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Was ist ein Mischventil?

Das Mischventil findet sich in nahezu allen Heizungen älteren Baujahres. Sein Einsatz ist mittlerweile umstritten. Trotzdem kommen auch viele moderne Heizungen nicht ohne dieses Ventil aus. Stellen Sie sich während der Planung Ihrer Heizungsanlage die Frage, wozu das auch als Heizungsmischer bekannte Ventil dient und ob Sie es selbst einstellen können? Dann sollten Sie unbedingt weiterlesen. In diesem Beitrag erfahren Sie zudem, woran Sie unterschiedliche Bauformen des Mischventils erkennen und was diese über die Funktion aussagen.

Inhaltsverzeichnis

  1. Ohne Mischventil geht es oft nicht
  2. Wie funktioniert das Mischventil?
  3. Betrieb und Kosten des Heizungsmischers
  4. Streitfrage: Heizungsmischer auch für moderne Heizungsanlagen?
Mischventil: Schematische Darstellung

Ohne Mischventil geht es oft nicht

Heizungsmischer, Mischventil, Drei- oder Vier-Wege-Mischer oder auch einfach nur Mischer: Benutzt Ihr Heizungsbauer mehrere dieser Begriffe, so sollten Sie sich nicht verwirren lassen. Es handelt sich in aller Regel immer um dasselbe Bauteil. In vielen Heizungssystemen ist zumindest ein Mischventil verbaut. Lange müssen Sie nicht nach dem Bauteil suchen: Es befindet sich meist zwischen Heizkessel und Umwälzpumpe des Heizkreises.

Die Funktion des Bauteils ist wenig überraschend: Der Heizungsmischer mischt wärmeres und kälteres Wasser so, dass die verschiedenen Abnehmer in den Heizkreisen mit der erforderlichen Wärmeenergie versorgt werden. Die Wassermenge im Heizungssystem bleibt dabei übrigens unverändert. Über den Mischer gelangt also kein zusätzliches Wasser in den Heizkreislauf.

Allgemein gilt aber: Je besser die Wärmeerzeugung an den Wärmebedarf angepasst ist, desto effizienter arbeitet die Heizung. Moderne Brennwertgeräte aber auch Niedertemperaturheizkessel mit sogenannter gleitender Fahrweise befolgen dieses Prinzip. Sie erhitzen das Heizungswasser von vorneherein nur auf die benötigte Temperatur.

Dennoch kommen auch moderne Anlagenkonstellationen in den folgenden Fällen nicht ohne Heizungsmischer aus:

In diesen Fällen benötigten Sie ein Mischventil

  • Der Wärmeerzeuger liefert dauerhaft heißeres Heizungswasser als die Abgabeflächen abnehmen können.

  • An den Wärmeerzeuger sind mehrere Heizkreise mit unterschiedlichen Vorlauftemperaturen angeschlossen.

  • Der Wärmeerzeuger übernimmt neben der Bereitstellung von Raumwärme auch die Warmwasserbereitung.

Mischventil bei Konstanttemperaturkesseln oder Holzheizungen

Einen Heizungsmischer braucht es dann, wenn der Heizkessel regelmäßig zu heißes Wasser für die Wärmeabnehmer bereitstellt. Alte Konstanttemperaturkessel liefern zum Beispiel Heizungswasser mit gleichbleibenden Temperaturen zwischen 70 und 90°C. Modernere Heizungen passen die Wassertemperatur an die Witterung an. Dabei können sie je nach Wärmebedarf das Wasser auf einen Temperaturbereich zwischen 35 und 70°C erhitzen.

Normale Heizkörper arbeiten aber mit niedrigeren Wassertemperaturen um 4°C. Bei milden Außentemperaturen tritt beim Konstanttemperaturkessel daher ein Problem auf: Das Heizungswasser aus dem Kessel ist zu heiß, um direkt durch die Heizkörper zu fließen. Dem Mischventil kommt die Aufgabe zu, die nötige Menge kälteren Wassers beizumischen. So kann die Zieltemperatur erreicht werden. Gleiches gilt übrigens auch für Holzheizungen: Sie arbeiten bei hohen Verbrennungstemperaturen besonders effizient und liefern entsprechend sehr heißes Wasser.

