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Förderung beim Heizungstausch: Konditionen so gut wie nie

Ist Ihre Heizung in die Jahre gekommen? Häufen sich sogar schon die Reparaturen? Dann ist es Zeit, über einen Heizungstausch nachzudenken. Seit dem Beginn des Jahres 2020 bietet die Bundesregierung eine neue, attraktive Förderung für den Heizungstausch an. Eine neue Heizung lohnt sich mehr denn je.

Inhaltsverzeichnis

  1. Gründe für einen Heizungstausch
  2. Heizungstausch erfordert gründliche Vorbereitung
  3. Bundesregierung fördert erneuerbare Energien
  4. Voraussetzungen für eine Förderung des Heizungstausches
  5. Wie sieht die Förderung für den Heizungstausch im Einzelnen aus?
  6. Wie erhalte ich die Förderung?
  7. Heizungsprofi hilft weiter
Förderung Heizungstausch: Glas mit Geld

Gründe für einen Heizungstausch

Welche Gründe gibt es für einen Heizungstausch? Alte Heizungen sind nicht effizient. Sie verbrauchen zu viel Öl, Gas oder Strom. Das treibt Ihre Heizkosten unnötig in die Höhe und nebenbei befeuert das unnötige Verheizen fossiler Brennstoffe auch stark den Klimawandel. Außerdem können Sie durch einen Tausch der Anlage Heizkosten sparen.

Anders als eine Dämmung oder neue Fenster amortisiert sich eine moderne effiziente Heizung bereits nach wenigen Jahren. Vor allem durch die großzügige Heizungstausch-Förderung, durch die Sie bis zu 45% der Investitionskosten sparen.

Heizungstausch erfordert gründliche Vorbereitung

Wer die Heizung so lange betreibt, bis sie aus Altersschwäche den Dienst versagt, der macht alles falsch. Denn eine Heizung ist kein Auto. Ein Auto können Sie in kurzer Zeit ersetzen. Eine Heizungssanierung erfordert aber reifliche Überlegung, Umbaumaßnahmen und damit vor allem Zeit.

Wenn Ihre Heizung aber mitten im Winter kaputt geht, dann haben Sie keine Zeit. Dann müssen Sie froh sein, überhaupt einen Handwerker zu finden. In dieser Situation kann es passieren, dass Sie vielleicht einen modernen Heizkessel erhalten, die gesamte Heizungsanlage aber nicht abgestimmt und hydraulisch abgeglichen wird. Die Folge: Mit der Heizkosteneinsparung wird es nichts.

Oder Sie erhalten eine Heizung, die zwar ihren Dienst erfüllt, aber nicht die Voraussetzungen für die finanzielle Heizungstausch-Förderung. Somit verschenken Sie am Ende womöglich Geld, wenn Sie die Modernisierung nicht mit etwas Voraussicht planen.

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Einen besonders guten Grund über eine neue Heizung nachzudenken, haben Besitzer von Ölheizungen. Denn im Klimapaket hat die Bundesregierung Ende 2019 festgelegt, dass man Ölheizungen nach dem Jahr 2026 nicht mehr ohne weiteres einbauen darf. Dafür gewährt die Politik beim Heizungstausch von Ölkesseln aber auch eine besonders gute Förderung.

Bundesregierung fördert erneuerbare Energien

Klar ist: Will Deutschland seine international verbindlichen Zusagen beim Reduzieren von Treibhausgasen erfüllen, muss sich im Gebäudebereich viel mehr tun als bisher. Öl- und Gasheizungen müssen effizienter werden und immer mehr Bürger müssen die fossilen Brennstoffe nach und nach durch erneuerbare Energien ersetzen.

Darum sieht das Klimaschutzprogramm 2030 vor, dass neue Heizungen, die vollständig oder zumindest teilweise erneuerbare Energien nutzen, eine großzügige Förderung erhalten. Gab es im vergangenen Jahr noch einen Festbetrag als Zuschuss, bekommen Sie jetzt aus der Förderung des Bundesamtes für Wirtschaft und Ausfuhrkontrolle (BAFA) einen prozentualen Anteil zu Ihrem Heizungstausch erstattet.

Neu ist zudem die Möglichkeit, anstatt Fördermittel zu beantragen, die Kosten für die neue Heizung von der Steuer abzusetzen. Dafür hat die Bundesregierung die günstigen Kredite der Kreditanstalt für Wiederaufbau (KfW) beim Heizungstausch abgeschafft. Diese KfW-Kredite gibt es nur noch für besonders energieeffiziente Gebäude, sei es in der Sanierung oder beim Neubau.

