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Kosten für den Heizkessel: Ein Austausch kann sich lohnen

Ist Ihre Heizung schon in die Jahre gekommen? Gab es in letzter Zeit häufiger Ausfälle und mussten Sie den Heizungsinstallateur zur Reparatur holen? Experten gehen davon aus, dass fast 60% aller Heizungen in Deutschland veraltet und ineffizient sind. Ein Austausch des Heizkessels würde sich in all diesen Fällen lohnen. Doch welche Kosten für einen neuen Heizkessel kommen auf Sie zu?

Inhaltsverzeichnis

  1. Rechtzeitig Heizkessel tauschen und Kosten sparen
  2. Kosten der unterschiedlichen Heizkessel-Arten
  3. Heizkessel nicht überdimensionieren
  4. Neben dem Heizkessel die zusätzlichen Kosten beachten
  5. Wie viel Brennstoff spart ein neuer Heizkessel ein?
  6. Ab wann amortisieren sich die Kosten für den neuen Heizkessel?
  7. Kosten für neuen Heizkessel lohnen sich
Heizkessel; Frau liest Rechnung

Rechtzeitig Heizkessel tauschen und Kosten sparen

Wenn sich Ihre Heizung als störanfällig gezeigt hat, sollten Sie schnell handeln. Jede Reparatur kostet dann nur unnötig Geld. Hinzu kommt: Wenn Sie auf das endgültige Ableben Versagen Ihrer Heizung warten, passiert dies sehr wahrscheinlich  in der Heizperiode.

Dann fehlt Ihnen die Zeit, in Ruhe alle Optionen sowie Angebote zu vergleichen und schließlich das bestmögliche Heizsystem zu kaufen. Stattdessen kann es vorkommen, dass Sie zum erstbesten Angebot greifen müssen. Der Terminkalender Ihres Heizungsbauers ist  in der Heizperiode nämlich ebenfalls gut gefüllt.

Gesetzliche Pflicht zum Tausch des Heizkessels

  • Konstanttemperaturkessel, die älter als 30 Jahre sind, müssen Sie sowieso austauschen.

  • Das schreibt der Gesetzgeber in im GEG der Energieeinsparverordnung vor.

  • Aber auch jüngere Kessel sollten Sie überprüfen. Spätestens mit 15 Jahren werden viele Geräte fehleranfällig.

Kosten der unterschiedlichen Heizkessel-Arten

Die Kosten eines Heizkessels können sehr unterschiedlich sein. Aber aufgepasst: Nicht der günstigste Heizkessel spart langfristig am meisten Geld ein,. Das macht die effiziente, optimal eingestellte und an Ihr Haus angepasste Variante. Denn nur diese verbraucht so wenig Brennstoff wie nötig. Einsparungen von bis zu 25%* sind dann schon möglich. Und damit leisten Sie nebenbei auch Ihren Beitrag zum Klimaschutz.

Der erste Schritt beim Entscheidungsprozess zur neuen Heizung betrifft den Brennstoff. Wollen Sie Erdgas, Heizöl oder Holz verfeuern? Hier unterscheiden sich die jeweiligen Heizkessel-Kosten für den jeweiligen Heizkessel schon gravierend:

Heizkesselart
Kosten für den Heizkessel
Gas-Brennwertgerät
5.000 – 8.000 Euro
Öl-Brennwertgerät
8.000 – 10.000 Euro
Pelletkessel
17.000 – 25.000 Euro

 

Diese Preisspannen gelten für den Wärmeerzeuger, die Montagekosten und einen neuen Warmwasserspeicher.

Gasbrennwertheizung ist am günstigsten

Überall dort, wo ein Gasverteilnetz vorhanden ist, bietet das Gasbrennwertgerät einige Vorteile. Diese Brennwerttechnik kostet nicht nur vergleichsweise wenig. Sie verbrennt auch am saubersten und effizientesten. Heizen Sie bereits mit Gas oder ist das Gasnetz in Ihrer Straße schon angelegt? Dann ist die Frage nach dem Brennstoff geklärt. Benötigen Sie einen neuen Gas-Hausanschluss, kommen Kosten von etwa 2.000 Euro auf Sie zu.

Gasbrennwertgerät mit Solarthermie kombinieren?

  • Möchten Sie das Gasbrennwertgerät mit der besonders umweltfreundlichen Solarwärme koppeln oder nicht?

  • Für eine Solarthermieanlage, die Warmwasser aufbereitet, müssen Sie inklusive Montagekosten 5.000 bis 6.000 Euro ansetzen.

