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Die Klimaanlage kühlt nicht: Ursachen und Lösungen

Wenn die Klimaanlage auf einmal gar nicht mehr funktioniert oder zusehends weniger kühlt, ist die Frustration groß. In den allermeisten Fällen liegt aber kein großer Defekt vor. Beim Betrieb der Klimaanlagen können mehrere kleinere Probleme auftreten. Viele davon lassen sich durch regelmäßiges Reinigen und fachmännische Wartung verhindern. Wir erklären das Zusammenwirken der wichtigsten Komponenten und stellen gängige Fehler vor. Außerdem erfahren Sie in diesem Beitrag, wann Sie selbst Abhilfe schaffen können und in welchen Fällen Sie das Feld besser einem Profi überlassen sollten.

Inhaltsverzeichnis

  1. So sorgt eine Klimaanlage für kühle Temperaturen
  2. Daran liegt es, wenn die Klimaanlage nicht kühlt
  3. Do it yourself oder eine Sache für den Profi?
  4. So nutzen Sie die Klimaanlage am besten
  5. Lüftungsanlagen: Alternativen zur Klimaanlage

So sorgt eine Klimaanlage für kühle Temperaturen

Im Wesentlichen besteht eine Klimaanlage aus zwei über ein Leitungsnetz miteinander verbundenen Wärmetauschern. In den Leitungen zirkuliert ein Kältemittel. Dieses zeichnet sich durch eine Eigenschaft aus: Es verdampft schon bei sehr niedrigen Temperaturen. Genau diese Besonderheit macht sich die Klimaanlage zunutze. Denn es gilt, ein physikalisches Prinzip zu überwinden. Wärmeenergie fließt immer von warmer zu kalter Luft und nicht umgekehrt.

Stellen wir uns nun einen Raum vor, der gerade heruntergekühlt wird: Dessen Temperatur liegt bereits unter der Außentemperatur. Jetzt kommt das Kältemittel ins Spiel: Ohne dieses gäbe es keine Möglichkeit, dem Raum Wärme zu entziehen und diese nach außen abzugeben. Das Kältemittel macht das aber möglich. Gelangt das kühle, flüssige Kältemittel in den Wärmetauscher im Wohnraum, entzieht es der Innenluft Wärme. Dabei erwärmt sich das Kältemittel soweit, dass es verdampft.

Die gleichen Prinzipien wirken, wenn Sie Wasser auf dem Herd so lange erhitzen, bis es seinen Aggregatzustand ändert. Das Kältemittel befördert nun die Wärmeenergie durch die Leitungen zum äußeren Wärmetauscher. Auf dem Weg dorthin passiert es einen Kompressor. Der verdichtet es. Dadurch steigt die Temperatur des Gases endgültig über die Außentemperatur. Wieder ist sichergestellt, dass der Wärmeaustausch zwischen Kältemittel und Umgebungsluft gemäß der natürlichen Fließrichtung der Wärme gelingen kann.

Die Funktionsweise einer Klimaanlage Grafik
So funktioniert eine Klimaanlage: Mithilfe eines Kältemittels kühlen Klimageräte die Raumluft.

Der äußere Wärmetauscher ist mit einem Gebläse ausgestattet. Das saugt ständig kühlere Frischluft an und steigert so die Effizienz des Wärmetransfers. Hat das Kältemittel seine Energie abgegeben, verflüssigt es sich wieder.  Ein Ventil baut den Druck ab, sodass der Prozess von vorne beginnen kann.

Daran liegt es, wenn die Klimaanlage nicht kühlt

Die Klimaanlage kühlt nicht richtig? Es ist nicht immer ein defektes Bauteil schuld. Viel häufiger ist das Gerät zu klein dimensioniert oder schlicht falsch eingestellt. Das Problem daran: Über kurz oder lang entstehen auch in diesen Fällen dauerhafte Schäden am Klimagerät. Wenn Sie bemerken, dass die Klimaanlage nicht mehr so kühlt wie zu Beginn, sollten Sie also keine Zeit verlieren.

Einen Überblick über mögliche Gründe liefert unsere Liste der gängigsten Probleme:

  • zu wenig Kältemittel in der Klimaanlage
  • Kompressor defekt
  • Luftfilter verstopft
  • Ansauggitter blockiert
  • Leistung des Gerätes unzureichend für den Raum

Kältemittel und Kompressor

Oft beginnt es mit scheinbar harmlosen Mängeln, doch aus kleinen Problemen können mit der Zeit große werden. Ein Beispiel: Es fließt zu wenig Kältemittel durch die Leitungen und die Wärmetauscher. In diesem Fall muss der Kompressor besonders viel arbeiten, um den notwendigen Druck für die Wärmeabgabe aufzubauen. Gleichzeitig dient das Kältemittel nicht nur dem Wärmetransport, sondern es enthält auch Öl für die Schmierung der beweglichen Teile des Kompressors.

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Es ergibt sich eine denkbar ungünstige Konstellation: Der Kompressor arbeitet unter Volllast und erhält keine ausreichende Schmierung mehr. Es droht der Defekt – der kann bei einer älteren Klimaanlage den wirtschaftlichen Totalschaden bedeuten. Man nennt das Kompressorschaden.