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Die neue BAFA-Förderung gilt im Prinzip sowohl für den Heizungstausch im Bestand als auch für die Heizung im Neubau. Der Unterschied: Während der Staat im Neubau nur Heizungen fördert, die vollständig erneuerbare Energien nutzen, sind es im Bestand zusätzlich Gas-Hybridheizungen. Gas-Hybridheizungen sind Kombinationen aus einem Gas-Brennwertgerät und einer Wärmepumpe, einem Biomassekessel oder einer Solarwärme-Anlage.

Voraussetzungen für eine Förderung des Heizungstausches

Die Fördervoraussetzungen sind beim Heizungstausch überschaubar. Jeder, der in eine neue Heizung investiert, kann prinzipiell die Förderung erhalten. Dabei muss die auszutauschende Heizung gerade einmal älter als zwei Jahre sein. Ansonsten gelten die Bestimmungen der Förderung im Neubau. Eine Ausnahme gibt es jedoch. Ist Ihre Heizung bereits so alt, dass sie unter die Austauschpflicht nach Paragraf 10 der Energieeinsparverordnung fällt, dann erhalten Sie keine Förderung.

Je nach Art der neuen Heizung gibt es allerdings weitere Fördervoraussetzungen. So müssen die Heizungen bestimmte Effizienzkriterien erfüllen. Sämtliche Heizungen, die förderfähig sind, führt das BAFA daher in Förderlisten. Auch ein hydraulischer Abgleich, den der Heizungsfachmann bei jeder Heizung unbedingt durchführen muss, gehört zu den Fördervoraussetzungen.

Wie sieht die Förderung für den Heizungstausch im Einzelnen aus?

Für die verschiedenen Heizungssysteme und ihre Kombinationen gibt es unterschiedliche Fördermittel, die wir Ihnen im Folgenden vorstellen. Dabei sind auch weitere Maßnahmen förderfähig.

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Heizung mit erneuerbaren Energien

Den höchsten Fördersatz von 35% erhalten Sie, wenn Sie in eine vollständig auf erneuerbaren Energien basierende Heizung investieren. Darunter versteht der Gesetzgeber eine Wärmepumpenanlage und Biomassekessel. Beim Heizungstausch eines alten Ölkessels gegen eine neue Heizung, die erneuerbare Energien nutzt, wird Ihnen einen Aufschlag von 10 Prozentpunkten auf insgesamt dann 45% Förderung gewährt.

Hybridheizung mit erneuerbaren Energien

Gleich hoch mit 35% ist die Förderung, wenn Sie sich für eine Kombination verschiedener erneuerbarer Energien entscheiden. Das kann die Kombination einer Wärmepumpe mit einer Solarthermie-Anlage oder das Zusammenspiel von Solarwärme und einem Pelletkessel sein.

Denkbar ist auch eine Heizung mit Biomasselkessel und Wärmepumpe. Bei einer Hybridheizung mit erneuerbaren Energien gibt es auch einen Aufschlag von 10 Prozentpunkten auf insgesamt dann 45%, wenn Sie eine alte Ölheizung ersetzen.

Gas-Hybridheizung

Für eine Gasbrennwert-Heizung erhalten Sie nur dann eine Förderung, wenn diese mit erneuerbaren Energien zu einer Gas-Hybridheizung gekoppelt ist. Gas-Hybridheizungen sind zum Beispiel die Kombination aus Solarthermie-Anlage und Gas-Brennwertheizung oder Wärmepumpe und Gas-Brennwertheizung. Für Gas-Hybridheizungen beträgt der Fördersatz 30%. Beim Heizungstausch einer alten Ölheizung sind es auch hier wieder 10 Prozentpunkte mehr, also 40% Förderung.

Gas-Brennwertheizung: Renewable Ready

  • Für reine Gas-Brennwertheizungen gibt es als Ausnahme noch eine Fördermöglichkeit.

  • Dann nämlich, wenn Sie jetzt ein Gas-Brennwertgerät installieren, das bereits mit einer Regelung für erneuerbare Energien ausgestattet ist.

  • Renewable Ready steht zusammengefasst dafür, dass eine Gasheizung für erneuerbare Energien vorbereitet ist.

  • Unter der Voraussetzung, dass Sie innerhalb von zwei Jahren die erneuerbaren Energien nachrüsten, erhalten Sie einen Fördersatz von 20%.

  • In diesem Fall ist kein Aufschlag für den Ölkesseltausch möglich.

Solarthermie-Anlage

Wenn Ihre alte Heizung noch gut funktioniert, können Sie wie bisher auch einfach eine Solarthermie-Anlage ergänzen und damit Heizkosten einsparen und CO2-Emissionen reduzieren. Der Fördersatz für Solarthermie beträgt 30%.

Heizungsoptimierung

Weiterhin gibt es auch Förderprogramme für Einzelmaßnahmen zur Heizungsoptimierung. Darunter fallen zum Beispiel der hydraulische Abgleich und der Einbau einer Hocheffizienzpumpe.

