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Kondenswasser am Fenster – was kann ich tun?

Kondenswasser am Fenster kennt jeder. Schließlich ist die Kondensation von Feuchtigkeit an kalten Glasflächen ein ganz natürlicher Vorgang. Doch zu viel Kondensat an Fensterscheiben kann langfristig zu Schimmelbildung führen. Wir zeigen Ihnen, wie Sie dem Schwitzwasser entgegenwirken.

Inhaltsverzeichnis

  1. Was ist überhaupt Kondenswasser und warum beschlagen Fenster?
  2. Worauf kann Kondenswasser am Fenster hindeuten?
  3. Vorbeugen: Was kann ich gegen Kondenswasser am Fenster tun?
  4. Richtig lüften und heizen als beste Prophylaxe gegen Kondenswasser am Fenster
Kondenswasser Fenster: Tropfen am Fenster

Was ist überhaupt Kondenswasser und warum beschlagen Fenster?

Wenn Wasser erwärmt, verändert ein Teil des Wassers seinen Aggregatzustand und wird zu Wasserdampf. Dabei handelt es sich um winzig kleine Wassermoleküle, die in der Luft schweben. Insbesondere warme Luft kann viele dieser Wassermoleküle aufnehmen. Trifft der Wasserdampf nun auf kalte Oberflächen, kühlt die Luft ab und das Wasser kondensiert. Das bedeutet, dass es in seinen ursprünglichen, flüssigen Zustand zurückkehrt.

Dieses sogenannte Kondensat zeigt sich besonders im Winter nach dem Duschen an den Fensterscheiben im Badezimmer. Sie können diesen Effekt übrigens auch nachvollziehen, wenn Sie einen Spiegel anhauchen. Glatte Glas-Fensterflächen beschlagen besonders häufig, da die Außenseiten der Fenster direkt mit der kälteren Außenluft in Kontakt kommen.

Worauf kann Kondenswasser am Fenster hindeuten?

Wenn sich Kondenswasser am Fenster bildet, handelt es sich dabei erst einmal nur um abgekühlte Luft, die viele Wassermoleküle enthält. Sammelt sich verstärkt Kondensat an Fensterflächen, kann das zusätzlich auf Folgendes hindeuten.

  1. Die Raumtemperatur ist deutlich höher als die Außentemperatur. Dieses Szenario ist vor allem in der Winterzeit häufig. Liegt die Raumtemperatur dank Heizung zum Beispiel bei zirka 22°C und draußen herrschen Minusgrade, ist der Temperaturunterschied zwischen außen und innen besonders hoch. Die Fensterflächen sind in diesem Fall sehr kühl. Wer dann eine Dusche im Badezimmer nimmt, sorgt schnell für beschlagene Fenster.

  2. Wenn sich Kondenswasser am Fenster bildet, kann das auf eine unzureichende Durchlüftung hinweisen. Diesen Effekt kennen Sie zum Beispiel von Treibhäusern. Dort ist eine hohe Luftfeuchtigkeit allerdings gewünscht. Bildet sich Kondensat an Fensterglas in Wohnräumen, kann zu wenig Frischluftzufuhr die Ursache dafür sein.

  3. Kondenswasser entsteht in Räumen immer an den kältesten Stellen. Haben Sie sehr alte, schlecht isolierte Fenster, setzt sich Kondensat in der Regel immer zwischen Fenster und Rahmen ab. Der Grund ist einfach: Durch die undichte Stelle kann Wärme schneller entweichen. Die warme Luft transportiert viel Feuchtigkeit, die dann an den undichten Stellen sofort kondensiert.

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Vorbeugen: Was kann ich gegen Kondenswasser am Fenster tun?

Um Kondenswasser am Fenster zu vermeiden, sollten Sie die feuchte gegen frische Luft austauschen. Gleichzeitig können Sie die Luftfeuchtigkeit durch ausreichend Wärme „beseitigten“. Konkret bedeutet das:

Stoßlüften

Im Winter reicht es aus, wenn Sie täglich drei bis fünf Mal stoßlüften. Öffnen Sie dafür die Fenster für zirka fünf Minuten weit. Empfehlenswert ist es, besonders abends und morgens zu lüften. Auch wenn wir das Schlafzimmer in der Regel nur nachts nutzen, sollten Sie gerade dort am Morgen gründlich lüften. Denn im Schlaf verlieren wir viel Feuchtigkeit, die sich an kalten Flächen im Schlafzimmer sammelt und für Kondensat sorgen kann.

Richtig lüften im Sommer und Winter

  • Im Sommer ist es wichtig, möglichst in den kühlen Morgen- und Abendstunden zu lüften. So vermeiden Sie, dass sich Ihre Räume zu stark aufheizen. Mehr dazu lesen Sie im Artikel „Richtig lüften im Sommer: Abkühlen statt Auskühlen". 

