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Richtig lüften im Sommer: Abkühlen statt Auskühlen

Pro Tag setzt ein durchschnittlicher Dreipersonenhaushalt 7 bis 15 Liter Wasser in der Luft frei. Sei es durch Kochen, Waschen, Duschen oder einfach nur durch das Atmen: Wir geben rund um die Uhr Feuchtigkeit ab. Und nicht nur wir als Bewohner, sondern auch Zimmerpflanzen und Aquarien erhöhen die Luftfeuchtigkeit im Raum. Aus diesem Grund ist das richtige Lüften im Sommer wie im Winter von zentraler Bedeutung.

Inhaltsverzeichnis

  1. Warum richtiges Lüften im Sommer so wichtig ist
  2. Besonderheiten je nach Raum
  3. Richtig lüften im Sommer: So geht’s
  4. Kontrollierte Wohnraumlüftung: Eine Investition, die sich lohnt
So lüften Sie im Sommer effektiv: Frau sitzt in Sonnenschein vor offenem Fenster

Warum richtiges Lüften im Sommer so wichtig ist

Moderne Gebäude sind sehr gut abgedichtet. Dies verhindert einen ungewollten Luftaustausch und spart Heizkosten – führt allerdings auch zu einer schlechteren Luftqualität. Hinzu kommt, dass die Raumluftfeuchte im Sommer generell höher ist als im Winter1. Die Außenumgebung ist oft schwül und warm.

Kann die Feuchtigkeit von innen nicht entweichen, steigt ihre Konzentration immer mehr an. Ein erstes Indiz: Kondenswasser an den Fenstern. Die Dämmung sorgt dafür, dass kein Luftaustausch mehr stattfindet, die warme Luft nicht entweichen kann und sich der Dampf aus der Luft als Wassertropfen absetzt.

Das sich über die Zeit ansammelnde Kondenswasser ist kein Grund zur Besorgnis, kann allerdings auf Dauer zum Schimmel führen. Sogar Bauschäden sind möglich. Doch soweit muss es nicht kommen: Durch richtiges Lüften können Sie sich und Ihre eigenen vier Wände auch im Sommer schützen.

Besonderheiten je nach Raum

Wie Sie im Sommer richtig lüften, lässt sich nicht pauschal sagen, da der Lüftungsbedarf je nach Art und Nutzung des Raumes variiert.

  • Wohnzimmer

In Wohn- und Arbeitsräumen sowie in Kinderzimmern gelten 40 bis 60% Luftfeuchtigkeit als ideal. Sie können die Werte Ihrer Wohnung mithilfe eines Hygrometers überprüfen, einem Instrument zur Messung der Luftfeuchtigkeit. Im Sommer pendeln sich die Zahlen eher an der oberen Grenze um 60% ein. Daher lautet hier die Devise: morgens und abends regelmäßig und vor allem richtig lüften!

  • Schlafzimmer

Im Schlafzimmer beträgt die ideale Luftfeuchtigkeit ebenfalls 40 bis 60%. Der Mensch gibt durch Atem und Schweiß Feuchtigkeit ab. Verbringen wir – zum Beispiel während der Nacht – eine längere Zeit in ein und demselben Raum, sammelt sich dort viel Feuchtigkeit an. Dadurch ist diese vor allem im Schlafzimmer hoch. Da die Temperaturen im Sommer nachts zurückgehen, können Sie bei gekipptem Fenster schlafen. Wem das unangenehm ist, der sollte vor dem Zubettgehen und nach dem Aufstehen richtig lüften.

  • Küche & Bad

In der Küche gelten 50 bis 60% Luftfeuchtigkeit als ideal. Im Bad dürfen es sogar 50 bis 70% sein. Durch tägliches Kochen, Duschen und Waschen sind die Werte jedoch schwer einzuhalten. Sie können das Raumklima normalisieren und Schimmel entgegenwirken, indem Sie direkt nach dem Duschen etc. stoßlüften.

