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Förderung beim Heizungstausch: Konditionen so gut wie nie

Ist Ihre Heizung in die Jahre gekommen? Häufen sich sogar schon die Reparaturen? Dann ist es Zeit, über einen Heizungstausch nachzudenken. Aktuell bietet die Bundesregierung eine sehr attraktive Förderung für den Heizungstausch an. Eine neue Heizung lohnt sich mehr denn je.

Inhaltsverzeichnis

  1. Heizkosten sparen und hohe Förderung: Heizungstausch hat gute Gründe
  2. Heizungstausch erfordert gründliche Vorbereitung
  3. Bundesregierung fördert erneuerbare Energien
  4. Voraussetzungen für eine Förderung des Heizungstausches
  5. Wie sieht die Förderung für den Heizungstausch im Einzelnen aus?
  6. Wie erhalte ich die Förderung?
  7. Heizungsprofi hilft weiter
Förderung Heizungstausch: Glas mit Geld

Heizkosten sparen und hohe Förderung: Heizungstausch hat gute Gründe

Welche Gründe gibt es für einen Heizungstausch? Alte Heizungen sind nicht effizient. Sie verbrauchen zu viel Öl, Gas oder Strom. Das treibt Ihre Heizkosten unnötig in die Höhe und nebenbei befeuert das unnötige Verheizen fossiler Brennstoffe auch stark den Klimawandel.

Vor allem können Sie durch einen Tausch der Anlage langfristig Heizkosten sparen. Anders als eine Dämmung oder neue Fenster amortisiert sich eine moderne effiziente Heizung bereits nach wenigen Jahren. Vor allem durch die großzügige Heizungstausch-Förderung, durch die Sie bis zu 50% der Investitionskosten sparen.

Heizungstausch erfordert gründliche Vorbereitung

Wer die Heizung so lange betreibt, bis sie aus Altersschwäche den Dienst versagt, der macht alles falsch. Denn eine Heizung ist kein Auto. Ein Auto können Sie in kurzer Zeit ersetzen. Eine Heizungssanierung erfordert aber reifliche Überlegung, Umbaumaßnahmen und damit vor allem Zeit.

Wenn Ihre Heizung aber mitten im Winter kaputt geht, dann haben Sie keine Zeit. Dann müssen Sie froh sein, überhaupt einen Handwerker zu finden. In dieser Situation kann es passieren, dass Sie vielleicht einen modernen Heizkessel erhalten, die gesamte Heizungsanlage aber nicht abgestimmt und hydraulisch abgeglichen wird. Die Folge: Mit der Heizkosteneinsparung wird es nichts.

Oder Sie erhalten eine Heizung, die zwar ihren Dienst erfüllt, aber nicht die Voraussetzungen für die finanzielle Heizungstausch-Förderung. Somit verschenken Sie am Ende womöglich Geld, wenn Sie die Modernisierung nicht mit etwas Voraussicht planen.

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Einen besonders guten Grund über eine neue Heizung nachzudenken, haben Besitzer von Ölheizungen. Denn im Klimapaket hat die Bundesregierung festgelegt, dass man Ölheizungen nach dem Jahr 2026 nicht mehr ohne weiteres einbauen darf. Dafür gewährt die Politik beim Heizungstausch von Ölkesseln aber auch eine besonders gute Förderung.

Bundesregierung fördert erneuerbare Energien

Klar ist: Will Deutschland seine international verbindlichen Zusagen beim Reduzieren von Treibhausgasen erfüllen, muss sich im Gebäudebereich viel mehr tun als bisher. Öl- und Gasheizungen müssen effizienter werden und immer mehr Bürger müssen die fossilen Brennstoffe nach und nach durch erneuerbare Energien ersetzen.

Darum sieht das Klimaschutzprogramm 2030 vor, dass neue Heizungen, die vollständig oder zumindest teilweise erneuerbare Energien nutzen, eine großzügige Förderung erhalten. Seit dem Jahr 2021 hat die Bundesregierung ein weiteres Ziel aus dem Klimaschutzprogramm umgesetzt und sämtliche Förderungen im Bereich Gebäudeenergieeffizienz und Heizen mit erneuerbaren Energien in einem Förderprogramm zusammengefasst. Dieses Programm heißt „Bundesförderung effiziente Gebäude“ (BEG).

