Sie möchten Ihre Heizkosten berechnen und wissen, ob Sie zu viel zahlen? Mit der richtigen Formel schätzen Sie Ihre jährlichen Kosten in wenigen Minuten ab. Wir zeigen Ihnen die Berechnung Schritt für Schritt, nennen aktuelle Durchschnittswerte und verraten, wie Sie dauerhaft sparen.
Heizkosten berechnen: So ermitteln Sie Ihren Verbrauch

Heizkosten berechnen: Das Wichtigste im Überblick
Mit dem Energieausweis berechnen Sie Ihre Heizkosten wie folgt: Wohnfläche × Endenergieverbrauch (kWh/m²) × Energiepreis (Cent/kWh).
Eine durchschnittliche 70-Quadratmeter-Wohnung im Mehrfamilienhaus kostet je nach Heizart zwischen rund 680 Euro (Wärmepumpe) und 1.225 Euro (Fernwärme).¹
Die Höhe Ihrer Heizkosten hängt vor allem vom Gebäudezustand, dem Heizsystem, dem Energieträger und dem Verbrauch ab.
Mit einem Heizungstausch auf eine Wärmepumpe senken Sie Ihre Heizkosten je nach Ausgangslage deutlich.
So berechnen Sie Ihre Heizkosten
Sie berechnen Ihre Heizkosten am schnellsten mit Ihrem Energieausweis oder der Abrechnung Ihres Energieversorgers. Beide Wege liefern Ihnen in wenigen Schritten einen belastbaren Wert.
Option 1: Heizkosten mit dem Energieausweis berechnen
Wenn für Ihr Haus ein aktueller Energieausweis (Verbrauchsausweis) vorliegt, berechnen Sie Ihre Heizkosten ganz einfach. Im Energieausweis finden Sie die Angabe „Endenergieverbrauch dieses Gebäudes". Multiplizieren Sie diesen Wert mit Ihrer Wohnfläche in Quadratmetern. Den Wert multiplizieren Sie anschließend mit dem Durchschnittspreis Ihres Energieträgers pro Kilowattstunde.
Daraus ergibt sich folgende Formel:
Wohnfläche (m²) × Endenergieverbrauch (kWh/m² und Jahr) × Durchschnittspreis Energieträger (Cent/kWh) = Heizkosten pro Jahr
Berechnungsbeispiel für die Heizkosten
Wohnfläche: 150 Quadratmeter, normale Deckenhöhe
Endenergieverbrauch der Heizung: 45 kWh/m2 und Jahr
Durchschnittspreis für Gas: 11 Cent/kWh3
Rechnung: 150 m² × 45 kWh/m² × 11 Cent/kWh = 74.250 Cent, was rund 742,50 Euro entspricht.
Option 2: Heizkosten über die Abrechnung des Energieversorgers ermitteln
Heizen Sie mit Gas, lesen Sie Ihre Heizkosten direkt auf der Jahresabrechnung Ihres Energieversorgers ab. Häufig liegt eine Vergleichstabelle bei, mit der Sie Ihren Verbrauch gegenüber anderen Haushalten einordnen.
Durchschnittliche Heizkosten pro Quadratmeter: Wie viel ist normal?
Ob Ihre Heizkosten zu hoch sind, erkennen Sie am besten im Vergleich mit Durchschnittswerten. Der Heizspiegel für Deutschland 2025 wertet dafür über 90.000 Gebäudedaten aus.
Für eine durchschnittliche 70-Quadratmeter-Wohnung im Mehrfamilienhaus fielen für das Abrechnungsjahr 2024 je nach Heizart folgende Kosten an.¹
| Heizart | Heizkosten pro Jahr (70 m²) |
|---|---|
| Wärmepumpe | zirka 680 Euro |
| Holzpellets | zirka 615 Euro |
| Heizöl | zirka 1.030 Euro |
| Erdgas | zirka 1.030 Euro |
| Fernwärme | zirka 1.225 Euro |
| Heizart | Wärmepumpe |
| Heizkosten pro Jahr (70 m²) | zirka 680 Euro |
| Heizart | Holzpellets |
| Heizkosten pro Jahr (70 m²) | zirka 615 Euro |
| Heizart | Heizöl |
| Heizkosten pro Jahr (70 m²) | zirka 1.030 Euro |
| Heizart | Erdgas |
| Heizkosten pro Jahr (70 m²) | zirka 1.030 Euro |
| Heizart | Fernwärme |
| Heizkosten pro Jahr (70 m²) | zirka 1.225 Euro |
Die Wärmepumpe ist mit Holzpellets die günstigste Heizart und seit 2022 durchgängig günstiger als fossile Systeme.¹ Der Grund liegt unter anderem im steigenden CO₂-Preis: 2026 wird dieser im nationalen Emissionshandel in einem Korridor von 55 bis 65 Euro pro Tonne CO₂ ermittelt. Dadurch verteuern sich fossile Energieträger wie Gas und Heizöl zusätzlich.²

Während der Heizspiegel die Kosten für eine typische Wohnung abbildet, zeigt die Grafik die jährlichen Betriebskosten für ein Gebäude mit einem höheren durchschnittlichen Wärmebedarf von 18.000 kWh (z. B. ein Einfamilienhaus). Auch hier wird der deutliche Preisvorteil der Wärmepumpe gegenüber fossilen Brennstoffen sichtbar.
