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Wärmepumpe im Winter: So arbeitet sie effizient

Die Umgebungstemperatur hat direkte Auswirkungen auf die Effizienz einer Wärmepumpe. Voraussetzungen wie eine gute Dämmung des Hauses erhöhen die Leistung des Heizsystems. Für deutsche Winter sind Wärmepumpen grundsätzlich geeignet und heizen zuverlässig. Wichtig ist, die Wärmepumpe inklusive Zusatzkomponenten auf den individuellen Bedarf auszurichten. Wie eine Wärmepumpe auch im Winter effizient arbeitet und welche Unterschiede es zwischen den einzelnen Arten der Wärmepumpen zu beachten gilt, erfahren Sie in diesem Beitrag.

Inhaltsverzeichnis

  1. Wie funktioniert eine Wärmepumpe im Winter?
  2. Fehler, die bei der Montage einer Wärmepumpe vermieden werden sollten
  3. Wie hoch ist der Stromverbrauch der Wärmepumpe pro Tag im Winter?
  4. So arbeitet eine Wärmepumpe auch im Winter effizient
  5. Reicht eine Wärmepumpe für den Winter aus?
Wärmepumpe im Winter: Einfamilienhaus weihnachtlich geschmückt

Wie funktioniert eine Wärmepumpe im Winter?

Wärmepumpen nutzen frei verfügbare Wärme aus Luft, Wasser und Erde und heizen somit unabhängig von fossilen Brennstoffen. Auch im Winter sind Wärmepumpen für die Energieversorgung eines Hauses ein geeignetes Mittel, trotz gesunkener Außentemperatur. Aber reicht eine Wärmepumpe im Winter als alleinige Wärmequelle aus? Hausbesitzer fürchten im Winter im Kalten zu sitzen und das bei hohem Stromverbrauch. Diese Sorge ist unbegründet.

Bei Außentemperaturen von bis zu -20°C können Wärmepumpen wie zum Beispiel eine Luftwärmepumpe Gebäude problemlos heizen. Dabei greift die Wärmepumpe auf Wärme aus der Umwelt und Energie in Form von Strom zurück. 75% entfallen auf die Umweltenergie, die restlichen 25% auf Strom. Wie effizient die Heizung ist, hängt von mehreren Faktoren ab. Unter anderem heizen die Wärmepumpen im Winter bei Vorlauftemperaturen von bis zu 55°C besonders effizient. Bei Bestandsgebäuden braucht es nicht unbedingt eine umfangreiche Sanierung, um effizient zu heizen. Häufig ist es bereits ausreichend, einzelne Heizkörper auszutauschen.

Besonderheiten der unterschiedlichen Arten von Wärmepumpen im Winter stellen wir Ihnen im Folgenden vor.

Wärmequellen von Wärmepumpen Grafik
Die drei wichtigsten Wärmepumpen-Arten nutzen unterschiedliche Wärmequellen: Luft bei Luft/Wasser-Wärmepumpen, Wasser bei Wasser/Wasser-Wärmepumpen und Erde bei Sole/Wasser-Wärmepumpen.

Luft/Wasser-Wärmepumpe im Winter

Eine Luftwärmepumpe nutzt verfügbare Wärme aus der Umgebungsluft und wandelt sie in Energie um. Die natürlichen Temperaturdifferenzen im Laufe eines Jahres stellen dabei kein Problem dar. Eine Luftwärmepumpe kann auch im Winter ausreichend Wärme erzeugen. Probleme mit der Luft/Wasser-Wärmepumpe treten im Winter meist bei fehlerhafter Installation auf.

Tipp: Achten Sie beim Erwerb einer Luft/Wasser-Wärmepumpe darauf, ein Feature zu integrieren, dass ein Vereisen automatisch verhindert.

Wasser/Wasser-Wärmepumpe im Winter

Auch Wasser/Wasser-Wärmepumpen garantieren im Winter eine hohe Heizleistung und das mit höchster Effizienz. Ein zusätzliches Heizsystem benötigen Sie nicht.