  • Soll die Solarthermieanlage auch Heizenergie bereitstellen? Dann muss sie größer ausgelegt sein, um in der Übergangszeit und im Winter ausreichend Sonnenwärme gewinnen zu können. Das kostet dann zwischen 10.000 und 20.000 Euro.

  • In beiden Fällen ist in den Kosten ein Solarspeicher mit Wassererwärmung enthalten. Daher benötigen Sie keinen separaten Speicher. Das reduziert die oben genannten Kosten beim Heizkesse

Für Solarthermieanlagen gibt es eine staatliche Förderung im Rahmen der BEG-Förderung des Bundes. Bei Gas-Hybridheizungen gilt der Fördersatz sogar auf das komplette System inklusive Gasgerät. 

Flüssiggas bei Grundstücken ohne Gasanschluss

Ist bei Ihnen kein Gasnetz vorhanden, würde sich ein Flüssiggastank anbieten. Flüssiggas kann ebenfalls modernen Gasbrennwertgeräten als Brennstoff dienen. Nachteilig ist, dass Flüssiggas teurer als Erdgas ist. Außerdem brauchen Sie Platz für einen Flüssiggasspeicher. Dieser kostet zwischen 1.500 und 2.000 Euro. Hinzu kommen weitere Kosten für die Lieferung, Installation und die Verbindungsleitung zum Haus von mindestens 500 Euro. 

Neben der Gasheizung stehen Ihnen noch andere Optionen alternativ zur Verfügung: Heizöl und Holz. Immer beliebter werden außerdem Hybridlösungen in Kombination mit einer Wärmepumpe. Die jeweiligen Kosten für die Anschaffung variieren.

Hybridtechnologie mit Wärmepumpe

Die Wärmepumpe ist die umweltfreundlichste Lösung. Die Anschaffungs- und Installationskosten sind mit 15.000 bis 25.000 Euro im Vergleich hoch. Ob anstelle eines Heizkessels die Installation einer Wärmepumpe infrage kommt, hängt von vielen Faktoren ab. In der Sanierung wird es oft nicht möglich sein.

Eine Alternative könnte eine Hybridheizung aus Wärmepumpe und Gas oder Wärmepumpe und Öl sein. Sowohl eine alleinstehende Wärmepumpe als auch eine Hybridlösung ist förderfähig.

Heizöl

Ein neuer Ölkessel ist besonders für diejenigen relevant, die bereits mit Öl heizen. Für Ölbrennwertgeräte sprechen die Kosten für die Anschaffung. Nachteilig für diese moderne Ölheizung: Die Abhängigkeit von Öllieferungen aus Krisengebieten wie dem Persischen Golf. Benötigen Sie einen neuen Tank für das Öl, kostet das zwischen 2.000 bis 3.000 Euro.

Pelletkessel

Der Pelletkessel ist die teuerste Variante aller vollautomatischen Heizkessel. Er ist zudem besonders wartungsintensiv. Dadurch steigen auch die Kosten für die Wartung von Holzheizungen.

Für das heimische Holz spricht der Preis: Pellets kosten im Schnitt weniger als Heizöl.

Die Preisentwicklung von Holzpellets, Heizöl und Erdgas Grafik
Heizkessel Kosten: Der Preis von Holzpellets ist in den letzten Jahren nahezu immer unter dem für Heizöl und Erdgas geblieben.

Genauso wie der Ölkessel braucht der Pelletkessel einen Tank für den Brennstoff. Ein Pellet-Vorratslager mit einer Transportvorrichtung bringt die Holzpresslinge automatisch zum Heizkessel. Die Kosten dafür liegen bei gut 4.000 Euro.

Öl und Pellets mit Solarwärme kombinieren

Bei Ölbrennwertgeräten und Pelletheizungen bietet sich ebenfalls die Kombination mit umweltfreundlicher Solarthermie an. Bei der Öl-Solar-Kombination ist jedoch ausschließlich die Solarthermie förderfähig und nicht der Ölkessel. Daher lohnt es sich erstrecht, stattdessen über eine komplett förderfähige Gas-Hybridanlage nachzudenken. Für Pelletkessel stehen zudem auch ohne Solarthermieanlage Fördermittel zur Verfügung.

Heizkessel nicht überdimensionieren

Ist die Entscheidung für die Heizungsart gefallen, geht es um die Heizleistung der Anlage. Für die Kosten des Heizkessels spielt die Leistung keine so große Rolle. Zwar sind größere Kessel etwas teurer als Kleinere – viel macht das aber nicht aus. Dennoch sollte die neue Heizung nicht überdimensioniert sein. Denn produziert sie mehr Wärme als nötig, steigen auch die Verluste.