Alle relevanten Kosten sind förderfähig

Die Förderung für einen Heizungstausch ist deshalb besonders lukrativ, weil nicht nur die Kosten für den Wärmeerzeuger selbst zählen. Sie erhalten den Fördersatz auch auf weitere Kosten, zum Beispiel für den Speicher, die Verrohrung sowie die Demontage der alten und die Installation der neuen Heizungsanlage.

Wenn Sie für Ihre Wärmepumpenanlage eine neue Fußbodenheizung benötigen, dann zahlt Ihnen der Staat auch dafür anteilig den Fördersatz aus. Allerdings gibt es eine Obergrenze. Sie können maximal 50.000 Euro förderfähige Kosten pro Wohneinheit geltend machen. Kommen Sie mit Ihrer Investition auf diesen Betrag von 50.000 Euro und erhalten Sie den Höchstsatz von 45% Förderung für Ihren Heizungstausch, zahlt Ihnen das BAFA folglich 22.500 Euro an Zuschüssen aus.

Übersicht der BAFA-Förderung für einen Heizungstausch (Sanierung Bestandsgebäude)1

Heizart
Fördersatz
Fördersatz mit Bonus für Austausch Ölheizung
Solarthermie-Anlage
30 %
-
Wärmepumpen-Anlage
35 %
45 %
Hybridheizung aus erneuerbaren Energien
35 %
45 %
Gas-Hybridheizung
30 %
40 %
Gas-Brennwertheizung: Renewable Ready
20 %
-

Förderung durch die KfW: Kredite mit Zuschuss

Die bundeseigene KfW-Bank vergibt zudem zinsgünstige Kredite mit Tilgungszuschuss für Sanierer, die ihr Eigenheim nicht allein mit einer Einzelmaßnahme, sondern umfassend energetisch sanieren. Diesen KfW-Kredit mit Zuschuss können Sie auch nutzen, wenn Sie bei der energetischen Sanierung eine neue Heizung einbauen. Die BAFA-Förderung und den KfW-Kredit dürfen Sie auch kombinieren. Für Heizungen mit Brennstoffzellen hat der Bund ebenfalls ein eigenes Förderprogramm geschaffen.

Weitere Förderprogramme der Bundesländer & Stadtwerke

In einigen Bundesländern gibt es sogar Länderprogramme, von denen Sie zusätzlich zur BAFA-Förderung profitieren können. Auch Stadtwerke fördern effiziente Heizungen. Informieren lohnt sich.

Wie erhalte ich die Förderung?

Bei der Antragsstellung und Durchführung der Maßnahme müssen Sie folgende Punkte beachten, um die Förderung zu erhalten.

Förderantrag vor dem Heizungstausch stellen

Sie dürfen Ihre Heizungsmodernisierung erst beginnen, nachdem Sie den Förderantrag beim BAFA eingereicht haben. Diesen können Sie nur elektronisch über die Internetseite des BAFA stellen. Sie dürfen dafür aber auch Ihren Heizungsfachmann bevollmächtigen.

In jedem Fall müssen Sie zunächst immer den Heizungsbaubetrieb Ihres Vertrauens kontaktieren. Denn für den Förderantrag beim BAFA benötigen Sie ein Angebot. Dieses stellt die Basis für die Förderentscheidung und die spätere Fördersumme dar.

Heizungsbauer finden

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Heizung installieren und Verwendungsnachweis einreichen

Wenn Sie den Bewilligungsbescheid des BAFA erhalten haben, haben Sie noch 12 Monate Zeit, Ihre neue Heizungsanlage zu realisieren und in Betrieb zu nehmen. Ist das erledigt, reichen Sie einen Verwendungsnachweis beim BAFA elektronisch ein und erhalten anschließend die Fördersumme ausgezahlt.

Heizungsprofi hilft weiter

Wenn Sie mit dem Gedanken spielen, Ihre Heizung zu erneuern, sollten Sie eine Fördermittelauskunft nutzen. So hilft Ihnen zum Beispiel der WOLF-Förderkompass für den Heizungstausch bei der Vorauswahl weiter. Hier erhalten Sie nicht nur weitere Hinweise zu den Fördermöglichkeiten vom BAFA und der KfW, sondern auch konkrete förderfähige Systembeispiele. Die optimale Ausgestaltung Ihrer neuen Heizung können Sie dann gemeinsam mit einem erfahrenen Heizungsbauer finden.

 

1 BAFA: Förderübersicht: Heizen mit erneuerbaren Energien 2020

Dr. Jens-Peter Meyer

Über den Autor

Dr. Jens-Peter Meyer schreibt freiberuflich seit dem Jahr 2000 über Heizungsthemen. Sein journalistischer Schwerpunkt liegt auf erneuerbaren Energien in der Wärmetechnik – speziell in Solarwärmesysteme, Wärmepumpen und Holzheizungen.

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