Die BEG-Förderung sieht für den Heizungstausch die gleichen guten Konditionen vor, die schon seit 2020 im Vorgängerprogramm galten. In der BEG-Förderung können Sie zwischen einem Investitionszuschuss und einem zinsgünstigen Kredit mit Tilgungszuschuss wählen. Den Zuschuss erhalten Sie beim Bundesamt für Wirtschaft und Ausfuhrkontrolle (BAFA) und den Kredit ab Mitte 2021 von der bundeseigenen Kreditanstalt für Wiederaufbau (KfW).

Zudem haben Sie die Möglichkeit, anstatt Fördermittel zu beantragen, die Kosten für die neue Heizung von der Steuer abzusetzen.

Heizungstausch oder umfassende Sanierung: Was gilt für wen?

  • Die Förderung beim Heizungstausch umfasst Heizungen, die vollständig erneuerbare Energien nutzen und zusätzlich Gas-Hybridheizungen.

  • Gas-Hybridheizungen sind Kombinationen aus einem Gas-Brennwertgerät und einer Wärmepumpe, einem Biomassekessel oder einer Solarwärmeanlage.

  • Für diese Einzelmaßnahme Heizungstausch gibt es den erwähnten Investitionszuschuss vom BAFA von bis zu 50%.

  • Der KfW-Kredit mit Tilgungszuschuss kommt hingegen zum Einsatz bei Häusern, die einen besonders guten Effizienzhausstandard erreichen.

  • Das ist bei umfassenderen Sanierungsmaßnahmen der Fall – auch inklusive Heizungstausch – sowie beim Neubau.

Voraussetzungen für eine Förderung des Heizungstausches

Die Fördervoraussetzungen sind beim Heizungstausch überschaubar. Jeder, der in eine neue Heizung investiert, kann prinzipiell die Förderung erhalten. Auch wenn Ihr altes Heizsystem unter die Austauschpflicht fällt, haben Sie ab sofort die Möglichkeit, eine Förderung für die Anschaffung einer neuen (förderfähigen) Anlage zu erhalten.

Je nach Art der neuen Heizung gibt es allerdings spezifische Fördervoraussetzungen. So müssen die Heizungen bestimmte Effizienzkriterien erfüllen. Sämtliche Heizungen, die förderfähig sind, führt das BAFA daher in Förderlisten. Auch ein hydraulischer Abgleich, den der Heizungsfachmann bei jeder Heizung unbedingt durchführen muss, gehört zu den Fördervoraussetzungen.

Wie sieht die Förderung für den Heizungstausch im Einzelnen aus?

Für die verschiedenen Heizsysteme und ihre Kombinationen gibt es unterschiedliche Fördermittel, die wir Ihnen im Folgenden vorstellen. Dabei sind auch weitere Maßnahmen förderfähig.

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Heizung mit erneuerbaren Energien

Den höchsten Basis-Fördersatz von 35% erhalten Sie, wenn Sie in eine vollständig auf erneuerbaren Energien basierende Heizung investieren. Darunter versteht der Gesetzgeber eine Wärmepumpenanlage und Biomassekessel. Die Förderung beim Heizungstausch eines alten Ölkessels gegen eine neue Heizung, die erneuerbare Energien nutzt, ist besonders großzügig. In diesem Fall wird Ihnen einen Aufschlag von 10 Prozentpunkten auf insgesamt dann 45% Förderung gewährt.

Hybridheizung mit erneuerbaren Energien (EE-Hybrid)

Gleich hoch mit 35% ist die Förderung, wenn Sie sich für eine Kombination verschiedener erneuerbarer Energien entscheiden. Das kann die Kombination einer Wärmepumpe mit einer Solarthermieanlage oder das Zusammenspiel von Solarwärme und einem Pelletkessel sein.

Denkbar ist auch eine Heizung mit Biomasselkessel und Wärmepumpe. Bei einer Hybridheizung mit erneuerbaren Energien gibt es ebenfalls einen Aufschlag von 10 Prozentpunkten auf insgesamt dann 45%, wenn Sie eine alte Ölheizung ersetzen.