Außerdem besteht die Gefahr, dass der Modulationsbereich nicht mehr passt. Das bedeutet, dass sich die Heizung in der Übergangszeit nicht an den geringen Wärmebedarf anpassen kann. Sie muss dann öfter an- und ausschalten. Dieses Takten geht zulasten der Effizienz und der Lebensdauer. Wie groß die Heizlast Ihres Hauses ist und welche Heizleistung sich daraus für den Kessel ergibt, kann nur der Heizungsbauer genau berechnen.

Richtwerte für gedämmte und ungedämmte Häuser

  • Als Daumenwert können Sie davon ausgehen, dass ein gut gedämmtes Einfamilienhaus weniger als 10 kW Heizleistung benötigt. Ein Gasbrennwertgerät mit 12 kW Nennleistung reicht in der Regel völlig aus.

  • Bei einem ungedämmten Haus ist meist ein Heizkessel mit 20 kW Nennleistung groß genug.

  • Bietet der Heizungsfachbetrieb deutlich größere Geräte an, sollten Sie nachfragen, wie die Heizlastberechnung genau aussieht.

Neben dem Heizkessel die zusätzlichen Kosten beachten

In einigen Fällen fallen noch Zusatzkosten bei der Erneuerung der Heizung an. Eine Brennwertheizung braucht wegen des säurehaltigen Kondensats ein spezielles Abgassystem. In der Regel reicht es, ein doppelwandiges Kunststoffrohr in den alten Schornstein einzuführen.

Geht das nicht, können für einen neuen Schornstein Zusatzkosten anfallen. Ein neues Abgassystem aus Keramik kostet zum Beispiel rund 1.000 Euro. Weitere Zusatzkosten verursacht die Demontage des alten Wärmeerzeugers, eines alten Speichers oder Öltanks. Die Kosten für diese Arbeiten variieren von 100 bis 1.000 Euro.

Steht jedoch auch eine Erneuerung der Heizkörper an, müssen Sie tiefer in die Tasche greifen:

  • In manchen Häusern mit alten Konstanttemperaturkesseln sind alte Gliederheizkörper eingebaut. Das Heizsystem ist dann für 70 bis 90°C heißes Wasser ausgelegt.
  • Das geht bei einem Brennwertkessel nicht: Die Temperatur wäre viel zu hoch, der Brennwerteffekt käme nicht zustande.
  • Die Vorlauftemperatur der Heizung sollte auch an kalten Tagen nicht höher als 60°C sein, damit die Rücklauftemperatur immer deutlich unter 55°C bleibt.
  • Diese Wärmemenge reicht bei Gliederheizkörpern jedoch nicht aus, um ein behagliches Raumklima zu erzeugen.
  • In diesem Fall sollten Sie bei der Heizungserneuerung auch an den Austausch der Gliederheizkörper gegen moderne Flächenheizkörper denken.

Wartungskosten gut angelegt

Auch im laufenden Betrieb fallen Kosten an. Daher ist eine Wartung im jährlichen Rhythmus sinnvoll. Denn nur eine regelmäßig gereinigte und optimal eingestellte Heizung bringt die bestmögliche Leistung. Manche Hersteller fordern auch eine jährliche Wartung durch den Fachbetrieb als Voraussetzung für die Garantie.

Kostenbeispiele für die Wartung

  • Für die Wartung müssen Sie bei Gasheizungen mit 150 bis 250 Euro pro Jahr rechnen.

  • Ölheizungen sind mit bis zu 200 Euro etwa gleich teuer.

  • Bei Pelletheizungen können bis 300 Euro zusammenkommen.

  • Hinzu kommen in allen Fällen die Kosten für den Schornsteinfeger.

Wie viel Brennstoff spart ein neuer Heizkessel ein?

Den Kosten für den Tausch des Heizkessels stehen die Brennstoffeinsparungen gegenüber. Doch was bringt eine neue Heizung wirklich? Einige Experten rechnen mit Einsparungen von 10 bis 25%. Manche halten 30% für realistisch. Andere wiederum nennen Zahlen von bis zu 50%. Auf der anderen Seite gibt es Studien, die beim Ersatz eines Niedertemperaturkessels durch ein Brennwertgerät nur Einsparungen von 5 bis 10% messen konnten.

Die unterschiedlichen Zahlen kommen sicher auch deshalb zustande, weil es mit dem Tausch des Kessels allein nicht getan ist:

  1. Dämmung

    Die größten Verluste entfielen früher auf die ungedämmten Rohre im Keller. Daran wird sich auch mit der neuen Heizung nicht viel ändern, solange die gesetzlich vorgeschriebene Heizungsrohr-Dämmung nicht vorhanden ist.

