Bohrgenehmigung aus, ist schneller installiert und in vielen Fällen günstiger in der Anschaffung.
Die Sole/Wasser-Wärmepumpe punktet dafür mit der höheren Effizienz (gemessen an der JAZ) und eignet sich besonders, wenn Ihr Grundstück die nötige Fläche bietet und Sie die Erschließungskosten investieren möchten.
Vor- und Nachteile beim Heizen mit Erdwärme
Die Entscheidung für eine Erdwärmepumpe ist eine langfristige Investition. Um Ihnen die Abwägung zu erleichtern, haben wir die Argumente für und gegen dieses Heizsystem im Folgenden übersichtlich zusammengefasst.
Pro
Sie heizen unabhängig von fossilen Energieträgern.
Im Vergleich zu fossilen Wärmeerzeugern arbeitet das System wartungsarm.
Die konstante Bodentemperatur sorgt für eine hohe und stabile Effizienz, auch im Winter (gemessen an der JAZ).
Sie benötigen keine Außeneinheit wie bei Luft/Wasser-Wärmepumpen.
Sie können die Anlage mit Strom aus Ihrer Photovoltaikanlage betreiben.
In der Regel ist eine Förderung möglich.
Contra
Die Anschaffungs- und Erschließungskosten sind höher als bei Luft/Wasser-Wärmepumpen.
Tiefenbohrungen erfordern eine wasserrechtliche und gegebenenfalls bergrechtliche Genehmigung.
Flächenkollektoren benötigen eine entsprechend große, unversiegelte Grundstücksfläche.
Je nach Region ist ein geologisches Gutachten erforderlich.

Frage an einen Experten zum Heizen mit Erdwärme
Gibt es Fälle, bei denen Sie von einer Erdwärmebohrung grundsätzlich abraten würden, obwohl die Genehmigung erteilt werden könnte?
Auch bei formal erteilter Genehmigung verlangt eine Erdwärmebohrung eine genaue Abwägung. Aufgrund der oft nicht unerheblichen Investitionskosten sollte im Einzelfall geprüft werden, ob sich die hohen Anfangsinvestitionen wirtschaftlich überhaupt amortisieren.
Maximilian Schmidt arbeitet im Market Launch Management bei WOLF (Klima- und Heiztechnik).
Häufig gestellte Fragen zum Thema Heizen mit Erdwärme
Fazit: Lohnt sich das Heizen mit Erdwärme?
Das Heizen mit Erdwärme lohnt sich vor allem dann, wenn Ihr Grundstück die nötige Fläche oder die Möglichkeit für eine Bohrung bietet und Sie von der hohen Jahresarbeitszahl langfristig profitieren möchten. Die Fördermöglichkeiten können die Investitionskosten reduzieren. Zusätzlich machen Sie sich unabhängig von den Preisschwankungen fossiler Energieträger. Reicht Ihr Grundstück nicht aus oder möchten Sie den Genehmigungsaufwand vermeiden, ist eine Luft/Wasser-Wärmepumpe häufig die praktischere Alternative.
Heizungsberatung starten
Heizsysteme, die wirklich zu Ihrem Zuhause passen
Persönliche Beratung vom Fachpartner in Ihrer Nähe
Fördermöglichkeiten nutzen