Sole/Wasser-Wärmepumpe im Winter

Sole/Wasser-Wärmepumpen stellen den Wärmebedarf eines Gebäudes durch frei verfügbare Wärme aus dem Erdreich sicher. Wie funktioniert eine solche Wärmepumpe im Winter? Sehr sparsam. Die Bodentemperaturen sind, anders als die Wärmequelle Luft, konstant. Sie liegen bei rund 10°C.

Fehler, die bei der Montage einer Wärmepumpe vermieden werden sollten

Folgende Fehler sollten Sie vermeiden, um eine effiziente Heizleistung Ihrer Wärmepumpe im Winter zu garantieren:

Mögliche Fehler in der Übersicht

  • Die Wärmepumpe ist zu klein dimensioniert.

  • Der Absenkbetrieb ist noch aktiviert.

  • Die Wärmepumpen-Art eignet sich für Ihre Anforderungen nicht.

  • Bei der Luft/Wasser-Wärmepumpe können mangelhaft gedämmte Verbindungsleitungen zur Vereisung der Wärmepumpe beitragen.

  • Der Standort ist für die Luft/Wasser-Wärmepumpe ungeeignet.

Generell gilt: Wenn eine Wärmepumpe nicht effizient arbeitet, liegen dieser Ursache in den meisten Fällen Installationsfehler zugrunde.

Wie hoch ist der Stromverbrauch der Wärmepumpe pro Tag im Winter?

Strom dient der Wärmepumpe als Antriebsenergie. Wie effizient die Wärmepumpe heizt, lässt sich anhand des Verhältnisses zwischen Strom in Kilowattstunden und der Jahresarbeitszahl (JAZ) bestimmen. Kurz gesagt: Je höher die JAZ ausfällt, desto effizienter ist auch die Wärmepumpe im Winter. Denn die Wärmepumpe benötigt weniger Strom und das senkt die Betriebskosten.

JAZ der Wärmepumpe

JAZ: Kennzahl für die Effizienz der Wärmepumpe

Erfahren Sie in diesem Artikel alles wichtige über die Jahresarbeitszahl Ihrer Wärmepumpe. Weiterlesen

Der Stromverbrauch berechnet sich aus dem Verhältnis der Heizleistung und der Jahresarbeitszahl. Die Heizstunden multiplizieren Sie hinzu. Generell ist der Stromverbrauch im Winter höher als im Sommer. Gründe hierfür sind der gestiegene Wärmebedarf sowie der notwendige Aufwand, um Umgebungsenergie in Wärme umzuwandeln. Es gibt aber spezielle Stromtarife für Wärmepumpen, bei denen die Anbieter geringere Netzentgelte verlangen. Mit einer Photovoltaik-Anlage können Verbraucher zusätzlich sparen.

Einflussfaktoren JAZ Wärmepumpe
Faktoren wie die Betriebsweise, die realen Systemtemperaturen, die Installationsqualität und das Lüftungsverhalten haben Einfluss auf die Jahresarbeitszahl Ihrer Wärmepumpe.

Der Stromverbrauch einer Wärmepumpe im Winter pro Tag lässt sich beispielhaft erklären:

Angenommen, die Heizleistung liegt bei 10 kW und die Jahresarbeitszahl bei 4,4. Daraus resultiert der Wert 2,27. Diesen Wert multiplizieren Sie nun mit dem Durchschnittswert an Heizstunden pro Jahr. Dieser beträgt zwischen 1.800 und 2.200 Heizstunden. Wir nehmen einmal 2.000 an. Daraus ergibt sich ein Stromverbrauch von 4.540 kWh pro Jahr. Den Wert teilen Sie indessen durch 365, wobei 365 für die Tage eines Jahres steht. Der Stromverbrauch pro Tag liegt somit bei 12,4 kW. Zum Vergleich: Eine Ölheizung verbraucht täglich durchschnittlich 25 Liter Heizöl. Im Winter können es sogar bis zu 40 Liter am Tag sein.