Mischventil bei Heizkreisen mit unterschiedlichen Vorlauftemperaturen

Ähnlich gestaltet sich die Situation, wenn ein Haus einen Heizkreis für herkömmliche Heizkörper und einen Heizkreis für eine Flächenheizung hat. Flächenheizungen sind von Heizungswasser durchflossene Wände, Böden oder Decken. Diese arbeiten mit niedrigeren Vorlauftemperaturen als konventionelle Heizkörper. Die geringere Wassertemperatur kompensieren diese Bauteile über die größere Abgabefläche.

In den seltensten Fällen hat jeder der beiden Heizkreise seinen eigenen Wärmeerzeuger, der jeweils optimal temperiertes Wasser liefert. Stattdessen übernimmt ein Mischventil diese Abstimmaufgabe. Er verteilt das Wasser aus dem zentralen Wärmeerzeuger so auf die Heizkreise, dass deren jeweilige Vorlauftemperatur erreicht wird. Auch wenn Sie einen Brennwert- oder Niedertemperaturkessel mit variabler Vorlauftemperatur einsetzen, geht es in solchen Fällen also nicht ohne Mischventil.

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Mischventil bei Warmwasserbereitung durch die Zentralheizung

In vielen Ein- und Zweifamilienhäusern übernimmt der zentrale Wärmeerzeuger neben der Bereitstellung der Raumwärme auch die Warmwasserversorgung. Aus hygienischen Gründen (Legionellenprävention) muss das Wasser vor der Verwendung im Warmwasserspeicher eine Temperatur von 60°C erreichen.

Selbst Niedertemperatur- und Brennwertkessel und Wärmepumpen müssen also zumindest zeitweise das Heizungswasser auf mehr als 60°C erhitzen, damit der Wärmetransfer stattfinden kann. Ein Heizungsmischer verschließt dann zeitweise den Heizkreis für die Heizflächen und leitet das Heizwasser vorrangig durch den Warmwasserspeicher.

Die gewünschte Wassertemperatur stellen Sie schließlich direkt am Entnahmeort in Bad oder Küche ein. Das Problem dabei: Bei dieser Konfiguration kann das Wasser mit Temperaturen von bis zu 60°C aus dem Wasserhahn strömen und Verbrennungen verursachen.

Warmwasserverteilung aus dem Speicher über den Trinkwassermischer Grafik
Der Trinkwassermischer sorgt dafür, dass es am Wasserhahn oder Duschkopf nicht zu Verbrühungen kommt.

Abhilfe schafft ein weiteres Mischventil, in diesem Fall auch als Trinkwassermischer bezeichnet: Er ist auf eine fixe Temperatur eingestellt, bei der Verbrühungen auszuschließen sind. Kindergärten und andere Betreuungseinrichtungen wählen oft 38°C, in normalen Haushalten liegt die Maximaltemperatur um 50°C.

Überschreitet das Warmwasser aus dem Speicher diese Temperatur, so steuert der Mischer kaltes Wasser zu. Die Temperatur wird somit ausreichend abgesenkt. Drehen Sie den Einhebelmischer ganz nach links, dann strömt also maximal 50°C heißes Wasser aus dem Hahn. Damit das auch bei einer Störung so bleibt, sperren solche Trinkwassermischer mit Verbrühungsschutz bei fehlender Kaltwasserzufuhr den Wassernachschub komplett.

Wie funktioniert das Mischventil?

Zurück zum Heizungswasser: Woher bekommt das Mischventil das verhältnismäßig kältere Heizungswasser, um die Vorlauftemperatur nach den Anforderungen des Heizkreises einzustellen? Und wie gelingt die Beimischung, ohne dass sich die gesamte Wassermenge des Heizungssystems verändert?

Drei-Wege-Mischventil zur Vorlauftemperaturabsenkung

Aufschluss gibt das vereinfachte Anlagenschema, in dem nur ein Heizkreis dargestellt ist. Diese Konstellation findet sich in der Praxis beispielsweise bei einem Konstanttemperaturkessel, der lediglich einen Heizkreis für Heizkörper versorgt.

Das Mischventil kombiniert das heiße Kesselwasser und das kältere Rücklaufwasser im passenden Verhältnis, sodass die Vorlauftemperatur erreicht wird. Zur sogenannten Vorlauftemperaturregelung kommt ein Drei-Wege-Mischer zum Einsatz. Der Drei-Wege-Mischer ist die gängigste Bauform unter den Mischventilen.

Anlagenschema Drei-Wege-Mischventil zur Absenkung der Vorlauftemperatur Grafik
Das Drei-Wege-Mischventil sorgt für die Erreichung der richtigen Vorlauftemperatur.