  • Keller

Der Keller wird meist nicht als Wohnraum genutzt und ist somit einer der kältesten Räume im Gebäude. Daher gilt die Raumluftfeuchtigkeit erst ab 65% als zu hoch. Der kühle Raum lässt sich nicht durch Sommerluft aufwärmen. Die eindringende Luft ist feucht und führt durch rasches Abkühlen zu einer sogenannten „Sommerkondensation”. Sie kann sich an den Kellerwänden niederschlagen und zu Schimmel führen. Wir empfehlen daher: im Keller eher abends oder nachts lüften und die Fenster oder Türen am Tag geschlossen halten.

  • Dachgeschossräume

Im Sommer staut sich vor allem im Dachgeschoss Wärme an. Durch das eindringende Sonnenlicht steigen die Temperaturen und die Luftfeuchtigkeit. Wenn Sie jetzt die Dachfenster öffnen, gelangt noch mehr heiße Luft ins Innere. Halten Sie die Fenster tagsüber daher lieber komplett geschlossen, machen Sie die Vorhänge und Rollläden schon vormittags zu und fliehen zum nächstgelegenen See. Lüften Sie früh morgens oder in den Abendstunden.

  • Wenig genutzte Räume

Selten genutzte Räume wie Flure, Abstellkammern oder Gästezimmer sollten Sie, wenn möglich, ebenfalls lüften. Denn auch hier gelangt unweigerlich Feuchtigkeit aus den anderen Räumen hinein, die Sie regulieren müssen, um Schimmel zu vermeiden.

Richtig lüften im Sommer: So geht’s

Wie kann die tendenziell höhere Raumluftfeuchtigkeit reguliert werden, wenn draußen ähnliche Bedingungen herrschen? Die Lösung: Im Sommer sollten Sie Ihre Wohnung vor allem dann richtig lüften, wenn es draußen verhältnismäßig kühl ist – also eher am Morgen und am Abend. So geht’s:



Praktische Tipps fürs Lüften im Sommer

  • Kippen Sie das Fenster nicht, sondern öffnen Sie es weit. Dadurch gelangt viel kühle Luft ins Innere. Im Sommer empfiehlt sich eine etwas längere Lüftung von 20 Minuten. In dieser Zeit findet ein ausreichender Luftaustausch statt.
  • Schließen Sie die Fenster dann aber wieder richtig, da ansonsten in den wärmeren Stunden zu viel heiße Sommerluft in die Räume gelangt.
  • Lüften heißt in diesem Falle idealerweise Querlüften. Dafür öffnen Sie einfach gegenüberliegende Fenster gleichzeitig. Es entsteht ein Luftzug, durch welchen sich Raum- und Außenluft auf schnellstem Wege austauschen. Allerdings sollten Sie nicht querlüften, wenn besonders viel Feuchtigkeit im Raum ist – zum Beispiel nach dem Duschen oder Kochen. Durch den Durchzug verteilen sich Feuchtigkeit und Gerüche in der ganzen Wohnung. Schließen Sie die Zimmertüren in diesem Fall lieber vor dem Lüften.
Grafik Richtig Lüften: Vergleich Effektivität von Querlüften, Stoßlüften und Kipplüften

Tipps für ein angenehmes Raumklima im Sommer

  1. Gekippte Fenster vermeiden

    Generell sind gekippte Fenster zu vermeiden, da der Austausch der Luft so viel länger dauert als beim Stoßlüften. Für einen erholsamen Schlaf können Sie das Fenster im Sommer aber nachts kippen. Besser ist es in kühlen Nächten allerdings, wenn Sie einmal vor dem Zubettgehen stoßlüften. Denn die Wände in Fensternähe können sonst so stark auskühlen, dass sich Kondenswasser und Schimmel bilden.