So arbeitet eine Wärmepumpe auch im Winter effizient

Individuelle Faktoren haben große Auswirkungen auf die tatsächlich zu erreichende Leistung einer Wärmepumpe im Winter. Folgende Möglichkeiten können die Effizienz einer Wärmepumpe im Winter steigern.

Heizstab zuschalten: Wann ist es notwendig?

Reichen die Temperaturen im Pufferspeicher nicht mehr aus, um den Wärmebedarf eines Hauses zu decken, schaltet sich der Heizstab automatisch ein, sofern dieser verbaut ist. Neben der Leistung schützt der Heizstab Systeme auch vor Frost. Wasser/Wasser-Wärmepumpen benötigen beispielsweise keinen Heizstab. Für Luftwärmepumpen ist eine solche Erweiterung ratsam. Bei der CHA-Monoblock, der Luft/Wasser-Wärmepumpe von WOLF, ist solch ein Heizstab bereits integriert.

Photovoltaik und Wärmepumpe im Winter kombinieren

Kombinieren Sie Photovoltaikanlagen mit einer Wärmepumpe, steigert dies die Effizienz im Winter. Die Kombination erhöht nicht nur die Eigenleistung eines Gebäudes, sondern senkt auch die Betriebskosten. Das sorgt insbesondere in den Wintermonaten für eine finanzielle Entlastung. Eine Anbindung ist beispielsweise über SG-Ready möglich. Auf diese Kennzeichnung ist beim Kauf einer Wärmepumpe zu achten.

Vereisen der Wärmepumpe vermeiden

Frostige Temperaturen gepaart mit einer hohen Luftfeuchtigkeit können zum Vereisen verbauter Komponenten innerhalb der Wärmepumpe führen. Meist trifft es den Verdampfer. Heizstäbe, spezielle Features und das Deaktivieren der Energiedrosselung über Nacht wirken einem Vereisen entgegen.

Wärmepumpe auf Schneefall vorbereiten

Schneefall betrifft nur die Luft/Wasser-Wärmepumpen und Luft/Luft-Wärmepumpen, welche neben der Innen- auch eine Außeneinheit besitzen. Ablagerungen wie Schnee oder Laub können die Anlagen beschädigen und so die Effizienz minimieren. Das lässt sich einfach vermeiden: Die Außengeräte sollten so platziert sein, dass sich kein Schnee darauf ansammeln kann und eine Vereisung ausgeschlossen ist. Der optimale Standort für die Außeneinheit einer Wärmepumpe sollte in der Nähe des Gebäudes sein, sodass die Wasser- oder Kältemittelleitungen nicht abkühlen.

Um das Außengerät vor Kälte und Schneefall zu schützen, bietet sich die Aufstellung in einem Carport an, das sich direkt neben dem Wohnhaus befindet. Bei einem ungünstigen Standort, ist es wichtig, Schnee schnellstmöglich von der Geräteeinheit zu entfernen. Halten Sie insbesondere die Öffnungen von Ventilatoren frei. Um Beschädigungen zu vermeiden oder rechtzeitig zu beheben, sollten Sie zudem die Filter regelmäßig überprüfen.

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Reicht eine Wärmepumpe für den Winter aus?

Die Wärmepumpe ist eine der beliebtesten Heiztechnologien der heutigen Zeit: Sie ist effizient, nachhaltig, senkt Betriebskosten und erhöht die Unabhängigkeit von fossilen Brennstoffen. Diese Merkmale treffen auch im Winter zu. So versorgt das Heizsystem ein Haus ebenso in der kalten Jahreszeit zuverlässig mit Wärme.

Setzen Sie auf moderne und qualitative Techniken und entscheiden Sie sich mit der Wärmepumpe für eine Heiztechnik, die ganzjährig überzeugt.

Platzhalter Autorenbild

Andreas Wurm,
M.Sc.

Über den Autor

Andreas Wurm absolvierte seinen Bachelor of Science in Maschinenbau an der RWTH Aachen University und schloss einen Master in Energietechnik (Spezialisierung Erneuerbare Energien) an derselben Universität an. Nach seinem Studium war er von 2014 bis 2016 Projektingenieur in der Branche Heizungs- und Klimatechnik.

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