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Was tun, wenn die Klimaanlage tropft?

Angesichts des Funktionsprinzips von Klimaanlagen ist die Bildung von Kondenswasser unausweichlich. Denn wenn Luft abkühlt, kann sie weniger Feuchtigkeit in sich tragen. Die überschüssige Feuchtigkeit kondensiert daraufhin an kühleren Flächen. Tritt die Feuchtigkeit aber plötzlich an ungewohnten Stellen auf? Dann liegt meist eine Störung vor. Wir sagen Ihnen, wann Sie handeln sollten und geben Tipps zur Ursachensuche und Reparatur, wenn die Klimaanlage tropft.

Inhaltsverzeichnis

  1. So sorgt die Klimaanlage für kühle Temperaturen
  2. Ursachen für das Tropfen der Klimaanlage
  3. So gehen Sie der Ursache für den Wasserverlust auf den Grund
  4. Mit diesen Tipps gewöhnen Sie der Klimaanlage das Tropfen ab
Klimaanlage tropft: Frau kontrolliert Klimaanlage

So sorgt die Klimaanlage für kühle Temperaturen

Ähnlich wie bei Wärmepumpen ist auch bei Klimaanlagen das Kältemittel zentral für die Funktion der Geräte. Das Ziel ist identisch: Das Gerät soll Wärmeenergie entgegen ihrer natürlichen Flussrichtung transportieren.

Funktionsprinzip

Bei der Klimaanlage gelingt das so: Flüssiges Kältemittel durchfließt einen Wärmetauscher, der von der zu kühlenden Raumluft umströmt ist. Dabei nimmt das Kältemittel Wärme auf und verdampft. Die Luft verliert an Temperatur und kann weniger Feuchtigkeit transportieren als zuvor. Die Feuchtigkeit schlägt sich in der Folge als Kondenswasser an der kalten Fläche des Wärmetauschers nieder.

Je nach Luftfeuchtigkeit und Intensität des Betriebs der Klimaanlage können an einem Tag mehrere Liter Kondenswasser in den dafür vorgesehenen Auffangbehälter tropfen. Das nun gasförmige Kältemittel fließt weiter zum Kompressor. Der verdichtet es.

Dabei steigt die Temperatur des Kältemittels weiter an. Das muss sie auch: Die Klimaanlage kann die Wärme nämlich nur an die Außenluft abgeben, wenn das Temperaturniveau des Wärmetauschers über dem der Umgebung liegt. Ist es abgekühlt, dann verflüssigt sich das Kältemittel wieder. Der Kreislauf beginnt von neuem.

Wohin mit dem Kondenswasser?

Wie die Klimaanlage mit dem Kondenswasser des Verdampfers umgeht, das sich in einer Auffangrinne sammelt, hängt vor allem von der Bauform ab. So haben Split-Klimageräte einen Ablaufschlauch für das Kondenswasser. Ist der Schlauch mit dem notwendigen Gefälle verlegt, fließt das Wasser von selbst zur Außeneinheit.

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Dort kann es verdampfen. Weil der äußere Wärmetauscher bei Split-Klimageräten heiß ist, tropft das Außenteil der Klimaanlage nur selten. Je nach Einbaulage kann aber auch eine Pumpe erforderlich sein, um die kondensierte Feuchtigkeit aus dem Gebäude zu befördern. Alternativ können Sie den Kondensatschlauch an einen Abfluss in der Nähe anschließen.

Bei Monoblock-Klimageräten haben Sie meist neben dem Anschluss an einen Abfluss noch die Möglichkeit, das Kondensat über einen Schlauch ins Freie zu pumpen. In diesem Fall verdunstet das Wasser jedoch nicht, sondern tropft ab.

Ursachen für das Tropfen der Klimaanlage

Bei hochsommerlichen Temperaturen kann kühles Wasser zwar eine willkommene Erfrischung sein. Die allermeisten möchten es aber dennoch nicht unkontrolliert über die Wände oder den Boden fließen sehen.

Tropft es nun aus dem Innenteil der Klimaanlage, dann kann das vor allem an diesen Gründen liegen:

  • Nicht lotrechte Anbringung der Klimaanlage

  • Beschädigung oder Verschmutzung des Kondensatschlauches

  • Ausfall der Kondensatpumpe

  • Vereisung der Verdampferlamellen

  1. Nicht lotrechte Anbringung der Klimaanlage

    Kondenswasser kann aus der Auffangschale laufen, weil die Klimaanlage nicht lotrecht an Decke oder Wand fixiert wurde, oder weil das mobile Klimagerät schief steht. Beginnt die Klimaanlage jedoch zu tropfen, obwohl Sie nichts an der Montageposition des Gerätes verändert haben? Dann liegt die Schuld meist beim Kondensatablauf, dem Luftfilter oder dem Füllstand des Kältemittels.

  2. Beschädigung oder Verschmutzung des Kondensatschlauches

    Der Kondensatschlauch muss so verlegt sein, dass sich über die gesamte Schlauchlänge ein durchgängiges Gefälle einstellt. Deshalb ist es stets von Vorteil, wenn bei einem Split-Klimagerät die Inneneinheit höher angebracht ist als die Außeneinheit.