Gas-Hybridheizung

Für eine Gas-Brennwertheizung erhalten Sie nur dann eine Förderung, wenn diese mit erneuerbaren Energien zu einer Gas-Hybridheizung gekoppelt ist. Gas-Hybridheizungen sind zum Beispiel die Kombination aus Solarthermieanlage und Gas-Brennwertheizung oder Wärmepumpe und Gas-Brennwertheizung. Für Gas-Hybridheizungen beträgt der Fördersatz 30%. Beim Heizungstausch einer alten Ölheizung sind es auch hier wieder 10 Prozentpunkte mehr, also 40% Förderung.

Gas-Brennwertheizung: Renewable Ready

  • Für reine Gas-Brennwertheizungen gibt es als Ausnahme noch eine Fördermöglichkeit.

  • Dann nämlich, wenn Sie jetzt ein Gas-Brennwertgerät installieren, das bereits mit einer Regelung für erneuerbare Energien ausgestattet ist.

  • Renewable Ready steht zusammengefasst dafür, dass eine Gasheizung für erneuerbare Energien vorbereitet ist.

  • Unter der Voraussetzung, dass Sie innerhalb von zwei Jahren die erneuerbaren Energien nachrüsten, erhalten Sie einen Fördersatz von 20%.

  • In diesem Fall ist kein Aufschlag für den Ölkesseltausch möglich.

Solarthermieanlage

Wenn Ihre alte Heizung noch gut funktioniert, können Sie wie bisher auch einfach eine Solarthermieanlage ergänzen und damit Heizkosten einsparen und CO2-Emissionen reduzieren. Der Fördersatz für Solarthermie beträgt 30%.

Heizungsoptimierung

Weiterhin gibt es auch Förderprogramme für Einzelmaßnahmen zur Heizungsoptimierung. Darunter fallen zum Beispiel der hydraulische Abgleich und der Einbau einer Hocheffizienzpumpe.

Bonus für individuellen Sanierungsfahrplan

Zu allen Fördermitteln für die Heizung gewährt der Gesetzgeber einen Aufschlag von 5%, wenn zuvor ein BAFA-gelisteter Energieberater einen individuellen Sanierungsfahrplan (iSFP) aufgestellt hat. Der Sanierungsfahrplan zählt alle Effizienzmaßnahmen auf, die für Ihr Haus sinnvoll sind. Sie müssen nicht alle Vorschläge umsetzen. Wenn die neue Heizung im iSFP steht, dann gibt es 5 Prozentpunkte Förderung oben drauf. Zu den Kosten für den iSFP gibt Ihnen der Staat zudem 80% hinzu.

Rechenbeispiel Förderung für Heizungstausch

  • Addieren Sie den iSFP-Bonus zu den bisher genannten Fördersätzen, erhalten Sie insgesamt bis zu 50% Förderung.

  • Zum Beispiel: Wenn Sie die besonders gut geförderte Wärmepumpe wählen (35% Basis-Förderung), dabei eine alte Ölheizung austauschen (plus 10 Prozentpunkte, ergibt 45%) und den iSFP-Bonus erhalten (plus 5 Prozentpunkte, ergibt 50%).

Alle relevanten Kosten sind förderfähig

Die Förderung für einen Heizungstausch ist deshalb besonders lukrativ, weil nicht nur die Kosten für den Wärmeerzeuger selbst zählen. Sie erhalten den Fördersatz auch auf weitere Kosten, zum Beispiel für den Speicher, die Verrohrung sowie die Demontage der alten und die Installation der neuen Heizungsanlage.

Wenn Sie für Ihre Wärmepumpenanlage eine neue Fußbodenheizung benötigen, dann zahlt Ihnen der Staat auch dafür anteilig den Fördersatz aus. Allerdings gibt es eine Obergrenze. Sie können maximal 60.000 Euro förderfähige Kosten pro Wohneinheit geltend machen.

Kommen Sie mit Ihrer Investition auf diesen Betrag von 60.000 Euro und erhalten Sie den Höchstsatz von 50% Förderung für Ihren Heizungstausch, zahlt Ihnen das BAFA folglich 30.000 Euro an Zuschüssen aus. Bei der Kreditvariante gewährt die KfW-Bank einen Tilgungszuschuss in gleicher Höhe.