Bis es so weit ist, verbraucht die ohnehin energiehungrige Klimaanlage mehr Strom als eigentlich notwendig. Sie wird so zur doppelten Belastung für Ihren Geldbeutel. Zu hohen Betriebskosten kommen noch beachtliche Kosten für Reparatur oder Ersatz des Gerätes. Immerhin: Dass der Kompressor Ihre Aufmerksamkeit benötigt, lässt er Sie meist durch unangenehme Betriebsgeräusche wissen.

Verschmutzung der Klimaanlage

Ähnlich verhält es sich mit einem verschmutzten Luftfilter. Dieses Bauteil dient dazu, die Raumluft zu reinigen. Der Filter setzt sich zwangsläufig mit der Zeit mit Staubpartikeln, Schimmel und Bakterien zu. Er lässt das Gebläse im Innenraum dann immer weniger Luft am Wärmetauscher vorbeiführen. In der Folge ist der Wärmeübergang zwischen Kältemittel und Umgebungsluft eingeschränkt.

Die mangelnde Kühlung ist meist nicht die einzige unangenehme Folge. Feuchtigkeit gelangt während des Betriebs der Klimaanlage in deren Inneres. Sie macht den Luftfilter zu einem idealen Nährboden für Bakterien und Schimmel. Spätestens wenn unangenehme Gerüche auftauchen, sollten Sie handeln. Eine schmutzige Klimaanlage kann zur Belastungsprobe für Ihre Gesundheit werden. Das und mehr erfahren Sie in unserem Beitrag „Unangenehmer Geruch: Wenn die Klimaanlage stinkt“.

Ebenso entscheidend für einen effizienten Betrieb der Klimaanlage: Der zweite Wärmetauscher soll möglichst gut von Luft umströmt werden. Dieses Bauteil befindet sich bei Split-Klimageräten außerhalb des Gebäudes. Daher ist es anfällig für größere Fremdkörper. Blätter, Federn oder Zweige können sich im Ansauggitter sammeln und damit den Luftstrom behindern. Auch Verschmutzungen der meist lamellenförmigen Oberfläche des Wärmetauschers sind ein weiteres Hindernis für die Wärmeübertragung.

Zu klein dimensioniertes Gerät

Ein weiterer gängiger Grund dafür, warum die Klimaanlage nicht so gut kühlt, wie Sie es sich vorstellen: Die unpassende Geräteauswahl. Ein zu schwaches Gerät arbeitet ständig unter hoher Last und dementsprechend mit einem ungünstigen Verhältnis zwischen Stromverbrauch und Kühlleistung.

Jeder Raum hat seine individuelle Kühllast. Die gibt vor, welche Geräteklasse Sie einsetzen sollten. Wir empfehlen: Lassen Sie sich bei Auswahl, Installation und Instandhaltung Ihrer Klimaanlage von einem Fachmann begleiten. Viele Anlagenhersteller raten dringend zu einer jährlichen professionellen Wartung ihrer Geräte.

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Do it yourself oder eine Sache für den Profi?

Wollen Sie, dass sich ein Fachmann um Ihre nicht ausreichend kühlende Klimaanlage kümmert, kostet Sie das schnell einen dreistelligen Betrag. Viel wirtschaftlicher ist es da doch, regelmäßig etwas Zeit in die Pflege des Gerätes zu investieren. In diesem Abschnitt erfahren Sie, welche Maßnahmen Sie selbst ergreifen können und wann es Zeit für den Anruf beim Klimatechniker wird. Wir raten: Wenden Sie sich im Zweifel an den Fachmann – die Komplexität von Klimaanlagen ist nicht zu unterschätzen.

Was Sie selbst tun können

Halten Sie Ihre Klimaanlage sauber – so bleibt sie lange in Bestform. Sie bemerken, dass die Klimaanlage den Raum nicht mehr ausreichend kühlt und außerdem unangenehm riecht? Spätestens jetzt sollten Sie aktiv werden. die Reinigung des Innenteils, reicht aber nicht unbedingt aus.

Bei einem Split-Klimagerät mit separater Außeneinheit sollten Sie auch dieser die notwendige Aufmerksamkeit schenken. Entfernen Sie zunächst grobe Verschmutzungen des Ansauggitters. Anschließend können Sie den Ventilator und die Lamellen des Wärmetauschers mit einem feuchten Lappen abwischen. Natürlich gilt: Vor Beginn aller Arbeiten an der Klimaanlage sollten Sie diese unbedingt vom Strom trennen.

Was Sie besser den Profis überlassen

Es gibt einige Aufgaben, die sie einem Kältetechniker überlassen sollten: Beispielsweise nur mit Spezialwerkzeug zu öffnende Gehäuseteile zu entfernen oder an Bauteilen des Kältemittelkreislaufs wie den Leitungen zu arbeiten. Der Profi hat die entsprechenden Werkzeuge und Fachkenntnisse. So kann er den Schaden effizient und sicher beheben. Mit welchen Kosten Sie dabei rechnen müssen, zeigt die Tabelle.