    Neben dem fehlenden Gefälle können auch Ablagerungen oder Knicke dafür verantwortlich sein, dass das Kondensat den Schlauch nicht aus eigener Kraft passieren kann.

  3. Ausfall der Kondensatpumpe

    Bringt normalerweise eine Pumpe die notwendige Energie auf, um das Kondensat ablaufen zu lassen, dann liegt ein Defekt dieser Pumpe nahe. Tropft es nicht aus dem Klimagerät selbst, sondern aus dem Schlauch, steht jedoch eine lokale Undichtigkeit an erster Stelle auf der Liste der Verdächtigen.

  4. Vereisung der Verdampferlamellen

    Etwas schwieriger gestaltet sich meist die Ursachensuche, wenn die Lamellen des Verdampfers vereist sind. Schuld daran sind ein zu geringer Kältemittelstand in der Klimaanlage oder ein gestörter Luftstrom um den Verdampfer. Taut das Eis dann wieder ab, dann kann die Auffangschale für das Kondensat überlaufen.

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So gehen Sie der Ursache für den Wasserverlust auf den Grund

Kleineren Problemen, die den Ablauf des Kondensats vom Verdampfer stören, können Sie selbst auf den Grund gehen. Bei Ihren Arbeiten an der Klimaanlage sollten Sie aber nur die durchführen, die der Hersteller vorsieht und darüber hinaus einen Fachbetrieb beauftragen. Aus Sicherheitsgründen sollten Sie das Gerät vor Beginn der Arbeiten vom Strom trennen.

  1. Schritt 1: Auffangschale und Ablaufschlauch prüfen

    Haben Sie die Klimaanlage bereits längere Zeit problemlos betrieben und sie beginnt trotz unveränderter Montagesituation zu tropfen? Dann sollten Sie mit der Ursachensuche bei der Auffangschale und dem Ablaufschlauch für das Kondensat beginnen. Sind die Schale selbst oder der Schlauch verschmutzt, dann kann eine einfache Reinigung bereits Abhilfe schaffen.

  2. Schritt 2: Lamellen des Verdampfers begutachten

    Sie können die Abdeckung der Anlage abnehmen, um einen Blick auf die Lamellen des Verdampfers zu werfen. So erkennen Sie in der Regel sofort, ob sich Eis an den Lamellen gebildet hat oder nicht. Soweit zugelassen, kann auch ein Probebetrieb bei abgenommener Abdeckung Klarheit schaffen.

    Es gibt im Wesentlichen zwei Gründe, die zur Vereisung der Lamellen führen können:

    - eine zu geringe Füllmenge des Kältemittels und

    - eine zu geringe Luftzirkulation am Verdampfer

    Die Arbeit mit Kältemittel müssen Sie Profis überlassen. Das Schadenspotenzial für Mensch, Umwelt und Klimaanlage bei nicht sachgemäßem Umgang mit Kältemittel ist zu groß.

  3. Schritt 3: Luftfilter reinigen

    Deswegen sollten Sie es zuerst mit einer Reinigung des Luftfilters versuchen. Denn ist der Filter mit Partikeln wie Staub zugesetzt, behindert er den Luftstrom und bringt die Klimaanlage zum Tropfen. Wie Sie bei der Reinigung vorgehen, lesen Sie in folgendem Artikel nach.

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Mit diesen Tipps gewöhnen Sie der Klimaanlage das Tropfen ab

Dass die Klimaanlage der Luft Feuchtigkeit entzieht, ist sogar ein willkommener Nebeneffekt. Schließlich macht gerade die Schwüle heiße Sommertage so unerträglich. Die Kondenswasserbildung an der Klimaanlage ist also nicht bedenklich. Es ist zuallererst Zeichen eines funktionierenden Gerätes. Daher verfügen Klimaanlagen auch über Vorrichtungen, über die das Wasser abfließen kann. Doch tropft die Klimaanlage plötzlich oder an bedenklichen Stellen, sollten Sie dem nachgehen.

Gegen manche Gründe für den Wasserverlust der Klimaanlage sind Sie machtlos. Sie können dennoch vorsorgen. Die beste Möglichkeit, Ihre Klimaanlage in einem optimalen Zustand zu erhalten – und damit sowohl Ihre Gesundheit zu schonen als auch Geld zu sparen – ist die regelmäßige Reinigung.

Sie können es in unserem Beitrag „Unangenehmer Geruch: Wenn die Klimaanlage stinkt“ nachlesen: Unhygienische Klimaanlagen werden schnell zur Bedrohung für Ihre Gesundheit. Gerade die Komponenten der Klimaanlage, die meist für das Tropfen verantwortlich sind, sind leicht erreichbar: Nämlich Auffangschale und Ablaufschlauch für das Kondensat sowie Luftfilter. Sie können sie mit haushaltsüblichen Mitteln reinigen.

Platzhalter Autorenbild

Andreas Wurm,
M.Sc.

Über den Autor

Andreas Wurm absolvierte seinen Bachelor of Science in Maschinenbau an der RWTH Aachen University und schloss einen Master in Energietechnik (Spezialisierung Erneuerbare Energien) an derselben Universität an. Nach seinem Studium war er von 2014 bis 2016 Projektingenieur in der Branche Heizungs- und Klimatechnik.

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