Übersicht der BAFA-Förderung für einen Heizungstausch (Sanierung Bestandsgebäude)1

Heizart
Fördersatz
Fördersatz mit Bonus für Austausch Ölheizung
Fördersatz mit iSFP-Bonus
Fördersatz mit Ölkesseltausch und iSFP-Bonus
Wärmepumpenanlage
35%
45%
40%
50%

Hybridheizung aus erneuerbaren Energien (EE-Hybrid)

35%
45%
40%
50%
Gas-Hybridheizung
30%
40%
35%
45%
Solarthermieanlage
30%
-
35%
-
Gas-Brennwertheizung: Renewable Ready
20%
-
25%
-

Förderung bei Sanierung zum Effizienzhaus

Die BEG-Förderung umfasst ebenfalls die Sanierung eines Bestandgebäudes zu einem Effizienzhaus. In diesem Fall ist auch die Sanierung der Heizung förderfähig. Wenn Sie nach der Sanierung überwiegend mit erneuerbaren Energien heizen, sind die Förderkonditionen besonders gut.

Sobald es nicht mehr um den Heizungstausch als Einzelmaßnahme, sondern um ein Effizienzhaus geht, ist nicht mehr das BAFA, sondern die KfW zuständig. Lesen Sie in unserem umfassenden Artikel zur BEG-Förderung alle Details zur Förderung für die energetische Sanierung.

Weitere Förderprogramme der Bundesländer & Stadtwerke

In einigen Bundesländern gibt es sogar Länderprogramme, von denen Sie zusätzlich zur BAFA-Förderung profitieren können. Auch Stadtwerke fördern effiziente Heizungen. Informieren lohnt sich.

Wie erhalte ich die Förderung?

Bei der Antragstellung und Durchführung der Maßnahme müssen Sie folgende Punkte beachten, um die Förderung für Ihren Heizungstausch zu erhalten.

Förderantrag vor dem Heizungstausch stellen

Sie dürfen Ihre Heizungsmodernisierung erst beginnen, nachdem Sie den Förderantrag beim BAFA eingereicht haben. Diesen können Sie nur elektronisch über die Internetseite des BAFA stellen. Sie dürfen dafür aber auch Ihren Heizungsfachmann bevollmächtigen. Auch bei der Kreditvariante über die KfW-Bank müssen Sie den Förderantrag stellen, bevor Sie einen Vertrag mit Ihrem Handwerker abgeschlossen haben. In diesem Fall erfolgt die Mittelvergabe über Ihre Hausbank.

Heizungsbauer finden

Finden Sie hier den passenden Heizungsbauer in Ihrer Nähe!

In jedem Fall sollten Sie zunächst immer den Heizungsbaubetrieb Ihres Vertrauens kontaktieren. Denn für den Förderantrag benötigen Sie in beiden Varianten ein Angebot. Dieses stellt die Basis für die Förderentscheidung, die spätere Fördersumme und auch den Kreditrahmen dar.

Heizung installieren und Verwendungsnachweis einreichen

Liegt Ihnen für die Förderung Ihres Heizungstausches der Bewilligungsbescheid vor, haben Sie noch 12 Monate Zeit, Ihre neue Heizungsanlage zu realisieren und in Betrieb zu nehmen. Ist das erledigt, reichen Sie einen Verwendungsnachweis beim BAFA oder bei der KfW ein und erhalten anschließend die Fördersumme.

Heizungsprofi hilft weiter

Wenn Sie mit dem Gedanken spielen, Ihre Heizung zu erneuern, sollten Sie eine Fördermittelauskunft nutzen. So hilft Ihnen zum Beispiel der WOLF-Förderkompass für den Heizungstausch bei der Vorauswahl weiter. Hier erhalten Sie nicht nur weitere Hinweise zu den Fördermöglichkeiten vom BAFA und der KfW, sondern auch konkrete förderfähige Systembeispiele. Die optimale Ausgestaltung Ihrer neuen Heizung können Sie dann gemeinsam mit einem erfahrenen Heizungsbauer finden.

 

Bundesministerium für Wirtschaft und Energie: Richtlinie für die Bundesförderung für effiziente Gebäude – Einzelmaßnahmen (BEG EM)

Jens-Peter Meyer,
Dr. rer. nat.

Über den Autor

Dr. Jens-Peter Meyer schreibt freiberuflich seit dem Jahr 2000 über Heizungsthemen. Sein journalistischer Schwerpunkt liegt auf erneuerbaren Energien in der Wärmetechnik – speziell in Solarwärmesysteme, Wärmepumpen und Holzheizungen.

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