Maßnahme
Kosten
Wartung inklusive Reinigung
60 - 100 Euro
Kältemittel auffüllen
60 - 100 Euro
Einfache Reparatur
80 - 100 Euro
Kompressorschaden
300 - 600 Euro

 

Dass Kältemittelleitungen minimale Undichtigkeiten aufweisen, lässt sich kaum verhindern. In solchen Fällen reicht einfaches Nachfüllen aus. Hat der Klimatechniker jedoch ein größeres Leck in der Kältemittelleitung ausgemacht, wird er die Anlage vollständig entleeren. Den undichten Teil des Rohres kann er dann mit einem Rohrschneider entfernen und die entstandene Lücke mit einem speziellen Verbindungsstück überbrücken.

Anschließend prüft er die gesamte Klimaanlage auf Dichtigkeit und befüllt sie neu. Das wird auch fällig, wenn der Techniker den Kompressor ausbaut – zum Beispiel um ihn zu reparieren oder ganz auszutauschen. Dazu kommen noch die nicht unerheblichen Kosten für Ersatzteile und zusätzliche Arbeitszeit.

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So nutzen Sie die Klimaanlage am besten

Sie wollen Ihre Klimaanlage in einem optimalen Zustand erhalten? Regelmäßige Reinigungsaktionen und Wartungstermine mit dem Klimatechniker sind dafür ein Weg. Eine weitere Möglichkeit die Frustration zu vermeiden, wenn die Klimaanlage am heißesten Tag des Jahres plötzlich nicht mehr kühlt: Bewusstes Nutzungsverhalten. Mit unseren Tipps halten Sie den Raum ganz einfach auf Wunschtemperatur:

  1. Wichtig: Fenster und Türen der zu klimatisierenden Räume sollten geschlossen sein. Das gilt für Innen- und Außentüren. Denn nicht nur von außen, sondern auch aus anderen Räumen strömt warme Luft nach. Die muss die Klimaanlage zusätzlich kühlen.

  2. Überprüfen Sie die Temperatureinstellung am Klimagerät. Als Richtwert gilt: Die Temperatur in Innenräumen sollte nicht über 26°C liegen. Jedoch darf die Klimaanlage auch nicht überlastet werden. Deshalb sollte die Differenz zur Außentemperatur gleichzeitig nicht mehr als 5°C betragen.

  3. Aktivieren Sie die Klimaanlage nur dann, wenn der Raum in der nächsten Zeit genutzt wird. Moderne Klimaanlagen können ihre Leistung zwar flexibel an den Kühlbedarf anpassen. Sie entlasten die Klimaanlage dennoch, wenn Sie ihr in Zeiten längerer Abwesenheit eine Pause gönnen.

  4. Lüften Sie im Sommer in den kühlen Morgen- oder Abendstunden. Die meisten Klimaanlagen für einzelne Räume kühlen die Luft nur. Sie sorgen aber nicht für den nötigen Luftaustausch. Damit die Klimaanlage nicht so viel arbeiten muss, sollte die Frischluft möglichst kühl sein.

Klimaanlagen sind technische Produkte, in denen mechanische und chemische Komponenten zusammenwirken. Gerade der Umgang mit dem Kältemittel ist absolute Profisache. Kühlt die Klimaanlage nicht mehr so gut wie gewohnt, können Sie sich dennoch zuerst selbst auf die Ursachensuche begeben.

Ähnlich verhält es sich, wenn die Klimaanlage tropft, oder wenn sie einen unangenehmen Geruch verbreitet. Kennen Sie aber Ihre Grenzen und wenden Sie sich rechtzeitig an einen kompetenten Klimatechniker. So wenden Sie Schäden von sich selbst, der Klimaanlage und der Umwelt ab. Unser Tipp: Überlegen Sie, ob Sie beim Kauf der Klimaanlage gleich einen Wartungsvertrag abschließen möchten.

Lüftungsanlagen: Alternativen zur Klimaanlage

Wie oben kurz erwähnt, tauschen die meisten Klimaanlagen die Luft nicht aus, sondern wälzen sie lediglich um. Dadurch erreichen Sie im Sommer zwar eine angenehme Kühle. Jedoch wird verbrauchte, CO2- und schadstoffbelastete Luft nicht abgeführt. Das kann schlecht für die Gesundheit und die Konzentration sein. Optimal für das Raumklima sind daher Frischluftanlagen:

  • Für größere Gebäude wie Bürokomplexe sind raumlufttechnische Anlagen (RLT-Geräte) das Richtige.
  • Für Privathaushalte oder sonstige kleinere Räumlichkeiten eignen sich kontrollierte Wohnraumlüftungen.

Andreas Wurm,
M.Sc.

Über den Autor

Andreas Wurm absolvierte seinen Bachelor of Science in Maschinenbau an der RWTH Aachen University und schloss einen Master in Energietechnik (Spezialisierung Erneuerbare Energien) an derselben Universität an. Nach seinem Studium war er von 2014 bis 2016 Projektingenieur in der Branche Heizungs- und Klimatechnik.

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