  • Im Winter ist Stoßlüften das Mittel der Wahl. Dadurch vermeiden Sie, dass beim Lüften zu viel Wärme die Räume verlässt. Das spart wertvolle Energie. Gleichzeitig verhindern Sie eine zu hohe Luftfeuchtigkeit, die zu Schimmelbildung in der Wohnung führen kann. Mehr dazu lesen Sie im Artikel „Richtig lüften im Winter: Energie sparen, Schimmel vermeiden“.

Wohnraumlüftung

Um die Belüftung insgesamt zu optimieren, bietet sich vor allem bei besonders dichten Neubauten eine kontrollierte Wohnraumlüftung an. Sie sorgt ebenfalls für einen geringen Kondensatanfall.

Durch die integrierte Wärmerückgewinnung lässt sich mit einem entsprechenden Gerät außerdem ein Großteil der Wärme aus der verbrauchten Luft wiedergewinnen und nutzen. Somit profitieren Sie durch eine Wohnraumlüftung mit Wärmerückgewinnung nicht nur von einer optimierten Luftfeuchtigkeit und Luftqualität in Ihrer Wohnung oder Ihrem Haus, sondern Sie sparen zusätzlich Heizkosten.

Bei der kontrollierten Wohnraumlüftung (WRL) wird zwischen der zentralen und der dezentralen Variante unterschieden. Prinzipiell wird zu der zentralen WRL geraten, da hier der Luftaustausch in den verschiedenen Räumen gut aufeinander abgestimmt werden kann. Als Nachrüst-Lösung bietet sich jedoch häufig eher die dezentrale WRL an, da sie einfacher zu installieren ist.

Feuchtigkeit reduzieren

Kondenswasser am Fenster entsteht überwiegend dadurch, dass die Luftfeuchtigkeit im Raum zu hoch ist. Vermeiden Sie deshalb, Ihre Wäsche in Wohnräumen zu trocknen.

Ein Beispiel: Die Wäsche einer Waschmaschinenladung enthält bis zu drei Liter Wasser. Dieses Wasser kann nach dem Trocknen im Wohnraum kondensieren, sofern Sie nicht für ausreichende Belüftung sorgen. Im Sommer können Sie die Wäsche eventuell draußen aufhängen und im Winter einen Wäschetrockner nutzen.

Richtig heizen

Wer Kondenswasser am Fenster vermeiden möchte, sollte in der Heizperiode kontinuierlich heizen. Im Winter ist es wichtig, dass die Räume nicht komplett auskühlen. Denn in unbeheizten Zimmern kann sich an den Wänden oder Fenstern Feuchtigkeit absetzen und Schimmel begünstigen. Um dies zu vermeiden, sollten die Räume immer mindestens 15°C warm sein.

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Fenster austauschen

Es kann helfen, nicht isolierte Fenster in einer Altbauwohnung oder einem älteren Haus austauschen zu lassen. Dadurch reduzieren Sie die Gefahr von Schimmelbildung und sorgen gleichzeitig für einen dauerhaft geringeren Energieverbrauch beim Heizen.

Denn moderne Fenster verfügen über Isolierglas und schließen dicht. So wird weniger Wärme nach draußen geleitet und es entstehen keine Wärmebrücken, die feuchte Raumluft kondensieren lassen.

Richtig lüften und heizen als beste Prophylaxe gegen Kondenswasser am Fenster

Gelegentliches Kondenswasser am Fenster nach dem Duschen oder beim Kochen ist nicht schlimm und kann einfach abgewischt werden. Wer richtig heizt und im Winter mehrfach am Tag stoßlüftet, verhindert eine dauerhafte Kondensatbildung und vermeidet Schimmel.

Sollte jedoch trotz korrektem Lüften und Heizen immer wieder Kondenswasser am Fenster auftreten, kann ein Austausch der Fenster sinnvoll sein. Mit einer kontrollierten Wohnraumlüftung sollten Sie das Problem komplett loswerden.

Heizungsbauer finden

Nutzen Sie die Kompetenz der Heizungsbauer in der Nähe und lassen Sie sich am besten unverbindlich zu einem neuen Wärme- und/oder Lüftungskonzept beraten.

Phil R.

Über den Autor

Phil R. hat mehrere Jahre in der Marketing-Abteilung eines Unternehmens für Heiz- und Kamintechnik gearbeitet. Dort hat er tiefe Einblicke in die Technik und Branche bekommen und gelernt, komplexe Heizungsthemen für Laien verständlich aufzubereiten.

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