  2. Stickigen Räumen den Kampf ansagen

    Bei stickig-heißen Räumen können neben heruntergelassenen Rollläden feuchte Tücher oder Bettlaken vor Fenstern und Türen Abhilfe schaffen. Sie entziehen der Luft Wärme und kühlen die Umgebung ab. Ein Ventilator kann diesen Effekt verstärken. Im Sommer lassen Sie unnötige Elektrogeräte am besten ausgeschaltet. Denn diese strahlen zusätzlich Hitze aus.

  3. Querlüften ist angesagt

    Das Querlüften mit mindestens zwei Fenstern ist die goldene Regel für richtiges Lüften im Sommer. Der optimale Zeitpunkt dafür: frühmorgens und abends. Besonders in der heißen Jahreszeit sorgen Sie so auch tagsüber für angenehme Temperaturen. Doch Achtung: Lüften Sie nicht quer, wenn eine hohe Luftfeuchtigkeit im Raum herrscht. Ansonsten verteilt sich diese nach dem Duschen oder Kochen noch weiter. In diesem Fall gilt: Zimmertüren zu, Fenster auf.

  4. Weitere Feuchtigkeit vermeiden

    Entfernen Sie eventuelle Restfeuchte nach dem Baden oder Duschen am besten mit einem Wischer oder einem Lappen. In der Küche hilft gegen Wasserdampf eine Dunstabzugshaube. So vermeiden Sie einen Feuchtigkeits-Überschuss.

  5. Wohin mit der Wäsche?

    Im Sommer bietet es sich natürlich an, die nasse Wäsche draußen aufzuhängen. Dort trocknet sie schnell und die Wohnräume werden nicht mit zusätzlicher Feuchtigkeit belastet. Doch was, wenn Balkon oder Garten fehlen? Wer keine andere Möglichkeit hat, als die Wäsche drinnen aufzuhängen, sollte in diesen Räumen öfter stoßlüften oder einen Wäschetrockner verwenden.

  6. Nutzung eines Thermo- und Hygrometers

    Sind Sie sich trotzdem unsicher, wie es um das Raumklima Ihrer Wohnung steht? Die Sommertage zeichnen sich durch warme Außentemperaturen und eine damit verbundene hohe Luftfeuchtigkeit aus. Deshalb lohnt ein Blick auf das Thermo- und Hygrometer. Wenn die Außentemperatur nicht über der Raumtemperatur liegt, ist es Zeit zum Lüften. Ein Hygrometer ist noch präziser: Mit diesem Gerät können Sie die Luftfeuchtigkeit Ihrer Wohnung mit den empfohlenen Werten vergleichen. Ein Hygrometer erhalten Sie bereits ab zehn Euro.

Kontrollierte Wohnraumlüftung: Eine Investition, die sich lohnt

Generell empfiehlt sich der Einbau einer Lüftungsanlage. Dadurch ersparen Sie sich lästiges Messen, Vergleichen, manuelles Regulieren. Und zu guter Letzt müssen Sie sich auch weniger Gedanken um Schimmel machen. Wichtig ist einzig und allein die regelmäßige Wartung durch Fachpersonal.

Lassen Sie sich von Experten beraten, ob Ihr Gebäude die Voraussetzungen für einen Einbau erfüllt. Beispielsweise braucht es eine geeignete Stelle für die Luftzu- und Luftabfuhr. Auch für Altbauten gibt es mittlerweile gute Lösungen, bei Neubauten ist die kontrollierte Wohnraumlüftung mittlerweile Standard.

Und so funktioniert es: Das System stimmt Heiztechnik und Lüftung ideal aufeinander ab. Verbrauchte Luft wird nach draußen geleitet. Frische, gefilterte Luft gelangt nach innen. Dies macht ein Filter möglich, der Pollen, Sporen und Schmutzpartikel beseitigt. Daher profitieren insbesondere Allergiker von einer Wohnraumlüftung.

Zentrale Wohnraumlüftung Funktionsweise animierte Grafik

 

1 Umweltbundesamt: Leitfaden zur Vorbeugung, Erfassung und Sanierung von Schimmelbefall in Gebäuden

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