Dieser hat drei Anschlüsse: Über diese sind

  • die Wärmequelle (KV),
  • die Pumpe des Vorlaufs des zu versorgenden Heizkreises (HV)
  • und über den sogenannten Bypass (HR) der Rücklauf aus dem Heizkreis

verbunden.

Je nach genauer Bauart des Mischers bestimmt die Stellung eines Schiebers oder Ventiltellers (A) das Mischungsverhältnis, in dem Kesselwasser und Rücklauf durch die Heizkörper fließen.

Prinzip eines Drei-Wege-Mischers Grafik
Der Stellregler im Drei-Wege-Mischer legt fest, wie sehr sich das Wasser der Wärmequelle und der Rücklauf miteinander vermischen.

Vier-Wege-Mischventil zur Vorlauftemperaturabsenkung und Rücklauftemperaturanhebung

Bei älteren Ölkesseln und Gasthermen ohne Brennwertstandard ist es wichtig, die Kondensation der Verbrennungsabgase im Wärmeerzeuger zu vermeiden. Über kurz oder lang würde dies zu Feuchtigkeitsschäden an Heizkessel und Abgasführung führen.

Zu diesem Zweck muss sichergestellt sein, dass die Temperatur des Rücklaufwassers dauerhaft hoch genug ist. Das gilt auch für Holzkessel: Sie arbeiten mit hohen Verbrennungstemperaturen und benötigen für die optimale Betriebsweise verhältnismäßig hohe Rücklauftemperaturen.

In diesem Schema übernimmt das Mischventil daher neben der Absenkung der Vorlauftemperatur noch eine weitere Funktion: Es mischt heißes Kesselwasser in den Rücklauf aus dem Heizkreis, der zurück zum Wärmeerzeuger fließt.

Anlagenschema Vier-Wege-Mischventil zur Absenkung der Vorlauftemperatur und Anhebung der Rücklauftemperatur Grafik
Das Vier-Wege-Mischventil sorgt für die Absenkung der Vorlauftemperatur und hebt die Temperatur des Rücklaufs an.

Diese Aufgabe kann der Drei-Wege-Mischer nicht erfüllen. Stattdessen kommen Vier-Wege-Mischer zum Einsatz. Ihre Verbreitung ist aber stark rückläufig. Denn für moderne Wärmeerzeuger mit Brennwerttechnik ist die Rücklaufanhebung kontraproduktiv: Ihr Funktionsprinzip erfordert niedrige Rücklauftemperaturen. Nur diese ermöglichen eine gezielte Kondensation der Verbrennungsabgase.

Prinzip eines Vier-Wege-Mischers Grafik
Beim Vier-Wege-Mischer kommt noch der Rücklauf des Heizungskessels hinzu. Für Brennwertgeräte eignet sich dieses Mischventil eher nicht.

Zusätzlich zu Kesselvorlauf, Heizkreisvorlauf und Heizkreisrücklauf ist auch der Kesselrücklauf an den Vier-Wege-Mischer angeschlossen. Je nach Bedarf kann der Vier-Wege-Mischer kühleres Rücklaufwasser in den Heizkreis einspeisen und den Wärmeerzeuger gleichzeitig mit wärmerem Rücklaufwasser versorgen.

Betrieb und Kosten des Heizungsmischers

Nun ist klar, wie der Heizungsmischer die verschiedenen Ströme des Heizungswassers kombiniert, um die Zieltemperatur einzustellen. Doch woher weiß das Bauteil überhaupt, welche Temperaturen die Anlage benötigt?

Kann ich den Heizungsmischer selbst einstellen?

Besitzen Sie eine ältere Heizungsanlage? Dann kann es sein, dass ein nicht mehr zeitgemäßer Heizungsmischer für die manuelle Einstellung verbaut ist. Dann sehen Sie am Mischer einen Handeinsteller. Dessen Bedienung sollten Sie allerdings einem Profi überlassen. Hier kann der Handwerker stufenlos ein permanentes Mischungsverhältnis einstellen.

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Bei moderneren Heizungsmischern mit Stellmotor erübrigt sich die Frage, ob Sie selbst etwas einstellen müssen. Der Stellmotor erhält nämlich Steuerungssignale von der Heizungsregelung. Standard ist dabei der außentemperaturgeführte Betrieb. Bei dem bestimmt die Heizungsregelung die Soll-Temperatur des Heizkreisvorlaufs.