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Wärmebedarf nach Zustand und Alter des Gebäudes
Wie viel Energie Ihr Gebäude überhaupt benötigt, hängt stark vom Baujahr und dem Dämmstandard ab.
| Fertigstellung | geschätzter Wärmebedarf (kWh pro m² und Jahr) |
|---|---|
| 1970 bis 1980 | 200 bis 300 kWh |
| 1980 bis 1990 | 125 bis 200 kWh |
| 1990 bis 2000 | 90 bis 125 kWh |
| ab 2000 | 25 bis 90 kWh |
| Effizienzhaus 70 | zirka 60 kWh |
| Fertigstellung | 1970 bis 1980 |
| geschätzter Wärmebedarf (kWh pro m² und Jahr) | 200 bis 300 kWh |
| Fertigstellung | 1980 bis 1990 |
| geschätzter Wärmebedarf (kWh pro m² und Jahr) | 125 bis 200 kWh |
| Fertigstellung | 1990 bis 2000 |
| geschätzter Wärmebedarf (kWh pro m² und Jahr) | 90 bis 125 kWh |
| Fertigstellung | ab 2000 |
| geschätzter Wärmebedarf (kWh pro m² und Jahr) | 25 bis 90 kWh |
| Fertigstellung | Effizienzhaus 70 |
| geschätzter Wärmebedarf (kWh pro m² und Jahr) | zirka 60 kWh |
Je älter und schlechter gedämmt ein Gebäude ist, desto höher sind die Heizkosten. Die Werte sind pauschale Kategorien und verändern sich nach Sanierungsmaßnahmen wie einer nachträglichen Dämmung.
Die folgende Grafik veranschaulicht diesen Unterschied.

Einflussfaktoren: Was bestimmt die Höhe der Heizkosten?
Wie hoch Ihre Heizkosten ausfallen, hängt von mehreren Faktoren ab: Der Art und dem Zustand des Gebäudes, dem Alter der Heizung, dem Energieträger, der Personenzahl im Haushalt sowie den Nebenkosten.
Art und Zustand des Gebäudes
Die Größe und die Bauart bestimmen maßgeblich den Heizbedarf. In einer kleinen Wohnung verbrauchen Sie weniger Energie als in einem mehrstöckigen Einfamilienhaus, weil Sie weniger Fläche beheizen. Auch die energetische Sanierung zählt: In einem unsanierten Altbau zahlen Sie deutlich mehr als im Neubau, weil vor allem die Wärmedämmung den Verbrauch beeinflusst.
Zustand und Alter des Heizsystems
Tauschen Sie alte Heizungen nicht erst aus, wenn die Anlage defekt ist oder der Tausch zur Pflicht wird. Mit einem modernen Gerät wie einer Wärmepumpe sparen Sie spürbar Heizkosten und schonen die Umwelt. Auch schlecht gewartete Anlagen treiben den Verbrauch in die Höhe.
Eingesetzte Energieträger
Bei Verbrennungsheizungen bestimmen die Kosten des Energieträgers die Heizkosten. Heizen Sie mit Öl, hängen Ihre Betriebskosten vom schwankenden Ölpreis ab. Mit einer Wärmepumpe machen Sie sich von fossilen Preisen unabhängig: Sie nutzen kostenlose Umweltwärme und senken Ihre Heizkosten. Kombinieren Sie die Wärmepumpe mit einer Photovoltaikanlage, sparen Sie zusätzlich Stromkosten.
Anzahl der Personen und Nebenkosten
Je mehr Personen in einem Haushalt leben, desto mehr Energie verbrauchen sie für Warmwasser. Die Raumwärme bleibt dagegen relativ konstant, weil Sie unabhängig von der Bewohnerzahl meist gleich viele Zimmer heizen. Ein Vier-Personen-Haushalt im Einfamilienhaus verbraucht durchschnittlich je nach Dämmung rund 13.000 bis 25.000 kWh pro Jahr. Hinzu kommen Nebenkosten von 200 bis 600 Euro für die regelmäßige Wartung.
Den exakten Energieverbrauch Ihres Hauses ermitteln
Ihren Stromverbrauch finden Sie auf der Jahresabrechnung oder am Stromzähler. Möchten Sie wissen, wie viel Wärmeenergie Sie verbraucht haben, rechnen Sie den Brennstoffverbrauch in Kilowattstunden um. Folgende Überschlagswerte helfen Ihnen weiter:
Energieverbrauch bei Gas- und Ölheizungen berechnen
Multiplizieren Sie Ihren Gasverbrauch in Kubikmeter (m³) mit dem Überschlagswert zehn, um die verbrauchten Kilowattstunden zu erhalten. Heizen Sie mit Flüssiggas, multiplizieren Sie die Menge mit 28. Bei einer Ölheizung multiplizieren Sie Ihren Ölverbrauch in Litern ebenfalls mit zehn.