  2. Nutzerverhalten

    Ebenso spielt das Nutzerverhalten eine Rolle. Wer früher sehr sparsam geheizt hat und bei der neuen Heizung die Thermostatventile komplett aufdreht, wird nicht viel sparen.

  3. Heizung richtig eingestellt

    Wichtig ist außerdem, dass die neue Heizung richtig eingestellt ist. Das betrifft den Brenner, aber auch die Regelung mit der angepassten Heizkurve.

  4. Hydraulischer Abgleich

    Und nicht zuletzt muss ein hydraulischer Abgleich dafür sorgen, dass alle Heizkörper die genau richtige Wärmemenge bekommen.

Nur wenn der Heizungsinstallateur diese Punkte fachgerecht erledigt hat und Sie weiterhin ein sparsames Nutzerverhalten an den Tag legen, sind auch bis zu 25% Einsparungen möglich.

Ab wann amortisieren sich die Kosten für den neuen Heizkessel?

In die Berechnung der Amortisationszeit fließen viele Annahmen wie die Preissteigerung des Erdgases und die Brennstoffeinsparung ein. Dadurch ergeben sich unterschiedliche Ergebnisse. Die gemeinnützige Beratungsgesellschaft co2online ¹ rechnet zum Beispiel damit, dass Sie jährlich 16% Brennstoff einsparen und dieser parallel 7% teurer wird.

Unter diesen Bedingungen amortisiert sich der Kesseltausch bei einem typischen Gebäude aus den 1980er-Jahren nach 15 Jahren. Wenn eine Solaranlage dabei ist, verlängert sich diese Frist auf 18 Jahre. Dafür spart der Hausbesitzer aber mit gut 1.000 Euro pro Jahr doppelt so viel ein.1 Ab dem 19. Jahr lohnt sich die anfangs größere Investition dann umso mehr.

Kosten für neuen Heizkessel lohnen sich

Alte, ineffiziente Heizkessel verbrauchen unnötig viel Brennstoff und stoßen unnötig viele Schadstoffe aus. Das ist weder gut für den Geldbeutel noch für das Klima. Moderne Brennwertkessel – am besten in Kombination mit der umweltfreundlichen Solarwärme – ermöglichen deutliche Einsparungen. Die folgende Tabelle gibt Ihnen am Beispiel eines unsanierten Ein-/Zweifamilienhauses (WSchVO Wärmeschutzverordnung 1978) auszugsweise einen Überblick, welche Kosten neben dem neuen Heizkessel in etwa auf Sie zukommen:

Art der Arbeiten Kosten für ein unsaniertes Ein-/Zweifamilienhaus (WSchVO78)
Demontagearbeiten
Demontage Wärmeerzeuger/Speicher
350 Euro
Demontage/Entsorgung Nachtstromspeicherheizgeräte
1.500 Euro
Demontage Öltank
700 Euro
Wärmeerzeuger
Gas-Niedertemperatur mit Montage
6.900 Euro
Gas-Brennwert mit Montage
6.700 Euro
Öl-Brennwert mit Montage
9.100 Euro
Pelletanlagen/Hackschnitzelanlagen mit Montage
16.000 Euro
Solarthermieanlage zur Warmwasserbereitung
4.300 Euro
Solarthermieanlage zur Warmwasserbereitung und Heizungsunterstützung
7.700 Euro
Sonstiges
Gas-Hausanschluss
1.900 Euro
Öltank
3.000 Euro
Automatische Pelletförderung und Pelletlager
4.000 Euro
Komplettsanierung Heizkörper
9.700 Euro

Sie sehen, dass die Kosten für einen neuen Heizkessel sich stark unterscheiden: Sie hängen davon ab, welche Art von Wärmeerzeuger Sie wählen. Ob weitere regenerative Wärmeerzeuger unterstützen sollen. Welche weiteren Optimierungen stattfinden wie die Dämmung der Heizungsrohre. In der Regel lohnt sich die Investition jedoch schnell. Sie sparen langfristig Heizkosten, ersparen sich den Ärger mit fehleranfälligen veralteten Geräten und machen Ihr Haus fit für die Zukunft.

1 co2online: Brennwertkessel: Kosten und Ersparnis im Vergleich

2 Kostenbeispiele auszugweise aus: Bundesverband der Deutschen Heizungsindustrie e.V.: Shell BDH Hauswärme-Studie „Klimaschutz im Wohnungssektor – Wie heizen wir morgen? Fakten, Trends und Perspektiven für Heiztechniken bis 2030“ (S.42)

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