Maßgeblich für die Soll-Temperatur ist die Heizkurve. Diese gibt den Zusammenhang zwischen Außentemperatur und Vorlauftemperatur der Heizung an. Aus dem Abgleich zwischen der gemessenen Vorlauftemperatur und dem Zielwert resultiert die erforderliche Einstellung des Heizungsmischers.

Kosten für ein Mischventil

Heute sollten nur noch Mischventile mit Stellmotor verbaut werden. Denn nur Bauteile, die ihre Einstellung automatisch anpassen, sorgen situationsabhängig für die jeweilige Vorlauftemperatur mit dem optimalen Wirkungsgrad. Wie bei allen Heizungskomponenten gilt: Die Preise für Mischventile sind abhängig von der benötigten Größe und Bauart, die die Heizungsanlage vorgibt.

Der Einbau eines Heizungsmischers zum Selbsteinstellen mittels Drehregler ist nicht zu empfehlen. Trotzdem bieten die Hersteller Mischer und Stellmotoren separat an. Einfache Drei- oder Vier-Wege-Mischer aus Messing können Sie schon ab 50 Euro kaufen. Ein passender Stellmotor schlägt mit weiteren 75 bis 100 Euro zu Buche.

Praxistipp

  • Wir empfehlen: Überlassen Sie die Auswahl der Komponenten einem Profi.

  • Er stellt die korrekte Auslegung des Mischventils sicher.

  • Die Hersteller stellen hierfür Tabellen bereit. Über diese kann der Heizungsbauer anhand der Temperaturspreizung zwischen Vor- und Rücklauf Ihrer Heizung das passende Bauteil auswählen.

  • Der Handwerker prüft auch, ob Stellmotor und Heizungsregelung miteinander harmonieren. Denn nur wenn der Stellmotor von der Heizungsregelung ein korrektes Steuersignal erhält, kann er seine ordnungsgemäße Funktion wahrnehmen.

Streitfrage: Heizungsmischer auch für moderne Heizungsanlagen?

Bei der Mischung von Wasserströmen mit unterschiedlichen Temperaturen kommt es zu Energieverlusten. Vor allem deswegen verzichten viele Heizungsbauer nach Möglichkeit auf das Bauteil. Davon abgesehen benötigen moderne und effiziente Wärmeerzeuger dank der gleitenden Fahrweise in einfach aufgebauten Heizungsanlagen kein Mischventil mehr. Schon bei der Wärmeerzeugung passen sie die Wassertemperatur an die Solltemperatur des Vorlaufs an.

Doch auch bei nicht allzu alten Heizungen kann zeitweise zu viel Wärme zur Verfügung stehen. Dieser Fall ist wahrscheinlich, wenn Sie ein gut gedämmtes Haus bewohnen, in dem ein Niedertemperaturkessel arbeitet. Viele solcher Heizkessel können die Vorlauftemperatur nicht unter 40°C absenken. Das kann bei milden Außentemperaturen aber bereits höher als erforderlich sein.

In diesen Fällen kann der Heizungsmischer das Überangebot an Wärme ausgleichen. Hiervon profitiert die Lebensdauer des Heizkessels. Die regulierende Wirkung des Mischventils sorgt nämlich mit weniger Brennerstarts und längeren Laufzeiten für einen materialschonenden Betrieb. Das wirkt sich zugleich positiv auf Verbrauch und Schafstoffemissionen aus.

Wir empfehlen: Nutzen Sie bei weiteren Fragen zum Heizungsmischer die individuelle Beratung eines Heizungsbauers aus Ihrer Region. Der Fachbetrieb kann prüfen, ob Ihre Heizungsanlage von einem Heizungsmischer profitieren kann. Er übernimmt die Auswahl der passenden Komponenten sowie die fachgerechte Montage und Inbetriebnahme. Ebenso tauscht er defekte Mischventile aus oder überprüft die Einstellung des verbauten Gerätes.

Platzhalter Autorenbild

Andreas Wurm,
M.Sc.

Über den Autor

Andreas Wurm absolvierte seinen Bachelor of Science in Maschinenbau an der RWTH Aachen University und schloss einen Master in Energietechnik (Spezialisierung Erneuerbare Energien) an derselben Universität an. Nach seinem Studium war er von 2014 bis 2016 Projektingenieur in der Branche Heizungs- und Klimatechnik.

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