Energieverbrauch der Wärmepumpe berechnen
Bei einer Wärmepumpe zählt nur der Stromverbrauch, da die Heizung kostenlose Umweltwärme nutzt. Für die Berechnung benötigen Sie die Heizleistung, die Jahresarbeitszahl (JAZ) und die Heizstunden:
Heizleistung (kW) / JAZ × Heizstunden = Stromverbrauch pro Jahr (kWh)
Beispiele für die Berechnung des Energieverbrauchs
Sie benötigen 1.200 m³ Gas pro Jahr → Jahresenergieverbrauch rund 12.000 kWh.
Ihr Vier-Personen-Haushalt verbraucht 1.500 Liter Heizöl pro Jahr → rund 15.000 kWh.
Ihre Wärmepumpe hat 10 kW Heizleistung, eine JAZ von 3,5 und kommt auf 2.000 Heizstunden. Rechnung: 10 kW / 3,5 × 2.000 Heizstunden ≈ 5.700 kWh Stromverbrauch pro Jahr.
Berechnungsbeispiel: Was kostet das Heizen im Einfamilienhaus?
Wir berechnen die Heizkosten für ein modernisiertes Einfamilienhaus mit 150 Quadratmetern. Ein Gebäude dieser Größe und Effizienzklasse benötigt rund 13.500 kWh Wärmeenergie pro Jahr (entspricht etwa 90 kWh/m²). Je nach Energieträger ergeben sich daraus unterschiedliche Kosten.
Bei einem Gaspreis von rund 11 Cent/kWh entstehen Heizkosten von etwa 1.485 Euro pro Jahr.3 Die Wärmepumpe benötigt Strom, den Sie bezahlen müssen. Erzeugen Sie den Strom mit einer eigenen Photovoltaikanlage, sinken die Betriebskosten.
Praxistipp: Verbrauch realistisch einordnen
Vergleichen Sie Ihren Verbrauch pro Quadratmeter mit den Durchschnittswerten des Heizspiegels, statt nur auf die Gesamtsumme zu schauen.
Liegen Sie deutlich über dem Schnitt Ihrer Baualtersklasse, lohnt sich ein Blick auf Dämmung, Heizungseinstellung und einen möglichen Heizungstausch.
5 Tipps, mit denen Sie Ihre Heizkosten senken
Sie haben zahlreiche Möglichkeiten, Ihre Heizkosten zu sparen. Einige erfordern Investitionen, andere sind kostenlos. Alle zahlen sich langfristig aus.
1. Heizungstausch
Wenn Sie Ihre alte Heizung gegen eine moderne Heizung tauschen, senken Sie Ihre Heizkosten je nach Ausgangslage deutlich. Investitionen in zukunftssichere Technologien wie beispielsweise die Wärmepumpe können Sie durch Fördermittel auffangen.
2. Wärmedämmung
Bei unsanierten Häusern entweicht ein Großteil der Wärme über die Gebäudehülle. Eine ausreichende Dachdämmung senkt den Heizbedarf um bis zu 20%.4
3. Regelmäßige Wartung
Eine gut gewartete Anlage arbeitet effizienter: Der Heizungsinstallateur erkennt Konfigurationsfehler, die den Verbrauch erhöhen, während regelmäßige Reinigungen die Effizienz zusätzlich verbessern.
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4. Richtiges Lüften
Wer im Winter kurz und kräftig stoßlüftet statt das Fenster zu kippen, senkt seine Heizkosten spürbar. Noch besser arbeitet eine kontrollierte Lüftungsanlage.

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5. Sparsames Heizverhalten
Senken Sie die Raumtemperatur um 1°C, sparen Sie bereits bis zu 6% Heizkosten.5 Für Wohnräume gelten 20 bis 23°C als optimal.
Häufig gestellte Fragen zum Thema Heizkosten berechnen
Fazit: Verbrauch im Blick behalten und auf ein effizientes System setzen
Mit erneuerbaren Energien machen Sie sich unabhängig von Energieversorgern und heizen umweltfreundlich. Besonders effizient arbeitet eine Wärmepumpe, deren Anschaffung sich dank Förderung oft nach kurzer Zeit rechnet. In Kombination mit einer Photovoltaikanlage heizen Sie nahezu autark. Mieter, die keinen Einfluss auf die Heizung haben, profitieren von den genannten Energiespartipps.
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² Umweltbundesamt: Nationalen Emissionshandel verstehen
3 BDEW: BDEW-Gaspreisanalyse April 2026
4 Finanztip: Warum Du Dein Dach dämmen solltest
5 Verbraucherzentrale: Richtig heizen – Tipps zur optimalen Raumtemperatur und Heiztechniken

